Fischeln

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Dieser Artikel behandelt den Krefelder Stadtbezirk Fischeln. Zum gleichnamigen Schwalmtaler Ortsteil siehe Schwalmtal (Niederrhein).

51.3055555555566.586944444444440Koordinaten: 51° 18′ 20″ N, 6° 35′ 13″ O

Fischeln
Stadt Krefeld
Höhe: 40 m
Fläche: 18,99 km²
Einwohner: 26.559 (31. Dez. 2011)
Eingemeindung: 1929
Postleitzahl: 47807
Vorwahl: 02151

Fischeln ist der südlichste Stadtbezirk Krefelds. Es erstreckt sich auf knapp 19 km² und ist mit 26.559 Einwohnern (Stand: 31. Dezember 2011) hinter der Stadtmitte der einwohnerstärkste Stadtbezirk. Fischeln gliedert sich in die Bereiche Fischeln, Stahldorf und Königshof und in die statistischen Bezirke Stahldorf, Königshof-West, Königshof, Niederbruch, Fischeln-Ost und Fischeln-West.

Geschichte[Bearbeiten]

Auf Fischelner Gebiet wurden Spuren aus der Steinzeit gefunden. Ein Ton- und ein Glasgefäß zeugen von einem frühmittelalterlichen Gräberfeld des 7. Jahrhunderts n. Chr.[1] Eine Pfarrkirche wird im Jahre 943 zum ersten Mal erwähnt. Bis 1929 war Fischeln eine selbständige Gemeinde. Als der Bau einer Kanalisation anstand, wurde es nach Krefeld eingemeindet. Die Gemeindekasse war zu diesem Zeitpunkt jedoch keineswegs leer. Vielmehr erhielt Krefeld bei der Eingemeindung 350.000 Mark. Das „Krefelder“ Stahlwerk (ThyssenKrupp AG) lag auf Fischelner Gebiet, so dass es seine Steuern nach Fischeln zahlte.

In den 1960er und 1970er Jahren wuchs die Einwohnerzahl des Stadtbezirks Fischeln durch die Erschließung neuer Wohngebiete stark an. Noch heute entstehen Neubaugebiete, wie „am Wetscheshof“ südlich des Kütterwegs Richtung Osterath. Fischeln hat seine Bebauungsgrenze schon bis zur Autobahn A 44 erweitert, unter anderem mit dem Campus Fichtenhain, und es werden noch weitere Neubaugebiete (Hanninxweg) entstehen.

Religion[Bearbeiten]

Die katholische Pfarrkirche Sankt Clemens in der Dorfmitte

Da das gesamte Gebiet des heutigen Stadtbezirks Fischeln kurkölnisch war, ist heute noch die Mehrheit der Bevölkerung katholisch. Seit der Wiedererrichtung des Bistums Aachen 1930 durch das 1929 zwischen dem Heiligen Stuhl und dem Freistaat Preußen geschlossenen Preußenkonkordat gehört Fischeln zu dieser Diözese. Die katholische Pfarrkirche Sankt Clemens ist geistliches Zentrum der Pfarrei Maria Frieden (mit den Gemeinden Sankt Clemens im Zentrum Fischelns, Herz Jesu in Königshof, Sankt Bonifatius in Stahldorf sowie Sankt Johann Baptist und Sankt Martin im nördlich angrenzenden Stadtbezirk Krefeld-Süd) und auch der seit Anfang 2007 bestehenden Gemeinschaft der Gemeinden Krefeld-Süd. Diese umfasst die vier weiteren Pfarreien Heilige Schutzengel und Sankt Karl Borromäus in Oppum, Heimsuchung Mariens (Maria Waldrast) in Forstwald und Sankt Michael in Lindental.[2][3]

Die evangelischen Christen in Fischeln gehören der Evangelischen Kirche im Rheinland an (Kirchenkreis Krefeld - Viersen). Der Fischeln umfassende Markusbezirk (mit der Markuskirche an der Kölner Straße als geistlichem Zentrum) ist der südliche Teil der Evangelischen Kirchengemeinde Krefeld-Süd. Nördlicher Teil dieser Kirchengemeinde ist der Lutherbezirk mit der im Stadtbezirk Krefeld-Süd gelegenen Lutherkirche als Mittelpunkt.[4]

An der Anrather Straße im Osten von Fischeln befindet sich eine Neuapostolische Kirche. Diese ist Sitz einer von zwölf Gemeinden im Kirchenbezirk Krefeld[5] der Neuapostolische Kirche Nordrhein-Westfalens, einer Körperschaft des öffentlichen Rechts.[6]

Im Stadtteil Königshof an der Untergath (an der nordöstlichen Grenze Fischelns) hat die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage ein Gemeindehaus.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Ein gesellschaftlicher Höhepunkt ist das in jedem ungeraden Jahr stattfindende Schützenfest der 1451 gegründeten Fischelner Bürger-Schützen-Gesellschaft. Auf dem Marienplatz im Zentrum Fischelns findet jeden Donnerstag ein Wochenmarkt statt. Eine kulturelle Einrichtung ist das Theater am Marienplatz (TAM), ein kleines aber über die Grenzen Krefelds hinaus bekanntes Theater. Ein weiterer Höhepunkt, das sogenannte Fischeln Open, ist ein jedes Jahr stattfindender, verkaufsoffener Sonntag auf der Kölner Straße mit Verkaufsständen, Tombola und Spaß für Groß und Klein.

Der Glockenturm der Pfarrkirche St. Clemens stammt aus dem Jahre 1170. Besonders an der katholischen Kirche ist, dass sie (derzeit) keine Orgel hat. An der Kölner Straße Ecke Hafelsstraße steht das Fischelner Rathaus. Auch der Diebershof und der alte Bahnhof der K-Bahn am Hees sind sehenswert. Das Fischelner Bruch bietet Naherholungsmöglichkeiten und weite Blicke in Richtung der früheren Altrheinarme. Der Stadtpark Fischeln zwischen Oberschlesien-, Anrather und Kölner Straße erstreckt sich über 100 Hektar. Dort liegt auch das Stadtbad Fischeln, ein Hallenbad mit zwei Schwimmbecken, einem Nichtschwimmerbecken und 200 Quadratmeter außenliegender Liegefläche.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Medien[Bearbeiten]

Wie im gesamten Krefelder Stadtgebiet gibt es in Fischeln zwei örtliche Tageszeitungen, die Westdeutsche Zeitung und die Rheinische Post; einmal wöchentlich erscheint die Fischelner Woche.

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten]

Das Fischelner Rathaus im Juni 2009 (vor der Renovierung)

Das Rathaus der ehemaligen Gemeinde Fischeln dient heute als Sitz des heutigen Krefelder Stadtbezirks Fischeln und somit auch als Verwaltungsnebenstelle der Stadt Krefeld. Ebenfalls im ehemaligen Rathaus ist eine Polizeiwache untergebracht, die nur tagsüber besetzt ist.

1877 bekam Fischeln eine Freiwillige Feuerwehr. 1946 wurden die zwei Standorte in Stahldorf und im Fischelner Zentrum am heutigen Marktplatz neben der Marienschule aufgelöst, aber 1984 durch eine Bürgerinitiative neu gegründet. Der jetzige Standort ist an der Kölner Straße. Im Auftrag der Feuerwehr werden seit 2009 zwei Rettungswagen vom Malteser Hilfsdienst betrieben. Die Fahrzeuge sind auf einer Rettungswache an der Kölner Straße und auf der Rettungs- und Krankentransportwache auf der Untergath stationiert. Beide Rettungswagen sind gleichermaßen für den Südbezirk zuständig. Frühestens 2016 ist ein Neubau einer gemeinsamen Feuer- und Rettungswache vorgesehen.

Für die Jugendarbeit gibt es die beiden Jugendzentren Fischeln und Stahlnetz. Eine Einrichtung der Seniorenpflege ist das Altenheim Saassenhof.

Bildung[Bearbeiten]

Grundschulen

Fischeln verfügt die drei Gemeinschafts-Grundschulen Kölner Straße (Südschule) mit einem Nebengebäude in der Hafelsstraße, Wimmersweg mit einem Nebengebäude in der Marienstraße und Vulkanstraße (Stahldorfschule) sowie die Katholische Grundschule Oberbruchstraße (Grundschule Königshof).

Weiterführende und sonstige Schulen

In Fischeln gibt es zwei Hauptschulen, die Josef-Hafels-Schule (HSH - Hauptschule Hafelsstraße) in der Hafelsstraße und die Theodor-Heuss-Schule (THS) am Wehrhahnweg, als Realschule die Freiherr-vom-Stein-Schule und ihr benachbart das Maria-Sibylla-Merian Gymnasium (MSM). Die Erich-Kästner-Schule ist eine Förderschule mit dem Förderschwerpunkt emotionale und soziale Entwicklung

Einzelnachweise und Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Bonner Jahrbücher 202/203, 2002/2003, S. 474 (Chr. Reichmann); ebd. 204, 2004, S. 352 Abb. 50,1-2.
  2. Kirche im Bistum Aachen: Gemeinschaft der Gemeinden Krefeld-Süd
  3. Gemeinschaft der Gemeinden Krefeld-Süd: GdG-Vertrag Krefeld - Süd tritt Anfang 2007 in Kraft
  4. Evangelische Kirche im Rheinland: Ev. Kirchengemeinde Krefeld-Süd
  5. NAK Bezirk Krefeld: Gemeinde Krefeld-Fischeln
  6. siehe auch Verfassung der Neuapostolischen Kirche Nordrhein-Westfalen

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Krefeld-Fischeln – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien