First Automotive Works

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First Automotive Works
Rechtsform Staatsunternehmen
Gründung 15. Juli 1953
Sitz China VolksrepublikChina Volksrepublik China, Changchun
Leitung Xu Jianyi, Präsident
Branche Automobile
Motoren
Website www.faw.com
FAW LKW auf der IAA 2008

Die First Automotive Works (FAW) (中国第一汽车集团 Pinyin: Zhōng Guó Dìyī Qìchē Jítuán, deutsch: Chinesische Automobilfabrik Nummer eins) ist ein staatlicher Kraftfahrzeug– und Motorenhersteller in China.

Mit Firmensitz in Changchun ist FAW der größte chinesische Hersteller von Dieselmotoren, Pkw, sowie mittleren bis schweren Bussen und Lkw. FAW produziert an insgesamt 19 verschiedenen Standorten hauptsächlich im Nordosten von China. Außerdem hat FAW noch Fabriken in Russland und der Ukraine. Das deutsche Motorenbauunternehmen Deutz AG in Köln ist seit 1996 durch ein Joint Venture beteiligt und hat seit dem 7. Dezember 2006 insgesamt 50 % der Firmenanteile des Dieselmotorenbaus, sowie die Führung in diesem Bereich von FAW übernommen. Von 2001 bis 2004 hatte FAW auch die erst 2000 gegründete Etsong Automobile Manufacturing Co,Ltd. aufgekauft. Diese wurde letztlich dann an die SAIC weiterverkauft.

Geschichte[Bearbeiten]

Das Unternehmen wurde 1953 mit sowjetischer Unterstützung als China First Automotive Works gegründet und nahm 1956 die Lkw-Produktion auf, bald darauf kamen der Mittelklassewagen „Dong Feng“ und die Funktionärslimousine „Hongqi“ (Rote Fahne) [1] in das Programm. Das Dong Feng-Werk wurde Ende der 1970er-Jahre abgespalten und firmiert seitdem unter dem Namen Second Automotive Works.

Seit der Öffnung in den 1980er-Jahren ist FAW mit mehreren ausländischen Automobilherstellern Joint Ventures eingegangen, so mit Volkswagen (FAW-Volkswagen), Toyota (FAW-Toyota) und Mazda (FAW-Mazda).

2006 produzierte der Konzern rund 110.000 Fahrzeuge und erlöste damit über 1,6 Milliarden Yuan (über 170 Millionen Euro).

Ausländische Konzerne dürfen in China nur im Rahmen eines Joint Ventures mit einem chinesischen Unternehmen Produktionsstätten errichten. Dabei darf sowohl ein ausländischer Konzern mehrere Joint Ventures eingehen, wie auch chinesische Hersteller häufig mehrere Joint Ventures eingehen.

FAW arbeitet seit 1991 im Rahmen eines Joint Ventures mit Volkswagen zusammen; im Februar 1991 nahm das Werk die Produktion des noch heute angebotenen VW Jetta auf. Im Dezember 2004 wurde ein zweites Werk eröffnet. die Gesamtkapazität bei diesem Joint Venture liegt bei 1000 Fahrzeugen pro Tag[2].

Toyota hat zwei Joint Ventures mit FAW und ein technisches Lizenzprojekt zur Produktion von Vize (Yaris der ersten Generation) und Corolla, Coaster und des Toyota Land Cruiser.

Deutz hat sich am 7. Dezember 2006 durch ein Joint Venture mit 50 % an der Dieselmotorenproduktion beteiligt. Diese Partnerschaft, bzw. Zusammenarbeit bestand seit mehr als 10 Jahren zwischen der Deutz AG und FAW im Bereich der Motorenherstellung. Deutz hat sich nun zur Hälfte beteiligt bzw. wird noch weitere 60 Mill. Euro investieren und auch die Führung bei FAW in Dalian (Nordosten v. China) übernehmen. Die Übernahme der Mehrheitsanteile ist geplant und die Dieselmotoren-Produktion in China, soll sich von derzeit 50.000 auf 100.000 Motoren steigern.

Eigene Modelle[Bearbeiten]

Neben den vorgenannten Joint Ventures produziert FAW auch Fahrzeuge unter eigenen Namen. Hierzu hat der Konzern eine ganze Reihe eigener Marken:

  • FAW, Stammmarke des Konzerns, auch zum Bezeichnen zahlreicher hauseigener Nutzfahrzeuge bestimmt.
  • Hongqi, eine Premium-Marke - auch im westlichen Sinn - und Lieferant der chinesischen Staatskarossen.[3]
  • Besturn, eine Automobilmarke für das mittlere bis obere Preissegment.[3]
  • OuLai, eine Automobilmarke für das untere bis mittlere Preissegment.[3]
  • Xiali, eine Automobilmarke für das unterste Preissegment, hauptsächlich verwendet für das Bezeichnen von in Lizenzfertigung gebauten, zumeist älteren Daihatsu-Modellen.[3]
  • Haima, eine Automobilmarke des FAW-Mazda-Joint-Venture-Unternehmens, vornehmlich für Mazda-Lizenzfertigungen unter FAW-eigenem Markennamen.
  • KaiLi, eine Automobilmarke des FAW-Volkswagen-Joint-Venture-Unternehmens.

Kritik[Bearbeiten]

Der chinesische Autobauer verwendet vertragswidrig Patente und Konstruktionsunterlagen von VW, um damit für die eigene Sparte Motoren und Getriebe zu bauen. Diese Fahrzeuge werden auch in Ländern verkauft, in denen VW als Wettbewerber auftritt.[4]

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Aktuelle Bilder aus dem Fachgebiet. In: Kraftfahrzeugtechnik 10/1958, S.396
  2. Info über das Unternehmen auf deren Website (chinesisch & englisch)
  3. a b c d FAW announces a new brand: Ou Lai China Car Times online, 7. Juli 2011 (englisch)
  4. [1] China klaut Volkswagen-Patente

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: First Automotive Works – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien