Fleckenbauch-Avosettkolibri

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Fleckenbauch-Avosettkolibri
Fleckenbauch-Avosettkolibri bei John Gould gemalt von Henry Constantine Richter

Fleckenbauch-Avosettkolibri bei John Gould gemalt von Henry Constantine Richter

Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Ordnung: Seglervögel (Apodiformes)
Familie: Kolibris (Trochilidae)
Unterfamilie: Eigentliche Kolibris (Trochilinae)
Gattung: Opisthoprora
Art: Fleckenbauch-Avosettkolibri
Wissenschaftlicher Name der Gattung
Opisthoprora
Cabanis & Heine, 1860
Wissenschaftlicher Name der Art
Opisthoprora euryptera
(Loddiges, 1832)

Der Fleckenbauch-Avosettkolibri (Opisthoprora euryptera) oder Degenschnabelkolibri ist eine Vogelart aus der Familie der Kolibris (Trochilidae) und die einzige Art der Gattung Opisthoprora. Das Verbreitungsgebiet dieser Art umfasst die Länder Peru, Ecuador und Kolumbien. Der Bestand wird von der IUCN als nicht gefährdet (Least Concern) eingeschätzt.

Merkmale[Bearbeiten]

Der Fleckenbauch-Avosettkolibri erreicht eine Körperlänge von etwa 10 cm. Der kurze, 13 mm lange Schnabel ist an der Spitze deutlich nach oben gebogen. Die Oberseite ist glänzend grün, wobei der Kopf und der Nacken sich merklich kupferfarben abheben. Hinter dem Auge liegt ein kleiner, weißer Fleck. Die weißliche Unterseite wird von dichten grünen Flecken durchzogen, was an der Kehle und der Brust wie Streifen aussieht. Im unteren Bauchbreich und an den Unterschwanzdecken geht die Färbung in gelbbraun über. Der relativ breite, kurze Schwanz ist blauschwarz mit wenigen weißen Flecken. Die zentralen Steuerfedern sind bronzefarben.[1]

Verhalten[Bearbeiten]

Es is relativ wenig über ihr Verhalten bekannt. Normalerweise sind sie Einzelgänger. So kann man sie im Schwirrflug oder an winzigen röhrenförmigen Pflanzen klammernd beobachten, die sich in Höhen zwischen 1 und 3 Meter über der Erde und oft im Dickicht befinden. Wenn sie sich ausruhen, dann sitzen sie meist auf den Ästen der unteren Straten.[2] Im Vergleich zu anderen Kolibriarten wirken sie zeitweise relativ inaktiv. Gerne fliegen sie die zur Familie der Glockenblumengewächsen gehörende Centropogon an.[1]

Verbreitung und Lebensraum[Bearbeiten]

Verbreitungsgebiet des Fleckenbauch-Avosettkolibris

Sie kommen nur unregelmäßig im Gestrüpp feuchter Gebirgswälder an den Osthängen der Anden im Norden Perus in Höhen zwischen 2700 und 3200 Metern vor.[3] Hier sind sie nur sehr selten in der Cordillera del Colán in der Provinz Chachapoyas und in der Region La Libertad zu entdecken.[4] In Ecuador kommen sie am häufigsten im Nordosten des Landes vor. Aus dem Süden gibt es nur vereinzelte Berichte von der Cordillera del Zapote-Najda in der Provinz Morona Santiago, aus Sabanilla in der Provinz Loja, von Cajanuma im Nationalpark Podocarpus und an den Osthängen der Cordillera las Lagunillas. Nur bei Sabanilla wurden sie in einer Höhe von 1700 Meter gesichtet, sonst sind sie auch in Ecuador in Höhen zwischen 2400 und 3200 Metern aktiv.[5] In Kolumbien erstreckt sich ihr Verbreitungsgebiet von den Westhängen der Zentralanden im Departamento de Caldas, über die Ost- und Westhänge der Anden des Departamento de Cauca, sowie an den Osthängen im Departamento de Nariño.[2] Am häufigsten kann man sie im Nationalpark Puracé entdecken.[4]

Lautäußerungen[Bearbeiten]

Ihr Ruf besteht aus abnehmenden Serie dünner Pfiffe. Diese klingen wie wsee, wsee, wsee.[3]

Etymologie und Forschungsgeschichte[Bearbeiten]

George Loddiges beschrieb den Kolibri ursprünglich unter dem Namen Trochilus eurypterus.[6] Das Typusexemplar erhielt er aus der Sammlung von John Gould; es stammte aus der Gegend um Popayán.[7] Erst später wurde die Art der Gattung Opisthoprora zugeschlagen.

Der Begriff »Opisthoprora« leitet sich aus den griechischen Worten »opisthe στρεβλός« für »verkehrt« und »prōra, πρωρα ράμφος« für »Schnabel« ab.[8] Das griechische Artepitheton »euryptera« ist ein Wortgebilde aus »eurys εΰρυς« für »breit« und »-pteros -πτερος« für »-geflügelt«.[9]

Literatur[Bearbeiten]

  •  Steven Leon Hilty, William Leroy Brown: A guide to the birds of Colombia. Princeton University Press, Princeton 1986, ISBN 978-0691092508.
  •  Thomas Scott Schulenberg, Douglas Forrester Stotz, Daniel Franklin Lane, John Patton O'Neill, Theodore Albert Parker III: Birds of Peru. Princeton University Press, Princeton, New Jersey 2007, ISBN 978-0713686739.
  •  Robert Sterling Ridgely, Paul J. Greenfield: Birds of Ecuador Field Guide: Status, Distribution, and Taxonomy. Bd. 1, Princeton University Press, Princeton 2001a, ISBN 978-0801487200.
  •  Robert Sterling Ridgely, Paul J. Greenfield: Birds of Ecuador Field Guide: Field Guide. Bd. 2, Princeton University Press, Princeton 2001b, ISBN 978-0801487217.
  •  Jon Fjeldså, Niels Krabbe: Birds of the High Andes: A Manual to the Birds of the Temperate Zone of the Andes and Patagonia, South America. Apollo Books, Stenstrup 1990, ISBN 87-88757-16-1.
  •  James A. Jobling: Helm Dictionary of Scientific Bird Names. Christopher Helm, London 2010, ISBN 978-1-4081-2501-4.
  •  George Loddiges: Specimens were exhibited of several Humming Birds from Popayan, forming part of the collection of Mr. John Gould; and the following characters. In: Proceedings of the Committee of Science and Correspondence of the Zoological Society of London. Bd. 2, 1832, S. 6-7 (online, abgerufen am 6. Juli 2012).
  •  Jean Louis Cabanis, Ferdinand Heine junior: Museum Heineanum Verzeichniss der ornithologischen Sammlung des Oberamtmann Ferdinand Heine auf Gut St. Burchard vor Halberstadt, III. Theil, die Schrillvögel und die Zusammenstellung der Gattungen und Arten des 1-3, Thiels enthalthend. R. Frantz, Halberstadt 1860 (online (PDF; 15,5 MB), abgerufen am 6. Juli 2012).

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Robert Sterling Ridgely u.a (2001b), S. 288
  2. a b Steven Leon Hilty, S. 295
  3. a b Thomas Scott Schulenberg u.a., S. 244.
  4. a b Jon Fjeldså u.a., S. 290
  5. Robert Sterling Ridgely u.a (2001a), S. 383
  6. George Loddiges, S. 7
  7. George Loddiges, S. 6
  8. Jean Louis Cabanis u.a, S. 76
  9. James A. Jobling, S. 154