Flensburger Brauerei

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Flensburger Brauerei Emil Petersen GmbH & Co. KG
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Rechtsform GmbH & Co. KG
Gründung 6. September 1888
Sitz Flensburg, Deutschland
Leitung Andreas Tembrockhaus, Hans-Peter Heyen
Mitarbeiter 162 [1]
Umsatz 50 Mio. € (2009) [1]
Branche Brauerei
Website www.flens.de

Die Flensburger Brauerei Emil Petersen GmbH und Co. KG ist eine in Flensburg ansässige Privatbrauerei. Neben Flensburger Pilsener, umgangssprachlich als „Flens“ oder „Flasch Flens“ bezeichnet, erzeugt die 1888 gegründete Brauerei heute verschiedene andere Biere.

Das Unternehmen ist eine der wenigen deutschlandweit operierenden Brauereien, die nicht zu einem Brauereikonzern wie AB InBev oder der Radeberger Gruppe gehören, sondern sich weitgehend in Familienbesitz befinden. Mehrheitlicher Anteilseigner ist die Familie Dethleffsen-Petersen, Nachkommen von Emil und Heinrich Petersen, die in den 1920er Jahren durch den Erwerb von Anteilen in das Unternehmen einstiegen.[2]

Geschichte[Bearbeiten]

Eingangsbereich der Flensburger Brauerei mit Plop-Shop

Anfangsjahre[Bearbeiten]

Fünf Flensburger Kaufleute gründeten mit einem Kapital von 600.000 Mark am 6. September 1888 die Flensburger Export-Brauerei (FEB) und präsentierten ein Jahr später die ersten Biere, ein helles Pilsner und ein dunkles, „nach bayerischer Art Gebrautes“.[3] Mit dem Vorläufer der Flensburger Brauerei Emil Petersen & Co. KG, der 1873 gegründeten Flensburger Actien-Brauerei-Gesellschaft (FAB), Flensburgs erste Bierbrauerei, ging die Flensburger Export-Brauerei 1919 eine Fusion ein, und der neue Konzern firmierte fortan unter dem Namen Flensburger Brauereien AG.[4]

Auf dem Firmengelände begann 1899 mit dem Bau eines großen Pferdestalls, verziert mit Mosaiksteinen, die Ära der Bierkutscher, die sich erst im Zuge der Motorisierung dem Ende neigte. So schaffte sich die Brauerei 1924 den ersten Magirus-LKW an, welche allmählich den Biertransport übernahmen. 1935 wurde der alte Pferdestall durch eine Garage ersetzt und 1953 die letzten Brauerei-Pferde in den Ruhestand geschickt.[5]

Krisenjahre und Zweiter Weltkrieg[Bearbeiten]

1920 verlor der Betrieb nach der Volksabstimmung in Schleswig knapp die Hälfte seines Absatzgebietes im nordschleswigschen Hinterland und musste Enteignungen firmeneigener Grundstücke (insgesamt 53.000 m²) am neuen Verschiebebahnhof in Flensburg-Weiche hinnehmen.[4] Zwar konnte 1927 eine feindliche Übernahme durch die Hamburger Bavaria-Brauerei abgewendet werden, doch gerieten die Flensburger nach der Weltwirtschaftskrise 1929 erneut in eine Krise und standen Anfang der 1930er Jahre kurz vor der Insolvenz.[6] 1932 zog der Flensburger Kaufmann und schwedische Konsul Emil Petersen (1900–1974) erst in den Aufsichtsrat und ein Jahr später in den Vorstand der Brauerei ein. Die „bedeutendste und prägendste Persönlichkeit der Firmengeschichte“[7] wandelte mit unternehmerischer Weitsicht 1937 das Unternehmen in eine Kommanditgesellschaft, in die Flensburger Brauereien Emil Petersen & Co. KG, um und überstand so die größten Krisenjahre des hochverschuldeten Betriebes.[8]

Die Wirren des Zweiten Weltkriegs überstand die Firma relativ unbeschadet, abgesehen von einer Rohstoffverknappung. Folglich musste die Stammwürze des Bieres wegen mangelnder Gerste auf zwei bis drei Prozent abgesenkt werden, und die Kunden mussten sich mit sogenanntem „Molkebier“ zufriedengeben.[9] Während die Beschäftigten der gleichgeschalteten Brauerei in den Kriegsdienst eingezogen wurden, ersetzte die Unternehmensführung die Belegschaft durch russische Zwangsarbeiter.[10]

Nachkriegszeit[Bearbeiten]

Mit dem Status einer „Official NAAFI Brewery“ erhielten die Brauereibetreiber von den britischen Besatzern am 5. November 1945 die Erlaubnis, den kurzzeitig zum Erliegen gekommenen Betrieb wiederaufzunehmen. Dazu musste sich die Bevölkerung bis 1949 mit dem leichten Molkebier begnügen, vollwertiges Lagerbier blieb den Alliierten vorbehalten.[11]

In den 1950er Jahren wurden die Gebäude erweitert und umfassend modernisiert. Zu dieser Zeit kamen auch neue (Bier)sorten auf den Markt: 1950 das Flensburger Export und der Bock Starkbier, ab 1951 das Fruchtsaftgetränk Quick, ab 1952 Doppelbock und ab 1953 Export Pils. Auch die Limonaden Afri-Cola und Bluna wurden in diesen Jahren zeitweise in Flensburg in Lizenz produziert.[12] Ab 1959 brauten und verkauften die Flensburger zusätzlich noch die Biersorten der Husumer Brauerei, bis 1980 die Produktion des Husumer Herrenhaus-Pils eingestellt wurde, weil gerichtlich der Name „Husum“ für in Flensburg gebrautes Bier nicht mehr genutzt werden durfte.[13] Die Verbreitung des Flensburger Bieres beschränkte sich dabei bis 1958, als das Kartellgesetz in Kraft trat, auf das Gebiet von der dänischen Grenze bis zum Nord-Ostsee-Kanal (einschließlich der Nordfriesischen Inseln)[12] – abgesprochen mit den Kieler und Hamburger Brauereien, darunter die Holsten-Brauerei und die Bavaria-St. Pauli-Brauerei.[14]

Während Einzelkunden noch bis in die 1950er Jahre ihren Krug etwa bei der Brauerei auffüllen ließen, gewann der Flaschenverkauf in den Wirtschaftswunderjahren zunehmend an Bedeutung. Die Brauerei setzte auf Steinieflaschen mit „Lochmundverschluss“ (heute als Bügelverschluss bekannt), die meist in einer 24er Holzkiste verpackt waren.[11]

Großbrände[Bearbeiten]

Am 6. Januar 1961 vernichtete ein Großbrand die Schroterei und alle Lagerräume, nachdem sich im Treberraum ein Gasgemisch entzündete.[12] Im Jubiläumsjahr 1988 zerstörte am 26. Januar erneut ein Großbrand 12 der 24 neuen, bis zu 40 m hohen Gärtanks und sorgte ein halbes Jahr lang für Lieferengpässe.[15]

Generationswechsel[Bearbeiten]

Nach dem Tod von Emil Petersen im Jahr 1974 übernahm nicht eine seiner fünf Töchter die Leitung im Familienunternehmen, sondern der konservative Unternehmer bestimmte zuvor seinen Schwiegersohn Hans Dethleffsen zu seinem Nachfolger.[14] Der neue Geschäftsführer war zugleich Mitinhaber und Geschäftsführer der 1738 in Flensburg gegründeten und heute ehemaligen Spirituosenfirma Hermann G. Dethleffsen, heute eine Familienholding, zu der neben der Flensburger Brauerei auch die Mehrheit der Anteile an Doppelherz (seit 1976) sowie am Gebäudereinigungsunternehmen Beyersdorf (seit 1990) und an der Förde Reederei Seetouristik gehören.[16] Unter seiner Leitung expandierte die Brauerei über die Grenzen des Nord-Ostsee-Kanals hinaus, die Marke wurde etabliert, die Produktgestaltung modernisiert sowie eine Werbe- und eine Vertriebsabteilung eingerichtet. Wie schon Petersen hielt auch Dethleffsen am Bügelverschluss fest, was vor allem in den 1980er Jahren nahezu unverwechselbar mit der Marke Flensburger verknüpft war. Einziger Fokus lag nun auf dem Kernprodukt Flensburger Pilsener, sämtliche Randsorten wurden spätestens ab 1983 aus dem Sortiment gestrichen.[14] Erst zehn Jahre später wurde die Produktpalette nach und nach wieder erweitert, den Anfang machte 1993 das alkoholfreie Flensburger Frei.[17]

Mittlerweile wird die Dethleffsen-Holding von der Folgegeneration geleitet.

Neue Zielgruppen dank der Werner-Comics[Bearbeiten]

Zeichnete sich das Marketing des „Premiumbieres“ bisher durch traditionsbewusste und „wertkonservative Gediegenheit“ aus, so überraschte Anfang der 1980er Jahre der Erfolg der Comicfigur Werner – ein vom Schleswig-Holsteiner Zeichner Rötger Feldmann alias Brösel inszenierter „Bürgerschreck“, der vorzugsweise mit Flens anstieß. Der anfangs skeptischen Unternehmensführung verhalf das zu einer neuen, jugendlichen Zielgruppe und machte das Flensburger Pilsener weit über das bisherige Verbreitungsgebiet hinaus nun in ganz Deutschland bekannt. Zum Höhepunkt dieser unverhofften Affäre mit einem trinkfreudigen Comic-Helden beteiligte sich die Brauerei am Werner-Rennen im Jubiläumsjahr 1988 auf dem Flugplatz Hartenholm. Außer Stunts mit einem Firmen-LKW sorgten sich die Flensburger um den Biernachschub für die 200–250.000 Gäste des auswuchernden Festivals und verhinderten einen Ausschankstopp, indem sie direkt aus Lieferwagen verkauften.[18]

Weil Brösel den Flaschenaufdruck Flens später durch Bölkstoff – eine zwischenzeitlich bei der Hannoveraner Gilde Brauerei produzierte Biermarke – ersetzte und 1989 den Comic-Band Werner – Besser is das! veröffentlichte, geriet der Zeichner in Konflikt mit der Flensburger Brauerei. Weil damals vergleichende Werbung in derartiger Form nicht zulässig war, ließ das Unternehmen per Gerichtsbeschluss eine Schwärzung des Ausspruches vornehmen. Diese spannungsgeladene Episode konnte erst wieder vernachlässigt werden, nachdem die Flensburger Brauerei den Vertrieb der Marke Bölkstoff 2002 übernahm.[18]

21. Jahrhundert[Bearbeiten]

Von 1998 bis 2010 übernahm Lorenz Dethleffsen, der Sohn von Hans Dethleffsen, die Geschäftsführung, ab 2000 zusammen mit Uwe Müller. Lorenz' Bruder Andreas führt inzwischen die Dethleffsen-Holding. In dieser Zeit wurden alle Flaschenetiketten vereinheitlicht, das Sortiment um acht Produkte erweitert und Flens von 1999 bis zur Einführung des Einwegpfands 2003 auch in Bierdosen angeboten, was allerdings nicht mehr als 2 % des Sortiments ausmachte.[19] Ein prominenter Anhänger des Flensburger Pilseners in dieser Zeit war der amerikanische Außenminister Colin Powell, der sich von seinem deutschen Amtskollegen Joschka Fischer öfters eine Kiste zugutekommen ließ.[20] 2007 übernahm Andreas Tembrockhaus die Geschäftsführung, verantwortlich für das Marketing, den Vertrieb und den Export; ergänzt wird er seit 2010 durch Hans-Peter Heyen, der zuständig für die Technik ist.[19]

Produktion[Bearbeiten]

Die Produktion betrug im Jahr 2014 über 550.000 Hektoliter, 170 Mitarbeiter waren im Unternehmen beschäftigt.[21]

Eigene Marken[Bearbeiten]

Markendesign ab 2009
Produktpalette rund ums Flensburger Pilsener
Marke[17] seit[17] Sorte und Beschreibung Alkoholgehalt[17] Stammwürze[17]
Flensburger Pilsener 1922 Das Flensburger Pilsener, von 1983 bis 1993 das einzige Produkt des Unternehmens, macht 75 % des Umsatzes aus. Es ist mit 38 Bittereinheiten eines der herbsten Pilsener auf dem deutschen Biermarkt.[17] 4,8 % Vol. 11,3° Plato
Flensburger Frei 1993 helles, alkoholfreies Bier alkoholfrei 4,65° Plato
Flensburger Dunkel 1995 Dunkelbier 4,8 % Vol. 11,3° Plato
Flensburger Weizen 2001 Das obergärige Weizenbier, das am nördlichsten gebraute Weizen Deutschlands, hat im Vergleich zu klassischen Weizen aus Bayern einen höheren Hopfenanteil und ist vor allem in China ein Exportschlager.[17] 5,1 % Vol. 11,8° Plato
Flensburger Malz 2003 alkoholfreies, kalorienarmes Malzbier, 16,5 kcal und 0,29 BE pro Flasche alkoholfrei 1,8° Plato
Flensburger Winterbock 2004 saisonal erhältliches, dunkles Bockbier 7,0 % Vol. 16,3° Plato
Flensburger Gold 2005 Das helle Lagerbier ist nach dem Flensburger Pilsener die erfolgreichste Marke der Brauerei.[17] 4,8 % Vol. 11,3° Plato
Flensburger Radler 2005 Das Biermischgetränk in blauen Bügelflaschen enthält jeweils zur Hälfte Flensburger Pilsener und Zitronenlimonade.[17] 2,4 % Vol. 6,3° Plato
Flensburger Wasser 2006 Das enteisente, natriumarme Mineralwasser mit Kohlensäure ist in einer durchsichtigen Flensburger Bügelflasche abgefüllt.[17] alkoholfrei
Flensburger Kellerbier 2007 Ein untergäriges, unfiltriertes bzw. naturtrübes Lagerbier 4,8 % Vol. 11,8° Plato
Flensburger Frühlingsbock 2011 saisonal erhältliches, helles Bockbier 6,9 % Vol. 16,3° Plato
Flensburger Lager 2012 Das milde Bier gibt es nur vom Fass und ist nur in der Gastronomie erhältlich.[17] 4,8 % Vol. 11,3° Plato
Flens Fassbrause
Zitrone
2013 Die Fassbrause besteht zu 60 % aus Zitronenlimonade und zu 40 % aus alkoholfreiem Flensburger Bier. Der Kaloriengehalt liegt bei 12 kcal je 100 ml.[17][22] alkoholfrei 2,5° Plato
Flens Fassbrause
Rhabarber-Erdbeere
Die Fassbrause besteht zu 70 % aus einem Rhabarber-Erdbeer-Erfrischungsgetränk und 30 % aus alkoholfreiem Flensburger Bier. Der Kaloriengehalt liegt bei 10 kcal je 100 ml.[23] alkoholfrei 2,1° Plato
Flens Fassbrause
Birne-Quitte
2015 Die im Februar 2015 in den Getränkemärkten Schleswig-Holsteins und Hamburgs eingeführte Fassbrause besteht zu 70 % aus einem Birnen-Qitten-Erfrischungsgetränk und zu 30 % aus alkoholfreiem Flensburger Bier. Der Kaloriengehalt liegt bei 12 kcal je 100 ml.[24] alkoholfrei 2,1° Plato
Flensburger Edles Helles 1955
2013
Das helle Lagerbier mit zweimonatiger Reifezeit wurde zum 125-jährigen Bestehen 2013 wiederaufgelegt.[17] 5,4 % Vol. 11,8° Plato

Weitere Marken sind oder waren Flensburger Biermix (Biermischgetränk, Alkoholgehalt 2,4 % Vol., erhältlich in der Geschmacksrichtung Lemongrass, in der typischen Bügelflasche), Flensburger Bierbrand (auf 38 % Vol. destilliertes Bockbier in 0,5-l-Flasche) und das Mischgetränk Catch The Cat (ab 2002), welches nicht mehr produziert wird. Das Mischgetränk Flensburger Energy (ab 2003) wird nur noch für das Ausland (Peru) produziert.

Andere Marken[Bearbeiten]

  • Bölkstoff – Vertrieb durch die Flensburger Brauerei seit 2002
  • Unser Norden (Handelsmarke für die coop eG): Landbier Pilsener (Alkoholgehalt 4,8 % Vol.), Alster (Mischgetränk, 2,5 % Vol.) und Alkoholfrei.
  • Popp-Bier – aphrodisierendes Bier. Vermarktung durch die Beate Uhse AG und in Beate-Uhse-Sexshops sowie in diversen Getränkemärkten erhältlich.
  • Wacken Skoal – Flensburger Pilsener 2006 in Bügelverschlussflaschen als offizielles Bier des Wacken Open Air.
  • Flens Power – Ein Energie Drink, ohne Alkohol, der hauptsächlich nach Polen exportiert wird.

Besonderheiten[Bearbeiten]

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Das 1991 neugestaltete Logo der Brauerei hat die Wirkung einer Wappenvariante Flensburgs. Es beinhaltet die wesentlichen Elemente des Flensburgwappens, also die beiden blauen Schleswigschen Löwen, den sechseckigen roten Turm und die Wellen. Dazu gesellt sich aber im Unterschied zum offiziellen Wappen der Stadt, eine Kogge.

Bügelflaschen[Bearbeiten]

Füllanlage für Bügelflaschen in der Flensburger Brauerei

Entgegen der Konkurrenz, die den Bügelverschluss weitestgehend ab den 1970er Jahren durch den Kronkorken als Standardverschluss ablöste, hielt das Unternehmen an der klassischen Bügelflasche fest – und das lange Zeit als einzig größere Brauerei in Deutschland. Trotz der vergleichsweise hohen Produktionskosten – derartige Flaschen sind aufwendiger in der Herstellung und Reinigung und deren Verschlüsse sind verschleißanfällig – werden die Eigenmarken bis heute in Bügelflaschen abgefüllt und wurden damit zum Markenzeichen der Flensburger Brauerei.[25] Durchschnittlich wird eine der rund 40 Millionen im Umlauf befindlichen Flaschen 35 mal wiederverwendet (Stand 2013).[25] Dem Hinweis auf der Flasche nach sollen die leeren Bügelflaschen nach Gebrauch nicht wieder verschlossen werden, da diese sonst vor dem Spülvorgang wieder geöffnet werden müssen. Dieser Arbeitsschritt wird von Mitarbeitern der Werkstatt für behinderte Menschen Kappeln geleistet.

Um Qualität und Wettbewerbsfähigkeit sicherzustellen, entwickelte die Brauerei für vier Millionen Euro einen neuen Verschluss, der im Frühjahr 2010 auf den Markt kam. Diese Investitionen wurden vom Land Schleswig-Holstein mit EU-Fördermitteln aus dem Programm „Betriebliche Innovationen“ in Höhe von knapp einer Million Euro unterstützt. Die Bügelflaschen sind seitdem mit einem neuen Dichtungsring aus einem speziellen Material ausgestattet, das nur einen geringen Gasaustausch zulässt und dessen Wert erstmals auf dem Zuverlässigkeitsniveau eines Kronkorkens liegt.[26]

Werbung und Sponsoring[Bearbeiten]

Flensburger Bügelflasche vor Hallig Langeneß. Die Marke definiert sich als explizit norddeutsches Bier.

Das „Ploppen“ beim Öffnen der Bügelflaschen – bundesweit bekannt geworden durch die Werner-Comics – stilisierte man in den 1980er Jahren zu einem Erkennungszeichen der Marke, das bis heute fester Bestandteil der Funk- und Fernsehwerbung ist.[18] Die Werbung kokettiert außerdem gern mit der norddeutschen Markenherkunft, trocken norddeutschem Humor und Wortspielereien (z.B. „Das flenst.“ oder „Flensburger Herrenhandtasche“[17] für einen Sechserträger). Bei den bekanntesten, zwischen 1994 und 1996 entstandenen Werbefilmen führte Detlev Buck Regie.[27]

Beim Sponsoring liegt der Schwerpunkt auf soziale Projekte, Kultureinrichtungen und Sportvereine, die in der Heimatregion angesiedelt sind. Bekannteste Partner sind die Handballer der SG Flensburg-Handewitt;[28] unterstützt werden außerdem der Erhalt und Betrieb des betagten Salondampfers Alexandra sowie unter anderem der Museumshafen Flensburg, der Flensburger Sozial- und Grenzverband Arbeitsgemeinschaft Deutsches Schleswig (ADS), der Plattdeutsche Verein Flensburg samt Großveranstaltungen in Glücksburg (Ostseeman) und Flensburg (Dampf Rundum, Flensburg Nautics, Tummelum, Flensfestival, Drachenbootrennen).[29]

Club der Flensburger Brauereien Raritätensammler[Bearbeiten]

Passionierte Sammler und Flens-Liebhaber schlossen sich 1990 im Club der Flensburger Brauereien Raritätensammler (seit 2006 ein eingetragener Verein (e.V.)) zusammen. Die rund 70 Mitglieder dokumentieren Exponate der Produkte in einem Sammlerkatalog, organisieren Ausstellungen und beschäftigen sich mit der Geschichte der Flensburger Brauereien. Zu den Exponaten zählen Flaschen und Gläser, Bierdeckel, Etiketten, Modellautos, Bierkisten, historische Aktien, Dokumente und Fotos. Darüber hinaus stellte der Verein 1997 einen Weltrekord im Bierdeckelturmbau (14,66 m) auf.[30][31]

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  •  Peter Feierabend und Karsten Zang, Flensburger Brauerei Emil Petersen GmbH & Co. KG (Hrsg.): 125 Jahre Flensburger Brauerei. 1888–2013. 1. Auflage. Feierabend Unique Books, Köln 2013, ISBN 978-3-939214-08-3.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Pressemitteilung (PDF; 131 kB), abgerufen am 12. Juni 2010
  2. Peter Feierabend und Karsten Zang: 125 Jahre Flensburger Brauerei. Köln 2013. Kapitel Die Flensburger Brauerei im 125. Jahr ihres Bestehens: ein modernes Familienunternehmen mit Tradition. S. 127–132
  3. Peter Feierabend und Karsten Zang: 125 Jahre Flensburger Brauerei. Köln 2013. Kapitel Gründungsjahre. S. 13–20
  4. a b Peter Feierabend und Karsten Zang: 125 Jahre Flensburger Brauerei. Köln 2013. Kapitel Fusion: Die „Flensburger Bauereien AG“ entsteht. S. 23–25
  5. Peter Feierabend und Karsten Zang: 125 Jahre Flensburger Brauerei. Köln 2013. Kapitel Die Bierkutscher und ihre Pferde. S. 32–33
  6. Peter Feierabend und Karsten Zang: 125 Jahre Flensburger Brauerei. Köln 2013. Kapitel Aktienkrimi 1927: Versuchte feindliche Übernahme. S. 28–31
  7. Peter Feierabend und Karsten Zang: 125 Jahre Flensburger Brauerei. Köln 2013. Kapitel Aktienkrimi 1927: Versuchte feindliche Übernahme. S. 31
  8. Peter Feierabend und Karsten Zang: 125 Jahre Flensburger Brauerei. Köln 2013. Kapitel Phönix aus der Asche: Neuanfang mit Emil Petersen. S. 41–43
  9. Peter Feierabend und Karsten Zang: 125 Jahre Flensburger Brauerei. Köln 2013. Kapitel Die Brauerei im Dritten Reich: Gleichschaltung und Fürsorge. S. 46–49
  10. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatDas flenst: Bier von der Förde. Norddeutscher Rundfunk, 29. November 2014, abgerufen am 28. Dezember 2014.
  11. a b Peter Feierabend und Karsten Zang: 125 Jahre Flensburger Brauerei. Köln 2013. Kapitel Von nun an geht’s bergauf: Die Nachkriegszeit. S. 50–52
  12. a b c Peter Feierabend und Karsten Zang: 125 Jahre Flensburger Brauerei. Köln 2013. Kapitel Die Brauerei als „Bauerei“ – Jetzt wird gebaut! S. 67–80
  13. Peter Feierabend und Karsten Zang: 125 Jahre Flensburger Brauerei. Köln 2013. Kapitel Die Husumer Brauerei. S. 74
  14. a b c Peter Feierabend und Karsten Zang: 125 Jahre Flensburger Brauerei. Köln 2013. Kapitel Generationswechsel. S. 83–93
  15. Peter Feierabend und Karsten Zang: 125 Jahre Flensburger Brauerei. Köln 2013. Kapitel Es brennt im Jubiläumsjahr. S. 101–105
  16. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatHermann G. Dethleffsen-Familienholding: 275 Jahre, acht Generationen - eine Kaufmannsfamilie. In: shz.de. 14. Juni 2013, abgerufen am 29. Dezember 2014.
  17. a b c d e f g h i j k l m n Peter Feierabend und Karsten Zang: 125 Jahre Flensburger Brauerei. Köln 2013. Kapitel „Erfrischend anders“: Die heutige Produktpalette der Brauerei. S. 141–143.
  18. a b c Peter Feierabend und Karsten Zang: 125 Jahre Flensburger Brauerei. Köln 2013. Kapitel Werner und der „Bölkstoff“. S. 112–113
  19. a b Peter Feierabend und Karsten Zang: 125 Jahre Flensburger Brauerei. Köln 2013. Kapitel Zeitenwechsel. S. 120–123
  20. Peter Feierabend und Karsten Zang: 125 Jahre Flensburger Brauerei. Köln 2013. Kapitel Colin Powell. S. 125.
  21. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatCarlo Jolly: Flensburger Brauerei: 6,6 Millionen neue Bügel-Flaschen. In: Flensburger Tageblatt. 31. März 2015, abgerufen am 29. April 2015.
  22. Flens Fassbrause Zitrone. Flensburger Brauerei Emil Petersen GmbH, 2015, abgerufen am 29. April 2015.
  23. Flens Fassbrause Rhabarber-Erdbeer. Flensburger Brauerei Emil Petersen GmbH, 2015, abgerufen am 29. April 2015.
  24. Flens Fassbrause Birne-Quitte. Flensburger Brauerei Emil Petersen GmbH, 2015, abgerufen am 29. April 2015.
  25. a b Peter Feierabend und Karsten Zang: 125 Jahre Flensburger Brauerei. Köln 2013. Kapitel Ohne Bügel kein Plop: Der Bügelverschluss. S. 54–55
  26. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatUte Brade: Flensburger "ploppt" bald neu. In: taz.de. 10. November 2009, abgerufen am 29. Dezember 2014.
  27. Peter Feierabend und Karsten Zang: 125 Jahre Flensburger Brauerei. Köln 2013. Kapitel Flens im Kino. S. 117
  28. Trikot-Partner: Flensburger Brauerei. SG Flensburg-Handewitt, abgerufen am 29. Dezember 2014.
  29. Peter Feierabend und Karsten Zang: 125 Jahre Flensburger Brauerei. Köln 2013. Kapitel Soziales. S. 131
  30. Peter Feierabend und Karsten Zang: 125 Jahre Flensburger Brauerei. Köln 2013. Kapitel Club der Flensburger Brauereien Raritätensammler e.V.. S. 110–111
  31. wir über uns. Club der Flensburger Brauereien Raritätensammler e.V., abgerufen am 28. Dezember 2014.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Flensburger Brauerei – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

54.7788888888899.4361111111111Koordinaten: 54° 46′ 44″ N, 9° 26′ 10″ O