Flagge Moldawiens

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Flagge Moldawiens
Vorderseite
Flag of Moldova.svg

Vexillologisches Symbol: Nationalflagge an Land und zur See
Seitenverhältnis: 1:2
Offiziell angenommen am: 12. Mai 1990

Die Flagge Moldawiens wurde in einem Gesetz vom 12. Mai 1990 erstmals festgelegt, noch vor der Unabhängigkeit des Landes am 27. August 1991. Nochmals erwähnt wird sie in der Verfassung vom 29. Juli 1994.

Beschreibung[Bearbeiten]

Die Flagge ist eine Trikolore in den Farben blau, gelb und rot (von links nach rechts). Das Seitenverhältnis der Höhe zur Breite beträgt 1:2. In der Mitte der Flagge liegt das Wappen Moldawiens, ein Adler, der einen Schild mit der Abbildung eines Stiers hält. Der Schild hat einen historischen Ursprung und weist mit dem Stier auf das ehemalige Fürstentum Moldau und mit dem Adler auf Rumänien hin. Vorbild für die Farbwahl war die Flagge Rumäniens. Das Seitenverhältnis folgt sowjetischer Tradition.

Die Rückseite der Flagge bildet seit 2010 das Wappen spiegelverkehrt ab.[1] Davor fehlte das Wappen auf der Rückseite.[2]

Die Flaggen Moldawiens und Rumäniens weisen große Ähnlichkeiten mit den Flaggen Andorras und des Tschads auf.

Farben[Bearbeiten]

Das Flaggengesetz vom 17. September 2010 definiert die Farben der Flagge für verschiedene Systeme.[1]

System Berlin Blau Chromgelb Vermion-Rot Braun (im Wappen) Grün (im Wappen)
RGB 0-70-174 255-210-0 204-9-47 176-126-91 0-122-80
Hexadezimalformat #0046AE #FFD200 #CC092F #B07E5B #007A50
Pantone 293c 109c 186c 4645c 3415c
CYMK 97.81.0.0 1.15.100.0 13.100.90.4 28.15.68.7 100.26.86.14

Geschichte[Bearbeiten]

1944–1952[Bearbeiten]

Nach der Annexion durch die Sowjetunion während des Zweiten Weltkriegs erhielt Moldawien ab 1944 eine Flagge mit den kyrillischen Buchstaben РССМ (RSSM für Република Советикэ Сочиалистэ Молдовеняскэ; Moldauische Sozialistische Sowjetrepublik) in Serifenschrift auf rotem Grund. Die mit einem Hammer gekreuzte Sichel symbolisierte die Vereinigung als Teil in der Sowjetunion.

1952–1990[Bearbeiten]

Zur Zeit der Moldauischen Sozialistischen Sowjetrepublik als Teil der Sowjetunion hatte Moldawien ab dem 31. Januar 1952 eine rote Flagge mit horizontal verlaufenden, grünen Streifen unter Hammer und Sichel. Der hinzugefügte Rote Stern stand als Symbol für die kommunistischen Werte und die klassenlose Gesellschaft. Auf der Rückseite fehlten die Symbole. Die große Ähnlichkeit mit den Flaggen aller Sowjetrepubliken sollte dabei nochmals das Kollektiv und die Gleichheit unterstreichen.

Weitere Flaggen Moldawiens[Bearbeiten]

Seit 2010 gibt es neue Flaggen für verschiedene Amtsinhaber des Landes.

Die Flagge der Armee ist nicht zu verwechseln mit einer Kriegsflagge. Sie ist eine Flagge der Organisation, nicht eine eigene Version der Nationalflagge. Die Flagge der Armee wird parallel zur Nationalflagge verwendet, nicht stattdessen.

Transnistrien[Bearbeiten]

Die abtrünnige Transnistrische Moldawische Republik (Transnistrien), die international nicht anerkannt ist, verwendet seit den frühen 1990er Jahren die Flagge der Moldauischen SSR. Für Nicht-Regierungsgeschäfte wie persönlichen oder kommerziellen Gebrauch ist die Variante ohne die sowjetischen Symbole (Hammer, Sichel und Stern) gestattet. 2009 wurde zusätzlich eine Nationalflagge in den Farben weiß blau rot vorgeschlagen. Diese ist fast identisch mit der Flagge der russischen Föderation, nur das Seitenverhältnis ist anders (1:2 statt dem russischen 2:3). Damit will man das enge Verhältnis zu Russland zeigen.[3]

Gagausien[Bearbeiten]

Hauptartikel: Flagge Gagausiens und Flagge der Gagausen

Das zu Moldawien gehörende autonome Gebiet Gagausien verfügt über eine eigene Flagge. Ebenso das dort lebende Volk der Gagausen.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Flaggengesetz Moldawiens vom 17. September 2010
  2. Webauftritt des moldauischen Präsidenten: Drapelul de Stat al Republicii Moldova, in Rumänisch, abgerufen am 6. November 2007.
  3. Transnistria considers broadening its state symbols. Artikel über Nationalflagge auf: social.moldova.org (en). Aufgerufen am 3. Mai 2012.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]