Flattnitz

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Flattnitz
See mit Schilf in Flattnitz

See mit Schilf in Flattnitz

Himmelsrichtung Norden Süden
Passhöhe 1400 m ü. A.
Bundesland Kärnten
Wasserscheide Mur Gurk
Talorte Stadl an der Mur Weissberg
Ausbau Passstraße
Gebirge Gurktaler Alpen
Profil
Ø-Steigung   6.8 % (615 m / 9.1 km)
Max. Steigung 15.0 % (auf km 9)
Karte (Kärnten)
Flattnitz (Kärnten)
Flattnitz
Koordinaten 46° 56′ 45″ N, 14° 1′ 45″ O46.94570566722214.0291934291671400Koordinaten: 46° 56′ 45″ N, 14° 1′ 45″ O

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Filialkirche Heiliger Johannes der Täufer
Panoramaausschnitt mit Kirche
Foto des Kalkbrandofens auf der Flattnitz

Die Flattnitz ist ein zur Gemeinde Glödnitz gehöriger Luftkurort in Kärnten. Sie liegt auf einer Hochebene der Gurktaler Alpen, die einen Übergang zwischen dem Gurk- und dem Murtal bildet. Auf steirischer Seite endet die Passstraße in Stadl an der Mur. Die Passhöhe, genannt Flattnitzer Höhe, liegt auf 1400 m ü. A., in ihrer Nähe ein kleiner See, der Flattnitzer See.

Es wird angenommen, dass es auf der Flattnitz schon eine römische Post- bzw. Versorgungsstation gab.[1]

Der Name „Flattnitz“ kommt von dem gleichnamigen Bach, der den Ort in Richtung Mur durchfließt. Er lässt sich auf blato (slow.: Moos) zurückführen. Sehenswert ist die romanische Kirche, die von der früheren Bedeutung durch Säumerei und Bergbau (siehe auch Bergbau in Kärnten) herrührt.

Landläufig wird auch der westlich anschließende Talschluss des Paalbaches zur Flattnitz gezählt, der zur Gemeinde Deutsch Griffen gehört, von dieser aus jedoch nicht erschlossen ist.

Geschichte[Bearbeiten]

In einer Schenkungsurkunde Kaiser Arnulfs an den Edlen Zwentibold wird das Gebiet um Flattnitz erstmals um 898 erwähnt. Von großer wirtschaftlicher Bedeutung waren die Silber-, Eisen- und Bleivorkommen. Flattnitz diente den Gurker Bischöfen als Sommerresidenz, Bischof Heinrich I. ließ 1173 die Rundkirche Sankt Johannes der Täufer errichten. 1478 fielen die Türken ein und machten die Flattnitz zur „Blutigen Alm“. Die Almregion des Flattnitzer Sattels wird heute von Sommer- und Winterurlaubern gleichermaßen besucht.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Kirche[Bearbeiten]

Von der romanischen Kapelle aus der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts sind nur einige Reste im heutigen Mauerwerk erhalten. Der frühgotische Rundbau wurde um 1330 mit einem Hauptchor, zwei polygonalen Nebenapsiden und einem wehrhaften Sakristeiturm errichtet. Der relativ niedrige, wuchtige Turm mit Pyramidenhelm ist bestimmend für die Außenansicht. Zusammen mit dem ehemaligen Hospizanbau im Westen bildet die Kirche eine malerische Baugruppe. Das ganze Bauensemble ist mit grauen Steinplattln eingedeckt.

Kalkofen aus dem 17. Jahrhundert[Bearbeiten]

Da die Flattnitz um das 17. Jahrhundert stark vom Bergbau geprägt war, befindet sich an diesem Ort (verwaltungsmäßig jedoch bereits auf Gemeindegebiet von Deutsch Griffen) noch heute ein Kalkofen aus dieser Zeit. Dieser wurde zur Erzeugung von Mauerkalk verwendet. Dieser Steinkalkofen ist aufgrund der guten Erhaltung durchaus sehenswert.

Amtshaus[Bearbeiten]

Das Amts- bzw. Mauthaus befindet sich unweit der Kirche oberhalb der Hauptstraße46.94259214.034372. Es zählt zu den ältesten Amtshäusern Österreichs und ist wahrscheinlich das älteste Kärntens. Das teils mit Bruchsteinen, teils als Blockbau errichtete Haus besitzt ein mit Holzschindeln gedecktes Vollwallmdach.[2] Das Gebäude steht unter Denkmalschutz[3].

Bewohner[Bearbeiten]

Die Flattnitz ist eine Streusiedlung mit etwa 200 Einwohnern. Die Bewohner arbeiten hauptsächlich im ganzjährigen Tourismus sowie in der Almwirtschaft.

Tourismus[Bearbeiten]

Es gibt drei Schilifte und diverse Abfahrten verschiedener Schwierigkeitsgrade, außerdem eine 15 Kilometer lange Langlaufloipe. Weiters gibt es viele naturbelassene Wanderwege in Flattnitz und Umgebung.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Flattnitz – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Noricum
  2. Dehio-Handbuch. Die Kunstdenkmäler Österreichs. Kärnten. Anton Schroll, Wien 2001, ISBN 3-7031-0712-X, S. 142.
  3. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-Formatunbewegliche und archäologische Denkmale unter Denkmalschutz. In: Kärntner Denkmalverzeichnis. Bundesdenkmalamt, abgerufen am 26. Feber 2012 (PDF; 483 kB).