Flammenkolibri

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Flammenkolibri
Topaza pyra, gemalt von John Gould

Topaza pyra, gemalt von John Gould

Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Ordnung: Seglervögel (Apodiformes)
Familie: Kolibris (Trochilidae)
Unterfamilie: Eigentliche Kolibris (Trochilinae)
Gattung: Topaskolibris (Topaza)
Art: Flammenkolibri
Wissenschaftlicher Name
Topaza pyra
(Gould, 1846)

Der Flammenkolibri (Topaza pyra) ist eine Vogelart aus der Familie der Kolibris (Trochilidae). Die Art hat ein großes Verbreitungsgebiet, das die südamerikanischen Ländern Brasilien, Kolumbien, Ecuador, Peru und Venezuela umfasst. Der Bestand wird von der IUCN als nicht gefährdet (Least Concern) eingeschätzt.

Merkmale[Bearbeiten]

Die männliche Flammenkolibri erreicht eine Körperlänge von etwa 19 bis 19,5 cm, während das Weibchen nur ca 13 bis 13,5 cm groß wird. Der dicke relativ kurze gebogene schwarze Schnabel wird ca 25 mm lang. Sowohl Männchen als auch Weibchen wiegen ca 10 Gramm. Beide Geschlechter ähnelt dem Rotnacken-Topaskolibri (Topaza pella). Der Kopf und das Brustband des Männchens ist schwarz. Die Kehle glitzert stark goldgrün. Während der Vorderrücken dunkelrot ist, geht die Farbe am Hinterrücken ins goldene über. Die Schwanzdecken sind grün. Der Bauch glänzt dunkelkupferrot. Die dunkelrotbraunen Flügeldecken werden unten schwärzlich. Die schwarzbraunen Schwingen kann man nur während des Fluges erkennen. Die Steuerfedern glänzen dunkelgrün werden aber seitlich schwärzlichpurpurn. Dabei hat er braune Füße. Das Weibchen schimmert goldbronzegrün mit einem rötlichen Kehlfleck. Der schwärzlichpurpurne Schwanz ist an den Aussenfedern ocker schattiert.

Habitat[Bearbeiten]

Der Kolibri bewegt sich in tropischer Zone in den Regenwäldern, offenen Waldlichtungen, entlang von Flussströmen und Savannen-Flanken in Höhen zwischen 100 und 300 Metern.

Verhalten[Bearbeiten]

Vorzugsweise ernährt er sich von Insekten. Man sieht ihn selten bei der für Kolibris typischen Nektarsuche an Blumen. Zur Jagd stürzt er entweder vom Ast auf die Beute, fängt die Insekten schwebend über Wasser oder raubt ganz einfach Spinnweben aus.

Unterarten[Bearbeiten]

Verbreitung des Flammenkolibris

Bisher sind zwei Unterarten des Flammenkolibri bekannt.[1]

T. p. amaruni unterscheidet sich dadurch, dass die Federn am Schienbein signifikant schwarz sind. Die Nasengrube, die bei T. p. pyra vorhanden ist, ist bei T. p. amaruni entweder gar nicht vorhanden oder nur schwach ausgeprägt.[3]

Überlegungen, den Rotnacken-Topaskolibri und den Flammenkolibri in einer Spezies zusammenzufassen, werden vom South American Classification Committee bisher abgelehnt.[4]

Etymologie und Forschungsgeschichte[Bearbeiten]

John Gould beschrieb den Flammenkolibri unter dem Namen Trochilus pyra. Als Fundort nannte er den Rio Negro in Brasilien.[2] Erst später wurde er der 1840 von George Robert Gray eingeführten neuen Gattung Topaza zugeordnet.[5] Dieser Name ist lateinischen Ursprungs und leitet sich von »topazus« für »grün, Jaspis grün« ab.[6] Das griechische Artepitheton »pyra πυρα« bedeutet »Feuer, Lichtsignal«.[7] »Amurun« ist ein Wort aus dem Quechua und bedeutet Anakonda.[8]

Literatur[Bearbeiten]

  •  Da-Shih Hu, Leo Joseph, David Agro: Distribution, Variation, and Taxomy of Topaza Hummingbirds (Aves: Trochilidae). In: Ornitologia Neotropical. Bd. 11, Nr. 2, 2000, S. 123–142 (online (PDF-Datei; 343 kB), abgerufen am 20. Juni 2014).
  •  Steven Leon Hilty, William Leroy Brown: A guide to the birds of Colombia. Princeton University Press, Princeton 1986, ISBN 978-0-691-08372-8 (online, abgerufen am 10. Juni 2014).
  •  Robert Sterling Ridgely, Paul J. Greenfield: Birds of Ecuador Field Guide: Field Guide. Bd. 2, Princeton University Press, Princeton 2001, ISBN 978-0801487217.
  •  Rolf Grantsau: Die Kolibris Brasiliens. Expressão e Cultura, Rio de Janeiro 1988, ISBN 978-8520801017.
  •  James A. Jobling: Helm Dictionary of Scientific Bird Names. Christopher Helm, London 2010, ISBN 978-1-4081-2501-4.
  •  John Gould: On twenty new species of Trochilidae or Humming Birds. In: Proceedings of the Zoological Society of London. Bd. 14, Nr. 164, 1846, S. 85-90 (online, abgerufen am 20. Juni 2014).
  •  George Robert Gray: A list of the genera of birds: with their synonyma an indication of the typical species of each genus. Compiled from various sources. Richard and John E. Taylor, London 1840 ([1], abgerufen am 20. Juni 2014).

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Flammenkolibri – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Flammenkolibri – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. IOC World Bird List Hummingbirds
  2. a b John Gould, S. 85
  3. a b Da-Shih Hu u.a., S. 130
  4. PROPOSAL (#170) Lump Topaza pyra into Topaza pella
  5. George Robert Gray , S. 13
  6. James A. Jobling, S. 388
  7. James A. Jobling, S. 326
  8. Da-Shih Hu u.a., S. 131