Fleet Air Arm

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Fleet Air Arm
Fleet Air Arm logo.JPG
Aufstellung 1937
Land Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Vereinigtes Königreich
Typ Flottille (Royal Navy)
Stärke 6.200
Insignien
Flugzeugkokarde
RAF Lowvis Army roundel.svg
RAF roundel.svg
Low Visibility Kokarde
Low-visibility-RAF-Roundel.svg
Eine Staffel Fairey Swordfish der FAA über der Ark Royal 1939

Der Fleet Air Arm (kurz FAA) ist als Teil der britischen Royal Navy für den Betrieb von Flugzeugen an Bord ihrer Schiffe zuständig. Gegenwärtig hat der Fleet Air Arm Hubschrauber der Typen AgustaWestland Merlin, Westland Sea King und Westland Lynx in Betrieb. Seit 1964 wurden Hubschrauber wie der Westland Lynx und der Westland Wasp auf kleineren Schiffen stationiert.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Anfänge[Bearbeiten]

Hauptartikel: Royal Naval Air Service

Im Januar 1914 wurde vom Air Department der britischen Admiralität der Royal Naval Air Service (kurz RNAS) gegründet. Bei Ausbruch des Ersten Weltkriegs hatte der RNAS die Kontrolle über eine größere Anzahl von Flugzeugen als das Royal Flying Corps (RFC) der British Army.

Hauptaufgabe des RNAS waren Aufklärungsflüge über See und Patrouillenflüge entlang der Küste gegen feindliche Schiffe und U-Boote, sowie die Verteidigung gegen feindliche Luftangriffe. Im April 1918 verschmolz die RNAS, welche zu diesem Zeitpunkt eine Personalstärke von 67.000 Mann hatte und über 2.949 Flugzeuge, 103 Luftschiffe und 126 Küstenstationen verfügte, mit dem Royal Flying Corps zur Royal Air Force.

Fleet Air Arm[Bearbeiten]

Am 1. April 1924 wurde der Fleet Air Arm of the Royal Air Force gegründet. Dieser umfasste all jene Einheiten der RAF, welche auf Flugzeugträgern und Kampfschiffen stationiert waren.[1] Am 14. Mai 1937 ging der Fleet Air Arm wieder unter das Kommando der Admiralität. Bei Ausbruch des Zweiten Weltkriegs bestand der Fleet Air Arm aus 20 Staffeln mit insgesamt nur 232 Flugzeugen. Zum Ausrüstungsbestand gehörten noch Doppeldecker wie die Fairey Swordfish. 1945 betrug die Stärke des Fleet Air Arm 59 Flugzeugträger, 3.700 Flugzeuge, 72.000 Personen und 56 Luftstützpunkte, welche über die ganze Welt verteilt waren. Der Flugzeugträger hatte das Schlachtschiff als Großkampfschiff der Flotte verdrängt. Trägergestützte Flugzeuge waren jetzt Angriffswaffen unter eigener Regie.

Nachkriegsgeschichte[Bearbeiten]

Nach dem Krieg stand der FAA vor der schwierigen Aufgabe, Jets in den Flugzeugträgerbetrieb einzugliedern. Die Düsenflugzeuge jener Zeit waren bei niedrigen Geschwindigkeiten deutlich weniger effektiv als Propellermaschinen, diese wiederum waren nicht in der Lage, schnellfliegende Jets zu bekämpfen. Ende der 1940er Jahre erhielt der FAA mit der Sea Vampire ihr erstes Düsenflugzeug. Die Sea Vampire war der erste Jet, der auf einem Flugzeugträger starten und landen konnte. Gleichzeitig verwendete der FAA neben den Jets auch noch leistungsstarke Propellerflugzeuge. Im Koreakrieg war der FAA allerdings den Strahlflugzeugen des Gegners klar unterlegen. Einer Staffel von Hawker Sea Furies gelang in einem Angriff dennoch der Abschuss einer MiG-15 und die Beschädigung weiterer Feindflugzeuge.

Sea Harrier FA.2 auf der Invincible

Als die Jets dann größer, stärker und schneller wurden, benötigten sie auch längere Strecken für Start und Landung. Die United States Navy baute deshalb einfach größere Flugzeugträger. Die Royal Navy baute nach dem Krieg ebenfalls einige wenige große Flugzeugträger, aber man suchte aufgrund notorischer Budgetprobleme nach einer sparsameren, „natürlicheren“ Lösung. Dies führte zur Einführung der Hawker Siddeley Harrier Senkrechtstarter, die von Schiffen jeder Größe aus effektiv eingesetzt werden konnten. In den 1970er Jahren führten Etatkürzungen der britischen Streitkräfte zur Streichung sämtlicher bisheriger Flugzeugträger der Royal Navy. Dennoch gelang es, eine neue Reihe von Trägern im Format von Kreuzern, die Invincible-Klasse, zu bauen und mit Sea Harrier Flugzeugen auszurüsten. Bis 2010 stellten die Harrier das Rückgrat der Starrflügel-Streitkräfte der Royal Navy dar.

Hubschrauber wurden seit den 1960er Jahren ebenfalls zu einem wichtigen Teil der Marineluftwaffe. Zuerst setzte man sie neben den Starrflügel-Flugzeugen auf den Trägern ein, später kamen sie auch auf den meisten kleineren Schiffe. Heute befindet sich auf jedem Schiff von der Größe einer Fregatte oder größer mindestens ein Hubschrauber. Westland Wasps und Sea Harrier spielten 1982 im Falklandkrieg eine wichtige Rolle. 1991 wurden beim Angriff auf Irakische Patrouillenboote im Zweiten Golfkrieg Westland Lynx eingesetzt. Sea Kings leisteten bei der Bekämpfung Aufständischer in Sierra Leone Unterstützung.

Der Fleet Air Arm unterhält bei der Basis „Royal Naval Air Station Yeovilton” in Somerset ein eigenes Museum.

Organisation[Bearbeiten]

Der FAA ist in Staffeln (Squadrons) organisiert. Sie werden mit "# NAS" benannt, wobei „#“ eine Nummer ist und NAS für „Naval Air Squadron“ (Marine-Luft-Staffel) steht. Die Nummern aus dem Bereich 700 bis 799 werden für Schulungseinheiten verwendet und Nummern aus dem Bereich 800-899 für Staffeln im operativen Einsatz. Während des Zweiten Weltkriegs wurden die 1700er und 1800er Zahlenbereiche ebenfalls für Staffeln im operativen Einsatz verwendet.

Gegenwärtig sind folgende Staffeln des FAA aktiv, die sich im Wesentlichen auf zwei Militärflugplätze stützen, siehe im Hauptartikel über die Royal Navy. Einige Einheiten liegen auf weiteren Plätzen, zum Beispiel für SAR-Aufgaben (RNAS Prestwick) oder Flugtraining (RAF Barkston Heath und RAF Shawbury). (Hinweis: In der englischen wikipedia existiert eine Liste auch ehemaliger Stützpunkte.)

Ausrüstung[Bearbeiten]

Merlin HM1, RAF Fairford
Sea King HC4 der Illustrious

Der FAA betreibt sowohl Starrflügel-Flugzeuge als auch Hubschrauber. Die Flugzeuge werden nach dem gleichen System bezeichnet, welches auch die RAF verwendet.

Die Harrier GR.9 Angriffsflugzeuge und die Schulflugzeugvariante Harrier T.12, die gemeinsam mit der Royal Air Force als „Joint Force Harrier“ genutzt wurden, sind Ende 2010 zunächst ersatzlos außer Dienst gestellt worden. Der FAA betreibt inzwischen (Stand Ende 2010) somit weniger als 150 Einsatz-Luftfahrzeuge, hauptsächlich Helikopter, und weniger als 50 Flugzeuge für Schulung und unterstützende Aufgaben.

Zukunftspläne[Bearbeiten]

Die Royal Navy plant, die F-35C Lightning II um etwa 2020 von den neuen Flugzeugträgern der Queen-Elizabeth-Klasse einzusetzen, deren Wasserverdrängung drei mal so groß wie die der vorgehenden Träger sein soll.

Erwähnenswerte Mitglieder des Fleet Air Arm[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Ray Sturtivant & Theo Ballance, The Squadrons of the Fleet Air Arm, Erstauflage 1994, Air Britain, Kent UK, ISBN 0-85130-223-8.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Fleet Air Arm – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Sea Your History - Interwar: Fleet Air Arm