Florian Holsboer

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Florian Holsboer (2004)

Florian Holsboer (* 27. Mai 1945 in München) ist ein Schweizer Chemiker und Mediziner. Seit 1989 ist er Direktor des Max-Planck-Instituts für Psychiatrie in München.

Inhaltsverzeichnis

Familie und Ausbildung[Bearbeiten]

Florian Holsboer ist der Sohn des Schweizer Schauspielers, Regisseurs und Theaterintendanten Willem Holsboer und dessen Frau Margot Holsboer, geb. Rupp, die ebenfalls Schauspielerin war. Holsboer ist verheiratet.

Nach dem Abitur am Münchner Luitpold-Gymnasium im Jahr 1965 studierte Holsboer bis 1971 Chemie. 1975 wurde er mit einer Arbeit zu Anwendungen der Röntgenphotoelektronenspektroskopie an der Münchner Ludwig-Maximilians-Universität zum Dr. rer. nat. promoviert. Ab 1974 studierte Holsboer an der Ludwig-Maximilians-Universität Medizin. Er wurde dort 1979 mit einer biochemischen Arbeit zum Dr. med. promoviert.

Beruflicher Werdegang[Bearbeiten]

Nach dem Studium der Chemie war Holsboer als wissenschaftlicher Assistent am Institut für anorganische Chemie der Ludwig-Maximilians-Universität tätig. Nach Abschluss des Medizinstudiums wurde er 1979 Assistenzarzt an der Nervenklinik der gleichen Universität, wechselte 1981 an die Psychiatrische Klinik der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, wo er seine Weiterbildung zum Facharzt für Nervenheilkunde abschloss und sich 1984 habilitierte. Eine psychotherapeutische oder psychoanalytische Ausbildung hat Holsboer nicht absolviert. 1986 erhielt er den Ruf auf den Lehrstuhl für Psychiatrie der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, deren Psychiatrische Klinik er von 1987 bis 1989 leitete. 1988 wurde er von der Max-Planck-Gesellschaft zum Wissenschaftlichen Mitglied und Direktor des Max-Planck-Instituts für Psychiatrie in München berufen. Er trat diese Stelle 1989 an.

2003 gründete er ein Biotechnologie-Unternehmen, Affectis Pharmaceuticals AG (vormals NeuroNova AG), dem er von 2003 bis 2007 als Aufsichtsratsvorsitzender angehörte. Seit 2007 ist er Geschäftsführer des gemeinnützigen Unternehmens NeuroNova gGmbH. Gemeinsam mit dem Finanzunternehmer Carsten Maschmeyer gründete Holsboer im Dezember 2010 die HolsboerMaschmeyer NeuroChemie (HMNC) GmbH, die sich mit der personalisierten Therapie von Depressionen beschäftigt und neue Medikamente gegen Erkrankungen des Nervensystems entwickelt.

Florian Holsboers wissenschaftliches Interesse gilt den molekulargenetischen und biochemischen Ursachen von Depression und Angsterkrankungen, Schlafstörungen und der Anpassung an Stress-Situationen. Im Bereich der Neurologie ist sein Forschungsschwerpunkt die Multiple Sklerose. Holsboer ist Vertreter einer personalisierten Medizin, insbesondere verficht er die These, neben klinischen Symptomen und Befunden müssten spezifische genetische Untersuchungen und Biomarker zur Charakterisierung der Patienten herangezogen werden.

2009 erschien unter dem Titel Biologie für die Seele eine Autobiografie.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Veröffentlichungen (Auswahl)[Bearbeiten]

  • Biologie für die Seele : mein Weg zur personalisierten Medizin, 2., durchges. Auflage, München : Beck 2009, ISBN 978-3-406-58360-5.
  • Florian Holsboer, Andreas Ströhle (Hrsg): Anxiety and anxiolytic drugs Berlin, Heidelberg, New York: Springer 2005 (Handbook of experimental pharmacology, Vol. 169), ISBN 978-3-540-22568-3.
  • (Hrsg.): Handbuch der Psychopharmakotherapie, Heidelberg : Springer 2008, ISBN 978-3-540-20475-6.

Mitgliedschaften[Bearbeiten]

Holsboer gehört mehreren wissenschaftlichen Organisationen an: Seit 1999 ist er Ehrenmitglied des American College of Psychiatrists, seit 1994 Member of the American College of Neuropsychopharmacology, 1998 wurde er in die Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina aufgenommen und seit 1991 ist er Honorarprofessor an der Ludwig-Maximilians-Universität München.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Deutsche Gay-Lussac Humboldt-Preisträger (PDF; 82 kB)
  2. UZH verleiht Ehrendoktor an Kulturhistoriker Peter Burke und an neun weitere Persönlichkeiten. Universität Zürich, 27. April 2013