Fischstäbchen

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Gebratene Fischstäbchen

Fischstäbchen sind ein Fertiggericht aus länglichen, quaderförmigen Fischfilets, die paniert, vorgebraten und tiefgekühlt angeboten werden.

Geschichte[Bearbeiten]

Auf den Markt kamen Fischstäbchen um 1959 in Großbritannien. Ziel der Markteinführung war, den Fischkonsum in der Bevölkerung anzukurbeln, um der damaligen britischen Fischereiindustrie zu helfen.[Beleg?] In der Bundesrepublik Deutschland und in Österreich sind sie seit den frühen 1960er und in der DDR seit den 1970er Jahren auf dem Markt. Die in der DDR produzierten Fischstäbchen waren allerdings keine Fischstäbchen in ihrer engen technischen Definition, sondern panierte Fischportionen, da sie nicht aus gesägten Filetblöcken, sondern ausschließlich aus zerkleinertem Fischfleisch bestanden.[1] Die heute mit Fischstäbchen in Deutschland und Österreich assoziierte Werbefigur Käpt’n Iglo wird seit 1985 verwendet. 2005 betrug der Gesamtabsatz an Fischstäbchen in Deutschland knapp 53.000 Tonnen. Das entspricht einem Jahresverbrauch von 20 Stück pro Person[2]. Der Verbrauch in Österreich beträgt 11.000 Tonnen (Stand: 2010). Das entspricht einem Jahresverbrauch von etwa 40 Stück pro Person[3].

Herstellung[Bearbeiten]

Zur Herstellung werden bereits an Bord des Fischereischiffes praktisch grätenfreie Filets (der Fisch wird dazu mehrmals durchleuchtet und kontrolliert) in flachen Platten eingefroren. Bei der Weiterverarbeitung an Land werden diese Platten zersägt und zunächst mit einer nassen Panade umgeben, die aus Kartoffelstärke, Mehl, Gewürzen und Speisesalz besteht. Die anschließend aufgebrachte Panierung aus Semmelbröseln haftet daran. Die Fischstäbchen werden nun für wenige Sekunden kurz frittiert, damit die Panierung eine trockene Kruste und aromatische Röststoffe bildet (Maillard-Reaktion), das Fischfilet im Inneren jedoch nicht auftaut. Die Farbe und Konsistenz der Panierung unterscheidet sich dabei ein wenig von Land zu Land, je nach den Erwartungen der Konsumenten.

Während anfangs noch Heringsfilets verwendet wurden, stammt der Fisch heute von einer der folgenden Fischarten:

Aufgrund der Überfischung der Bestände werden auch Alternativen, wie der pazifische Hoki, in Betracht gezogen. Einige Marken werden mit dem Umweltsiegel des Marine Stewardship Council, das verantwortungsvolle Fischfangmethoden und nachhaltige Fischerei gewährleisten soll, vertrieben.

Gemäß den Leitsätzen des Deutschen Lebensmittelbuchs enthalten Fischstäbchen mindestens 65 Prozent Fischfilet, auch in Streifen geschnitten und/oder mit bis zu 25 Prozent zerkleinertem Fischfleisch; das Gewicht des einzelnen panierten Fischstäbchens beträgt in der Regel 30 Gramm. Vorgaben zu den Abmessungen gibt es nicht.

Zubereitung[Bearbeiten]

gebackene Fischstäbchen auf Blech mit Backpapier

Die Zubereitung erfolgt in einer Fritteuse, einer Pfanne oder im Backofen. Serviert werden Fischstäbchen häufig mit Remoulade oder Ketchup sowie Kartoffelsalat, Kartoffelpüree oder Pommes frites als Beilage.

Nährstoffgehalte[Bearbeiten]

Ein Fischstäbchen wiegt ca. 30 g mit einem Fischanteil von 20 g. Es hat einen Energiegehalt von ca. 250 kJ (60 kcal). 100 g Fischstäbchen enthalten folgende durchschnittliche Nährwerte (am Beispiel Alaska-Seelachs): 13 g Eiweiß; 8 g Fett; 18 g Kohlenhydrate; 67 µg Iod; Vitamine B1: 110 µg, B2: 110 µg, B12: 0,8 µg; 13 µg Selen; 220 µg Kalium; 37 µg Magnesium.

Literatur[Bearbeiten]

  • Heidbrink, Ingo, Erik Hoops, and Katharina Jantzen. Fischstäbchen: Fisheries and Fish Processing As Industrial Heritage ; Proceedings of the 10th Conference of the North Atlantic Fisheries History Association Bremerhaven, August 7-11, 2006. Bremerhaven: Deutsches Schiffahrtsmuseum, 2008.
  • Paul R. Josephson: The Ocean’s Hot Dog. The Development of the Fish Stick. In: Technology and Culture, ISSN 0040-165x, Vol. 49 (2008), Nr. 1, S. 41–61

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Fischstäbchen – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Fischstäbchen – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Heidbrink, Ingo, Werner Beckmann, and Matthias Keller. --und heute gibt es Fisch!: 100 Jahre Fischindustrie und Fischgroßhandel in Schlaglichtern 1903-2003. Bremen: H.M. Hauschild, 2003.
  2. Deutsches Tiefkühlinstitut
  3. Statistik Austria