Flensburg

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel befasst sich mit der deutschen Stadt Flensburg; zu anderen gleichnamigen Begriffen siehe Flensburg (Begriffsklärung).
Flensborg ist eine Weiterleitung auf diesen Artikel. Weitere Bedeutungen sind unter Flensborg (Begriffsklärung) aufgeführt.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Flensburg
Flensburg
Deutschlandkarte, Position der Stadt Flensburg hervorgehoben
54.7819444444449.436666666666712Koordinaten: 54° 47′ N, 9° 26′ O
Basisdaten
Bundesland: Schleswig-Holstein
Höhe: 12 m ü. NHN
Fläche: 56,38 km²
Einwohner: 83.462 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 1480 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 24937–24944
Vorwahl: 0461
Kfz-Kennzeichen: FL
Gemeindeschlüssel: 01 0 01 000
Stadtgliederung: 13 Stadtteile,
38 statistische Bezirke
Adresse der
Stadtverwaltung:
Rathausplatz 1
24937 Flensburg
Webpräsenz: www.flensburg.de
Oberbürgermeister: Simon Faber (SSW)
Lage der Stadt Flensburg in Schleswig-Holstein
Bremerhaven (zu Freie Hansestadt Bremen) Niedersachsen Freie und Hansestadt Hamburg Freie und Hansestadt Hamburg Mecklenburg-Vorpommern Helgoland (zu Kreis Pinneberg) Königreich Dänemark Kreis Nordfriesland Flensburg Kiel Neumünster Lübeck Kreis Herzogtum Lauenburg Kreis Stormarn Kreis Segeberg Kreis Ostholstein Kreis Pinneberg Kreis Steinburg Kreis Dithmarschen Kreis Schleswig-Flensburg Kreis Plön Kreis Rendsburg-EckernfördeKarte
Über dieses Bild
Flensburgs Logo für Öffentlichkeitsarbeit

Flensburg (dänisch und niederdeutsch: Flensborg, nordfriesisch: Flansborj, Flensborag, südjütisch: Flensborre) ist eine kreisfreie Stadt im Norden Schleswig-Holsteins. Nach Kiel und Lübeck ist Flensburg die drittgrößte Stadt des Landes und die größte im Landesteil Schleswig. Flensburg ist die nördlichste kreisfreie Stadt Deutschlands und liegt an der nördlichen Grenze der Halbinsel Angeln. Mit mehr als 8600 Studierenden ist die Stadt zudem ein bedeutender Hochschulstandort in der Region.

Luftbild mit dem Zentrum der Stadt Flensburg

Inhaltsverzeichnis

Geographie[Bearbeiten]

Flensburg, Ostufer
Flensburger Hafen, Westufer, alter Kollund-Anleger mit Kompagnietor und Sankt Marien
Letzte Sonnenstrahlen am Flensburger Hafen
Flensburger Hafen bei Nacht

Flensburg befindet sich im äußersten Norden des Bundeslandes Schleswig-Holstein, jedoch nicht direkt an der deutsch-dänischen Grenze, da die Gemeinde Harrislee zwischen Flensburg und dem Königreich Dänemark liegt. Nach der Flensburger Nachbarstadt Glücksburg ist sie die zweitnördlichste Stadt in Deutschland, wobei jedoch die Wegstrecke von Flensburg an die dänische Grenze kürzer ist und die Glücksburger über Flensburg fahren müssen, um den kürzesten Weg nach Dänemark zu nehmen, weshalb häufig Flensburg als nördlichste Stadt genannt wird, obwohl dies wie erwähnt so nicht wirklich richtig ist.[2] Flensburg liegt im inneren Winkel der Flensburger Förde, einer Ausbuchtung der Ostsee, teils in einem Tal, teils auf umliegenden Höhen wie dem Friesischen Berg und dem Marienberg. Das Ostufer Flensburgs wird bereits zur Halbinsel Angeln gerechnet.

Die Stadt liegt etwa 20 m ü. NN. Die sich in einem Tal befindende Altstadt liegt bei 12 m und der höchste Punkt der Stadt bei 63,7 m ü. NN. Die Stadtgrenze ist 32,0 km lang. Die größte Ausdehnung des Stadtgebiets beträgt von Norden nach Süden 7,6 km und von Osten nach Westen 9,6 km.

Stadtteile[Bearbeiten]

Die Stadt Flensburg teilt sich in 13 Stadtteile, die sich wiederum in insgesamt 38 statistische Bezirke gliedern,[3] wobei die Grenzen der Stadtteile und Stadtbezirke dabei nur selten den Grenzen der früheren Landgemeinden bzw. den historischen Kirchspielgrenzen auf dem alten Stadtfeld genau entsprechen.

Stadtteile Flensburgs sind 1. die Altstadt, bestehend aus St. Nikolai, St. Marien und dem Gertrudenviertel, also die Flensburger Innenstadt, 2. Neustadt (dän. Nystaden) (mit Duburg), 3. Nordstadt (mit Klues), 4. Westliche Höhe, 5. Friesischer Berg (Friserbjerg), 6. Weiche (Sporskifte), 7. Südstadt, 8. Sandberg (mit Adelbylund), 9. Jürgensby (Jørgensby) zusammen mit dem Johannesviertel, 10. Fruerlund, 11. Mürwik (Mørvig), 12. Engelsby und 13. Tarup (mit Sünderup).

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Folgende Gemeinden des Kreises Schleswig-Flensburg und der Region Syddanmark grenzen an die Stadt Flensburg (sie werden im Uhrzeigersinn – beginnend im Nordosten – genannt): Glücksburg (Amtsfreie Stadt), Wees (Amt Langballig), Maasbüll, Hürup, Tastrup und Freienwill (alle Amt Hürup), Handewitt (Amtsfreie Gemeinde), Harrislee (Amtsfreie Gemeinde) und Kommune Aabenraa (dt. Apenrade) auf dänischer Seite der Flensburger Förde.

Dabei gelten insbesondere das größere Harrislee, mit dem zugehörigen Wassersleben und Kupfermühle, sowie Wees und dem Tastrup als Vororte von Flensburg, da sie schon dicht mit der Stadt verwachsen sind und zum Teil auch auf die Infrastruktur der Stadt zurückgreifen. Da die städtlische Buslinie schon seit vielen Jahren auch nahtlos durch Wassersleben fährt, wird insbesondere dieser Teil der Gemeinde Harrislee von vielen Flensburgern als Ortsteil wahrgenommen. Zudem gehen auch viele junge Harrisleer auf weiterführende Schulen in Flensburg. Auch nehmen beispielsweise ganz selbstverständlich Harrisleer Künstler am Flensburger Neujahrsempfang teil.[4] Dennoch beharrt, trotz wiederholten Vorschlags der Stadt Flensburg seit den 1970er Jahren, die Gemeinde Harrislee auf ihre forcierte Eigenständigkeit.[5] Tastrup wiederum ist der letzte Rest der ehemaligen Gemeinde Adelby, welche schrittweise eingemeindet wurde. Durch den stetigen Ausbau des Ortsteils Sünderup wächst Flensburg immer deutlicher an Tastrup ran.[6] Ähnlich verhält es sich mit Wees, wo die an der Nordstraße gelegenen Flensburger Ortsteile Wasserloos und Kauslund durch Neubauten wachsen. Ein weitere Siedlung die schon seit vielen Jahren nahtlose mit Flensburg verwachsen ist, ist Meierwik, welches aber dennoch zu Glücksburg gehört. Ebenfalls schon recht stark an Flensburg herangewachsen ist Handewitt, welches sich an dem Flensburger Flughafen anschmiegt und nicht weit entfernt vom Flensburger Stadtteil Weiche liegt. Auch wird die Zusammengehörigkeit durch die seit 1990 bestehende Spielgemeinschaft Flensburg-Handewitt bestärkt. Des Weiteren gilt zuweilen auch Maasbüll als ein ländlicher Vorort von Flensburg, wobei das Dorf aber nicht mit Flensburg verwachsen ist und beim kaum bebauten Gebiet Vogelsang liegt, welches der Naherholung und der Landwirtschaft dient.

Nachbarstädte[Bearbeiten]

Mit Flensburgs Nachbarstädten findet neben einer Verwaltungsgemeinschaft mit Glücksburg (rund 5700 Einw.) auch eine Zusammenarbeit innerhalb der 1997 gegründeten Europaregion Sønderjylland-Schleswig statt, darunter auf deutscher Seite mit den Kreisstädten Husum (22.000 Einw.) im Kreis Nordfriesland und Schleswig (23.600 Einw.) im Kreis Schleswig-Flensburg, ehemalige Hauptstadt des Herzogtums Schleswig, sowie auf dänischer Seite mit Tønder (7500 Einw.) in der Tønder Kommune, Aabenraa (15.700 Einw.) in der Aabenraa Kommune, Haderslev (21.400 Einw.) in der Haderslev Kommune und Sønderborg (27.300 Einw.) in der Sønderborg Kommune. Nach einigen dieser Städte sind historische Ausfallstraßen benannt, ebenso wie nach Leck (7600 Einw.), Kappeln (8700 Einw.) und Eckernförde (21.700 Einw.). Nahegelegene Großstädte sind Schleswig-Holsteins Landeshauptstadt Kiel (239.800 Einw.) sowie in Dänemark Odense (170.300 Einw.) und Aarhus (256.000 Einw.); nächstgelegene Millionenstadt ist Hamburg (1,75 Mio. Einw.).

Tønder (49 km)
Ribe (87 km)
Esbjerg (118 km)
Aabenraa (33 km)
Kolding (86 km)
Aarhus (185 km)
Glücksburg (10 km)
Sønderborg (39 km)
Odense (155 km)
Leck (34 km)
Niebüll (46 km)
Nachbargemeinden
Husum (46 km) Schleswig (39 km)
Rendsburg (64 km)
Hamburg (158 km)
Kappeln (45 km)
Eckernförde (58 km)
Kiel (85 km)

Natur- und Landschaftsschutzgebiete[Bearbeiten]

Das seit 2003 erste und einzige Naturschutzgebiet Flensburgs, Twedter Feld (89 ha), liegt im Stadtteil Mürwik. Weiterhin sind 14 Areale als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen, darunter im Osten der Landschaftsteil Vogelsang-Trögelsby (278 ha) und das Osbektal (62 ha), im Westen das Marienautal (137 ha) und größte Waldgebiet der Stadt, die Marienhölzung (250 ha), sowie im Nordwesten das Klusrieser Gehölz (106 ha).[7]

Geschichte[Bearbeiten]

Name[Bearbeiten]

Die Herkunft des erstmals 1248 erwähnten Stadtnamens Flensburg konnte noch nicht geklärt werden. Einer Sage nach gab Herzog Knud Lavard einem Ritter Fleno den Auftrag, am Ende der Förde eine Burg zu errichten. Diese Fleno-Burg soll der Stadt ihren Namen gegeben haben.[8] Eine neue Theorie besagt, dass sich der Name von einer kleinen Turmfestung ableite, deren Fundamente in der Nähe der Marienkirche gefunden wurden und die auf einer kleinen Insel lag.[9]

Bei der ersten Burg in Flensburg könnte es sich eventuell auch um die Finnsburg gehandelt haben, bekannt aus dem Finnsburg-Fragment aus dem 7. Jahrhundert. Wäre dem so, würde sich der Name Flensburg eventuell vom Namen des Friesenherrschers Finn ableiten.

Anfänge[Bearbeiten]

Spätestens Mitte des 12. Jahrhunderts[10] entstanden am inneren Teil der Flensburger Förde Handels- und Fischersiedlungen um die späteren Kirchen Sankt Johannis, Sankt Nikolai, Sankt Marien und Sankt Gertrud. Die erstgenannte und wohl älteste Siedlung war ein jüngerer Teil der Husbyharde in Angeln. Die übrigens befanden sich westlich der Förde und des hier einmündenden Bachs Scherrebek und lagen so in der Wiesharde. Das gesamte Gebiet gehörte damals zum Königreich Dänemark. Historiker nehmen an, dass es mehrere Gründe für die Wahl dieses Standortes gab:

Nach der Vernichtung der wendischen Land- und Seeherrschaft durch die Dänen unter Waldemar I. und die Sachsen unter Heinrich dem Löwen erlangten die kleinen Handelsniederlassungen größere Bedeutung und wuchsen immer mehr zusammen. Zu dieser Zeit existierte bereits die Knudsgilde, die schon damals mit Vorrechten ausgestattet war und in der Folge auf das Stadtregiment Einfluss ausüben konnte.

Nachdem Flensburg in den Kämpfen 1248 zwischen dem dänischen König Erik Plovpenning und seinem Bruder und Nachfolger Abel zerstört worden war, förderte Abel den Wiederaufbau.

Die Stadtrechtsurkunde Flensburgs aus dem Jahr 1284

1284 wurde dem neuen Ort das Stadtrecht, dessen Inhalt auf einen sehr regen Handelsverkehr schließen lässt, vom dänischen König Erik Glipping verliehen und von Herzog Waldemar IV. von Schleswig bestätigt. Flensburg wurde rasch die bedeutendste Stadt des Herzogtums Schleswig. Das Herzogtum Schleswig war ein dänisches Lehen mit dem dänischen König als Lehnsherrn und gehörte im Gegensatz zum südlich angrenzenden Holstein nicht zum Heiligen Römischen Reich. Wie andere schleswigsche Städte war Flensburg auch nicht Mitglied der Hanse. Dennoch bestanden enge Handelskontakte zu deutschen und europäischen Hansestädten. Ein bedeutendes Handelsgut jener Zeit waren in Salz eingelegte Heringe. Sie wurden in viele europäische Länder verschickt. Die bestimmende Macht in Flensburg war noch bis in die Reformation die Knudsgilde, die aus wohlhabenden Kaufleuten bestand.

Vermutlich 1263 oder früher wurde das Minoritenkloster erbaut.

Die Handelsstadt im Mittelalter und in der frühen Neuzeit[Bearbeiten]

Ab 1409 begannen die Auseinandersetzungen zwischen Holsteinern und Dänen um die Vormacht in Schleswig (siehe auch Sønderjylland). 1411 erreichte Königin Margarethe I. im Vertrag von Kolding die Abtretung großer Teile des Herzogtums Schleswig an Dänemark. Im selben Jahr wurde die Duburg auf dem Marienberg errichtet.

Flensburger Hafen um 1783
Flensburger Hafen um 1833

Am 28. Oktober 1412 starb Margarethe I. an Bord eines Schiffes im Hafen von Flensburg an der Pest. Die Pest und andere infektiöse Krankheiten waren für mittelalterliche Städte ein großes Problem. In gewissen Abständen rafften Pocken, die vom Rattenfloh (Xenopsylla cheopis) verursachte Beulenpest, die Rote Ruhr oder andere Seuchen große Teile der Flensburger Bevölkerung dahin. Leprakranke wurden im St.-Jürgen-Hospital (vor 1290 errichtet) isoliert, das vor den Toren der Stadt (heute: St.-Jürgen-Kirche) lag. Um 1500 wurde die Syphilis eingeschleppt. Das kirchliche Hospital Zum Heiligen Geist (heute: Heiliggeistkirche) steht in der Großen Straße (heute Flensburger Fußgängerzone).

Der Alltag der Flensburger war hart, die Verkehrswege waren schlecht. Die Hauptstraßen waren nicht gepflastert und unbeleuchtet. Teilweise waren die Bürger verpflichtet, die von Viehdung durchtränkten Wege mit Holzstegen passierbar zu machen. Fenster hatten nur wenige Patrizierhäuser. Jeder Bürgerhaushalt hielt Vieh im Haus und Hof. Bürger hatten zudem eigene Kuh- und Schweinehirten, die das Vieh tagsüber außerhalb der Stadt hüteten.

1485 kam es in Flensburg zu einem Großbrand. Auch von Sturmfluten blieb die Stadt nicht verschont. Am Kompagnietor lassen sich heute noch die Wasserstände früherer Sturmfluten ablesen.

Ab 1526 fasste die lutherische Lehre in Flensburg Fuß. Damals predigte der Husumer Reformator Hermann Tast in der Stadt. Unterstützt vom jungen Herzog Christian trieb der ehemalige Dominikanermönch Gerd Slewert die Reformation voran. In der Folge öffnete sich Flensburg immer mehr der deutschen Kultur und Sprache, während das Umland dänisch geprägt blieb.

Nach dem Niedergang der Hanse im 16. Jahrhundert galt Flensburg als eine der bedeutendsten Handelsstädte im skandinavischen Raum. Selbst bis ins Mittelmeer, nach Grönland und in die Karibik reichten die Aktivitäten Flensburger Kaufleute. Die wichtigsten Handelswaren waren neben den Heringen zunächst Zucker und Tran, der auf der so genannten Grönlandfahrt durch Walfang gewonnen wurde. Erst der Dreißigjährige Krieg beendete die Blütezeit. Der Einfall der Kaiserlichen unter Wallenstein 1627 und 1628 wie auch die dänisch-schwedischen Kriege 1643–1645 und 1657–1660 schlugen dem Wohlstand der Stadt erhebliche Wunden.

Wiederaufschwung im 18./19. Jahrhundert[Bearbeiten]

Ansicht von Flensburg (um 1830)

Im 18. Jahrhundert erlebte Flensburg dank des Rumhandels eine zweite Blüte. Der Rohrzucker wurde aus Dänisch-Westindien importiert und in Flensburg raffiniert, vermutlich im Rahmen des Dreieckshandels. Erst im 19. Jahrhundert, im Zuge der Industrialisierung, konnten sich die Flensburger Zuckerraffinerien nicht mehr gegen die Konkurrenz der benachbarten Metropolen Kopenhagen und Hamburg behaupten.

Der in Flensburg verschnittene Rum war dann ein Ausweichgeschäft im Westindienhandel, von wo er eingeführt und als Rum-Verschnitt in ganz Europa vertrieben wurde. Nach dem Deutsch-Dänischen Krieg 1864 wurde das Zuckerrohr statt aus Dänisch-Westindien aus dem damals britischen Jamaika bezogen. Von einst weit über 20 Rumhäusern (unter anderem Hansen, Pott, Sonnberg, Asmussen und Detleffsen), die die Stadt geprägt haben, besteht heute noch das Rumhaus A. H. Johannsen in der Marienstraße.

Die Stadt begann im 18. Jahrhundert zudem über die Stadtmauer hinaus zu wachsen. Es entstand der Stadtteil Neustadt[11] und mit dem Hafermarkt zudem ein weiter Marktplatz nahe St. Johannis.[12] Zwischen 1460 und 1864 war Flensburg nach Kopenhagen der zweitgrößte Hafen im Dänischen Gesamtstaat und außerhalb des Königreiches Dänemark sogar der größte. Nach dem Deutsch-Dänischen Krieg (1864) kam die Stadt zu Preußen und deutsche Sprache und Kultur, die bereits seit der Reformation zunehmend Fuß im Flensburger Bürgertum gefasst hatten, prägten nun immer stärker das Leben der Stadt. Dennoch zählt sich bis heute eine große Minderheit der Flensburger zur dänischen Volksgruppe.

Der Arzt Peter Henningsen gründete 1875 mit Kaufleuten zusammen die Ostseebadgesellschaft und versuchte ein Freibad mit Kurbetrieb an der Flensburger Förde zu etablieren. Von den Plänen verblieb der heutige Strand Ostseebad.[13]

20. Jahrhundert[Bearbeiten]

In diesem Artikel oder Abschnitt fehlen folgende wichtige Informationen: Es fehlt eine Darstellung des Nationalsozialismus und seiner Verbrechen in Flensburg. Auch in Flensburg gab es Willkür wie Verfolgung Unschuldiger, Judenverfolgung und Verfolgung von Demokraten.

Du kannst Wikipedia helfen, indem du sie recherchierst und einfügst, aber kopiere bitte keine fremden Texte in diesen Artikel.

Am 1. April 1889 wurde Flensburg ein eigenständiger Stadtkreis (kreisfreie Stadt) innerhalb der Provinz Schleswig-Holstein, blieb aber Sitz des Landkreises Flensburg. 1920 wurde nach Beschluss des Völkerbundes über den Grenzverlauf in Schleswig (Südjütland) abgestimmt. In Nordschleswig wurde en bloc abgestimmt. Es entschieden sich dort 75% der gesamten Bevölkerung für Dänemark, wohingegen die zahlenmäßig unterlegene Bevölkerung der südlich gelegenen Städte in diesem Gebiet für Deutschland stimmte und so von der nördlichen Landbevölkerung überstimmt wurden. So gingen die Städte Tondern (mit 76% Stimmen für Deutschland), Hoyer (mit 73% Stimmen für Deutschland), Tingleff (mit 64% Stimmen für Deutschland), das östlicher gelegene Sonderburg (mit 55% Stimmen für Deutschland) und das schon etwas nördlicher gelegene Apenrade (mit 54% Stimmen für Deutschland) sowie die südlichen Gebiete des Abstimmungsgebietes, in welchen ungefähr 40-59 %, teilweise sogar mehr der Befragten für Deutschland stimmten an Dänemark. Das gemeindeweise abstimmende Südschleswig mitsamt Flensburg votierte mit großer Mehrheit für den Verbleib bei Deutschland. Die Hoffnung der dänischen Seite, die eine oder andere Gemeinde auf Grund des kleineren Zuschnittes in diesem Bereich zu gewinnen, erfüllte sich somit nicht. Nur in drei Gemeinden der ansonsten mehrheitlich für Deutschland votierenden Inseln Sylt und Föhr ergab sich eine schwache dänische Mehrheit.[14] Infolge der im Versailler Vertrag definierten Zuschnitte der Abstimmungszonen und Abstimmungsmodalitäten fielen somit große Teile des Umlandes, insbesondere des Landkreises Flensburg, der Kollunder Wald an Dänemark; Flensburg wurde Grenzstadt. [15]

Die Stadt Flensburg erhielt von der deutschen Reichsregierung als Dank für das pro-deutsche Stimmverhalten das Deutsche Haus. Borgerforeningen und Flensborghus entwickelten sich zu Zentren der dänischen Flensburger.

Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 wurde die Stadtverwaltung auch in Flensburg gleichgeschaltet und mit Wilhelm Sievers ein langjähriges NSDAP-Mitglied zum Oberbürgermeister ernannt. Dieser wurde nach einer parteiinternen Intrige Ende 1935 durch Ernst Kracht ersetzt. Im Zuge der Aufrüstung wuchs Flensburgs Bedeutung als Marinestützpunkt und Heeresgarnison. Während des Zweiten Weltkriegs erlitt die Stadt dennoch nur punktuell Kriegsschäden durch 41 Bombenabwürfe, die insgesamt 176 Tote forderten und die Stadt zu 4,7% zerstörten[16]. Am 19. Mai 1943 starben allerdings 15 Kinder und 2 Mitarbeiter eines dänischen Kindergartens, als der Luftschutzkeller an der nahe bei Werft und Kraftwerk gelegenen Batteriestraße einen Volltreffer erhielt. Durch die 41 Luftangriffe auf Flensburg wurden rund 1000 Wohnungen völlig zerstört[17]. Kurz nach dem Krieg forderte die Explosion eines Munitionslagers zahlreiche Opfer.

1945 war Flensburg für einige Wochen Sitz der letzten Reichsregierung unter Admiral Karl Dönitz, die nach dem Suizid Adolf Hitlers am 30. April 1945 und der Eroberung von Berlin Quartier in der Marineschule Mürwik nahm. Dort wurden ihre Mitglieder am 23. Mai 1945 von britischen Truppen abgesetzt und verhaftet.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs gehörte Flensburg zur Britischen Besatzungszone. Die britische Militärverwaltung richtete in Flensburg zwei DP-Lager zur Unterbringung so genannter Displaced Persons ein. Die Mehrzahl von ihnen waren ehemalige Zwangsarbeiter aus Polen, der Ukraine, dem Baltikum und Jugoslawien.

In der Zeit nach dem Krieg gelangten viele Vertriebene in die Stadt, so dass die Einwohnerzahl 100.000 überschritt und Flensburg für einige Jahre Großstadt war. Wie im übrigen Landesteil Schleswig entwickelte sich nach 1945 auch in Flensburg eine relativ starke prodänische Bewegung, die an die Ideen der Eiderdänen anknüpfte. Ziel vieler Anhänger war der Anschluss der Stadt an Dänemark. Flensburg hatte so noch einige Jahre nach 1945 Bürgermeister aus der dänischen Minderheit.

Am ehemaligen Marinestützpunkt befindet sich heute mit Sonwik ein neuer Stadtteil mit modernen Wasserhäusern am neuen Yachthafen. (2007)

Nach Gründung der Bundesrepublik Deutschland profitierte Flensburg zunehmend von der Ansiedlung militärischer Einrichtungen, die auch die wirtschaftlichen Nachteile der Randlage der Stadt kompensieren sollten. Seit der deutschen Wiedervereinigung nahm die Zahl der Soldaten jedoch wieder um über 8.000 ab, da Militäreinrichtungen abgebaut oder in die östlichen Bundesländer verlagert wurden. Insbesondere die größeren schwimmenden Einheiten wurden zusammen mit den landgestützten Versorgungseinrichtungen nach Mecklenburg-Vorpommern verlegt. So entfiel auch der zeitaufwändige Marsch der Flotteneinheiten durch die Flensburger Förde in ihre Einsatzgebiete in der Ostsee. Heute werden die ehemaligen Hafenanlagen der Bundesmarine durch Sportboote zivil genutzt (Marina Sonwik).

Eine große Rolle spielt bis heute der deutsch-dänische Grenzhandel. Einige dänische Unternehmen wie Danfoss siedelten sich aus steuerlichen Gründen direkt südlich der Grenze in Flensburg und seinen Nachbargemeinden an.

1970 wurde der Kreis Flensburg-Land um die Gemeinden des Amtes Medelby im Kreis Südtondern erweitert und 1974 mit dem Kreis Schleswig zum neuen Kreis Schleswig-Flensburg vereinigt, dessen Kreissitz die Stadt Schleswig wurde. Damit verlor Flensburg seine Funktion als Kreisstadt, blieb selbst aber eine kreisfreie Stadt.

21. Jahrhundert[Bearbeiten]

Heute ist Flensburg die größte Stadt im Landesteil Schleswig und Zentrum des deutsch-dänischen Grenzlandes. Die Stadt ist Universitäts- und Fachhochschulsitz und bis heute geprägt von Marine, Grenzhandel sowie ihrer Geschichte als Rumstadt. Aufgrund der schlechten Finanzlage der Stadt beschloss der Rat im Jahr 2006 den Verkauf des Kollunder Waldes an eine Privatperson.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts umfasste das Stadtgebiet von Flensburg eine Fläche von insgesamt 2639 Hektar. Ab 1874 wurden folgende Gemeinden bzw. Gemarkungen in die Stadt Flensburg eingegliedert:

Jahr Orte Zuwachs in ha
1398 Rude[18]
24. Februar 1874 Süder- und Norder-St. Jürgen 36,58
27. Juni 1875 Achter de Möhl 3,58
27. Juli 1875 Duburg 10,58
27. Juli 1875 Hohlwege 5,58
01. Dezember 1900 Jürgensgaard 205,58
01. April 1909 Klues 19,58
01. April 1910 Twedt, Twedterholz/Fruerlund und Engelsby 1458,58
26. April 1916 Teil des Kluesrieser Forstes (incl. Wasserfläche) 146,58
26. April 1970 Adelbylund (Gemeinde Adelby) 132,58
01. November 1971[19] Ausgemeindung des Strandes von Wassersleben 147,58
24. März 1974[19] Sünderup und Tarup (Gemeinde Adelby) 494,58
2007 Flächenübernahme von der Gemeinde Tastrup[20]

Bevölkerung und Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Mit Beginn der Industrialisierung im 19. Jahrhundert setzte in Flensburg ein starkes Bevölkerungswachstum ein. Lebten in der Stadt 1835 etwa 12.000 Menschen, so waren es 1900 bereits rund 50.000. Im Jahre 1945 überschritt die Einwohnerzahl der Stadt Flensburg die Grenze von 100.000, wodurch sie zur Großstadt wurde. 1949 erreichte die Bevölkerungszahl der Stadt mit 108.585 (mit Flüchtlingen) ihren historischen Höchststand. 1952 sank die Zahl wieder unter die Grenze von 100.000 und ist seitdem weiter gefallen. Am 31. Dezember 2012 betrug die „Amtliche Einwohnerzahl“ nach Fortschreibung des Statistischen Amtes Hamburg und Schleswig-Holstein 83.462 Einwohner. Davon stellen die Dänen mit 2178 Personen (Stand: 30. Dezember 2011) den größten Anteil an der ausländischen Bevölkerung, gefolgt von Türken (952), Polen (469), Griechen (255) und Russen (236)[21]. Der Großraum Flensburg, bestehend aus der Stadt und den sie umgebenden Ortschaften, zählt rund 133.000 Einwohner.

Sprachen[Bearbeiten]

Dänisch lernen-Banner in Flensburg

In Flensburg werden verschiedene Sprachen und Dialekte gesprochen. Neben hochsprachlichem Deutsch (Standarddeutsch) sind dies der heimische niederdeutsche Dialekt des Niedersächsischen (Plattdeutsch), Dänisch und Sønderjysk (Plattdänisch). Nur wenige der aus Nordfriesland zugewanderten Friesen sprechen heute noch ihr Nordfriesisch. Die Herkunft der weit verbreiteten Begrüßungsanrede Moin Moin wird unter anderem in der niederdeutschen und ostfriesischen Sprache vermutet.[22]

Eine Besonderheit ist das Flensburger Petuh (auch Petu). Petuh verbindet Elemente von hochsprachlichem Deutsch, Niederdeutsch und Dänisch. Diese Mundart wird nur noch von wenigen Flensburgern gesprochen.

Religion[Bearbeiten]

Seit der Eingemeindung von Tarup ist die Adelbyer Johanniskirche aus dem 11. Jahrhundert die älteste Kirche Flensburgs. (2007)

Evangelisch-lutherische Kirchen[Bearbeiten]

Flensburgs Evangelisch-Lutherische Gemeinden sind Teil der Nordelbischen Landeskirche oder der Dänischen Kirche in Südschleswig. Zudem besteht eine kleine Gemeinde der altkonfessionellen Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche.

Die Stadt und das Umland war traditionell Teil des bereits im Jahr 948 gegründeten Bistum Schleswig. 1526 wurde mit der ersten lutherischen Predigt in Sankt Nikolai die Reformation eingeführt. 1540 entstand in den Herzogtümern schließlich die Evangelisch-Lutherische Landeskirche Schleswig-Holstein, die sich im Jahre 1977 mit den Landeskirchen in Lübeck und Hamburg zur Nordelbischen Kirche vereinigte.

Flensburg ist Sitz[23] des am 1. Mai 2009 aus einer Fusion der bisherigen Kirchenkreise Flensburg, Schleswig und Angeln entstandenen Kirchenkreises Schleswig-Flensburg[24] innerhalb des Sprengel Schleswig und Holstein. Dem neuen Kirchenkreis Schleswig-Flensburg gehören 24 Kirchengemeinden innerhalb der Stadt Flensburg und dem Kreis Schleswig-Flensburg an. Die deutschen evangelisch-lutherischen Kirchengemeinden in Flensburg sind:

Heiliggeistkirche von 1386 (Foto von 2011, Adventszeit)

Parallel zur deutschen Landeskirche entstand 1920 die Dänische Kirche in Südschleswig, die die kirchliche Arbeit innerhalb der dänischen Minderheit bündelt. Deren Hauptkirche ist die Heiliggeistkirche in der Altstadt. Die übrigen Kirchen der Altstadt (Sankt Nikolai, Sankt Marien und Sankt Johannes) gehören der Nordelbischen Kirche an. Die dänischen evangelisch-lutherischen Gemeinden der Stadt sind:[25]

  • Helligåndskirken (Altstadt)
  • Ansgar (Flensburg-Nord)
  • Sct. Jørgen-Mørvig
  • Sct. Hans og Adelby
  • Sporskifte

Römisch-Katholische Kirche[Bearbeiten]

Im 19. Jahrhundert siedelten wieder Katholiken in der Stadt. Im Jahre 1899 wurde die katholische Pfarrkirche St. Marien in der Flensburger Innenstadt erbaut. Da das Bistum Schleswig seit der Reformation nicht mehr existierte, gehörten die katholischen Gemeinden Flensburgs zum Apostolischen Vikariat der Nordischen Missionen. 1930 wurde das Gebiet Schleswig-Holsteins auf Grund des Preußischen Konkordates von 1929 dem Bistum Osnabrück eingegliedert. Aus den nördlichen Gebieten dieses Bistums entstand 1993 das neue Erzbistum Hamburg. Innerhalb des Erzbistums Hamburg gehören zum Dekanat Flensburg die 5 Pfarrgemeinden[26]

  • St. Marien Schmerzhafte Mutter (in der Flensburger Innenstadt)
  • St. Ansgar (in Flensburg-Mürwik)
  • sowie St. Anna (im Flensburger Vorort Harrislee), St. Laurentius (in Glücksburg) und St. Martin (in Tarp)

Evangelische Freikirchen[Bearbeiten]

Neben den genannten Kirchen bestehen in Flensburg auch Gemeinden evangelischer Freikirchen. Diese sind:

Sonstige Kirchen[Bearbeiten]

Weitere Religionen[Bearbeiten]

  • Seit einigen Jahren besteht wieder eine kleine jüdische Gemeinde in der Stadt.
  • In Flensburg gibt es zwei islamische Gemeinden, die über eigene Moscheen verfügen.

Politik[Bearbeiten]

Politische Gremien[Bearbeiten]

An der Spitze der Stadt Flensburg stand seit Jahrhunderten der Rat, mit zwei Bürgermeistern, je einer für die Nordstadt (Sankt Marien) und einer für die Südstadt (Sankt Nikolai und Sankt Johannis). Die Mitglieder des Rates und die Bürgermeister wurden vom Rat selbst bestimmt. Schieden Ratsmitglieder aus, wurden von den verbliebenen Ratsherren Nachfolger bestimmt, wobei jede der beiden Stadthälften gleich viele Mitglieder im Rat hatte. Die Ratsherren trugen meist den Titel „Senator“.

Der Rat bestand in Flensburg bis 1742, dann wurde der „Bürgermeister des Nordens“ zum „Dirigierenden Bürgermeister“ und wurde vom Landesherrn, also dem König von Dänemark, ernannt. Aus diesem „Dirigierenden Bürgermeister“ wurde später der „Erste Bürgermeister“. Der „Zweite Bürgermeister“ trug lediglich den Titel „Bürgermeister“. Nach dem Übergang der Stadt an Preußen wurden ab 1870 die Bürgermeister von den Bürgern der Stadt gewählt, wobei der Erste Bürgermeister meist den Titel „Oberbürgermeister“ erhielt. Während der Zeit des Nationalsozialismus erfolgte die Ernennung des Stadtoberhauptes direkt durch die NSDAP.

Flensburger Rathaus (2013)

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde nach britischem Vorbild eine zweiteilige Verwaltungsspitze eingeführt. An der Spitze der Stadt stand zunächst als Vorsitzender des Rates und des Magistrats der vom Rat gewählte Oberbürgermeister. Daneben gab es als Leiter der Verwaltung einen „Oberstadtdirektor“. 1950 trat die neue schleswig-holsteinische Gemeindeordnung in Kraft. Danach wurde der Titel „Oberbürgermeister“ (wieder) auf den Leiter der Verwaltung übertragen. Er wurde zunächst weiterhin vom Rat gewählt. Der Vorsitzende des Rates trägt seither den Titel „Stadtpräsident“. Dieser wird ebenfalls nach jeder Kommunalwahl vom Rat gewählt. Seit 1999 wird der Oberbürgermeister jedoch wieder von der Bevölkerung direkt gewählt.

Oberbürgermeister[Bearbeiten]

Der erste direkt gewählte Oberbürgermeister Hermann Stell verstarb am 4. Mai 2004, nachdem er zwei Tage zuvor vor dem Finalspiel des DHB-Pokals einen Schlaganfall erlitten hatte.[27] Zu seinem Nachfolger wurde mit 59 Prozent der Stimmen am 14. November 2004 der parteilose, von der CDU vorgeschlagene Klaus Tscheuschner gewählt. Dieser konzentrierte sich auf Sparmaßnahmen, Infrastrukturprojekte wie den Abschluss der Osttangente und die Entbürokratisierung der Verwaltung.

Im Oktober 2010 wurde ein neuer Oberbürgermeister in Flensburg gewählt. Bei der Wahl am 31. Oktober 2010 traten insgesamt neun Kandidaten an.[28] Dabei qualifizierten sich Elfi Heesch (mit 25,1 Prozent, CDU/Grüne) und Simon Faber (19,4 Prozent, SSW) für die Stichwahl am 21. November 2010. In dieser siegte Faber mit 54,8 Prozent über Heesch (45,2 Prozent).

Ratsversammlung[Bearbeiten]

Wahl zur Ratsversammlung 2013
Wahlbeteiligung: 35,9 %
 %
30
20
10
0
22,1
20,7
19,0
15,0
12,5
4,1
3,7
2,9
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2008
 %p
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
+1,6
+4,8
-3,0
-7,3
+5,2
-0,5
-3,6
+2,8
Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/Anmerkungen
Anmerkungen:
d WIR in Flensburg

Die Ratsversammlung ist die kommunale Volksvertretung der Stadt Flensburg. Über die Zusammensetzung entscheiden die Bürger alle fünf Jahre. Die letzte Wahl fand am 26. Mai 2013 statt.

Rathaus[Bearbeiten]

Ehemals befand sich das Rathaus auf dem ehemaligen Thingplatz in der Nähe des jetzigen Stadttheaters in der Rathausstraße. Später wurde das ehemalige Ständehaus am Holm als provisorisches Rathaus genutzt. Beide Häuser stehen heute nicht mehr, das letztere wich in den 1960er Jahren einem größeren Kaufhausbau. 1964 erfolgte der Einzug der Stadtverwaltung in einen von Carl-Friedrich Fischer entworfenen, 17stöckigen, grauen Betonbau, der Mitte der 1990er Jahre für rund 50 Mio. saniert wurde. In direkter Nachbarschaft zum Rathaus am Pferdewasser steht die Besenbruchvilla, in der das Standesamt untergebracht ist.

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: „In Gold über blauem Wellenschildfuß ein sechseckiger roter Turm mit blauem Spitzdach, aus dem übereinander zwei herschauende, rot gezungte blaue Löwen hervorbrechen; oben ein roter Schild mit silbernem Nesselblatt.“[29]

Die beiden Schleswigschen Löwen symbolisieren Schleswig. Das Nesselblatt steht für Holstein und wurde erstmals während der Pfandherrschaft der Schauenburger Grafen über Schleswig im 15. Jahrhundert eingeführt, doch erst in der Kaiserzeit wieder als fester Bestandteil des Wappens übernommen. Der Turm weist auf die alten Stadtrechte Flensburgs und auf die frühere Burg hin, die der Stadt ihren Namen gab. Die Wellen deuten auf die Lage der Stadt an der Flensburger Förde hin.

Das Wappen wurde durch König Wilhelm II. von Preußen im Jahre 1901 verliehen und in einer überarbeiteten Form am 19. Januar 1937 durch den Oberpräsidenten der Provinz Schleswig-Holstein neu genehmigt.

Flagge[Bearbeiten]

Blasonierung: „Auf blauem Flaggentuch das Stadtwappen, etwas zur Stange hin verschoben.“[29]

Verwaltungsgemeinschaft[Bearbeiten]

Flensburg führt seit dem 1. Januar 2008 im Rahmen einer Verwaltungsgemeinschaft die Verwaltungsgeschäfte von Glücksburg.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Flensburg unterhält Städtepartnerschaften mit Carlisle in England (Vereinigtes Königreich) (seit 1961), mit Neubrandenburg in Mecklenburg-Vorpommern (seit 1987) und mit Słupsk, dt. Stolp, in Polen (seit 1988). Carlisle, Flensburg und Słupsk bilden eine Dreieckspartnerschaft.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

In der Liste der Kulturdenkmale in Flensburg stehen die in der Denkmalliste des Landes Schleswig-Holstein eingetragenen Kulturdenkmale.

Theater[Bearbeiten]

Das Stadttheater ist Spielstätte des Schleswig-Holsteinischen Landestheaters und Sinfonieorchesters (2009).
Das Porticus von 1740, älteste Kneipe der Stadt, mit dem kleinen Orpheus Theater im Obergeschoss
Das Deutsche Haus, eine Versammlungs- und Veranstaltungshalle von 1930, beherbergt u.a. auch das Kino 51 Stufen und ein Puppentheater (Foto von 2007)

Vorläufer[Bearbeiten]

Vorläufer des Theaterlebens in Flensburg waren, abgesehen von fahrenden Leuten wie Gauklern und Pupenspielern, Aufführungen der evangelischen Lateinschule, heute Altes Gymnasium, die bisweilen den lateinischen Stücken auch deutschsprachige Schulkomödien beifügte. Ab 1732 erteilte der Magistrat Konzessionen an umherreisende Schauspielertruppen, deren Theaterstätte sich bis 1795 zumeist im ersten Saal des Alten Rathauses (1445–1883) an der Westseite des Straßenzuges Holm-Große Straße befand. Im Rathaushof an der Stelle des heutigen Stadttheaters öffnete am 17. September 1795 Flensburgs erstes eigenes Theatergebäude, das Schauspielhaus, seine Pforten, in dem am Anfang vor allem die Hofschauspielergesellschaft aus Gottorf Gastspiele gab. Ab Mitte des 19. Jahrhunderts entstanden zwei weitere Theaterunternehmungen, deren Stücke ausschließlich im Sommer aufgeführt wurden und deren Namen sich am Vorbild des Tivolis in Kopenhagen orientierten: für das erste, alte Tivoli errichtete der Graveur Andresen neben einem zweistöckigen Wohnhaus an der Friesischen Straße 97 auch eine offene Bühne; für das zweite, das Neue Tivoli, erschufen Flensburger Geschäftsleute am oberen Südergraben einen Bühnenanbau in Nölcks Biergarten, einem beliebten Ausflugslokal, das 1877 um eine gewaltige Sängerhalle erweitert wurde. Bis die Halle 1906 durch ein Feuer zerstört wurde, fanden dort neben Theateraufführungen auch Großkonzerte statt. Zuvor, im Jahr 1883, entschied sich die Stadt für den Abriss des Schauspielhauses, welches elf Jahre später an gleicher Stelle durch das Stadttheater ersetzt wurde. Sein erster Intendant, Emil Fritzsche, eröffnete am 23. September 1894 mit einem Festakt das im Stil der italienischen Renaissance errichtete Gebäude und etablierte ein festes Theaterensemble.[30]

Gegenwart[Bearbeiten]

Die Flensburger Theaterszene spiegelt die sprachliche und kulturelle Vielfalt der Stadt wider und umfasst rund ein halbes Dutzend Theater mit fester Spielstätte, allesamt zentrumsnah in historischen Gebäuden einquartiert. Die Bühne des Stadttheaters in der Rathausstraße ist eines der Aufführungsorte des 1974 gegründeten Schleswig-Holsteinischen Landestheaters und Sinfonieorchesters, der größten Landesbühne Deutschlands, dessen Stücke sich den drei Sparten Oper, Schauspiel und Ballett widmen.[31]:140–141 Theater in plattdeutscher Sprache (in Trägerschaft eines Vereins) spielt das in den 1920er Jahren entstandene Ensemble der Niederdeutschen Bühne Flensburg, welches seit 1982 in einem Studio mit rund 100 Sitzplätzen in der Augustastraße 3–5 ansässig ist.[31]:169 Freies, professionelles Theater im Programm bietet seit den 1980er Jahren die Theaterwerkstatt Pilkentafel, die sich seit 1998 in einem Haus von 1771 in der gleichnamigen Straße (Pilkentafel 2) am Ostufer in Jürgensby befindet.[31]:185–186 Theaterstücke, Kabarett, Konzerte und Lesungen im Repertoire hat das 1992 gegründete Orpheus Theater, das mit 60 Sitzplätzen zu den kleinsten Theatern Deutschlands zählt. Untergebracht ist es in einem alten Fachwerkhaus an der Ecke Große Straße/Marienstraße oberhalb Flensburgs ältester Kneipe, dem Porticus von 1740.[31]:178 Unweit davon, in der Marienstraße 20, liegt Det lille Teater (Hjemmet), ein dänischsprachiges Amateurtheater und feste Institution seit 1966, in dessen Räumen rund 80 Zuschauer Platz finden.[31]:144 Ein weiteres kleines Theater mit Raum für 60 Gäste ist das Krimmelmokel Puppentheater, das im November 2011 Unterschlupf im Deutschen Haus fand und sich an Kinder im Vorschul- und Schulalter wendet.[32]

Kinos[Bearbeiten]

Im Jahr 1896 nahm die Geschichte des Kinos in Flensburg ihren Anfang, als in der Großen Straße 1 Filmbetrachter von Edison, sogenannte Kinetoskope, ausgestellt wurden. Erste Kurzfilme lockten noch im selben Jahr Besucher in verschiedene Varietés: zunächst ab dem 5. Dezember 1896 ins Colosseum, einen Tag später ins Tivoli und in darauffolgender Zeit in den Nordischen Hof (Norderstraße 76) sowie in die Harmonie in der Toosbüystraße 21.[33]

Am 8. September 1906 eröffnete das erste feste Kino der Stadt, das Kosmorama in der Nikolaistraße 10 mit 123 Sitzplätzen. Zahlreiche weitere Kinoeröffnungen folgten, darunter die des Palast-Theaters mit 230 Plätzen im Holm 35 und des Lichtspielhauses Opera, dem ersten Kino-Neubau, das später als Germania und Central-Tonfilmtheater von 1911 bis 1969 fast 60 Jahre lang bestand. Nach dem Ersten Weltkrieg eröffneten das Edens (später Corso) im Holm 19/21, das Colosseum in der Großen Straße 12 (mit rund 1000 Plätzen das größte Kino der Stadt), das Gloria (später Kammerlichtspiele bzw. Roxy) und 1929 das Schauenburg (später Capitol) in der Neustadt 50.[33]

Am 4. März 1930 präsentierte der Gloria-Palast mit Atlantis von E. A. Duponts erstmals einen Tonfilm in Flensburg. Zu Zeiten des Dritten Reiches bestimmten überwiegend Propagandafilme das Programm, die vor allem im Colosseum aufgeführt wurden. Nach dem Zweiten Weltkrieg gaben viele Kinobetreiber auf. Die, die sich gegenüber dem Fernsehen behaupten konnten, hießen Mürwiker Lichtspiele (später Pali), welches bis 1980 im Hotel Seewarte in der Mürwiker Straße untergebracht war, das Palast-Theater am Adelbyer Kirchenweg, welches als neugebautes Kino von 1955 bis 2003 bestand, das Odeon, welches bis 1986 als Programmkino ein Quartier im Flensburger Bahnhof fand, und das City in der Toosbüystraße 21, das sich von 1984 bis 2001 hielt.[33]

Die heute einzig verbliebenen Kinos sind das 1986 eröffnete Programmkino 51 Stufen im alten Musiksaal des Deutschen Haus (120 Sitzplätze), zugleich Spielstätte der Flensburger Kurzfilmtage, und seit 2000 das Kinoplex am ZOB[33] (heute UCI Kinowelt mit knapp 2000 Sitzplätzen in acht Sälen).

Flensburg als Filmkulisse[Bearbeiten]

Seit 1986, dem Beginn der Dreharbeiten zur Serie Der Landarzt, dient Flensburg der Serie als Kulisse für Außen- und Stadtaufnahmen. Teile des Kinofilms Werner – Beinhart! (1990) wurden ebenfalls in Flensburg gedreht. Die Serie Da kommt Kalle spielt dagegen sogar überwiegend in Flensburg, häufig dient hier der Hafen, aber auch viele andere Bereiche von Flensburg, als Drehort. 2005 drehte der in Flensburg geborene Regisseur Till Franzen seinen ersten abendfüllenden Spielfilm Die blaue Grenze in Flensburg und in der angrenzenden Region Syddanmark. Auch wurden Teile des Films Nimmermeer (2006) in Flensburg gedreht.

Archive und Bibliotheken[Bearbeiten]

Der Oluf-Samsons-Gang mit Blick auf die in der Norderstraße gelegene Dänischen Zentralbibliothek für Südschleswig (2003)

Flensburg ist Sitz mehrerer Bibliotheken und Archive.

Museen und Historischer Hafen[Bearbeiten]

In der Flensburger Museumslandschaft spielen zwei Ausstellungskomplexe eine entscheidende Rolle für den Tourismus der Stadt. Ein erster Komplex ist der westlich an die Innenstadt angrenzende Museumsberg. Die Ausstellungen des 1876 gegründeten städtischen Museums befassen sich in zwei Gebäuden mit der schleswigschen Kunst- und Kulturgeschichte vom Mittelalter bis in die Gegenwart. Das Spektrum reicht von Bauernstuben wie Döns und Pesel über Werke aus der Jugendstilära bis hin zu Malereien von Emil Nolde und Erich Heckel.[34] Im Erdgeschoss des Heinrich-Sauermann-Hauses ist seit 2001 zudem das Naturwissenschaftliche Museum untergebracht, das die Tier- und Pflanzenwelt des nördlichen Schleswig-Holsteins veranschaulicht. In dem ebenfalls vom Museum getragenen Christiansenpark befindet sich in einem ehemaligen Wirtschaftsgebäude von 1920 das Eiszeit-Haus, das Sammlungen zur Erdgeschichte beherbergt. Zum Museumsareal gehört auch der Alte Friedhof, auf dem der Idstedt-Löwe von 1862 an vergangene Auseinandersetzungen zwischen Deutschen und Dänen erinnert. Als Zeichen der Versöhnung kehrte das Denkmal nach einer Odyssee über Berlin (ab 1868) und Kopenhagen (ab 1945) im Jahr 2011 an seinen ursprünglichen Standort zurück.

Ein zweiter Komplex und bedeutsamer Tourismusfaktor ist der Historische Hafen auf der Westseite der Förde, vor allem im Sommer ein Besuchermagnet und zugleich Ort regelmäßiger Veranstaltungen. 1984 eröffnete hier in einem ehemaligen Zollpackhaus das Schifffahrtsmuseum, das sich wie der Museumsberg in städtischer Hand befindet und das 2012 nach knapp zweijähriger Umbauphase neu eröffnet wurde. Seitdem ist auch das ehemalige Zollamtsgebäude im Museumshof Bestandteil des Schifffahrtsmuseums. Hier dokumentiert Deutschlands einziges Rum-Museum die jahrhundertelange Geschichte des Flensburger Rumhandels, inklusive des Sklavenhandels.[35]. Gegenüber wird seit 1979 in Vereinsarbeit der Museumshafen von Flensburg betrieben, in dem sich entlang eines Holzstegs eine Vielzahl historischer Berufssegler aneinanderreiht. Ständiger Gast ist hier der 1931 erbaute Haikutter Dagmar Aaen, mit dem Arved Fuchs die Nordost- und die Nordwestpassage durchfahren hat. Am Ende des Stegs wurde 1991 ein Nachbau des Flensburger Hafenkrans errichtet, der von 1726 bis 1889 bestand. Auf der Landseite erhalten Besucher der Museumswerft seit 2001 einen Einblick in den Segelschiffbau vergangener Zeiten. Ein Stück weiter südlich in Höhe des Kompagnietors hat der Salondampfer Alexandra von 1908 seinen ständigen Liegeplatz mit eigener Brücke und Pavillon. Deutschlands letzter seegehender Passagierdampfer gilt als maritimes Wahrzeichen Flensburgs. Der Dampferbrücke schließt sich seit 2006 eine Sammlung klassischer Yachten an, die von gelben Holzhütten flankiert wird. Touristisch vermarktet werden die Attraktionen des Historischen Hafens über den fiktiven Flensburger Kapitänsweg, ein kultureller Rundgang, der an weiteren Sehenswürdigkeiten in der Innenstadt vorbeiführt.[36] Station des Weges ist auch der alte Fischereihafen am Ostufer, in dem das winzige Fischereimuseum Zeugnis über den einst so geschäftigen Fangbetrieb ablegt, der zu seinen Hochzeiten rund 150 Familien ernährte. Es entstand auf Initiative des 1872 gegründeten Flensburger Fischerei-Vereins, in dem die heute noch 80 verbliebenen Nebenerwerbsfischer organisiert sind (Stand 2012).[37]

In modernem Gewand gibt sich die Phänomenta, ein Science Center der Universität Flensburg, das seit Mitte der 1990er Jahre Natur und Technik erleb- und begreifbar macht. Ein umstrittener Erweiterungsbau sorgt seit seiner Eröffnung im Jahr 2008 für einen scharfen Kontrast zum angrenzenden Nordertor.

Weiter nördlich steht auf einem Hügel die denkmalgeschützte Bergmühle von 1792. Die letzte von einst 30 mahlfähigen Windmühlen der Stadt[38] öffnet mehrmals im Jahr ihre Pforten.

Im Stadtteil Mürwik besteht einmal wöchentlich Zugang zum Wehrgeschichtlichen Ausbildungszentrum, das in seiner Lehrsammlung seit 1991 anderthalb Jahrhunderte Marinegeschichte präsentiert. Es liegt auf dem Gelände der Marineschule Mürwik, das in der Regel Zivilisten verschlossen bleibt.

Bauwerke[Bearbeiten]

Das Ende des 16. Jh. erbaute Nordertor am Ende der Norderstraße gilt als Wahrzeichen der Stadt. (2006)
Am Südermarkt steht Flensburgs ältester Profanbau von 1490 (Foto 2013).
Das Kompagnietor von 1602 gehört ebenso zu den ältesten Profanbauten der Stadt. (2007)

Flensburg verfügt über eine gut erhaltene Altstadt mit zahlreichen Sehenswürdigkeiten früherer Jahrhunderte. Charakteristisch ist die Lage parallel zum Wasser. Drei der vier Altstadtkerne erstrecken sich entlang dieser Nord-Süd-Achse an der Förde. Der Bauboom der Kaiserzeit führte zwar zu einer teilweisen Verbauung der Altstadt, aber ohne deren Struktur zu zerstören, und führte bemerkenswerte Stadterweiterungen mit sich. Im Zweiten Weltkrieg fast unzerstört geblieben, setzte sich in Flensburg wie andernorts nach dem Zweiten Weltkrieg eine Baupolitik durch, die sich von den altstädtischen Strukturen lösen und die Innenstadt im Stil der Zeit neu gestalten und mit überdimensionierten Verkehrsbauten überziehen wollte. Dies konnte zwar wegen Geldmangels verhindert werden, doch führte die Planungsunsicherheit zum Verfall insbesondere der nördlichen und der östlichen Altstadt. Zahlreiche Altbauten verschwanden und wurden durch unangepasste Neubauten ersetzt. Dieser Trend wurde erst gegen Ende der 1970er Jahre gestoppt. Trotz erheblicher Verluste bietet Flensburg immer noch das Bild einer weitgehend geschlossen erhaltenen Altstadt im Tal, an die sich die Erweiterungen der Gründerzeit auf den Anhöhen gut anfügen.

Verlorene Bauten[Bearbeiten]

Eine Gedenktafel erinnert an die 1411 erbaute Duburg.
Beim heutigen ZOB stand früher das Bahnhofsgebäude von 1883. (Foto um 1900)
  • Eddeboe, Burganlage aus dem Mittelalter
  • Gertrudenkirche, Kirche der Ramsharde, nach Reformation eingegangen, Friedhof bis 1822 erhalten
  • Jürgen-Hospital, nach Reformation aufgegeben, heute steht dort die neue St. Jürgen-Kirche
  • Duburg, Stadtburg aus dem 15. Jahrhundert
  • Duburg Kaserne, erster Kasernenanlage der Stadt, 1872/76 – 1987/95
  • Altes Rathaus, entstand im 15. Jahrhundert auf dem Thingplatz, 1883 abgerissen
  • Ständehaus, provisorisches Rathaus und Appellationsgericht, 1850–64 politisches Zentrum des Herzogtums Schleswig, 1964 einem Kaufhausneubau gewichen
  • Speicher des Margarethenhofes in der Johannisstraße 78, 1945 durch Bombe zerstört
  • Tore und Stadtbefestigungen wie das Rote Tor oder das Friesische Tor
  • Bismarckbrunnen, Südermarkt (1903–1937)
  • Indigohof, Angelburger Straße, heute C&A, abgebrochen in den 1970er Jahren
  • Kattsund, Bebauung östlich und südlich der Nikolaikirche, abgebrochen um 1905
  • Englischer Bahnhof und Preußischer Staatsbahnhof, heute: ZOB

Gefährdete Bauten[Bearbeiten]

  • Flensburger Hafenbahn
  • Kaysers Hof mit angrenzenden alten Hafenhäusern sowie dem als Discothek genutzten Speicher im Hinterhof[39]

Sonstige Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

Flensburger Regatta 1855 am 28. September 2013
Der Salondampfer Alexandra gilt als maritimes Wahrzeichen Flensburgs. (2007)

Einen zentralen Platz regelmäßiger Veranstaltungen nimmt der Flensburger Hafen ein, hierbei vor allem die Promenade am Westufer, die sich vom Volksbad über den historischen Hafen bis zur Hafenspitze erstreckt. Größtes Hafenfest sind – mit rund 400.000 Besuchern allein im Jahr 2010[40] – die Flensburg Nautics, ein internationales Großseglertreffen, das seit 2004 alle zwei Jahre im August veranstaltet wird.[41] Ein weiteres Großereignis ist das seit 1993 in ungeraden Jahren stattfindende DampfRundum, auf dem z. B. 2009 etwa 350.000 Besucher gezählt wurden[42]. Bei Europas größtem Treffen von Dampfschiffen und -lokomotiven (nach PS) fungiert der heimische Salondampfer Alexandra als Gastgeberschiff.[43][31]:46, 106 Alljährlich zum Himmelfahrtswochenende wird vom Flensburger Museumshafen aus die Rum-Regatta ausgerichtet, der die Flensburg-Fjord-Regatta vorausgeht. Mit rund 120 teilnehmenden Schiffen (2012)[44] gilt die 1980 initiierte Regatta als größtes Gaffelseglertreffen in Nordeuropa.[45][31]:199 Daneben gibt es noch einige kleinere Regatten, wie beispielsweise die Flensburger Regatta 1855. Die erste Flensburger Regatta von 1855 begründete den organisierten internationalen Regattasport in der westlichen Ostsee.[46] Ebenfalls vom Verein des Museumshafens werden die eher beschauliche Apfelfahrt im Oktober (seit 1980) und der Grogtörn, eine winterliche Regatta am 2. Weihnachtstag, organisiert.[47] Der Innenhafen ist zudem regelmäßig Schauplatz des Drachenbootcups im August (seit 2004), dem 2011 mehrere Dutzend Mannschaften und rund 12.000 Zuschauer beiwohnten,[48] sowie eines Entenrennens im darauffolgenden Monat, an dem im selben Jahr fast 5.000 Kunststoffenten teilnahmen.[49] Ferner ziehen von März bis Oktober an jedem 2. Sonntag im Monat die rund 60 Verkaufsstände des Flensburger Fischmarkts Besucher an die Hafenpromenade.[50]

Flensburgs größtes Altstadtfest ist das von mehreren Hunderttausend besuchte Tummelum, dessen Name sich aus der Mischsprache Petuh herleitet und etwa „Unruhe“ bedeutet. Das dreitägige Fest entsprang dem 700jährigen Stadtjubiläum im Jahr 1984 und wird alle zwei Jahre im Frühjahr/Sommer von der IG Flensburg Innenstadt organisiert.[51][31]:235 Im November/Dezember wird in der Innenstadt der Weihnachtsmarkt abgehalten. Vom Südermarkt über Holm, Große Straße bis zum Nordermarkt säumen eine Reihe von – auch Punsch feilbietenden – Glühweinständen den Weg, weshalb der Volksmund dem Abschnitt den Namen „Punschmeile“ gab.[31]:188 Die Exe (Kurzform von „Exerzierplatz“) im Stadtteil Friesischer Berg ist Standort des zweimal jährlich stattfindenden Jahrmarkts. Auf dem sonst als Großparkplatz genutzten Gelände wurden bereits ab Mitte des 19. Jahrhunderts Viehmärkte und ab 1880 Krammärkte abgehalten.[31]:57

Zu den nennenswerten Kulturveranstaltungen der Stadt zählen das internationale Folkfestival Folkbaltica im April/Mai (seit 2005), an dem sich auch dänische Minderheitsinstitutionen beteiligen,[31]:75 und die Flensburger Hofkultur im Spätsommer. Bei dem 1995 gegründeten Kulturfestival dienen die Kaufmannshöfe der Altstadt als Kulisse für Veranstaltungen unterschiedlichster Art.[31]:109 Live-Musik wird außerdem bei Flensburg unplugged im März und in Flensburg seit 1999 auf dem Kneipenfestival Honky Tonk im September gespielt.[31]:111 An Filmliebhaber richten sich die Flensburger Kurzfilmtage (seit 2000), die zusammen mit dem Animationsfestival tricky (seit 2005) jedes Jahr im Oktober veranstaltet werden. Gemeinsame Spielstätte ist das Programmkino 51 Stufen im Deutschen Haus.[31]:139 Eine Zusammenarbeit von Deutschen und Dänen ist das 2010 ins Leben gerufene, internationale Literaturfestival litteraturfest.nu, zu dem bekannte Autoren aus den nordischen Ländern eingeladen werden.[52]

Die dänische Minderheit versammelt sich im Mai/Juni auf dem Årsmøde (Jahrestreffen). Der Südschleswigsche Verein (dän. Sydslesvigsk Forening) ist Veranstalter des alljährlichen Treffens, das in Flensburg erstmals ein Jahr nach der Volksabstimmung von 1920 ausgerichtet wurde.[31]:17

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Die Wirtschaft profitiert vom Grenzhandel und vom Waren- und Dienstleistungsexport in das Nachbarland Dänemark. Dadurch konnte sich die Stadt 2006 den Titel Exportmeister Schleswig-Holsteins sichern. Das Technologiezentrum in Flensburg-Rude trägt seinen Teil dazu bei, indem es studierten Jungunternehmern Räumlichkeiten und Labors zur Entwicklung von Innovationen bereitstellt. Der Betreiber, die Wireg GmbH, übernimmt sämtliche Buchhaltungs- und Verwaltungsaufgaben der Jungfirmen. Bei Erfolg verlassen solche Unternehmen das Technologiezentrum und lassen sich in der Nähe nieder.

Grenzhandel nahe der dänischen Grenze: Scandinavian Park in Handewitt, Luftbild (2010)

Zahlreiche Geschäfte beraten ihre Kunden auf dänisch; skandinavische Unternehmen eröffnen Niederlassungen an der Förde. Beliebt bei den Dänen sind die ortsansässigen Grenzshops, in denen es eine Vielfalt an dänischen Produkten zu günstigeren deutschen Preisen gibt. Auch einheimische Kunden besuchen gerne den Grenzhandel.[53]

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten]

Das Kraftfahrt-Bundesamt (auch als „Verkehrssünderkartei“ bekannt) an der Fördestraße (2006)

Weithin bekannt ist das Verkehrszentralregister, die sogenannte Flensburger Verkehrssünderdatei, die vom Kraftfahrt-Bundesamt in Flensburg geführt wird. Des Weiteren haben folgende Einrichtungen und Körperschaften des öffentlichen Rechts ihren Sitz in Flensburg:

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten]

Gesundheitswesen[Bearbeiten]

Flensburg ist Sitz mehrerer Krankenhäuser wie des Diakonissenkrankenhauses Flensburg und des Malteser Krankenhauses Sankt Franziskus, beide in der Nähe des Burgplatzes. Den dänischen Flensburgern steht der Dänische Gesundheitsdienst für Südschleswig zur Verfügung.

Medien[Bearbeiten]

In Flensburg erscheinen mit dem Flensburger Tageblatt und der Flensborg Avis zwei Tageszeitungen. Die Flensborg Avis erscheint zweisprachig, in deutscher und dänischer Sprache. Daneben gibt es das Monatsmagazin Flensburg Journal (Auflage 42.000)[54] sowie die Anzeigenblätter die Wochenschau und die Moin Moin, ein 1980 entstandenes Wochenblatt, das zusammen mit den Wochenblättern Nordfriesland Palette und Anzeiger mittlerweile eine wöchentliche Gesamtauflage von 225.000 Exemplaren erreicht.[55]

Das NDR-Studio in Flensburg (2011)

Mit dem Offenen Kanal Flensburg gibt es in der Stadt auch ein Bürgerfernsehen. Der Norddeutsche Rundfunk betreibt zudem im ehemaligen Musikpavillon des Deutschen Hauses ein Studio für Hörfunk (seit 1950) und Fernsehen (seit 2000) mit rund einem Dutzend Mitarbeitern. Hier im Studio Flensburg in der Friedrich-Ebert-Straße 1 entstehen werktags Regionalnachrichten und Reportagen, die zum Beispiel für NDR 1 Welle Nord oder das Schleswig-Holstein Magazin produziert werden. Vom seit 2007 denkmalgeschützten Gebäude übertrug der NWDR bereits am 23. Dezember 1950 als erstes Studio nördlich von Hamburg seine erste Sendung und der Standort blieb bis zur Eröffnung des Kieler Studios 1965 die zentrale Rundfunkstation für Schleswig-Holstein.[56]

Von 1990 bis 1996 sendete Förde Fetz Radio jeden Freitagabend ein Programm mit Rockmusik und Szeneberichten aus Flensburg. Ausgestrahlt wurde es über ein Lokalradio im dänischen Gravenstein.[57] Über dieselbe Station sendete von 1993 bis 1996 Radio Flensburg etwa drei Stunden am Tag. Ziel war, ein Stadtradio zu etablieren.[58] Das Projekt musste jedoch aufgrund finanzieller Probleme des dänischen Senders wieder eingestellt werden. Seit dem 1. Oktober 2006 sendet Radio Flensburg als Internetradio und seit März 2011 läuft das 24-Stunden-Musikprogramm von Foerde Radio.[59]

Zu den nennenswerten Online-Magazinen mit Nachrichten aus der Region zählen Fördeschnack[60], Flensburger Stadtanzeiger[61] und seit 2004 Flensburg-Szene[62] sowie Flensburg-online, ein 1996 gestartetes Angebot der Stadtbuch-Redaktion Flensburg.[63]

Sendemasten[Bearbeiten]

Auf dem Fuchsberg in Flensburg-Engelsby betreibt der NDR den Sender Flensburg, eine Sendeanlage für UKW, TV und Mittelwelle. Daneben existiert in Freienwill (rund 4 km südlich von Flensburg) der Fernmeldeturm Freienwill, von dem Flensburg und Umgebung versorgt werden. Darüber hinaus senden vom nahen Sender Wassersleben einige Programme für Flensburg.

Bildung[Bearbeiten]

Hochschulen[Bearbeiten]

  • Universität Flensburg mit rund 4.600 Studenten; gegründet 1946 als Pädagogische Hochschule, wurde sie 1994 zur Universität erhoben.
  • Fachhochschule Flensburg mit mehr als 4.000 Studenten; 1886 entstand eine Königliche Seedampf-Maschinisten-Schule, aus welcher sich eine Schiffsingenieurschule entwickelte. Aus dieser wiederum ging die Fachhochschule für Technik hervor, die 1973 in die Fachhochschule Flensburg umgewandelt wurde, nachdem auch der Fachbereich Wirtschaft gegründet worden war.
  • Die Wirtschaftsakademie Schleswig-Holstein mit ihrem Hauptsitz in Kiel unterhält einen Standort in Flensburg in den Pekohöfen. Hier wird neben vielen beruflichen Weiterbildungen auch die theoretische Ausbildung der Flensburger Studenten der Berufsakademie durchgeführt.

Gymnasien[Bearbeiten]

  • Abendgymnasium Flensburg (Unterabteilung des Fördegymnasiums Flensburg)
  • Altes Gymnasium, humanistisches Gymnasium, ältestes Gymnasium Flensburgs, 1566 vom König Frederik II. als Gymnasium trilingue (Latein, Altgriechisch, Hebräisch) gegründet; das jetzige Gebäude wurde 1912–1914 erbaut
  • Auguste-Viktoria-Schule, benannt nach der letzten deutschen Kaiserin Auguste Viktoria
  • Duborg-Skolen, dänisches Gymnasium
  • Fördegymnasium in Mürwik
  • Goethe-Schule, Gymnasium in der Bismarckstraße 41 in Jürgensby

Gemeinschaftsschulen[Bearbeiten]

Die Kurt-Tucholsky-Schule in Flensburg-Tarup. (1997)
  • Kurt-Tucholsky-Schule, Gemeinschaftsschule und Europaschule in Flensburg-Tarup
  • Fridtjof-Nansen-Schule, (Ganztagsschule) in Mürwik
  • Gemeinschaftsschule Flensburg-West
  • Jens Jessen-Skolen, Mürwik
  • Gustav Johannsen-Skolen
  • Cornelius Hansen-Skolen, Nordstadt
  • Comenius-Schule, Nordstadt
  • Jørgensby-Skole, Jürgensby
  • Schule am Campus, Sandberg

Realschulen[Bearbeiten]

Die 1951 gegründete Käte-Lassen-Schule in Jürgensby (2011)

Berufsbildende Schulen[Bearbeiten]

  • Städtische Handelslehranstalt Flensburg (Kaufmännische Berufsbildende Schule)
  • Hannah-Arendt Schule (Flensburg) (Berufsbildende Schule mit dem Schwerpunkt Gesundheit und Soziales)
  • Eckener-Schule (Flensburg) (Berufsfachschule Technik)

Schulen der Bundeswehr[Bearbeiten]

Volkshochschulen[Bearbeiten]

  • Volkshochschule Flensburg bietet wie in anderen Städten ein breites Spektrum an Kursen innerhalb der Erwachsenenbildung an.
  • Voksenundervisning (zu deutsch Erwachsenenbildung) ist das Bildungsangebot der dänischen Volksgruppe. Die Voksenundervisning wird vom dänischen Schulverein für Südschleswig getragen.

Private und andere Schulen[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Schienenverkehr[Bearbeiten]

Das Gebäude des heutigen Flensburger (Haupt)bahnhofs wurde 1928 gebaut. (2007)

Vom südlich der Altstadt liegenden Bahnhof bestehen Intercity-Express-Verbindungen von Aarhus nach Hamburg, sowie InterCity-Verbindungen an Freitagen und Sonntagen nach Köln und Berlin. Täglich verkehren außerdem Intercity-Züge der Dänischen Staatsbahnen im Zwei-Stunden-Takt zwischen Kopenhagen bzw. Fredericia und Flensburg. Zusätzlich verbindet eine Nachtzug-Verbindung die Städte Prag, Basel und Amsterdam über Flensburg mit Kopenhagen.

Regionalzüge fahren nach Kiel und Neumünster, Letztere auch mit Halt in Flensburg-Weiche. Ein RegionalExpress mit der Bezeichnung Schleswig-Holstein Express fährt nach Hamburg Hauptbahnhof. Als Ersatz für die früheren Eisenbahnstrecken nach Niebüll und nach Husum und die früheren Strecken der Flensburger Kreisbahn nach Kappeln und Satrup fahren Schnellbusse.

Der Nahverkehr wird nach Stilllegung der letzten Linie der ehemaligen „Städtischen Straßenbahn Flensburg“ (elektrisch ab 1907, zuvor seit 1881 private Pferdebahn) am 2. Juni 1973 mit Bussen der Gesellschaften Aktiv Bus GmbH (früher Stadtwerke Flensburg), der AFAG und anderer Verkehrsunternehmen wie der Autokraft realisiert. Sie sind in der Verkehrsgemeinschaft Flensburg zusammengeschlossen.

Schifffahrt[Bearbeiten]

Der Flensburger Hafen

Die Fördeschifffahrt hat stark an Bedeutung verloren, da die früher häufig durchgeführten Butterfahrten mit ihren preisgünstigen Einkaufsmöglichkeiten an Bord der Ausflugsschiffe aufgrund von EU-Beschlüssen entfallen sind. Regelmäßige Schiffsverbindungen bestehen in den Sommermonaten unter anderem nach Glücksburg und rund um die Ochseninseln.

Die Bedeutung des Flensburger Hafens geht weiter zurück: 2011 wurden mit 319 Seeschiffen rund 510.000 Tonnen Güter umgeschlagen,[64] 2012 waren es bei 287 Schiffen (553.900 BRZ) nur noch 466.501 Tonnen. Wenn das Flensburger Futtermittelwerk im Sommer 2013 geschlossen werden soll, wird mit einem weiteren starken Rückgang gerechnet, weil damit ein Viertel des Ladungsaufkommen verbunden ist.[65] So wurden 2013 nur noch 398.229 Tonnen umgeschlagen, 227 Schiffe liefen den Flensburger Hafen an.[66]

Straßenverkehr[Bearbeiten]

Im Westen von Flensburg passiert die Bundesautobahn 7, die in Dänemark als Europastraße 45 weitergeführt wird. Ferner führen die Bundesstraßen B 199 und B 200 (Westtangente) durch das Stadtgebiet. An die Abfahrt Flensburg-Süd der B 200 schließt die nach langer und zeitweise heftig umstrittener Planung 2006 eingeweihte Osttangente (B 199) an, welche am Schnittpunkt der Stadtteile Jürgensby, Fruerlund und Engelsby in die Nordstraße mündet.

Luftverkehr[Bearbeiten]

Im Westen der Stadt liegt der Flugplatz Flensburg-Schäferhaus, von dem aus Geschäfts-, Privat- sowie Rund- und Fotoflüge angeboten werden. Vom Wasserlandeplatz in Sonwik starten zudem Maschinen des Unternehmens Clipper Aviation, das auch eine Flugschule betreibt.

Sport[Bearbeiten]

Bekannteste Sportmannschaft der Stadt ist die Handballmannschaft der SG Flensburg-Handewitt. Die SG wurde 1990 vom TSB Flensburg und dem Handewitter SV gegründet. Die Handballmannschaft ist mehrfacher deutscher und europäischer Pokalsieger und erreichte 2004 in der Handball-Bundesliga der Herren die Deutsche Meisterschaft.

Der größte dänische Sportverein der Stadt ist Dansk Gymnastik Forening Flensborg (DGF).

Weitere Sportvereine sind:

  • 1. Flensburger Lauftreff
  • Flensburg 08 (vor allem Fußball)
  • Flensburger Tanzclub e.V.
  • ETSV Weiche
  • Polizei SV Flensburg
  • Ruderclub Flensburg
  • LK-Weiche
  • DHK Flensburg (Dansk Håndboldklub Flensborg)
  • Sportverein Adelby
  • RRC Flying Saucers
  • VfB Nordmark
  • IF Stjernen
  • Roter Stern Flensburg
  • Dance Connection Flensburg e.V.
  • Tokai Sports (Aikido, Iaido, Capoeira)
  • TC Mürwik (Tennis)
  • Flensborg Yacht Club, Bootshaus und Steganlagen in Mürwik-Fahrensodde
  • Flensburger Schachklub von 1876
  • Flensburger Segel-Club (FSC), Bootshaus und Steganlagen in Glücksburg
  • Segler Vereinigung Flensburg (SVF), Bootshaus und Steganlagen in Mürwik-Fahrensodde
  • Flensburger Reitclub Engelsby/Twedt e.V.
  • Flensburger Betriebssportgemeinschaft e.V.

Darüber hinaus gibt es eine Vielzahl kleinerer Vereine, die sich auf einzelne Sportarten spezialisiert haben. Dazu zählte auch Dansk Bokseklub (DBK) Sparta, der in den 1980/90er Jahren lange Zeit in der Bundesliga kämpfte.

So gehörte der Tischtennisverein TTC Ramsharde 1972 zu den Gründungsmitgliedern der zweiteiligen Damen-Bundesliga. 1974 wurde diese Mannschaft deutscher Pokalsieger in der Besetzung Kirsten Krüger, Monika Kneip und Magrit Trupkovic.

Ferner werden einige Randsportarten in Flensburg betrieben, so z. B.: American Football, Baseball, Billard, Darts, Eisstockschießen, Radball, Rhönrad.

Eissport[Bearbeiten]

Wintersport wird begrenzt in Flensburg angeboten. Möglich wird dies durch die Eissporthalle Gletscher in der Nachbargemeinde Harrislee. Hier kann man in den Wintermonaten Schlittschuhlaufen. Deutschlands nördlichster Eishockeyclub, der Flensburger EC, existiert derzeit nur auf dem Papier, Eisstockturniere werden alljährlich durchgeführt; Eisstockschießen wird beim SV Adelby angeboten.[67] Damit ist Flensburg die nördlichste Stadt Deutschlands, die Winter- bzw. Eissport anbietet.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Hauptartikel: Liste von Persönlichkeiten der Stadt Flensburg

Auswahl[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  •  Gesellschaft für Flensburger Stadtgeschichte (Hrsg.): Flensburg – Geschichte einer Grenzstadt. Flensburg 1966.
  •  Dieter Pust: Flensburg – eine Stadt vor 100 Jahren. Weiland, Lübeck 1999 1999, ISBN 3-87890-088-0.
  •  Uwe Carstens: Strohsack und Kekssuppe. Flüchtlinge und Vertriebene in Flensburg. In: Stadtarchiv Flensburg in Zusammenarbeit mit der Universität Flensburg (Hrsg.): Lange Schatten. Ende der NS-Diktatur und frühe Nachkriegsjahre in Flensburg. Flensburg 2000, ISBN 3-931913-05-8.
  •  Andreas Oeding, Broder Schwensen, Michael Sturm: Flexikon. 725 Aha-Erlebnisse aus Flensburg!. 1. Auflage. Büro Oeding, Agentur Sturm, Gesellschaft für Flensburger Stadtarchiv e. V., Flensburg 2009, ISBN 978-3-925856-61-7.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Flensburg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikinews: Themenportal Flensburg – in den Nachrichten
 Wikivoyage: Flensburg – Reiseführer
 Wiktionary: Flensburg – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistikamt Nord – Bevölkerung der Gemeinden in Schleswig-Holstein 4. Quartal 2012 (XLS-Datei) (Fortschreibung auf Basis des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Vgl. Beispielsweise Flensburg und die Förde;abgerufen am: 30. März 2014
  3. Zahlenspiegel Teil 3: Stadtteile. Stadt Flensburg, abgerufen am 6. Januar 2013.
  4. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatNeujahrsempfang der Stadt Flensburg. Flensburger Tageblatt, 9. Januar 2014, abgerufen am 1. März 2014.
  5. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatFelicitas Gloyer: Harrislees einziger Ehrenbürger gestorben. Flensburger Tageblatt, 5. Mai 2012, abgerufen am 1. März 2014.
  6. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatNeue Wohngebiete, Flensburger Puzzle der Bauflächen. Flensburger Tageblatt, 28. Februar 2011, abgerufen am 2014-17-03.
  7. Stadtverordnung über das Landschaftsschutzgebiet in der Stadt Flensburg vom 14.03.2001. Stadt Flensburg, abgerufen am 24. April 2014.
  8. Horst-Dieter Landeck: Flensburg. Boyens, Heide 2006, S. 8.
  9. Flensburgs Anfänge (abgerufen am 3. September 2010; PDF; 1,4 MB)
  10. Joachim Pohl: Seesperre in der Förde – Eingetaucht in die Anfänge Flensburgs. In: Flensburger Tageblatt, 1. September 2011, abgerufen am 25. September 2012
  11. Schriften der Gesellschaft für Flensburger Stadtgeschichte e.V. Nr. 6., Ein altes Bauverbot und seine Folgen; abgerufen am: 30. März 2014
  12. Schriften der Gesellschaft für Flensburger Stadtgeschichte (Hrsg.): Flensburg in Geschichte und Gegenwart. Flensburg 1972, Seite 439
  13. Fördebäder. Stadt Flensburg, abgerufen am 1. März 2014.
  14. Flensburg Atlas, Flensburg 1978, Karte Nr. 5 und Beiheft zum Flensburg-Atlas, Flensburg 1986
  15. Peter Wulf: Revolution, schwache Demokratie und Sieg in der Nordmark - Schleswig-Holstein in der Weimarer Republik. In Ulrich Lange (Hrsg.): Geschichte Schleswig-Holsteins. Wachholtz, Neumünster 1996, ISBN 3-529-02440-6, S. 522.
  16. Karl Baedeker: Flensburg, S. 7. Verlag Karl Baedeker, Ostfildern 1977
  17. Deutscher Städtetag: Statistisches Jahrbuch deutscher Gemeinden, S. 376. Braunschweig 1952
  18. Gerhard Nowc: Engelsby, Mürwik, Jürgensby - Stadtgeschichte vor der Haustür, in: Flensburger Tageblatt, 5. Februar 2009; abgerufen am: 26. März 2014
  19. a b  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 181.
  20. Gerhard Nowc: Engelsby, Mürwik, Jürgensby - Stadtgeschichte vor der Haustür, in: Flensburger Tageblatt, 5. Februar 2009; abgerufen am: 26. März 2014 sowie Falk-Stadtpläne-Vergleich
  21. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatAusländer in der Stadt Flensburg. Stadt Flensburg, Fachbereich Entwicklung und Innovation, Stadtentwicklung/Statistikstelle, 31. Dezember 2011, abgerufen am 6. Januar 2013 (PDF; 42 kB).
  22. [1] (abgerufen am 2. Juli 2013)
  23. Kirchen in Flensburg (abgerufen am 10. September 2010)
  24. Ev.-Luth. Kirchenkreis Schleswig-Flensburg
  25. Dansk Kirke i Sydslesvig: Flensborg-menigheder
  26. [2], abgerufen am 23. Februar 2014
  27. Tod nach Schlaganfall. Flensburgs Oberbürgermeister stirbt vor Handballspiel. RP Digital GmbH, 5. Mai 2004, abgerufen am 29. Oktober 2013.
  28. Carlo Jolly: Sie alle wollen den OB ablösen. In: Flensburger Tageblatt vom 14. September 2010, abgerufen am 25. September 2012
  29. a b Kommunale Wappenrolle Schleswig-Holstein
  30.  Klaus Witt: Flensburger Theaterleben vom 16. Jahrhundert bis zur Gegenwart (= Schriften der Gesellschaft für Flensburger Stadtgeschichte. Nr. 8). Flensburg 1953.
  31. a b c d e f g h i j k l m n o  Andreas Oeding, Broder Schwensen, Michael Sturm: Flexikon. 725 Aha-Erlebnisse aus Flensburg!. Flensburg 2009.
  32. Krimmelmokel Puppentheater, abgerufen am 28. Februar 2014]
  33. a b c d  Andreas Oeding, Broder Schwensen, Michael Sturm: Flexikon. 725 Aha-Erlebnisse aus Flensburg!. Flensburg 2009, Kino, S. 124–125.
  34. Webpräsenz des Museumsberg Flensburg, abgerufen am 30. November 2012
  35. Thomas Overdick: Leinen los!. Hafenblatt Nr. 33, Mai 2012, S. 14-17.
  36. Webpräsenz des Historischen Hafens, abgerufen am 30. November 2012
  37. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatDie letzten Gallier des Fischereivereins. shz.de, 22. August 2012, abgerufen am 30. November 2012.
  38. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatKristin Stancikas: Flensburgs letzte Windmühle feiert runden Geburtstag. shz.de, 23. Mai 2012, abgerufen am 30. November 2012.
  39. Vgl. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatJoachim Pohl Neues Hotel in Flensburg - Ein Schandfleck soll verschwinden. Flensburger Tageblatt, 15. Juni 2013, abgerufen am 15. April 2014.
  40. Gunnar Dommasch: Nautics: Volkszählung im Minutentakt. In: Flensburger Tageblatt vom 16. August 2010, abgerufen am 24. September 2012
  41. Flensburg Nautics 2012, abgerufen am 24. September 2012
  42. Janna Wilke: Die "Festmacher" des Dampf-Rundum. In: Flensburger Tageblatt vom 28. Juli 2009, abgerufen am 24. September 2012
  43. Europas größtes Dampferspektakel: Jubiläumsveranstaltung. In: www.flensburger-dampf-rundum.de, abgerufen am 24. September 2012
  44. Ein Hafen voller Gaffelsegler. In: Flensburger Tageblatt vom 21. Mai 2012, abgerufen am 24. September 2012
  45. Webpräsenz der Rumregatta, abgerufen am 24. September 2012
  46. Klassische Yachten Flensburg e.V. - Veranstaltungen, Flensburger Regatta 1855; abgerufen am: 6. Januar 2014
  47. Museumshafen Flensburg e.V.: Veranstaltungen, abgerufen am 24. September 2012
  48. Rainer Wilken: Und wieder schäumte die Förde. In: Flensburger Tageblatt vom 29. August 2011, abgerufen am 25. September 2012
  49. Leif Klang, Mike Thomsen: 5000 Renn-Enten in den Startlöchern. In: Flensburger Tageblatt vom 5. September 2012, abgerufen am 25. September 2012
  50. Flensburger Fischmarkt. Flensburg Fjord Tourismus, abgerufen am 6. Januar 2013.
  51. Die Wiedergeburt des Tummelum. In: Flensburger Tageblatt vom 17. März 2012, abgerufen am 24. September 2012
  52. Webpräsenz des litteraturfest.nu, abgerufen am 24. September 2012
  53. Skandinavischer Grenzhandel in Flensburg
  54. Das Magazin. Flensburg Journal, Flensburger Nachrichten, 2014, abgerufen am 1. April 2014.
  55. Die Geschichte des Kopp & Thomas Verlag GmbH. Kopp & Thomas Verlag GmbH, abgerufen am 1. April 2014.
  56. Studio Flensburg. Norddeutscher Rundfunk, abgerufen am 1. März 2014.
  57. Radio in 'Flensburg. In: Flensburg online. Abgerufen am 3. April 2014.
  58. Über uns. Radio Flensburg, 2014, abgerufen am 3. April 2014.
  59. Über uns. Foerde Radio, abgerufen am 3. April 2014.
  60. Fördeschnack - was bieten wir? RS Softwaresysteme UG, abgerufen am 2. April 2014.
  61. Flensburger Stadtanzeiger. Abgerufen am 3. April 2014.
  62. Über uns. Flensburg-Szene Blog Onlinemagazin, 2014, abgerufen am 2. April 2014.
  63. Impressum Flensburg Online. Nane Jürgensen, abgerufen am 1. April 2014.
  64. Bilanz der deutschen Seehäfen 2011. In: Hansa. Heft 4/2012, S. 79, Schiffahrts-Verlag Hansa, Hamburg 2012, ISSN 0017-7504
  65. Weniger Güterumschlag in Flensburg · Hafen schlägt 2012 rund 466 000 Tonnen um – Sieben Prozent Rückgang – Weiterer Einbruch droht. In: Täglicher Hafenbericht vom 24. Januar 2013, S. 4
  66. Eckhard-Herbert Arndt: Weniger Seegüter-Umschlag · Der Flensburger Hafen hat 2013 über 14 Prozent Ladung verloren. In: Täglicher Hafenbericht vom 22. Januar 2014, S. 15
  67. http://www.sportverein-adelby.de/