Florilegium

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Als Florilegium (lat. Blütenlese oder „Lesefrüchte“) wird, entsprechend der griechischen Anthologie, eine Zusammenstellung von Bibelstellen oder Redewendungen, Motetten und Zitaten berühmter Autoren bezeichnet.

Häufig enzyklopädischen Charakters waren mittelalterliche und frühneuzeitliche Florilegien sowohl Auszüge aus Schriften antiker und mittelalterlicher Autoren, meist Versdichtern aber auch Prosaisten, als auch Zusammenstellungen von Sprüchen.

Verwendet wurden sie im Unterricht und in der Schriftstellerei. In der Regel wurden aus einer Anzahl von Dichtern der Reihe nach die dem Exzerptor zusagenden Verse herausgeschrieben. Oft wurden die vielfach textlich veränderten Exzerpte alphabetisch oder systematisch geordnet. Die Florilegien gaben Auskunft über Vorhandensein und Beliebtheit der Autoren. Andererseits wurde durch die Anwendung der Florilegien bei wenig belesenen Schriftstellern größere Literaturkenntnis vorgetäuscht.

Häufige Abschriften mit Verkürzungen, Veränderungen und Zusätzen erschweren allerdings die philologische Forschung.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Gilbert Heß: Formen der Validierung in frühneuzeitlichen Florilegien, in: Eule oder Nachtigall? Tendenzen und Perspektiven kulturwissenschaftlicher Werteforschung, hrsg. von Marie Luisa Allemeyer u.a., Wallstein, Göttingen 2007, S. 73–103
  • Loris Sturlese: Philosophische Florilegien im mittelalterlichen Deutschland, in: ders. Homo divinus: philosophische Projekte in Deutschland zwischen Meister Eckhart und Heinrich Seuse, Kohlhammer, Stuttgart 2007, 155-168, ISBN 978-3-17019790-9

Weblinks[Bearbeiten]