Firefox OS

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Firefox OS
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Home Screen
Basisdaten
Entwickler Mozilla Corporation
Aktuelle Version 1.3
(17. März 2014[1][2])
Abstammung Linux
↳ Firefox OS
Kernel Monolithisch (Linux)
Architekturen ARM
Lizenz MPL[3] (Open Source[4])
Website www.mozilla.org/firefox/os

Firefox OS (kurz FFOS, ehemals Boot to Gecko bzw. Boot2Gecko oder B2G) ist ein quelloffenes, Linux-basiertes Betriebssystem für Smartphones und Tablet-Computer, das von der Mozilla Corporation entwickelt wird. Ziel ist es, die gesamte Benutzeroberfläche und Apps mit Webtechniken (HTML, CSS und JavaScript) zu realisieren und damit Nutzern aber auch Programmierern größtmögliche Offenheit und Kompatibilität zu bieten.

Geschichte[Bearbeiten]

Am 25. Juli 2011 kündigte Andreas Gal, Leiter der Forschungsabteilung bei der Mozilla Corporation, auf einer Mailingliste ein Entwicklungsprojekt für ein voll- und eigenständiges Betriebssystem für das offene Internet an. Das Hauptziel sollte sein, Entwicklern die Möglichkeit zu geben, mit netzbasierten Techniken neue Anwendungen (auch kurz Apps genannt) zu entwickeln, die gewöhnlichen Anwendungen in nichts nachstehen. Allerdings wurde das Betriebssystem zunächst vor allem als Ersatz zu Googles Chrome OS gesehen.[5] Der Ansatz war aber etwas übergreifender: Mozilla wollte mit Firefox OS einen vollkommen gleichwertigen Ersatz zu den herstellereigenen Betriebssystemen iOS, Android und Windows Phone schaffen, dem vollständig freie Software zugrunde liegt.[6] Anfang März 2012 war der Markteintritt erster Smartphones mit Boot to Gecko im Sommer 2012 angekündigt.[7]

Zur Jahresmitte 2012, als der Name Firefox OS den Namen Boot to Gecko ersetzte, hatte Mozilla zu den ersten Partnern, Telefónica und Qualcomm, fünf weitere Netzbetreiber sowie die Hersteller ZTE und TCL (Marke Alcatel One Touch) als Verbündete gewonnen.[8] Im Juli 2012 wurden erste Nightly Builds mit Emulatoren der Hardware zur Installation unter den gängigsten Betriebssystemen auf gewöhnlichen Personal Computern veröffentlicht.[9]

Im September 2012 veröffentlichte Mozilla ein erstes Video vom Firefox OS im Einsatz.[10] Zwei Monate später war ein Firefox OS Simulator als Erweiterung des Browsers Firefox für gewöhnliche Personal Computer veröffentlicht.[11] Diese Erweiterung wurde am 3. Dezember 2012 freigegeben und der Systementwicklung nachgeführt.[12] Sie enthält die oberen Schichten vom Firefox OS und soll Anwendungsentwicklern ermöglichen, schneller und ohne zugehörige Hardware besitzen zu müssen, Apps für das Betriebssystem zu entwickeln.[13]

Im Februar 2013 zeigten mehrere Hersteller beim Mobile World Congress in Barcelona neue Smartphones mit Firefox OS.[14][15] Ihre weit überwiegend sehr einfache Hardware bestätigte, dass der Markteintritt vor allem in aufstrebenden Märkten wie Südamerika zu erwarten war.

Am 23. April 2013 begann der öffentliche Verkauf von Smartphones mit Firefox OS für Entwickler durch den spanischen Hersteller Geeksphone.[16] Geeksphone als bewegliches kleines Unternehmen dreier junger Gründer in Madrid war zu diesem Zweck beim Mobile World Congress im Jahr 2012 von Telefónica kontaktiert worden.[17] Neben dem Basismodell Keon gab es zugleich das Peak mit 1,2-GHz-Zweikernprozessor, der unter Firefox OS ein Alleinstellungsmerkmal sicherte.

Der Verkauf von Smartphones mit Firefox OS für Endkunden begann mit dem ZTE Open am 2. Juli 2013 in Spanien durch Telefónica.[18] Wenige Tage später begann der Verkauf des Alcatel One Touch Fire in Polen durch die Deutsche Telekom.[19] Ihre Tochtergesellschaft Congstar bietet dieses Smartphone seit Mitte Oktober 2013 in Deutschland an.[20] Ende Oktober 2013 kam in Brasilien mit leicht gehobener Ausstattung das erste Firefox-Smartphone eines großen namhaften Herstellers auf den Markt, das LG Fireweb von LG Electronics.[21]

Bestandteile[Bearbeiten]

Die Architektur von Firefox OS.

Firefox OS enthält die grundlegenden Bestandteile Gonk, Gecko und Gaia.[22] Gaia ist die Benutzeroberfläche von Firefox OS und vollständig in Hypertext Markup Language (HTML), Cascading Style Sheets (CSS) und JavaScript verfasst.[23] Gaia wird in Gecko verarbeitet, und Gecko arbeitet bei seinem Einsatz im Firefox OS auf der Basis von Gonk.

Gonk[Bearbeiten]

Gonk besteht aus dem Linux Kernel und Programmbibliotheken.[24] Die Bibliotheken sind zum einen Teil allgemein verbreitete Open-Source-Software für Linux und stammen zum anderen Teil wie einige geringfügige Änderungen am Kernel von Android.[25]

Gecko[Bearbeiten]

Gecko ist das Application Programming Interface (API) vom Firefox OS, sein Interpreter für JavaScript, und für die Verarbeitung aller Eingaben und Ausgaben zuständig.[25]

Anwendungsprogramme für Firefox OS sind Webanwendungen in HTML5 und JavaScript, die für die Steuerung nahezu aller Gerätefunktionen[26] auch auf diverse nicht-standardisierte Web-APIs zurückgreifen können.[27] Beispielsweise stellt die WebTelephony-API Funktionen zur Erzeugung und Annahme von Telefongesprächen zur Verfügung.[28] Mozilla strebt eine Standardisierung der Web-APIs an.[29] Auf Firefox OS werden ausschließlich HTML-basierte Anwendungen eingesetzt, die prinzipiell auch offline und herstellerübergreifend in jedem Browser funktionieren könnten; vorausgesetzt, alle benutzten Web-APIs sind auf der Zielplattform verfügbar. Dies grenzt das Firefox OS von iOS und Android ab, die hauptsächlich auf proprietäre Anwendungsprogramme setzen, die nur auf diesem System lauffähig sind. Für Anwendungsentwickler gibt es den Firefox OS Simulator, der als Erweiterung im Firefox-Browser ausgeführt werden kann und eine Prüfung der wichtigsten Funktionen zulässt. Er enthält unter anderem einen Debugger für JavaScript.[30]

Gaia[Bearbeiten]

Firefox OS ist ähnlich aufgebaut wie vergleichbare Betriebssysteme für mobile Geräte wie Apple iOS, Android oder Microsoft Windows Phone. Nebst den herkömmlichen Anwendungen wie Telefon, Nachrichten, Kontakte und dem hauseigenen Browser Firefox, werden auch Informationen über den Akkustand, Uhrzeit und GPS angezeigt. Darüber hinaus können auch über die integrierte Website everything.me auf verschiedene App-Gruppen wie Spiele, Musik, Filme, Wetter, Fernsehen, News, Sport und Einkaufen zugegriffen werden.

Anders als bei Android findet sich jede App auf dem Home-Bildschirm. Die Anordnung der Apps auf diesem Bildschirm kann der Benutzer verändern.

Einen kurzen Einblick von Firefox OS in Betrieb auf einem Vorführgerät (850-MHz-Prozessor und 256 MByte RAM) gibt ein Video, das auf der Consumer Electronics Show 2013 in Las Vegas gedreht wurde.[31]

Versionen[Bearbeiten]

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Versionsbezeichnungen mit zwei Punkten bezeichnen Sicherheitsaktualisierungen, und was einem möglichen dritten Punkt folgt, ist jedem OEM überlassen.[32]

Beim Entwicklungsstand funktional vollständig, englisch functional complete oder feature complete, übernimmt der Lieferant des Chipsatzes.[33][34]

Version [33] funktional komplett [34] Code-Freeze Veröffentlicht am [35] Freigabe Codename Gecko-Version
1.0 22. Dezember 2012 [33] Januar 2013 [33] 21. Februar 2013 TEF Gecko 18
1.0.1 15. Januar 2013 [33] Mai 2013 [33] 6. September 2013 Shira Gecko 18
1.1 29. März 2013 [33] Juli 2013 [33] 9. Oktober 2013 21. Oktober 2013 [32] Leo Gecko 18+ (neue APIs)
1.2 15. September 2013 [33][34] 9. Dezember 2013 [33] 9. Dezember 2013 [36] Koi Gecko 26 [33]
1.3 9. Dezember 2013 [34] 8. Mai 2014[37] 17. März 2014[38] Gecko 28
1.4 25. April 2014 [34]
2.0 21. Juli 2014 [34]
2.1 13. Oktober 2014 [34]
2.2 2. Januar 2015 [34]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Firefox OS – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Version 1.1 (englisch) – Seite im Geeksphone-Forum, vom 19. Juli 2013 (abgerufen am: 13. Dezember 2013)
  2. Mozilla: Alle drei Monate eine neue Version von Firefox OS – Meldung bei Golem.de, vom 22. Juli 2013 (abgerufen am: 13. Dezember 2013)
  3. http://www.mozilla.org/en-US/foundation/licensing/
  4. Mozilla Is Making an Android-Based Mobile OS. In: Gizmodo. Abgerufen am 11. September 2012.
  5. Falk Hedemann: Boot to Gecko: Mozillas Antwort auf Chrome OS. In: t3n Magazin. 26. Juli 2011, abgerufen am 11. September 2012.
  6. Jens Ihlenfeld: Mozilla kündigt Firefox OS an. In: golem.de. 2. Juli 2012, abgerufen am 11. September 2012.
  7. Mozillas Smartphone-Betriebssystem Boot to Gecko im Detail. In: golem.de. 2. März 2012. Abgerufen am 14. Januar 2014.
  8. Mozilla's browser OS gets partners and a name: Firefox OS. In: CNET. 2. Juli 2012. Abgerufen am 14. Januar 2014.
  9. Download nightlies of Firefox OS, get your own hands-on. In: engadget. AOL. 19. Juli 2012. Abgerufen am 14. Januar 2014.
  10. Lars Budde: Firefox OS: Neues Video der kommenden Mobile-OS-Alternative. In: t3n Magazin. 11. September 2012, abgerufen am 11. September 2012.
  11. Addon zeigt Firefox OS. golem.de. 16. November 2012. Abgerufen am 14. Januar 2014.
  12. Versionsgeschichte von Firefox OS Simulator – Seite bei Mozilla-Addons; Stand: 22. Juli 2013
  13. Firefox OS Simulator. In: Mozilla Developer Network. 27. Dezember 2013, abgerufen am 14. Januar 2014.
  14. Firefox OS: Mozilla-Entwickler zeigt das neue OS und erste Geräte im Hands-On [MWC 2013.] t3n, 28. Februar 2013, abgerufen am 17. März 2013.
  15. Firefox OS dev units coming to Geeksphone next week: Keon and Peak priced from €91. In: engadget. AOL. 18. April 2013. Abgerufen am 14. Januar 2014.
  16. UPDATED - Developers Race To Buy First Firefox OS Phones. In: forbes.com. 23. April 2013. Abgerufen am 14. Januar 2014.
  17. Der Fuchs beginnt die Jagd. In: Technology Review. Heise Zeitschriften Verlag. 28. August 2013. Abgerufen am 14. Januar 2014.
  18. ZTE Open, the first Firefox OS phone for consumers, launches tomorrow for $90. In: engadget. AOL. 1. Juli 2013. Abgerufen am 14. Januar 2014.
  19. Europastart für Firefox OS Smartphone bei der Deutschen Telekom. Deutsche Telekom AG, 11. Juli 2013, abgerufen am 11. Juli 2013.
  20. Premiere für Firefox OS. Die Welt, 15. Oktober 2013, abgerufen am 14. Januar 2014.
  21. LG launches its first Firefox OS phone. In: ZDNet. 24. Oktober 2013. Abgerufen am 14. Januar 2014.
  22. The Firefox OS platform. Mozilla Foundation. Abgerufen am 23. Dezember 2013.
  23. Gaia. Mozilla Foundation. Abgerufen am 23. Dezember 2013.
  24. Gonk. Mozilla Foundation. Abgerufen am 23. Dezember 2013.
  25. a b B2G/Architecture. In: MozillaWiki. Mozilla Foundation. Abgerufen am 21. Februar 2014.
  26. https://wiki.mozilla.org/WebAPI
  27. Firefox OS application development. Mozilla Foundation. Abgerufen am 23. Dezember 2013.
  28. http://www.w3.org/TR/telephony/
  29. Ragni Zlotos: Mozilla: Aus Boot2Gecko wird Firefox OS. In: heise online. 2. Juli 2012, abgerufen am 23. Dezember 2012: „will Mozilla dem W3C zur Standardisierung vorlegen“
  30. Kim Rixecker: Web-Apps für Firefox OS – Das erwartet euch. In: t3n Magazin. 11. Juli 2013, abgerufen am 13. Juli 2013.
  31. Firefox OS at CES 2013 (Video)
  32. a b Firefox OS 1.1 Notes. Mozilla Foundation. Abgerufen am 10. Januar 2014.
  33. a b c d e f g h i j k Versions and Scheduling. In: Release Management/B2G Landing. MozillaWiki. 16. Dezember 2013. Abgerufen am 10. Januar 2014.
  34. a b c d e f g h Feature Complete (FC) dates. In: B2G/Roadmap. MozillaWiki. 20. Dezember 2013. Abgerufen am 10. Januar 2014.
  35. Index of /pub/mozilla.org/b2g/manifests/nightly. Mozilla FTP server. Abgerufen am 10. September 2013.
  36. Firefox OS 1.2 Notes. Mozilla Foundation. Abgerufen am 10. Januar 2014.
  37. https://blog.mozilla.org/futurereleases/2014/05/08/firefox-os-update-adds-new-features-including-dual-sim-support-and-enhancements-for-music-lovers-and-gamers/
  38. http://www.mozilla.org/en-US/firefox/os/notes/1.3/