Flughafen Brüssel-Charleroi

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Dieser Artikel behandelt den Flughafen Brüssel-Charleroi (Brussels South Charleroi Airport), zu anderen Flughäfen im Raum Brüssel siehe Flughafen Brüssel
Flughafen Brüssel-Charleroi
Aéroport de Charleroi-Bruxelles Sud
Brussels South Charleroi Airport..JPG
Kenndaten
ICAO-Code EBCI
IATA-Code CRL
Koordinaten
50° 27′ 33″ N, 4° 27′ 14″ O50.4591972222224.4538166666667187Koordinaten: 50° 27′ 33″ N, 4° 27′ 14″ O
187 m ü. MSL
Verkehrsanbindung
Entfernung vom Stadtzentrum 5 km nördlich von Charleroi,
50 km südlich von Brüssel
Straße Rue d’Heppignies
Bahn Bahnhof Charleroi Sud
Nahverkehr Bus
Basisdaten
Eröffnung 1919
Betreiber BSCA - Brussels South Charleroi Airport
Passagiere 5,9 Mio. (2011)
Flug-
bewegungen
85.597[1] (2011)
Start- und Landebahn
07/25 2550 m × 45 m Asphalt

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Der Flughafen Brussels South Charleroi Airport (französisch Aéroport de Charleroi Bruxelles-Sud) (IATA-Code: CRL, ICAO-Code: EBCI) liegt nur ca. 5 km nördlich von der Innenstadt von Charleroi entfernt. Die belgische Hauptstadt Brüssel befindet sich ca. 50 km nördlich des Flughafens. Er ist kleiner als der Flughafen Brüssel-Zaventem, hat aber mittlerweile hinter diesem das zweithöchste Besucheraufkommen aller belgischen Flughäfen.[2] Der Flughafen wird von der lokalen Bevölkerung vielfach Aéroport de Charleroi-Gosselies genannt.

Geschichte[Bearbeiten]

Erste Flugaktivitäten wurden bereits im Jahr 1919 getätigt und der britische Flugzeughersteller Fairey Aviation eröffnete hier 1931 einen Zweigbetrieb.

Während des Zweiten Weltkriegs nutzten Einheiten der Luftwaffe den Flugplatz Gosselies zwischen 1940 und 1944. Nach Eroberung der Gegend durch die US-Armee nutzten die USAAF den von den Alliierten als Airfield A.87 bezeichneten Flugplatz zwischen September 1944 und 1945 zunächst noch militärisch weiter.

Der Flugzeugbau wurde nach dem Krieg fortgesetzt, später in Form der Firmen SABCA und SONACA. Der Flughafen wurde, mit Ausnahme eines Versuchs der Sabena in den 1970er Jahren mit der Strecke Lüttich-Charleroi-London, kaum für den kommerziellen Flugverkehr genutzt. Stattdessen landeten Privat- und Sportflugzeuge in Charleroi-Gosselies.

Zu der heutigen Form des Flughafens und regelmäßigen Passagierverkehr kam es jedoch erst in den 1990er Jahren unter einer neuen Führung und durch die Ausrichtung als Billigflughafen.

Der BSCA - Brussels South Charleroi Airport wurde 2001 die erste kontinentale europäische Basis der irischen Billigfluggesellschaft Ryanair. Der Flughafen stand somit erstmals in starker Konkurrenz mit dem größeren Flughafen Brüssel-Zaventem. Am 3. Februar 2004 entschied die EU-Kommission, dass ca. 75 % der Subventionen, die Ryanair vom staatlichen Flughafen Brüssel-Charleroi erhalten hatte, unrechtmäßig seien und von Ryanair zurückgezahlt werden müssten. Michael O'Leary kündigte daraufhin juristische Schritte an. Diese führten im Dezember 2008 zu der vorläufigen Entscheidung des Europäischen Gerichts erster Instanz, Ryanair Recht zu geben. Das Gericht hob die Entscheidung der EU-Kommission als "rechtsfehlerhaft" auf (Rechtssache T-196/04).[3] Ryanair forderte daraufhin die Kommission auf, ihre Ermittlungen wegen der Gebühren an anderen Flughäfen einzustellen (z. B. Frankfurt-Hahn, Lübeck und Berlin-Schönefeld).

Eine komplett neu errichtete Abfertigungshalle wurde im Januar 2008 eröffnet. Der neue Terminal des Flughafens ist 30.000 Quadratmeter groß und hat eine Kapazität von bis zu 5 Millionen Passagieren pro Jahr. Der Ausbau wurde nötig, da das alte Gebäude für das steigende Passagieraufkommen nicht mehr gerüstet war. Zusammen mit dem alten Terminal erhöhte sich die Kapazität des Flughafens auf theoretische 7,5 Mio. Besucher pro Jahr.

Seit dem 27. Januar 2009 ist der Flughafen offiziell ein Airport der Kategorie ILS 3, d. h. er ist mit einem Instrumentenlandesystem ausgestattet, was auch bei widrigen Wetterverhältnissen Starts und Landungen erlaubt.

Fluggesellschaften und Ziele[Bearbeiten]

Der größte Nutzer des Flughafens ist die irische Billigfluggesellschaft Ryanair. Charleroi war das erste kontinentaleuropäische Luftfahrt-Drehkreuz für Ryanair. Weitere große Fluggesellschaften auf dem Flughafen Charleroi sind die ungarische Wizz Air und die aus dem Verband TUI Airlines stammenden Gesellschaft Jetairfly. Private Wings fliegt Charleroi im Charterverkehr von Ingolstadt aus an. Eine erste regelmäßige Linienverbindung in den deutschsprachigen Raum bot Ryanair seit Frühjahr 2012 nach Memmingen an, die allerdings zum Winterflugplan 2012/2013 wieder eingestellt wurde.[4] Die große Anzahl an Zielen in Marokko ist wohl auf den hohen Einwandereranteil an Marokkanern in Brüssel und auch in Charleroi selbst zurückzuführen. Von Charleroi aus werden auch Ziele in Tunesien, Algerien und Montenegro angeflogen.

Verkehrsverbindungen[Bearbeiten]

  • Bahn und Bus: Ab Bahnhof Charleroi Sud mit Buslinien A oder 69 zum Flughafen.
  • Auto: Von Brüssel aus ca. 40 min / Von Charleroi aus ca. 10 min
  • Shuttle: stündlich nach Brüssel (Süd-Bahnhof), mehrmals am Tag nach Brügge und Lille

Passagieraufkommen[Bearbeiten]

Jahr Passagiere Flugbewegungen[5]
1998 210.727 62.539
1999 235.549 60.060
2000 255.317 57.042
2001 773.431 57.216
2002 1.271.596 64.237
2003 1.804.287 63.140
2004 2.034.140 65.952
2005 1.873.651 61.212
2006 2.166.915 66.480
2007 2.458.980 70.725
2008 2.957.026 79.487
2009 3.937.187 81.726
2010 5.195.372 80.009
2011 5.901.007 85.597
Die Haupthalle des Flughafens
Zwei Boeing 737-800 von Ryanair in Brüssel-Charleroi


Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. ACI
  2. Gericht kippt Charleroi-Entscheidung der Kommission
  3. Gericht kippt Charleroi-Entscheidung der Kommission
  4. allgaeu-airport.de - Ryanair erweitert das Streckennetz ab Memmingen 24. November 2011
  5. Offizielle Webseite des Flughafens Brüssel-Charleroi abgerufen am 20. Juni 2012

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Flughafen Brüssel-Charleroi – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien