Flat Design

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Der Begriff Flat Design (aus dem Englischen flat flach und design Gestaltung) hat seinen Ursprung im Interfacedesign. Es handelt sich um einen grafisch minimalistischen Gestaltungsstil.

Geschichte[Bearbeiten]

Flat Design: Flache bunte Kacheln von Windows 8.1

2010 wurde Flat Design in Windows Phone 7 verwendet. 2012 wurde es mit dem Erscheinen von Windows 8 in größerer Breite wahrgenommen. Dessen Modern UI ist durchgehend im Flat Design gestaltet.

2013 setzte auch Apple mit seinem Betriebssystem iOS 7 Elemente des Flat Design ein,[1] Googles Smartphone-Betriebssystem Android folgt spätestens seit Version 4 diesem Gestaltungsprinzip,[2] hier unter der Marketing-Bezeichnung Material Design.

Allgemeines[Bearbeiten]

Beim Flat Design wird auf eine realistische Darstellung von Texturen, Verzierungen, Schlagschatten und dreidimensionalen Elementen verzichtet und der Ansatz „weniger ist mehr“ verfolgt. Im Fokus steht die Reduktion der Gestaltung auf das Wesentliche. Farbe hingegen wird oft intensiv eingesetzt; beispielsweise ist Windows 8 deutlich bunter als die Vorversion.[3]

Skeuomorphismus als Gegensatz zum Flat Design

Gegensatz zum Skeuomorphismus[Bearbeiten]

Flat Design hat sich als Gegenstrom zum Skeuomorphismus entwickelt,[4] bei dem reale Abbildungen (wie eine analoge Uhr, ein analoger Kompass) mit Papiertexturen und Farbverläufen eingesetzt werden, um reale Interaktionen im Interfacedesign nachzubilden. Auf diese Weise werden mögliche Interaktionen wie „einen Knopf drücken“ vom Benutzer sofort erkannt.

Die Abbildung realer Texturen führt jedoch zunehmend zu Problemen bei der Skalierung auf unterschiedliche Bildschirmgrößen und -auflösungen. Die letztendlich auf Bitmaps basierenden Texturen oder auch Symbolen verlieren auf hochauflösenden Bildschirmen an Schärfe oder, sofern sie als hochauflösende Bitmaps verwendet werden, verursachen zu viele Datenmengen für mobile Geräte. Die Lösung fand sich in oftmals vektorbasierenden zweidimensionalen Flächen und Grafiken, die trotz geringer Datenmengen ohne Qualitätsverlust frei skalierbar sind. Allerdings muss dabei auf fotorealistische Darstellungen, Schatten und oft auch auf Mehrfarbigkeit verzichtet werden.

Bei der Entwicklung dieser neuen reduzierten Bildsprache wurde auch gleichzeitig die Notwendigkeit reale Gegenstände und Funktionen nachzubilden insgesamt hinterfragt und dann auch darauf weitgehend verzichtet. Unterstützt wird dieser Trend zudem durch die Tatsache, dass immer mehr bislang verwendete Elemente in der realen Welt inzwischen verschwunden sind und somit von jungen Menschen nicht mehr selbstverständlich erkannt werden müssen. Als Beispiele können die Diskette als Symbol für „Speichern“, das Wählscheibentelefon als Symbol für „Telefonnummer“ oder die Kompaktkassette für „Tonaufnahme“ genannt werden.

Beim Flat Design wird auf die Hilfestellung durch Erkennen realer Gegenstände verzichtet und eine von der realen Welt unabhängige Gestaltung verfolgt. Dies kann jedoch auch Probleme aufwerfen, wenn Interaktionsmöglichkeiten wie Schaltflächen vom Benutzer nicht mehr eindeutig als solche identifiziert werden können.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Design in iOS 7 - Digitale Fastenzeit. Süddeutsche Zeitung, 18. September 2013
  2. Avoiding design failures: Skeuomorphism and Flat Design. kylejlarson.com, 13. Juli 2013, abgerufen am 6. Oktober 2014.
  3. Weg vom Fenster – Ein Blick auf die Beta-Version von Windows 8. heise.de, März 2012, abgerufen am 18. Januar 2014.
  4. What is flat design? creativebloq.com, 12. März 2013, abgerufen am 18. Januar 2014 (englisch).