Fischbach/Rhön

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Fischbach/Rhön
Fischbach/Rhön
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Fischbach/Rhön hervorgehoben
50.65194444444410.141666666667410Koordinaten: 50° 39′ N, 10° 9′ O
Basisdaten
Bundesland: Thüringen
Landkreis: Wartburgkreis
Verwaltungs-
gemeinschaft:
Oberes Feldatal
Höhe: 410 m ü. NN
Fläche: 7,02 km²
Einwohner: 583 (31. Dez. 2007)[1]
Bevölkerungsdichte: 83 Einwohner je km²
Postleitzahl: 36452
Vorwahl: 036966
Kfz-Kennzeichen: WAK
Gemeindeschlüssel: 16 0 63 026
Adresse der Verbandsverwaltung: Wilhelm-Külz-Platz 2
36452 Kaltennordheim
Bürgermeister: Reiner Wagner (SPD / Freie Wähler)
Lage der Gemeinde Fischbach/Rhön im Wartburgkreis
Karte

Fischbach/Rhön ist eine Gemeinde in der Verwaltungsgemeinschaft Oberes Feldatal, im Wartburgkreis in Thüringen. Sie gehört zum Biosphärenreservat Rhön.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geografie

[Bearbeiten] Geografische Lage

Der Ort befindet sich in der Vorderen Rhön - auch Thüringische Rhön genannt im Feldatal.

[Bearbeiten] Nachbargemeinden

Fischbach grenzt im Süden an die Stadt Kaltennordheim, im Westen an Klings und Diedorf, im Norden folgen Neidhartshausen und im Osten Kaltenlengsfeld. [2]

[Bearbeiten] Berge

Höchste Erhebungen ist der Umpfen (700,6 m ü. NN), eine weithin sichtbare Landmarke an der südöstlichen Gemarkungsgrenze. [3]

[Bearbeiten] Gewässer

In der Gemarkung bilden mehrere Quellbäche den Fischbach, ein rechter Zufluss der Felda. [3]


[Bearbeiten] Geschichte

Fischbach (2009)
An der Kirche

[Bearbeiten] Ur- und Frühgeschichte

Fischbach befindet sich in einer bereits in frühgeschichtlicher Zeit dicht besiedelten Landschaft. Bereits in der Urnenfelderzeit wurde der benachbarte Berg Höhn besiedelt. Die Wallanlagen in Gipfellage des Umpfen gehört mit den benachbarten Anlagen Hessenkuppe (Dermbach), Diesburg (Aschenhausen), Arzberg (Geisa), Baier (Weilar), Horn (Urnshausen), Alte Mark (Erbenhausen) und anderen zu einem ausgedehnten Befestigungssystem der Kelten. Südlich der Wallanlage liegen mehrere runde und längliche Steinhügel, vermutlich Grabanlagen; auch Ackerterrassen sind am Nordabhang noch deutlich erkennbar.[4]

[Bearbeiten] Ersterwähnung

837 wurde das Dorf erstmalig in einer Schenkungsurkunde an das Kloster Fulda erwähnt. Der Ort im Tullifeld gehörte damals zum Ostfrankenreich. [5]

[Bearbeiten] Mittelalter

1544 war Fischbach der erste Ort im Amt Fischberg, in dem die Reformation eingeführt wurde, bis 1899 war es Sitz der Großpfarrei. In diesem Pfarramt wirkte Wilhelm Spelge, der in der Zeit des Nationalsozialismus der Bekennenden Kirche angehörte, 1937 in „Schutzhaft“ genommen und 1938 aus seinem Amt vertrieben wurde.

[Bearbeiten] Neuzeit

1879 wurden, basierend auf der Volkszählung von 1875 erstmals statistische Angaben zum Ort Fischbach publiziert. Fischbach hatte in diesem Jahr 76 Wohnhäuser mit 364 Einwohnern. Die Größe der Flur betrug 388,9 ha davon Höfe und Gärten 5,8 ha, Wiesen 53,6 ha, Ackerfläche 197,1 ha. Wald 35,3 ha, Teiche, Bäche und Flüsse 1,9 ha, auf Wege, Triften, Ödland und Obstbauplantagen entfielen 94,9 ha. Beachtlich war auch der Viehbestand, der Ort Fischbach hatte 14 Pferde, 132 Rinder, 87 Schafe, 19 Schweine und 61 Ziegen. [6] Die Feldabahn - von den Einheimischen Felleboh bezeichnet - war als Eisenbahnstrecke ab dem 1. Juli 1880 in ihrer gesamten Länge befahrbar. Die Betriebsaufnahme erfolgte im Abschnitt Diedorf-Fischbach in zwei Schritten: nachdem bereits die Bahnanlagen bis Dermbach fertiggestellt waren wurde am 22. Juni 1880 der Abschnitt Dermbach – Kaltennordheim für den Güterverkehr und ab dem 1. Juli 1880 für den Personenverkehr freigegeben. Die Eisenbahn gab dem Feldatal einen wichtigen wirtschaftlichen Impuls, zunächst bildeten Holz und der in den Steinbrüchen abgebaute Basalt die wichtigsten Transportgüter. Mit dem Bau der Kalischächte rückte der Personentransport in den Vordergrund. Der Güterverkehr nach Kaltennordheim endete offiziell zum 31. Dezember 1994, der Personenverkehr wenig später am 31. Mai 1997. Insgesamt 54 Frauen und Männer - überwiegend „Ostarbeiter“ - mussten während des Zweiten Weltkrieges in der Aluminiumwarenfabrik Karl Zitzmann sowie bei Bauern Zwangsarbeit verrichten.[7]

[Bearbeiten] Politik

Die Gemeinde ist Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Oberes Feldatal. Der ehrenamtliche Bürgermeister Reiner Wagner wurde 2004 mit 89,6 Prozent der Stimmen gewählt.

[Bearbeiten] Wappen

Das Wappen wurde vom Heraldiker Uwe Reipert gestaltet.

[Bearbeiten] Kultur und Sehenswürdigkeiten

[Bearbeiten] Bauwerke

Die evangelische Kirche im Zentrum des Ortes ist der Nachfolgebau einer Kirche aus dem 16. Jahrhundert. An ihrer Westseite befinden sich das Gefallenendenkmal und einige Gräber aus dem Zweiten Weltkrieg. Der Ort verfügt über eine Reihe denkmalgeschützter und sehenswerter Fachwerkhäuser und eine Mühle. In Richtung Diedorf trifft man auf das Gebäude des ehemaligen Haltepunktes Diedorf-Fischbach, auch das Gleisbett ist noch vorhanden. Hinter dem Bahnhof, auf dem bereits in der Gemarkung Klings und Diedorf liegenden Höhn stand die Burgruine Fischberg. Es sind jedoch nur geringe Reste erhalten.

[Bearbeiten] Naturdenkmäler

Die bekannteste Sehenswürdigkeit ist der Umpfen - ein exponierter Berg am Südrand der Gemeinde und Wahrzeichen des Feldatales. Der Berg gilt als weiteres Zeugnis des Vulkanismus in der Rhön, der im Gipfelbereich terrassenförmig angelegte Basaltsteinbruch ist deutlich vom Talgrund aus zu erkennen. Das östlich des Ortes befindliche Sommertal ist wegen seiner botanischen Besonderheiten als Naturschutzgebiet ausgewiesen worden, Bemerkenswert sind die versinterten Kalksteinterrassen im Fischbachtal, sie bilden einen als Spring bekannten kleinen Katarakt (siehe auch: Wasserfälle in Deutschland) . Über zahlreiche Sehenswürdigkeiten am Wegesrand und die Entstehung der Kulturlandschaft im Feldatal informiert ein Wander- und Naturlehrpfad. [8]

[Bearbeiten] Wirtschaft und Infrastruktur

[Bearbeiten] Wirtschaft

Ab dem Hochmittelalter gab es hier eine Weberei, ab 1900 Schnitzerei, ab 1926 eine Aluminiumfabrik und am Umpfen wurde Basaltabbau betrieben.

[Bearbeiten] Ansässige Unternehmen

Die BAF Industrie- und Oberflächenentechnik GmbH produziert Teflon-beschichtete Haushaltsgüter.

Datenquelle: http://www.bundesfirmenregister.de

[Bearbeiten] Straßenverkehr

Den Ort tangiert die B 285 im Abschnitt Dermbach - Kaltennordheim, die Bad Salzungen mit Mellrichstadt verbindet.

[Bearbeiten] Schienenverkehr

Der Betrieb der Feldabahn wurde 2003 eingestellt und 2008 wurde mit dem Rückbau der Gleisanlage begonnen. Die nächstgelegenen Bahnhöfe befinden sich jetzt in der Kreisstadt Bad Salzungen und östlich in Wasungen - jeweils im Streckennetz der Süd-Thüringen-Bahn.

[Bearbeiten] Busverkehr

Nach Fischbach verkehren folgende Buslinien der Verkehrsgesellschaft Wartburgkreis mbH [9]

Linie Fahrstrecke
L-101 EisenachMarksuhlDermbach – Fischbach – Kaltennordheim
L-109 Bad SalzungenUrnshausenDermbachEmpfertshausenKlings – Fischbach – Kaltennordheim
L-129 Bad SalzungenUrnshausenDermbach – Fischbach – KaltennordheimKaltenlengsfeld

[Bearbeiten] Persönlichkeiten

[Bearbeiten] Söhne und Töchter der Gemeinde

  • August Creutzburg (* 6. März 1892; † 11. September 1941) Politiker (KPD), Reichstagsabgeordneter


[Bearbeiten] Literatur

  • Adalbert Schröter: Land an der Straße. Die Geschichte der katholischen Pfarreien in der thüringischen Rhön. St.Benno Verlag, Leipzig 1989, ISBN 3-7462-0430-5, S. 77-80.
  • Bruno Kühn: Die Geschichte des Amtsbezirks Dermbach. In: Zeitschrift des Vereins für Thüringische Geschichte und Alterthumskunde. Band 1, Friedrich Frommann Verlag, Jena 1854, S. 249-296.

[Bearbeiten] Quellen

  1. Thüringer Landesamt für Statistik: Bevölkerung nach Gemeinden
  2. Thüringer Landesvermessungsamt TK350 Übersichtskarte - Thüringen , Erfurt (ab 1991)
  3. a b Thüringer Landesvermessungsamt TK25 - Blatt 5326 Tann, Erfurt 1999, ISBN 3-86140-090-1
  4. Robert Riemann Keltenburgen nördlich und südlich des Thüringer Waldes Hagenberg-Verlag Homburg 1986 S.26
  5. Ernst Friedrich Johann Dronke Codex Diplomaticus Fuldensis Kassel 1850 (Erstdruck)
  6. Constantin Kronfeld: Topographie des Landes. In: Landeskunde des Großherzogthums Sachsen-Weimar-Eisenach. Zweiter Theil, Hermann Böhlau, Weimar 1879, S. 77.
  7. Thüringer Verband der Verfolgten des Naziregimes - Bund der Antifaschisten und Studienkreis deutscher Widerstand 1933-1945 (Hg.): Heimatgeschichtlicher Wegweiser zu Stätten des Widerstandes und der Verfolgung 1933-1945, Reihe: Heimatgeschichtliche Wegweiser Band 8 Thüringen, Erfurt 2003, S. 321, ISBN 3-88864-343-0
  8. Geyer, Jahne, Storch: Geologische Sehenswürdigkeiten des Wartburgkreises und der kreisfreien Stadt Eisenach. In: Landratsamt Wartburgkreis, Untere Naturschutzbehörde (Hrsg.): Naturschutz im Wartburgkreis. Heft 8, Druck- und Verlagshaus Frisch, Eisenach und Bad Salzungen 1999, ISBN 3-9806811-1-4, S. 168–170.
  9. Fahrplan der Verkehrsgesellschaft Wartburgkreis mbH

[Bearbeiten] Weblinks

Commons Commons: Fischbach/Rhön – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien


Fischbach mit dem Umpfen
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