Flawil

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Flawil
Wappen von Flawil
Staat: Schweiz
Kanton: Kanton St. Gallen (SG)
Wahlkreis: Wilw
BFS-Nr.: 3402i1f3f4
Postleitzahl: 9230
UN/LOCODE: CH FLW
Koordinaten: 732160 / 25316247.4169.19610Koordinaten: 47° 24′ 58″ N, 9° 11′ 24″ O; CH1903: 732160 / 253162
Höhe: 610 m ü. M.
Fläche: 11,51 km²
Einwohner: i10'279 (31. Dezember 2013)[1]
Einwohnerdichte: 893 Einw. pro km²
Website: www.flawil.ch
Flawil - Bahnhofstrasse

Flawil - Bahnhofstrasse

Karte
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Flawil (im ostschweizerischen Ortsdialekt Flòòwiil Zum Anhören bitte klicken! [ˈflɔːʋiːl]a a ausgesprochen[2]) ist eine politische Gemeinde im ostschweizerischen Kanton St.Gallen. Flawil zählte Ende 2013 10'320 Einwohner.

Die Gemeinde liegt im Untertoggenburg und gehört zum Wahlkreis Wil.

Geographie[Bearbeiten]

Die Gemeinde hat eine Fläche von 11,51 km2. Der tiefstgelegene Punkt liegt an der Glatt mit 543 m ü. M. Der höchstgelegene Punkt ist das Lindeli Langmoos mit 820 m ü. M. Der Bahnhof Flawil liegt auf 610,6 m ü. M. Flawil setzt sich aus dem eigentlichen Dorf und den Weilern der oberen Gegend Burgau, Egg und Alterswil, Langenentschwil, Grobenentschwil und Raaschberg zusammen.

Die Nachbargemeinden Flawils sind Oberbüren, Gossau SG, Herisau, Degersheim SG sowie Oberuzwil.

Geschichte[Bearbeiten]

Urkundlich wurde der Ort erstmals im Jahre 819 als Flahinwilare erwähnt. Um 850 wurde er auf Anordnung des Gaugrafen Gerold (IV.) in die Ortschaften Flahinwilare und Uzzinwilare (heute Uzwil) geteilt.

Nach der aristokratischen Zeit des Rittertums erwarb das sankt-gallische Ministerialengeschlecht Giel das Gebiet um Flawil.[3]

Politik[Bearbeiten]

Bei der letzten Wahl des Parlaments des Kantons St. Gallen (Wahl des Kantonsrates vom 11. März 2012) erreichten die politischen Parteien in Flawil folgende Stimmenanteile:

Wappen[Bearbeiten]

Wilhelm Weiß, ein sich für Lokalgeschichte und Heimatschutz einsetzender Malermeister, legte am 7. September 1915 einen Entwurf für ein Flawiler Gemeindewappen vor.

Als Vorlage verwendete er das Wappen der Giel, welches ein quergeteiltes, oben silbernes und unten rot-silbern kariertes Schild zeigte. Darüber befand sich ein mit einer goldenen Krone gekrönter silberner Spangenhelm und darauf ein Pfauenstutz. Die Bedeutung des karierten Feldes im Wappen der Giel ist bis heute unbekannt.

Am 19. Oktober 1915 wurde das Wappen offiziell von Herzog Leopold von Österreich an Flawil verliehen. Bei der Ausführung durch den Graveuren Egger sollte auf Anraten des Historikers Prof. Max Gmür der Helm als Zeichen der Aristokratie entfallen. Das geänderte Wappen, welches sodann eine Mauerkrone zeigte, lag am 19. September 1916 vor. Von der Gemeindewappenkommission des Kantons St. Gallen wurde es schliesslich am 6. Dezember 1938 ohne Helm und Mauerkrone genehmigt.[3]

Blasonierung: Unter goldenem Schildhaupt zu sieben senkrechten Reihen geschacht von Silber und Rot.[4]

Die Flaggenfarben sind Gelb und Rot.[3]

Bevölkerung[Bearbeiten]

Volksversammlung in Flawil am 7. August 1836
Bevölkerungsentwicklung
Jahr 1837 1850 1890 1900 1950 2000 2010 2012 2013
Einwohnerzahl 2233 2664 4878 4873 6502 9320 9971 10150 10320

Religion[Bearbeiten]

43 % der Bevölkerung sind römisch-katholisch, 25 % sind evangelisch und 33 % sind konfessionslos oder haben eine andere Konfession (Stand: 31. August 2012).

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Freizeit, Kultur, Sport[Bearbeiten]

Zahlreiche Freizeit-, Sport- und Kulturvereine prägen das gesellschaftliche Leben in Flawil.

Zur gut ausgebaute Infrastruktur gehören unter anderem ein Mehrzwecksaal (Lindensaal), eine Bibliothek, ein Ortsmuseum, eine Ludothek, Fussballplätze, Turnhallen, Tennisplätze, eine Reithalle, eine Fechthalle, ein Freibad sowie ein Vitaparcours mit Finnenbahn.

Flawil kennt die Naherholungsgebiete Botsberger Riet, Umgebung Mattenhof/Gutsbetrieb und Girenmoos.

Bildung[Bearbeiten]

Für die obligatorische Schulbildung sind mehrere Kindergärten, Primarschulhäuser und ein Oberstufenzentrum vorhanden. Weiterführende Schulen befinden sich in St. Gallen. Die Heilpädagogische Schule Flawil bietet Klassen vom Kindergarten bis zur Oberstufe.

Im Bildungszentrum Mattenhof werden Kurse für die Berufsaus- und Weiterbildung angeboten.

Gesundheit[Bearbeiten]

In Flawil steht eines der drei Krankenhäuser der Spitalregion St. Gallen-Rorschach-Flawil.

Brauchtum[Bearbeiten]

Die alljährlich am Dienstagabend nach Otmar (16. November) stattfindende Lägelisnacht basiert mutmasslich auf der Legende des Abtes Otmar von St. Gallen, der im Jahre 759 nach seinem Tode von der Insel Werd nach St. Gallen überführt wurde. Zu diesem Anlass fahren die Flawiler Kinder mit Leiterwagen einen Umzug durch das Dorf. Die Wagen sind mit kunstvoll geschnitzten und von innen mit Kerzen beleuchteten Räbenlichtern und Kürbissen geschmückt.

Zu Beginn der Fasnachtszeit am Schmutzigen Donnerstag um "elf ab siebni" (19.11 Uhr) wird vom Flawiler Narrenrat der Wanderpreis Chratzbürste an einen Bürger verliehen, der im vergangenen Jahr durch einen lustigen oder peinlichen Vorfall aufgefallen ist. Anschliessend findet die Beizenfasnacht statt, an der Guggenmusiken durch Restaurants ziehen und die Bevölkerung zu ausgelassenem Feiern animieren wollen.

Partnerstädte[Bearbeiten]

Wirtschaft[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Flawil liegt an der SBB-Bahnlinie Wil–St. Gallen. Ab Flawil bestehen stündlich je drei schnellen Verbindungen nach St.Gallen und nach Wil.

Flawil liegt an der Kantonsstrasse Nr. 8[5] (Hauptstrasse 430[6]) zwischen Gossau und Wil. An der Kantonsstrasse Nr. 8 am Maestrani-Kreisel im Westen Flawils beginnt die Kantonsstrasse Nr. 54[7], welche nach Niederuzwil führt. Sowohl in Gossau wie auch in Niederuzwil (Ausfahrt Oberbüren-Uzwil) sind Anschlüsse an die A1 gewährleistet. Die Verbindung zur Hauptstrasse 16 ins Obertoggenburg gewährleistet die Kantonsstrasse Nr. 10[8] (Hauptstrasse 431[6]), die ebenfalls am Maestrani-Kreisel beginnt und nach Lütisburg führt.

Industrie[Bearbeiten]

Die Schokoladen der Marken Maestrani, Munz und Minor der maestrani Schweizer Schokoladen AG werden hier produziert und vertrieben. Weitere in Flawil ansässige Unternehmen sind unter anderem die FLAWA AG, die Verbandstoff- und Watteprodukte herstellt, die SFS intec AG, die sich auf Tiefzieh- und Fliesspresstechnik spezialisiert hat, die BÜCHI Laboratory Equipment, die Geräte für Labortechnik herstellt, und die LÜDI SWISS AG, die Verbrauchsartikel im Analysenbereich produziert.

Musik[Bearbeiten]

In Flawil sind die St. Galler Mundartband Piggnigg, das Musik-Kabarett „er und i“ und die Flawiler Post-Grunge/Metal Band Strugglers[9] beheimatet.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

  • Johann Grob (1643–1697), Dichter und Epigrammatiker.
  • Johann Ulrich Steiger (1920–2008), Holz- und Steinbildhauer.
  • Belinda Bencic (* 1997), Tennisspielerin

Bilder[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Flawil – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistik Schweiz – STAT-TAB: Ständige und Nichtständige Wohnbevölkerung nach Region, Geschlecht, Nationalität und Alter (Ständige Wohnbevölkerung)
  2. Sprachatlas der deutschen Schweiz (SDS) Bd. V Karte 1 sowie SDS-Originalmaterial (mehrere Gewährspersonen); gemäss Lexikon der schweizerischen Gemeindenamen, hg. vom Centre de Dialectologie an der Universität Neuenburg unter der Leitung von Andres Kristol, Frauenfeld 2005, S. 359 hingegen Zum Anhören bitte klicken! [ˈflɑːʋɘl]a a (Quelle für diese vom SDS abweichende Lautung unbekannt).
  3. a b c  Alfred Hofmann: Das Gemeindewappen von Flawil. In: Toggenburger Heimat-Jahrbuch. Jg. 12, Thur Kalberer, Bazenheid 1952, S. 45–48.
  4.  St. Galler Wappenbuch. Das Staatswappen und die Wappen der politischen Gemeinden. St. Gallen 1991.
  5. Bauarbeiten vergeben, tagblatt.ch. Nachweis für Kantonsstrassennummer
  6. a b SR 741.272 Durchgangsstrassenverordnung, Anhang 2, Art. 3, B. Hauptstrassen, die nicht mit der «Nummerntafel für Hauptstrassen» (4.57) gekennzeichnet sind, admin.ch, abgerufen am 25. Mai 2011.
  7. Kantonsstrasse Nr. 54, Uzwil: Knotenausbau, easymonitoring.ch, abgerufen am 25. Mai 2011. (Nachweis der Kantonsstrassennummer)
  8. POLIZEIKOMMANDO; VERKEHRSANORDNUNGEN (PDF; 238 kB), luetisburg.ch, Seite 2, abgerufen am 25. Mai 2011. (Nachweis der Kantonsstrassennummer)
  9. Artikel vom 19. Oktober 2011 auf Tagblatt Online abgerufen am 28. April 2012