Fjell

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Vikafjell, Norwegen
Waldgrenze am Yllästunturi in Nordfinnland

Fjell (norweg.), Fjäll (schwed.), Fjall (isländ.) bzw. Tunturi (finn.) ist eine Ökoregion in Fennoskandinavien. Es handelt sich um Berge oder Hochflächen oberhalb der Nadelwaldgrenze. Das norwegische Wort fjell und das schwedische fjäll bedeuten eigentlich nur „Gebirge“. Im Deutschen wurde das Wort übernommen, um den speziell im westlichen und nördlichen Skandinavien vorherrschenden Hochgebirgstyp zu bezeichnen.

Im Skandinavischen Gebirge Norwegens und Schwedens bilden die Fjells meist weitläufige Hochflächen. Die Landschaft ist glazial überprägt und meist wellig oder hügelig. In den Senken bilden sich oft Seen. Die Vegetation besteht am Waldrand aus gedrungenen Fjellbirken (Betula tortuosa), darüber aus Zwergstrauchheiden und am Rand der Felsregion aus Gräsern, Moosen, Kräutern und Flechten. Demnach kann Fjell auch mit Bergtundra übersetzt werden und bildet damit den entsprechenden Landschaftstyp für Skandinavien.

In Finnland werden die für die Region Lappland typischen Berge als tunturi (Plural: tunturit) bezeichnet. Es handelt sich bei ihnen um runde Inselberge, die sich aus der ansonsten flachen Umgebung erheben. Die Berge in Finnisch-Lappland erreichen Höhen zwischen 400 und 800 Metern, wobei die oberen Bereiche über der Baumgrenze liegen. Berge, die nicht die Baumgrenze erreichen, werden dagegen meist als vaara bezeichnet. Die Berge in Finnisch-Lappland stellen Überreste des vor zwei Milliarden Jahren entstandenen Gebirges der Kareliden dar, die durch die Gletschermassen der Eiszeitalter abgeschliffen wurden. Die finnische Bezeichnung tunturi ist etymologisch mit dem Wort Tundra verwandt.

Literatur[Bearbeiten]

  •  Hans-Dieter Haas, Hartmut Leser, Thomas Mosimann: Diercke – Wörterbuch der Allgemeinen Geographie. Deutscher Taschenbuch Verlag, ISBN 3423034173.