Fixe Idee

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Eine fixe Idee (lateinisch idea fixa „unveränderliche Idee“), auch überwertige Idee genannt, ist ein Symptom aus dem Bereich der klinischen Psychologie und der Psychiatrie.

Der deutsche Begriff war bereits in der Psychiatrie des ausgehenden 18. Jahrhunderts als Fachterminus im Umlauf.[1]

Überwertige Ideen sind eine gravierende Denkstörung, die Wahngedanken ähnelt, jedoch nicht so ausgeprägt ich-synton und unveränderbar (gewiss) ist wie diese. Häufig gehen überwertige Ideen mit anderen Denkstörungen einher (z. B. Perseveration) und können schwere Störungen der sozialen Beziehungen zur Folge haben.[2] Laut einigen Autoren handelt sich um eine falsche Vorstellung, die keiner Berichtigung zugänglich ist und die Folge einer Monomanie ist. Für Friedrich Wilhelm Hagen junior[3] allerdings ist der Begriff der fixen Idee nicht unbedingt daran gebunden, dass die Vorstellung sachlich falsch ist. Dies ist eher die wichtige Eigenschaft vom fixem Wahn oder der Wahnidee. Für Hagen ist das Wesentliche der fixen Idee eher, dass es sich um „Zwangsgedanken“ handelt:

„Unter einer fixen Idee verstehe ich, im Unterschiede von fixem Wahn, oder von der Wahnidee (bei welcher die Falschheit der Idee, des auf die Erklärung der Verhältnisse angewendeten Gedankens, die Hauptsache ist), eine Idee, welche das Individuum anhaltend beherrscht, sich demselben immerfort aufdrängt, sie mag nun eine wahre sein oder nicht. Eine Melancholische denkt z. B. immer daran und jammert es den Anderen vor, dass sie nicht zum zweiten Male hätte heiraten sollen - worin sie ganz recht haben kann, während doch die Macht, welche dieser Gedanke auf ihre gesamte Gemüths- und Willensverfassung ausübt, krankhafter Natur ist. In der Regel nun ist allerdings dieses Zwangsdenken bei Geisteskranken auch von einem falschen Inhalt erfüllt, sein Product und Object sind Wahngedanken“. (Hagen, S. 25)

Bei einer fixen Idee konzentrieren sich alle Gedanken auf ein Kernthema. Abgesehen davon denken die Betroffenen ansonsten logisch, so dass sie für vernünftig gehalten werden, wenn das kritische Gebiet nicht berührt wird.

Literatur[Bearbeiten]

  • Peter Haffner: Die fixe Idee. 13 Versuche, die Welt zu erklären; Einstein, Scheerbart, Schliemann, Pauling, Fort, von Däniken, Doyle, Oken, Reich, Linné, Poe, Miller, Svev, NZZ, Zürich 1999, ISBN 3-85823-621-7; als Taschenbuch: Die fixe Idee, 13 Genies und ihre Spleens dtv 20208, München 2002, ISBN 3-423-20208-4.
  • Theodor R. Payk: Vom Symptom zur Diagnose, 3. Auflage, Springer, Berlin / Heidelberg 2010, ISBN 978-3-642-12394-8.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Google-Books-Suche: der Begriff im 18. Jahrhundert
  2. Theodor R. Peyk: Vom Symptom zur Diagnose, Heidelberg 2010.
  3. Friedrich Wilhelm Hagen junior: Zur Theorie der Hallucination, Allgemeine Zeitschrift für Psychiatrie und psychisch-gerichtliche Medicin 25, 1868, S. 1–113.

Weblinks[Bearbeiten]