Flemming Flindt

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Flemming Flindt (* 30. Juni 1936 in Kopenhagen; † 3. März 2009 in Sarasota/Florida) war ein dänischer Balletttänzer und Choreograph.

Flindt studierte an den Schulen des Königlichen Dänischen Balletts und der Pariser Oper und wurde 1955 achtzehnjährig Solotänzer des Königlichen Balletts. Als Gast trat er u.a. mit dem London Festival Ballet (1955), dem Ballet Rambert in Auguste Bournonvilles La Sylphide (1960), dem Royal Ballet in Frederick Ashtons Sylvia (1963) und 1968 dem Bolshoi Ballett auf.

1961 trat er an der Pariser Oper in Stücken wie La Sylphide, Harald Landers Études und Inszenierungen George Balanchines auf. 1963 debütierte er als Choreograph mit Enetime (La Leçon), einem ursprünglich für das Fernsehen konzipierten Ballett nach Eugène Ionesco. Dreißigjährig wurde er 1966 künstlerischer Leiter des Königlichen Dänischen Balletts. Nachdem er bereits als Tänzer auch in Stücken zeitgenössischer Choreographien wie Lander, Birgit Cullberg und Roland Petit Erfolg hatte, führte er nun mit dem Königlichen Ballett Werke Paul Taylors, Jerome Robbins', Glen Tetleys und Ron Fields auf.

Als eigene Choreographien brachte er u.a. Der wunderbare Mandarin (Béla Bartók, 1967), Der Triumph des Todes (Anders Koppel, 1971), Der Nussknacker (Peter Tschaikowski, 1971), Jeux (Claude Debussy, 1973) und Traumland (Anders Koppel, 1974) auf die Bühne. 1978 trennte er sich vom Königlichen Ballett und inszenierte mit einer eigenen Truppe Peter Maxwell Davies' Salome, in der er selbst mit seiner Frau, der Tänzerin Vivi Flindt, auftrat.

Von 1981 bis 1989 war Flindt künstlerischer Leiter des Dallas Ballett, danach arbeitete er als freiberuflicher Choreograph, häufig mit dem Cleveland Ballett. Für Rudolf Nurejew schuf er 1989 Der Mantel nach der Novelle von Nikolai Gogel und 1991 Der Tod in Venedig nach Thomas Mann (mit Nurejew als Gustav Aschenbach). In den 1990er Jahren arbeitete er erneut mit dem Königlichen Dänischen Ballett zusammen: 1991 führte er Caroline Matilde (Musik von P. M. Davies) auf, 1998 Legs of Fire (Musik von Erik Norby). Mit dem Ballet San Jose of Silicon Valley führte er 2004 Out of Africa, eine Adaption des gleichnamigen Buchs von Isak Dinesen auf.

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