Fliegerhorst Neuburg

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Fliegerhorst Neuburg
BW
Fliegerhorst Neuburg (Bayern)
Red pog.svg
Kenndaten
ICAO-Code ETSN
Koordinaten
Verkehrsanbindung
Entfernung vom Stadtzentrum 3 km südöstlich von Neuburg an der Donau
Straße Bundesstraße 16
Basisdaten
Eröffnung 1936
Betreiber Bundeswehr
Start- und Lande-Bahn
09/27 2440 m × 30 m Asphalt



i7

i11

i13

Der Fliegerhorst Neuburg, bisweilen auch Fliegerhorst Zell, ist ein deutscher Militärflugplatz. Er liegt auf dem Gebiet der Stadt Neuburg an der Donau im oberbayerischen Landkreis Neuburg-Schrobenhausen, zirka 20 Kilometer west-südwestlich von Ingolstadt. Hauptnutzer ist seit 1961 das Taktische Luftwaffengeschwader 74. Obwohl Neuburg der kleinste Kampfflugzeug-Stützpunkt der Bundeswehr ist, war der Fliegerhorst von der 2011 verkündeten Bundeswehrreform praktisch nicht betroffen.

Geschichte[Bearbeiten]

Aufgereihte F-104 in Neuburg (1965)

Die Geschichte der Militärfliegerei in Neuburg reicht bis in das Jahr 1912 zurück, als erstmals ein Militärflugzeug auf dem Exerzierplatz in Neuburg landete.

Im Jahre 1935 begann im Rahmen der vom NS-Regime betriebenen Aufrüstung der Wehrmacht der Bau eines neuen Fliegerhorstes bei Zell, auf dem die Luftwaffe im folgenden Jahr den Schulbetrieb aufnahm. Die ab 1937 als "Fliegerwaffenschule" bezeichnete Einrichtung war unter anderem mit Dornier Do 23, Focke-Wulf Fw 56 und Junkers Ju 52 ausgerüstet. Im Folgejahr kam die "Blindflugschule 2 (C)" hinzu und während des Zweiten Weltkrieges beherbergte der Platz vermehrt Einsatzverbände. Gegen Kriegsende diente der Fliegerhorst auch als Basis für düsengetriebene Me 262-Jäger. So war ab Dezember 1944 die I. Gruppe des Kampfgeschwaders 40 hier stationiert um auf dieses Flugzeugmuster geschult zu werden. Diese neuartige Bedrohung fand die Aufmerksamkeit der alliierten Zielplanung im Bombenkrieg: im Frühjahr 1945 zerstörten mehrere Angriffe der US-Luftwaffe das Areal nahezu völlig. Nach Einnahme durch die Amerikaner erhielt das Airfield die alliierte Code-Bezeichnung R-60.

Im Zuge der Wiederbewaffnung sollte die Basis Zell Heimat eines Geschwaders der (Bundes-) Luftwaffe werden. Das Taktische Luftwaffengeschwader 74 wurde 1961 als Jagdgeschwader 74 in Neuburg aufgestellt und ist seit nunmehr über 50 Jahren Nutzer des Fliegerhorstes in Neuburg.

1967 entwendete ein Trio um Manfred Ramminger eine Sidewinder-Rakete vom Gelände des Fliegerhorstes und schickte sie zerlegt per Post nach Moskau zum KGB.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Fliegerhorst Neuburg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien