Flecken (Ort)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Flecken ist eine Bezeichnung für eine kleinere, aber lokal bedeutende Ansiedlung. Vor allem in Norddeutschland wird damit eine Minderstadt bezeichnet; heute gibt es in mehreren deutschen Ländern Orte, die sich offiziell Flecken nennen. In der Schweiz hingegen wird der Begriff teilweise nur noch historisierend verwendet.

Zum Begriff[Bearbeiten]

Ein Flecken bildet für die umliegenden Dörfer einen Mittelpunkt und nimmt zentralörtliche Funktionen wahr. Dazu verfügt er möglicherweise über einige städtische Privilegien, wie zum Beispiel das Marktrecht (Marktflecken). Die Entsprechung heißt Marktgemeinde in Österreich und Süddeutschland, městys in Tschechien, köping in Schweden, handelsplads in Dänemark.

Deutschland[Bearbeiten]

Niedersachsen[Bearbeiten]

In der Provinz Hannover waren Flecken bis 1885 teilweise Sitz eines königlichen Amtes.

52 Gemeinden Niedersachsens führen den Titel „Flecken“, der größte ist Langwedel (Weser) mit etwa 14.500 Einwohnern. Der kleinste Flecken ist Wiedensahl mit etwa 1.000 Einwohnern. Andere Flecken wurden zu Städten erhoben. So führte etwa die Stadt Bad Iburg im Landkreis Osnabrück (Niedersachsen) bis 1959 die Bezeichnung Flecken.

Siehe auch: Liste der Flecken in Niedersachsen

Sachsen-Anhalt[Bearbeiten]

In Sachsen-Anhalt führen die Gemeinden Apenburg-Winterfeld und Diesdorf, der Ortsteil Calvörde der Gemeinde Calvörde[1] und der Ortsteil Weferlingen der Stadt Oebisfelde-Weferlingen diese Bezeichnung.

Hessen[Bearbeiten]

Flecken in Hessen sind der Marktflecken Villmar, außerdem Mengerskirchen, Merenberg und Weilmünster.

Ehemalige Flecken in Schleswig-Holstein[Bearbeiten]

Beim Übergang von Dänemark an Preußen im Jahr 1866 gab es in Schleswig-Holstein noch insgesamt 25 Flecken. Diese wurden danach Zug um Zug zu Städten erhoben oder kamen 1920 zu Dänemark. Als letzter Flecken wurde Arnis im Jahre 1934 zur Stadt erhoben. Seitdem gibt es in Schleswig-Holstein keine Flecken mehr. Die nordschleswigschen Flecken Hoyer, Lügumkloster, Christiansfeld, Augustenburg und Norburg behielten diesen Status noch bis zur dänischen Verwaltungsreform von 1970, danach wurden sie in die neuen Großkommunen einbezogen.

Weitere Bundesländer[Bearbeiten]

Nicht amtlich wird der Begriff Flecken noch verwendet in:

Schweiz[Bearbeiten]

In der Schweiz werden oder wurden insbesondere im voralpinen und alpinen Raum gelegene Orte Flecken genannt, da hier zwar der Prozess der mittelalterlichen Stadtgründung Halt machte, solche Orte aber dennoch zentralörtliche Aufgaben annahmen. Beispiele hierfür sind Altdorf, Appenzell, Herisau, Langnau im Emmental und Schwyz. Aber auch einige im Mittelland gelegenen Orte wie Bad Zurzach, Beromünster, Elgg und Rothenburg gelten oder galten als Flecken; in einigen Fällen handelt es sich hierbei um Ortschaften, die das ihnen verliehene Stadtrecht nicht über eine längere Zeit aufrecht zu erhalten vermochten.

Etliche Schweizer Flecken nahmen ab dem 13. Jahrhundert zunehmend die Stellung eines Hauptorts des sie umgebenden ländlichen Gebiets ein, und deren Bürgerschaft entwickelte teilweise ein städtisches Selbstbewusstsein.[2]

Österreich[Bearbeiten]

In Tirol gibt es in der Gemeinde St. Ulrich/Pillersee ein Dorf namens Flecken (ca. 50 Häuser).

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Darstellung der Verbandsgemeinde Flechtingen
  2. Vgl. Historisches Lexikon der Schweiz Bd. 4, 549 f., wo Weiteres.