Fiszewo (Ermland-Masuren)

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Fiszewo (deutsch: Fischau) ist eine Ortschaft in der Gemeinde Gronowo Elbląskie (Grunau) im Powiat Elbląski in der Woiwodschaft Ermland-Masuren im nördlichen Polen. Der Ort, der etwa in der Mitte zwischen Marienburg und Elbing liegt, hat um 258 Einwohner.

Geschichte[Bearbeiten]

Am 22. Januar 1832 kam es in Fischau zu einem Vorfall, bei dem neun[1] polnische ehemalige Soldaten getötet und etwa zwölf weitere schwer verletzt wurden. Es handelte sich dabei um eine Gruppe von ca. 800 Teilnehmern des polnischen Novemberaufstandes von 1830, die nach dem Scheitern des Aufstands 1831 aus dem russisch beherrschten Kongresspolen fliehen mussten und in Preußen aufgenommen worden waren. Nach „ewigen Händeln mit ihren Quartierwirthen“ wollte man ihnen „neue Cantonnirungen“ anweisen, worauf es zum Konflikt mit der preußischen Wachmannschaft kam. Diejenigen, denen der Zar eine Amnestie zusicherte, kehrten über die Grenze zurück. Ungefähr 700 Polen traten per Schiff eine Reise nach Amerika an, wurden aber wegen Meuterei bereits in Le Havre an Land gebracht.

Der polnische Nationaldichter Adam Mickiewicz verarbeitet diesen Vorfall in seinem Gedicht bzw. Gebet „Litania pielgrzymska“:[2] „Erlöse uns, Herr, durch das Blut der Soldaten todtgeschlagen in Fischau von den Preußen!“ (Übers. von Treitschke)

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Heinrich von Treitschke: Deutsche Geschichte im Neunzehnten Jahrhundert, Band 4, Unterkapitel: Die Polnischen Flüchtlinge in Preußen, S. 207–210 Internetarchive, Google Books: Staatengeschichte
  2. Litania pielgrzymska in der polnischsprachigen Wikisource. mickiewicz.kulturalna.com

54.06944444444419.240555555556Koordinaten: 54° 4′ N, 19° 14′ O