Flühli

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Dieser Artikel befasst sich mit der Gemeinde Flühli im Kanton Luzern.


Flühli
Wappen von Flühli
Staat: Schweiz
Kanton: Luzern (LU)
Wahlkreis: Entlebuch
BFS-Nr.: 1004i1f3f4
Postleitzahl: 6173+6174
Koordinaten: 644058 / 19262946.8833278.016662884Koordinaten: 46° 53′ 0″ N, 8° 1′ 0″ O; CH1903: 644058 / 192629
Höhe: 884 m ü. M.
Fläche: 108,24 km²
Einwohner: 1874 (31. Dezember 2013)[1]
Einwohnerdichte: 17 Einw. pro km²
Website: www.fluehli.ch
Flühli-Dorf

Flühli-Dorf

Karte
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Flühli ist eine politische Gemeinde im Wahlkreis Entlebuch des Kantons Luzern in der Schweiz und umfasst die Ortsteile Flühli und Sörenberg.

Geographie[Bearbeiten]

Die Gemeinde liegt in den Zentralschweizer Voralpen und ist mit rund 108,24 Quadratkilometern flächenmässig das grösste Gemeinwesen des Kantons Luzern. Auf Gemeindegebiet liegen Teile der zwei grössten Moorlandschaften der Schweiz: Glaubenberg und Sörenberg. Zu den Kalkbergen gehören die Schwändelifluh, die Grönfluh und die Schrattenfluh.

Die Gemeinde umfasst zwei Ortsteile, nämlich Flühli und Sörenberg, welche zugleich selbstständige Kirchgemeinden bilden. Flühli ist nicht nur die grösste Gemeinde des Kantons Luzern, sondern hat mit dem Brienzer Rothorn (2350 m ü.M.) auch noch den höchsten Punkt des ganzen Kantons.

Flühli grenzt im eigenen Kanton an die Gemeinden Escholzmatt-Marbach, Hasle und Schüpfheim. Nachbargemeinden im Kanton Bern sind Brienz BE, Habkern, Oberried am Brienzersee, Schangnau und Schwanden bei Brienz. Nachbargemeinden im Kanton Obwalden sind Giswil und Sarnen.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung
Jahr Einwohner
1784 799
1860 1'697
1870 1'542
1888 1'527
1900 1'388
1941 1'450
1980 1'395
1990 1'588
2000 1'737
2004 1'842

Die Bevölkerung wuchs zwischen 1798 und 1860 stetig und verdoppelte sich sogar (1798–1860: +112,3 %). Nach diesem für die Region ungewöhnlichen Wachstum wurde die Gemeinde vom Sog der Zeit erfasst. Es folgte bis 1900 eine Phase der Abwanderung (1860–1900: −18,2 %) in die Industriegebiete und nach Übersee (Vereinigte Staaten). Danach folgte eine lange Periode mit stabilen Einwohnerzahlen – abgesehen von 1941, wo vermutlich Soldaten hinzugezählt wurden. Seit 1980 wächst die Bevölkerung – nicht zuletzt wegen des bedeutenden Fremdenverkehrs – recht stark (1980–2004: +32,0 %).

Sprachen[Bearbeiten]

Die Bevölkerung benutzt als Alltagssprache eine hochalemannische Mundart. Die örtliche Variante weicht indes stark ab vom Dialekt der Stadt Luzern (Nähe zum Kanton Bern). Bei der letzten Volkszählung im Jahr 2000 gaben 93,49 % Deutsch, 1,04 % Albanisch und 0,81 % Italienisch als Hauptsprache an.

Religionen – Konfessionen[Bearbeiten]

Früher war die gesamte Einwohnerschaft Mitglied der römisch-katholischen Kirche. Aus Angst vor unerwünschten religiösen Einflüssen aus dem benachbarten reformierten Kanton Bern versuchte die kirchliche Obrigkeit mittels regelmässigen Glaubensvisitationen den Glaubenseifer der Bevölkerung zu überprüfen. Die Religiosität liegt zwar heute immer noch weit über dem Landes- und Kantonsdurchschnitt. Doch durch Zuwanderung aus den anderen Regionen der Schweiz und dem Ausland und einigen Dutzend Kirchenaustritten sieht die religiöse Landschaft heute (Stand 2000) folgendermassen aus: Es gibt 81,29 % römisch-katholische, 7,83 % evangelisch-reformierte und 0,63 % orthodoxe Christen. Daneben findet man 2,88 % Konfessionslose, 2,30 % Muslime und 1,84 % Angehörige anderer nichtchristlicher Bekenntnisse (meist Hindus tamilischer Herkunft). Bei den Muslimen handelt es sich fast ausschliesslich um Albaner aus Mazedonien und dem Kosovo.

Herkunft – Nationalität[Bearbeiten]

Ende 2006 waren von den 1'816 Einwohnern 1'560 Schweizer und 256 (14,1 %) Ausländer. Der für eine abgelegene Landgemeinde relativ hohe Ausländeranteil lässt sich mit der Rekrutierung ausländischer Arbeitnehmer für den Tourismus in Sörenberg erklären. Bei der letzten Volkszählung waren 88,83 % (einschliesslich Doppelbürger 90,67 %) Schweizer Staatsangehörige. Die grössten Einwanderergruppen kommen aus Sri Lanka (Tamilen), Mazedonien (Albaner), Deutschland, Österreich, Serbien-Montenegro (Albaner), Italien und Portugal.

Geschichte[Bearbeiten]

Das erste überlieferte Ereignis im Tal der Waldemme ist die Schlacht bei Sörenberg. Obwaldner und Entlebucher kämpften dort 1380 um den Besitz der Alpweiden. Noch heute erinnert der Name der Alp «Schlacht» am Fusse des Brienzer Rothorns an dieses Ereignis. Bis 1869 gab es in Flühli mehrere Glasbläsereien, die das bekannte Flühli-Glas produzierten.

Glasmacher aus dem Schwarzwald, wo das Schwarzwaldglas bereits im 12. Jahrhundert hergestellt wurde, erweiterten die Glasherstellung. Von Windberg bei St. Blasien zogen 1723 die drei Brüder Josef, Peter und Michael, Söhne des Glasmeisters Samuel Siegwart und der Anna Schmidt, von Daar nach Flühli und errichteten hier eine neue Glashütte.[2] Im Entlebuch bestanden schon ab 1400 Glashütten, sicher belegt ist die bei Röthenbach im Emmental. Die Nachkommen begründeten die Glasi Hergiswil.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Viehzucht und Milchwirtschaft, sowie die Kälbermast und Rindersömmerung (ca. 4000 Stück) sind die bedeutendsten Bereiche der Landwirtschaft. Ackerbauflächen sind seit der Anbauschlacht im Zweiten Weltkrieg praktisch verschwunden. Beim Gewerbe nimmt die Holzverarbeitung einen wichtigen Platz ein, eigentliche Industrie fehlt jedoch. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts hat sich der Tourismus zum eigentlichen Brotkorb der Einwohner von Flühli und Sörenberg entwickelt. 28 Prozent der Arbeitsplätze entfallen auf den Sektor Land- und Forstwirtschaft. In Gewerbe und Industrie sind 23 Prozent der Arbeitnehmer tätig, fast die Hälfte der Stellen sind jedoch im Bereich Dienstleistungen.

Verkehr[Bearbeiten]

Die beiden grössten Ortsteile, Flühli-Dorf und Sörenberg, sind durch die Postautolinie Schüpfheim-Flühli-Sörenberg ans Netz des Öffentlichen Verkehrs angebunden. In Schüpfheim gibt es eine Bahnstation der Linie Luzern-Bern. Im Sommer verkehrt das Postauto auf der so genannten Panoramastrasse über den Glaubenbielen bis weiter nach Giswil im Kanton Obwalden.

Die Gemeinde liegt abseits der Hauptverkehrsverbindungen und die nächstgelegenen Autobahnanschlüsse sind weit entfernt. Im Sommer ist der Anschluss Giswil an der A8 am nächsten.

Bilder[Bearbeiten]

Töchter und Söhne der Gemeinde[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Flühli – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistik Schweiz – STAT-TAB: Ständige und Nichtständige Wohnbevölkerung nach Region, Geschlecht, Nationalität und Alter (Ständige Wohnbevölkerung)
  2. Heinz Horat, Flühli-Glas, 1986, S. 15