Flughafen Basel-Mülhausen

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Flughafen / EuroAirport
Basel Mulhouse Freiburg
EuroAirport logo.svg
Aéroport Bâle-Mulhouse 2.jpg
Kenndaten
ICAO-Code LFSB für Mülhausen
LSZM für Basel
IATA-Code BSL für Basel
MLH für Mülhausen,
EAP für EuroAirport
Koordinaten
47° 35′ 22″ N, 7° 31′ 48″ O47.5895833333337.5299138888889270Koordinaten: 47° 35′ 22″ N, 7° 31′ 48″ O
270 m ü. MSL
Verkehrsanbindung
Entfernung vom Stadtzentrum 6 km nordwestlich von Basel,
30 km südöstlich von Mülhausen,
77 km von Freiburg im Breisgau
Straße Buslinie 50 <> Basel SBB; Zollfreistraße; Autobahn A35 / A3
Basisdaten
Eröffnung 8. Mai 1946
Terminals 2
Passagiere 5'354'758 (2012)[1]
Luftfracht 94'346 t (2012)[1]
Flug-
bewegungen
87'355 (2012)[1]
Start- und Lande-Bahnen
08/26 1819 m × 60 m Beton
15/33 3900 m × 60 m Beton

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Standorte der Schweizer Flughäfen

Der internationale Flughafen Basel-Mülhausen (Markenname seit 1987 EuroAirport Basel Mulhouse Freiburg) liegt 6 km nordwestlich von Basel (Schweiz) und 30 km südöstlich von Mülhausen (Frankreich) auf den Gemarkungen der französischen Gemeinden Hésingue und Saint-Louis im Département Haut-Rhin. Weltweit einmalig wird der Flughafen von zwei Staaten gemeinsam betrieben. Da er auch für den südwestdeutschen Raum große Bedeutung hat, bekam er den Zusatz Freiburg; südbadische Vertreter sind im Verwaltungsrat und im trinationalen Beirat, allerdings ohne Stimmrecht, vertreten. Vor Eröffnung des EuroAirports wurden die Schweizer Flüge vom Flugplatz Basel-Sternenfeld in Birsfelden abgewickelt, während Mülhausen durch den Flugplatz Mülhausen-Habsheim angeflogen wurde.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Sitz der Swiss am Flughafen Basel Mulhouse Freiburg

Der erste Flughafen von Basel, Vorläufer des heutigen internationalen Airports, wurde 1920 auf dem Sternenfeld im Gemeindegebiet von Birsfelden eröffnet. Im Zuge der steigenden betrieblichen Anforderungen erwies sich dieser Standort bald als zukunftsuntauglich, weil nicht ausbaufähig, so dass bereits in den 1930er Jahren die Idee entstand, mit dem elsässischen Flugplatz Habsheim zu einem binationalen Flughafen auf französischem Gebiet zu fusionieren.

Die entsprechenden Verhandlungen wurden durch den Ausbruch des Zweiten Weltkriegs zunächst unterbrochen, jedoch nach Kriegsende rasch wiederaufgenommen; bereits am 8. Mai 1946 wurde nach nur zweimonatiger Bauzeit auf dem Gebiet der elsässischen Gemeinde Blotzheim der neue Flughafen Basel-Mülhausen eingeweiht. Der entsprechende Staatsvertrag zwischen der Schweiz und Frankreich wurde am 4. Juli 1949 unterschrieben.[2] Er legte fest, dass Frankreich das Gelände zur Verfügung stellte und die Schweiz die Pisten und Gebäude baute. Für die Kontrolle des Flugbetriebs sollte Frankreich nach französischem Recht zuständig sein.

In den folgenden Jahren kam es zu zahlreichen Erweiterungen der Infrastruktur. 1952 wurde die Ost-West-Piste, 1953 die Nord-Süd-Blindlandebahn fertiggestellt; die Hauptlandebahn verlängerte man 1978 auf 3.900 Meter. 1970 wurde ein neuer Passagierterminal mit einer Kapazität von einer Million Fluggästen eingeweiht, der 2002 um den Terminal Nord und 2005 um den Terminal Süd erweitert wurde. 1987 führte man das Markenzeichen EuroAirport Basel-Mulhouse-Freiburg ein.

Seit der Abtretung des Blotzheimer Ortsteils Neuweg (La Chaussée) an die Stadt St. Louis im Jahr 1958 liegt der Flughafen nicht mehr auf Blotzheimer Gemeindegebiet, sondern auf den Gemarkungen von Hésingue und St. Louis.

Bedeutung[Bearbeiten]

Der Flughafen liegt auf französischem Boden im Dreiländereck, besitzt einen binationalen Status und gehört Frankreich und der Schweiz. Für die Schweiz ist der EuroAirport der drittgrößte Flughafen; größer sind die Flughäfen Zürich und Genf. In Frankreich gehört er zu den zehn wichtigsten Flughäfen und ist dort fünftgrößter Regionalflughafen.

Verkehrsentwicklung[Bearbeiten]

2001 hatte der Flughafen mit rund 3,5 Millionen Passagieren ein gutes Ergebnis. Im Jahr 2002 gab es aufgrund des Konkurses der Swissair einen deutlichen Rückgang bei der Zahl der Passagiere und beim Frachtaufkommen. Der Rückgang setzte sich 2003 fort: Nur noch rund 2,5 Millionen Passagiere benutzten den Flughafen.

EasyJet-Maschinen auf dem EuroAirport (2008)

2004 begann die Wende mit einer leichten Steigerung um 2 %. Seit 2005 boomt der Flughafen dank der Billigfluggesellschaft EasyJet, die am Flughafen ein Drehkreuz betreibt. So verzeichnete der Flughafen eine Steigerung um 30 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Für 2008 rechnete Flughafendirektor Jürg Rämi mit einem Plus von 5 % bei den Passagierzahlen. Durch die Fußball-Europameisterschaft 2008, die teilweise in der Schweiz stattfand, erhoffte sich der Flughafen Basel-Mülhausen 50'000 zusätzliche Passagiere, da einer der Spielorte auch Basel war. Tatsächlich waren es aber nur 25'000 (890 zusätzliche Flugbewegungen). Im Jahr 2011 gab der Flughafen das höchste Passagieraufkommen seit seiner Eröffnung bekannt: Mit 5,05 Millionen Passagieren wurde das bisher beste Ergebnis aus dem Jahr 2007 um 18,3 % übertroffen. Insgesamt wurden 87‘568 Starts und Landungen registriert.

Für 2014 rechnet der Flughafen mit einem Passagierwachstum um 5 % auf etwa 6,2 Millionen Passagiere und einem Wachstum des Frachtaufkommens von etwa 2 %. 2012 erhielt die Swiss-Lounge am EuroAirport Basel Mulhouse Freiburg den Titel „Best Airport Lounge in the World“, der alljährlich von den Priority Pass Lounge of the Year Awards erkoren wird. Seit dem 1. Oktober 2012 firmiert die Swiss-Lounge nicht mehr als Swiss, sondern als sogenannte „Contract-Lounge“, womit der Zugang neu käuflich erworben werden kann, und für Swiss Frequent Traveller nicht mehr kostenlos ist.

Entwicklung der letzten Jahre[Bearbeiten]

Jahr Passagiere +/−¹ Fracht in t +/−¹ Flugbewegungen +/−¹
2001 3'550'696 114'269 120'865
2002 3'058'416 −14 % 80'151 −29 % 109'104 −10 %
2003 2'489'676 −23 % 81'277 +1 % 87'998 −24 %
2004 2'549'127 +2 % 88'311 +9 % 77'670 −12 %
2005 3'315'696 +30 % 83'580 −5 % 82'142 +6 %
2006 4'020'320 +21 % 95'770 +16 % 81'865 −0,3 %
2007 4'272'904 +6 % 107'309 +12 % 82'025 +0,2 %
2008 4'261'980 −0 % 101'111 −6 % 81'119 −1 %
2009 3'854'770 −9,6 % 85'022 −15,9 % 74'992 −7,6 %
2010 4'129'052 +7,0 % 107'390 +26,0 % 77'152 +3,0 %
2011 5'053'664 +22 % ca. 104‘000 −4 % 87‘568 +14 %
2012 5'354'758 +6 % 94'346 −9 % 87'355 -0.3 %
2013 5'880'771 +10 % 94'000 +-0 % 87'319 +-0 %

¹ Veränderung gegenüber Vorjahr

Lage und Anfahrt[Bearbeiten]

Der EuroAirport liegt auf französischem Staatsgebiet und ist ein öffentlich-rechtliches Unternehmen nach internationalem Recht mit Sitz in Frankreich, genießt aber durch einen französisch-schweizerischen Staatsvertrag aus dem Jahr 1949 einen binationalen Status. In diesem Rahmen umfasst der EuroAirport einen schweizerischen Zollsektor auf französischem Staatsgebiet.

  • Ab dem Basler Bahnhof SBB verkehrt die Buslinie 50 mehrmals pro Stunde zum EuroAirport, der in 15 Minuten erreicht wird. Ebenfalls mehrmals stündlich fährt ein Bus vom Bahnhof St-Louis, wo ein Bahnanschluss von Mülhausen besteht. Zehn bis fünfzehn Mal täglich besteht eine Busverbindung ins deutsche Freiburg; die Fahrzeit beträgt 55 Minuten.
  • Eine Bahnverbindung zum EuroAirport ab Mülhausen und Basel wird seit 2001 geprüft und geplant.[3] Im Januar 2011 ist man weiterhin in der Vorstudie.[4][5]
Lage des Flughafens im Dreiländereck

Am 27. März 2009 ist die Schweiz dem Schengener Abkommen vollumfänglich beigetreten. Somit hat sich auch das – etwas komplizierte – Verfahren geändert und ist in etwa dem üblichen Prozedere der meisten anderen Flughäfen in Europa angepasst worden.

Flugbuchung[Bearbeiten]

Der EuroAirport hat drei IATA-Codes – BSL, MLH und EAP, deren letzter der „Area-Code“ ist, der „beide Flughäfen“ umfasst. Wenn man einen Flug mit dem EuroAirport als Start oder Reiseziel bucht, sollte man also nach zwei verschiedenen Destinationen suchen, was man am besten dadurch bewerkstelligt, dass man den Area-Code EAP eingibt.

Air-France-Flüge nach Paris-Orly werden nur von MLH verkauft, nach Roissy von BSL und MLH. Buchungstechnisch wird dieser Dienst als Flug von BSL nach CDG mit einer Zwischenlandung in MLH geführt (Beispielsweise BSL-MLH 0700-0701, „Zwischenstop“ 0701-0702, „Weiterflug“ MLH-CDG 0702-0810; dabei wird der „Flug“ von BSL nach MLH zu Fuß zurückgelegt). Das führt dazu, dass MLH-CDG als Inlandsflug erheblich billiger ist als BSL-(MLH-)CDG, das gemäß der internationalen Preissystematik verkauft wird. Auch bei internationalen Flügen können sich die Tarife BSL-Ziel und MLH-Ziel erheblich unterscheiden.

Swiss International Air Lines verkauft lediglich Flüge von und nach BSL. Vor der Liberalisierung der Verkehrsrechte zwischen der Schweiz und der EU unterhielt Crossair (und später Swiss) die französische Tochtergesellschaft Europe Continental Airways, die unter dem Markennamen Crossair Europe mit französisch registrierten Flugzeugen und französischer Betriebsgenehmigung von MLH aus Flüge anbot, zu deren Durchführung Schweizer Gesellschaften nicht berechtigt gewesen wären.

Unabhängig vom Ziel auf dem Ticket können Passagiere bei der Ankunft zwischen den Ausgängen nach Frankreich oder in die Schweiz wählen.

Spotting[Bearbeiten]

Der EuroAirport ist ein geeigneter Flughafen, um Planespotting zu betreiben. In der Nähe von Blotzheim (Region Elsass) gibt es eine Aussichtsplattform, genannt «Belvédère». Von dort aus gibt es durchgehende Sicht auf die Bahn 15 und die dort landenden Flugzeuge. Wenn die Bahn 33 in Betrieb ist, kann man an der Pistenachse am Zaun stehen um zu spotten.

Nostalgie[Bearbeiten]

Die Super Constellation auf dem EuroAirport (2006)

Die einzige in Europa noch aktive Super Constellation hat auf dem EuroAirport Basel Mulhouse Freiburg während der Flugsaison ihre Heimbasis und veranstaltet zwischen April und September Schauflüge in beinahe ganz Europa. Das Winterquartier des von der Super Constellation Flyers Association betriebenen Flugzeugs ist auf dem Black Forest Airport bei Lahr.

Zwischenfälle[Bearbeiten]

  • Am 10. April 1973 zerschellte der Invicta-International-Airways-Flug 435 vor der Landung in Basel-Mülhausen, als leichter Schneefall und Nebel herrschte. Unfallursache war hauptsächlich die Orientierungslosigkeit der Piloten und deren mangelhafte Ausbildung im Instrumentenflug. 108 Menschen wurden getötet, 36 verletzt.
  • Am 26. Juni 1988 startete eine Airbus 320 der Air France (Air-France-Flug 296), um auf dem nahe gelegenen Flugplatz Mülhausen-Habsheim eine Flugshow durchzuführen. Die Maschine flog zu tief und mit einer zu geringen Geschwindigkeit, um die Bäume am Ende des Habsheimer Flugplatzes zu überfliegen. Bei der Bruchlandung im Wald kamen drei von den 130 Personen an Bord ums Leben.
  • Am 23. Juli 2007 wollte Hans Georg Schmid mit seinem selbst gebauten Flugzeug zu Ehren von Charles Lindbergh von Basel aus den Atlantik non-stop überfliegen. Das Flugzeug kollidierte nach 3.8 km Flug mit einem Wohnhaus, der Pilot kam dabei ums Leben.

Genauere Angaben zu den Unfällen siehe die verlinkten Seiten.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Peter F. Peyer (Hrsg.): Vom Sternenfeld zum EuroAirport Basel-Mulhouse-Freiburg. Mit Beiträgen von Hanspeter Abt u.a. Basel: Christoph Merian, 1996. ISBN 3-85616-074-4. (Sammelband aus Anlass des 50jährigen Betriebsjubiläums)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Euroairport – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatStatistiken des EuroAirports. Abgerufen am 11. Januar 2013.
  2. Text des Staatsvertrages zwischen der Schweiz und Frankreich zum Flughafen Basel-Mülhausen vom 4. Juli 1949
  3. Zweckverband Regio-Nahverkehr Freiburg Presseerklärung vom 13. Dezember 2001 (ges. 4. Februar 2011; PDF; 26 kB)
  4. TV Südbaden: EuroAirport sagt Runden Tisch ab (ges. 4. Februar 2011)
  5. interreg: Bahnanbindung des EuroAirports Basel-Mulhouse – Vorstudien vom 13. Dezember 2010, (PDF, Deutsch, Französisch, ges 4. Februar 2011)