Firmware

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Unter Firmware bzw. hardwarenaher Software versteht man Software, die in verschiedene elektronische Geräte in einem programmierbaren Chip, und zwar heute fast ausschließlich in Microcontroller, eingebettet ist. Sie ist zumeist in einem Flash-Speicher, einem EPROM oder einem EEPROM gespeichert, der heute zumeist in den Microcontrollerbaustein integriert ist. Bei PC-Peripherie wird manchmal aus Kostengründen (Entfall des Flash-Speichers) oder wegen leichterer Anpassbarkeit (an z.B. unterschiedliche Absatzmärkte) auch die Firmware beim Laden des Treibers in das RAM des Peripheriegerätes übertragen.

Der Hersteller eines elektronischen Gerätes ist für die Gesamtfunktion verantwortlich. Soweit hierfür ein Betriebssystem oder diverse Parameter festgelegt werden müssen, tut er dies als Firmware. Der Hersteller versucht Manipulationen durch den Anwender zu unterbinden. Insofern kann man von einer vom Hersteller „festgelegten“ Software sprechen.

Software wird hingegen auf Festplatten, CD-ROMs, neuerdings auch auf Flash-Speicher selbst, gespeichert.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Funktion

Die Firmware enthält meistens elementare Funktionen zur Steuerung des Gerätes, Ein- und Ausgaberoutinen, gelegentlich auch umfangreichere Funktionen für Arbeiten mit Speicher, CPU und anderen Komponenten.

Firmware wird beispielsweise verwendet in Festplattenrekordern, DVD-Brennern, DVD-Playern, neueren Fernsehgeräten, Haushaltsgeräten, Digitalkameras, Computerteilen (Grafikkarten, Laufwerken, usw.) und vielen anderen Geräten.

Sie befindet sich auch in eingebetteten Systemen wie digitalen Kameras, ADSL-Modems oder Mobiltelefonen.

Im modernen Automobil befinden sich typisch 15 bis 50 Steuergeräte (z. B. ABS, ESP, ACC, Airbags, Motorsteuerung, Tacho, Radio, Klimaanlage, Bodycontroller, Einparkhilfe oder Fensterheber), von denen jedes seine eigene Firmware beinhaltet. Viele Steuergeräte können in der Werkstatt mit neuer Firmware versehen werden.

Bei Computern dient Firmware hauptsächlich dazu, nach dem Einschalten den ersten Teil des eigentlichen Betriebssystems von einer Festplatte in den Hauptspeicher zu laden; danach wird die Kontrolle von der Firmware an den soeben geladenen Betriebssystemteil abgegeben, der dann den weiteren Startvorgang durchführt.

Computer-Firmware ist beispielsweise das BIOS bei PCs bzw. OpenFirmware bei CHRP- , Apple-Computer oder Computer von SUN.

[Bearbeiten] Arten von Firmware

Firmware kann in zwei Kategorien eingeteilt werden:

[Bearbeiten] Monolithische Firmware

Hierbei muss man zwischen Geräten unterscheiden, die aus Sicht des Benutzers monolithisch sind, also nicht aus mehreren Komponenten bestehen, die einzeln erworben werden können (etwa Handys, Taschenrechner, DVD-Player, Fernsehgeräte, etc.), und modularen Systemen wie PCs. Erstere haben i. d. R. genau eine Firmware, die auch nicht in allen Fällen vom Benutzer selbst austauschbar ist.

[Bearbeiten] Modulare Firmware

Bei modularen Systemen ist es nicht unüblich, dass die einzelnen Module jeweils eine eigene Firmware beinhalten. So ist zum Beispiel bei manchen Grafikkarten, Festplatten, vielen optischen Laufwerken und nahezu allen Mainboards die Firmware austauschbar, in sehr vielen Fällen vom Benutzer selbst. Hinweis: Im Prinzip ist auch ein DVD-Player modular aufgebaut aus DVD-ROM-Laufwerk und einem Mainboard. Bei manchen Geräten kann auch die Firmware für das DVD-Laufwerk aktualisiert werden.

[Bearbeiten] Software oder Hardware?

Firmware nimmt als Software in der Hardware eine Mittelstellung zwischen Software und Hardware ein. Sie ist fast immer modellspezifisch, d.h. sie funktioniert nicht auf anderen Gerätemodellen; sie wird in der Regel von der Hersteller-Firma mitgeliefert. Ohne Firmware sind die entsprechenden Geräte nicht funktionsfähig.

Rechtlich gesehen ist es strittig, ob Firmware als Software oder Hardware zu klassifizieren ist.(Nicht verifizierte Aussage; ist ggf. nicht korrekt. Bitte Nachprüfen!) Aufgrund der rasanten Entwicklung auf diesem Sektor (die Gesetzeslage hinkt hinterher und hat die Möglichkeit des Upgradings einer Firmware noch nicht miteinbezogen) wird es allerdings nur eine Frage der Zeit sein und Firmware wird auch rechtlich als Software akzeptiert werden. Es bietet sich daher an, anstatt von „Firmware“ den Begriff „hardwarenahe Software“ zu verwenden.

[Bearbeiten] Aktualisierung der Firmware

Bei heutigen Geräten ist es manchmal möglich, die Firmware eines Gerätes zu aktualisieren. Sogenannte Flash-Speicher oder EEPROMs können über spezielle Verfahren gelöscht und neu beschrieben werden. Diesen Vorgang nennt man umgangssprachlich Flashen. Die Neuprogrammierung eines Flash-Speichers ermöglicht die Fehlerbehebung sowie den Einbau neuer Funktionen.

Schlägt die Firmware-Aktualisierung zum Beispiel durch eine Unterbrechung der Stromzufuhr während des Schreibens fehl, so ist es möglich, dass das Gerät dabei unbrauchbar wird: Wenn die elementaren Funktionen zur Aktualisierung der Firmware selbst gelöscht und nicht erfolgreich erneuert werden, kann eine funktionsfähige Firmware nur noch durch eine externe Programmierung mit einem entsprechenden Programmiergerät aufgespielt werden. Einige Geräte besitzen deshalb nicht überschreibbare Firmware-Aktualisierungsfunktionen, die auch bei einer fehlgeschlagenen Aktualisierung noch funktionstüchtig sind. CD- und DVD-(Brenner-)Laufwerke können oft noch unter MS-DOS neu geflasht werden, wenn bei den heute üblichen unter Windows laufenden Flashprogrammen etwas schief gegangen ist und das Laufwerk daher unter Windows nicht mehr erkannt wird.

Traditionell ist Firmware typischerweise in einem Festwertspeicher (ROM) gespeichert, was zur Aktualisierung der Firmware den Austausch des kompletten ROM-Bausteins nötig macht.

In seltenen Fällen ist die Firmware von Computer-Zubehörteilen nicht im Gerät selbst dauerhaft gespeichert, sondern wird während des Bootvorganges oder beim Einstecken des Gerätes in einen RAM-Baustein, der sich im Gerät befindet, geschrieben. Eine Aktualisierung ist hierbei meist extrem einfach, da die Firmware einfach als Datei im lokalen Dateisystem des Rechners abgelegt ist und durch überschreiben der Datei aktualisiert werden kann. Diese Variante ist insbesondere bei WLAN-Karten (PCI oder PCMCIA), sowie WLAN-Adaptern (USB) häufig anzutreffen. Weiteres auch bei USB-ADSL-Modems.

Der Grund für die zunehmende Verbreitung von Flash-Speicher oder EEPROM statt Festwertspeicher (ROM) bzw. EPROM als Träger der Firmware ist einfach: Mit diesen kann die Firmware auch nach Herstellung des Gerätes beliebig ausgetauscht werden, was es ermöglicht, Fehler nachträglich zu korrigieren, ohne Hardware auszutauschen, was teure Rückrufaktionen oft überflüssig macht.

[Bearbeiten] Custom Firmware

Eine Custom Firmware ist eine von Benutzern kreierte Firmware, die sich meist stark von der offiziellen Firmware des Hardwareherausgebers unterscheidet. Weit verbreitet sind diese Custom Firmwares zum Beispiel bei Spielkonsolen oder LAN-Routern.

Custom Firmwares sind meist von den Entwicklern der Hardware unerwünscht, da sie Funktionen ermöglichen, die sie in den offiziellen mit voller Absicht nicht integrieren oder erlauben. Es existiert zudem vom Hersteller keine Garantie, dass Custom Firmwares funktionieren.

siehe auch: PlayStation Portable, Linksys WRT54G

[Bearbeiten] Weblinks

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