Flensburger Förde

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Flensburger foerde.gif
Leuchtturm Holnis (Standort: östl. Ortsende Schausende an der südl. Flensburger Innenförde (Foto 2012)

Die Flensburger Förde (dänisch: Flensborg Fjord) ist eine Förde im Bereich der westlichen Ostsee auf der Ostseite der Kimbrischen Halbinsel. Durch die Flensburger Förde verläuft die Staatsgrenze zwischen Dänemark und Deutschland. Obwohl die dänische Bezeichnung den Begriff Fjord enthält ist die Flensburger Förde als glaziale Tieflandsform im geomorphologischen Sinne kein Fjord, sondern eine Förde. Aufgrund der lediglich niedrigen Seitenflanken kann sie auch nicht als fjordähnlich bezeichnet werden. [1] [2] Im Dänischen steht das Wort Fjord gleichermaßen für eine Förde wie auch für einen Fjord (eine glaziale Hohlform im Gebirge) und ist etymologisch mit dem deutschen Wort Förde verwandt.

Inhaltsverzeichnis

Entstehung [Bearbeiten]

Bei der Förde handelt es sich um die Ausschürfung einer Gletscherzunge, die zuletzt während der Weichsel-Kaltzeit überprägt wurde. An den Rändern befinden sich entsprechende Grund- und Endmoränenablagerungen. Die Entwässerung der Förde während der Vereisung erfolgte u.a. durch ein Gletschertor im Bereich des Krusauer Tunneltals.[3]

Hauptorte [Bearbeiten]

Am innersten Ende der Förde liegt Flensburg als größte Siedlung an der Förde. Am östlichen Ufer der Innenförde befindet sich das Seebad Glücksburg mit seinem berühmten Wasserschloss. Das dänische Sønderborg (dt.: Sonderburg) liegt im Nordosten.

Topographie [Bearbeiten]

Die Flensburger Förde ist 40 bis 50 Kilometer lang (je nach Abgrenzung zur Kieler Bucht) und hat von allen Förden und der Kimbrischen Halbinsel die größte Wasserfläche. Sie bildet damit als langgezogener Seitenarm der Ostsee deren westlichsten Punkt. Gegliedert wird die Förde durch die markante Halbinsel Holnis, eine Landzunge, auf der sich der nördlichste Punkt auf dem deutschen Festland befindet (bei List auf der Insel Sylt liegt Deutschlands nördlichster Punkt). Die Halbinsel teilt die Flensburger Förde in die Innenförde (südwestlich) und die Außenförde (östlich). Die westlichste Spitze der Förde bildet der Flensburger Hafen. Nebenbuchten der Förde sind das Nybøl Nor und die Sønderborg Bugt mit dem Vemmingbund und dem Hørup Hav. Die Untiefe Bredgrund (dt.: Breitgrund) markiert den Übergang der Förde in die Kieler Bucht, in die an dieser Stelle von Norden der Kleine Belt einmündet. Das Hørup Hav (deutsch Höruper Haff) trennt die Halbinsel Kegnæs (deutsch Kekenis) vom übrigen Als. Bei Gammel Pøl geht die Förde in den Kleinen Belt (dän.: Lille Bælt) über.

  • Südufer

Typischerweise wird das Südufer der Außenförde durch unterschiedliche Formen der Ausgleichsküste geprägt. [4]Steile Abschnitte mit Grundmoränenkliffs wechseln mit meist schmalen Strandbereichen ab, an denen zahlreiche Badestrände bestehen. Langballigau ist der einzige Fischereihafen. Ein Wahrzeichen ist die kleine Kirche von Neukirchen, die wie ihr gegenüber liegendes Pendant zu Kegnæs (dt.: Kekenis) von Herzog Johann dem Jüngeren errichtet wurde. Weiter östlich liegt die Geltinger Bucht mit einem ehemaligen Fährhafen, der heute als Marina genutzt wird. Das landschaftlich eindrucksvolle Naturschutzgebiet Geltinger Birk markiert das östliche Ende der Förde.

  • Nordufer

Das nördliche Ufer der Förde und die beiden Ochseninseln (dän.: Okseøer) gehören zu Dänemark. Der schmale Sund bei Egernsund (dt.: Ekensund) verbindet die Förde mit ihrer nördlichsten Bucht, dem Nybøl Nor (dt.: Nübeler Noor). Hier befinden sich noch einige bedeutende Ziegeleien sowie der Ort Gråsten (dt.: Gravenstein). Zwischen dem Noor und der Außenförde liegt die Halbinsel Broager Land mit der Gemeinde Broager (dt.: Broacker). Östlich davon befinden sich die Düppeler Höhen. Die Stadt Sønderborg (dt.: Sonderburg) ist nach Flensburg größter Ort an der Förde. Hier trennt der Als Sund (dt.: Alsen Sund) die Halbinsel Sundeved von der Insel Als (dt.: Alsen). Entlang des nördlichen Fördeufers führt der rund 74 km lange Wanderweg Gendarmstien (dt. Gendarmenpfad) entlang, der früher von dänischen Grenzgendarmen zur Grenzüberwachung genutzt wurde.

Bedeutung für die Schifffahrt [Bearbeiten]

Die Förde gilt als bedeutendes Segelrevier.Segler aus vielen Ländern besuchen sie jedes Jahr. Die Flensburg-Fjord-Regatta wird alljährlich ausgetragen. Die Förde ist auch für kommerziell betriebene Lastschiffe schiffbar. Auch die Schiffe aus der Flensburger Werft benutzen sie als Verbindung in die offene Ostsee. Bedeutend ist die Flensburger Förde als traditioneller Marinestandort auch für die militärische Seefahrt. Besonders im Sommerhalbjahr verkehren Ausflugsschiffe auf unterschiedlichen Routen, u.a. von Flensburg nach Glücksburg und nach Dänemark.

Leuchttürme [Bearbeiten]

In und an der Förde stehen mehrere bekannte Leuchttürme: An der Innenförde befindet sich am südlichen Ufer östlich von Schausende der Leuchtturm Holnis lt. behördlicher Bezeichnung (der Ort Holnis ist weiter entfernt als Schausende). Am Übergang zur Ostsee befindet sich der Leuchtturm Kalkgrund in der Förde (näher zum Südufer), am Nordufer der Leuchtturm Kegnæs. Der Ausgang der Förde nördlich von Bredgrund markiert der Leuchtturm Gammel Pøl. Der am südlichen Ende des Ausgangs gelegene Leuchtturm Falshöft ist mittlerweile außer Betrieb.


Weblinks [Bearbeiten]

 Commons: Flensburger Förde – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise [Bearbeiten]

  1. Liedtke, H. (1981): Die nordischen Vereisungen in Mitteleuropa. – Forschungen zur Deutschen Landeskunde 204.
  2. Schmidtke, K.-D. (1993): Die Entstehung Schleswig-Holsteins. Neumünster. 128 S.
  3. Gripp, K. (1964): Erdgeschichte von Schleswig-Holstein. Neumünster. 411 S.
  4. Liedtke, H., Marcinek, J. 2001: Physische Geographie Deutschlands. Gotha.

54.8666666666679.55Koordinaten: 54° 52′ N, 9° 33′ O