Fjodor Wassiljewitsch Rostoptschin

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Graf Fjodor Wassiljewitsch Rostoptschin
RUS COA Rostopczin.svg

Graf Fjodor Wassiljewitsch Rostoptschin (russisch Фёдор Васильевич Ростопчин, wiss. Transliteration Fëdor Vasil'evič Rostopčin; * 12. Märzjul./ 23. März 1763greg. in Kosmodemjanskoje, Provinz Orjol; † 18. Januarjul./ 30. Januar 1826greg. in Moskau) war ein General der zaristischen Armee und russischer Minister.

Leben[Bearbeiten]

Er trat als Leutnant in die kaiserliche Garde, wurde 1796 von Kaiser Paul, bei dem er großen Einfluss besaß, zum General, Oberhofmarschall und Minister des Auswärtigen und im September 1799 zum russischen Reichsgrafen befördert, fiel aber wegen seines Widerspruchs gegen die vom Kaiser beschlossene Allianz mit Frankreich im Januar 1801 in Ungnade.

Nachdem er erst 1810 als Oberkammerherr wieder in Dienst getreten war, erhielt er kurz vor dem Ausbruch des Kriegs von 1812 den Posten eines Oberkommandierenden von Moskau, reizte in Proklamationen und Reden das Volk zu Gewalttaten gegen die Fremden auf und entwarf den Plan zu dem Brand von Moskau, nachdem er seinen eigenen Palast bei Moskau hatte in Asche legen lassen.

Zwar leugnete er dies in der Schrift La vérité sur l’incendie de Moscou,[1] gestand aber später seine Teilnahme an dem Brand ein.[2] 1814 begleitete Rostoptschin den Kaiser Alexander I. auf den Wiener Kongress; 1817 besuchte er Karlsbad, lebte hierauf mehrere Jahre zu Paris und starb am 30. Januar 1826 in Moskau. Seine gesammelten Schriften in russischer und französischer Sprache, darunter auch zwei Lustspiele, Bemerkungen auf einer Reise durch Deutschland und die Mémoires écrits en dix minutes, wurden von Smirdin (Petersburg 1853) herausgegeben.

Rostoptschins Schwiegertochter, die Gräfin Jewdokija Petrowna Rostoptschina (geborene Suschkowa; * 1811; † 3./15. Dezember 1858) hat sich als Dichterin bekannt gemacht. Eine Gesamtausgabe ihrer Schriften erschien in Petersburg und Leipzig 1857–60 in vier Bänden.

Literatur[Bearbeiten]

  • J. H. Schnitzler: La Russie en 1812: Rostoptchine et Koutousof. Tableau de mœurs et essai de critique historique. Didier et Cie., Paris 1863; British Library, 2011, ISBN 1241594325
  • Anatole de Ségur: Vie du comte Rostopchine, gouveneur de Moscou en 1812. Bray et Retaux, Paris 1871

Weblinks[Bearbeiten]

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. La vérité sur l’incendie de Moscou par le comte Rostopchine. Ponthieu, Paris 1823
  2. Vgl. Karl August Varnhagen von Ense: Denkwürdigkeiten. Bd. 9
Meyers Dieser Artikel basiert auf einem gemeinfreien Text aus Meyers Konversations-Lexikon, 4. Auflage von 1888–1890.
Bitte entferne diesen Hinweis nur, wenn du den Artikel so weit überarbeitet hast, dass der Text den aktuellen Wissensstand zu diesem Thema widerspiegelt, dies belegt ist und er den heutigen sprachlichen Anforderungen genügt.

Um danach auf den Meyers-Artikel zu verweisen, kannst du {{Meyers Online|Band|Seite}} benutzen.