Florence Mills

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Florence Mills (* 25. Januar 1896 in Washington, D.C. als Florence Winfrey; † 1. November 1927 in New York City), war eine afroamerikanische Sängerin und Tänzerin, bekannt als "Queen of Jazz" und "Queen of Happiness". Sie war der erste schwarze Star am bis dahin weißen Broadway[1].

Biografie[Bearbeiten]

Mills kam als die Tochter der früheren Sklaven Nellie (geb. Simon) und John Winfrey in einem Washingtoner Slum zur Welt. Bereits als kleines Kind trat sie bei Tanzwettbewerben und zur Unterhaltung auf. 1903 sang sie erstmals in einer Bühnenshow. Wenig später zog sie mit einer Vaudeville-Truppe umher. Wegen ihres jugendlichen Alters wurde sie verhaftet und kam in eine Erziehungsanstalt. Ihre Familie zog nach New York, wo Mills für einige Zeit eine normale Schule besuchte.

Ab 1910 war sie mit ihren Schwestern Olivia und Maude unter dem Namen "The Mills Sisters" in Shows zu sehen. Sie tourten durch weite Teile der USA. Nachdem sich ihre Schwestern von der Bühne zurückgezogen hatten, trat Florence Mills 1915 mit Kinky Caldwell auf, bis diese heiratete. 1916 bildete sie mit Bricktop und Cora Green das "Panama Trio", das in Chicago Erfolge feierte.

1917 wurde Mills Mitglied der Jazzgruppe "The Tennessee Ten", deren Tanzleiter Ulysses "Slow Kid" Thompson ihr Lebenspartner wurde. Während Thompson seinen Militärdienst in Europa ableisten musste, gab es eine erfolgreiche Wiedervereinigung des Panama Trios mit Carolyn Williams anstelle von Bricktop. 1919 ging Mills zurück zu den Tennesse Ten. Bald darauf hatte sie erste Erfolge als Solistin, und Kid Thompson wurde ihr Manager. Die beiden zogen 1921 nach New York und heirateten.

1922 bekam Florence Mills ihre eigene Broadway-Show, die sie zum Superstar machte. Auch in London wurde die Show gefeiert. Die Erfolge hielten in den folgenden Jahren an. Ihr Song I'm a Little Blackbird looking for a Bluebird gilt als kaum verschleierter Protest gegen die Rassendiskriminierung, mit der Mills auch als Star ständig konfrontiert war.

1926 ging Mills mit ihrer Show Blackbirds in Frankreich und England auf Tour. In London brach eine regelrechte Blackbirds-Manie aus. Die Show wurde allein in London über 250 Mal aufgeführt.

Erschöpft gingen Mills und Thompson im August 1927 nach Baden-Baden zur Kur. Zurück in Amerika erkrankte Florence Mills an Tuberkulose. Sie starb am 1. November nach einer Blinddarmoperation. An ihrem Begräbnis in Harlem nahmen 150.000 Menschen teil[1].

Literatur[Bearbeiten]

  • Bill Egan: Florence Mills. Harlem Jazz Queen. Scarecrow Press u. a., Oxford u. a. 2004, ISBN 0-8108-5007-9 (Studies in Jazz 48).

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Walter Saller: Das schwarze New York – Harlem Shuffle. In GEO Epoche Nr. 33 (2008): New York 1625–1945. Seiten 124-136.