Fliegender Finne

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Fliegender Finne (auch die englischsprachige Version Flying Finn wird benutzt; finnisch Lentävä suomalainen) ist ein Spitzname, der im Sport für verschiedene finnischen Sportler benutzt wird. Ursprünglich waren mit der Bezeichnung die erfolgreichen finnischen Mittel- und Langstreckenläufer in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts gemeint.

Geschichte[Bearbeiten]

Der erste Sportler, der den Spitznamen Fliegender Finne bekam, war Hannes Kolehmainen.[1] Kolehmainen gewann bei den Olympischen Spielen 1912 in Stockholm drei Gold- und eine Silbermedaille. Zu dieser Zeit gehörte Finnland noch zum Russischen Zarenreich. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde die Bezeichnung für Läufer wie Paavo Nurmi und Ville Ritola weiter verwendet, die die Mittel- und Langstreckendistanz in den 1920er Jahren dominierten. In den 1930er Jahren flachte die finnische Dominanz mit dem Rückzug Nurmis und Ritolas etwas ab, doch Läufer wie Volmari Iso-Hollo und Lauri Lehtinen sorgten noch weiterhin für einige Erfolge finnischer Sportler. In der Zeit während des Zweiten Weltkrieges gehörten Taisto Mäki und Viljo Heino zur Weltspitze. Allerdings war die große Zeit der Fliegenden Finnen im Mittel- und Langstreckenlauf spätestens nach dem Zweiten Weltkrieg zu Ende. In den 1950er und 1960er Jahren waren vor allem im Marathonlauf noch vereinzelt erfolgreiche Finnen zu finden, zum Beispiel Veikko Karvonen. Bei den Olympischen Spielen 1972 und 1976 sorgte Lasse Virén für ein Comeback des Mythos der Fliegenden Finnen. Auch andere Läufer wie Pekka Vasala oder Tapio Kantanen fanden nun wieder den Weg zur Weltspitze. Allerdings hielt diese Phase nur kurz an.

In den 1960er Jahren wurde der Begriff zunächst auch erstmals auf andere finnischen Sportler angewandt. Ein 1968 erschienener Film, der das Duell zwischen den finnischen Rallyefahrern Timo Mäkinen und Hannu Mikkola bei der Tausend-Seen-Rallye zum Thema hatte, trug den Titel „The Flying Finns“. Auch in der Formel 1 hielt der Spitzname Einzug, so zum Beispiel als Aufschrift auf dem Helm Leo Kinnunens.

Im Laufe der Zeit ließ sich die Bezeichnung in immer mehr Sportarten finden, in denen Finnen große Erfolge feiern konnten.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. 1912 Stockholm (Version vom 5. Oktober 2006 im Internet Archive)