Flughafen Bratislava

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Letisko Milana Rastislava Štefánika
Flughafen aus der Vogelperspektive
Kenndaten
ICAO-Code LZIB
IATA-Code BTS
Koordinaten
Verkehrsanbindung
Entfernung vom Stadtzentrum 9 km nordöstlich von Bratislava,
73 km östlich von Wien
Straße E58 E75 D1
Nahverkehr Busse der DPB
Basisdaten
Eröffnung 1951
Betreiber Airport Bratislava, a.s. (BTS)
Fläche 477 ha
Terminals 1 (A1, B und C)
Passagiere 1.665.704[1] (2010)
Luftfracht 17.717 t (2010)
Flug-
bewegungen
27.220 (2010)
Kapazität
(PAX pro Jahr)
2,6 Mio
Beschäftigte 673 (2007)
Start- und Landebahnen
13/31 3190 m × 45 m Beton
04/22 2900 m × 60 m Beton

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Der Flughafen Bratislava M. R. Štefánik (IATA: BTS, ICAO: LZIB; slowak. Letisko Milana Rastislava Štefánika oder Letisko Bratislava) ist der internationale Verkehrsflughafen der slowakischen Hauptstadt Bratislava. Der größte und wichtigste Flughafen des Landes liegt 9 km nordöstlich des Stadtzentrums im Stadtteil Ružinov und fertigte im Jahr 2010 über 1,6 Mio. Passagiere ab.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Flughafen wurde in den Jahren 1947 bis 1951 erbaut. Vorgänger war der heute geschlossene Flughafen im Stadtteil Vajnory mit dem ersten regelmäßigen Linienflug im Jahre 1923. Der zwischenzeitlich abgerissene und ersetzte Terminalbereich A wurde 1970 gebaut, die beiden Start- und Landebahnen in den 1980ern verlängert.

Im Jahr 1993 wurde der Flughafen nach dem Politiker Milan Rastislav Štefánik benannt, der bei einem Flugzeugabsturz bei Bratislava im Jahr 1919 ums Leben kam. Das Hauptgebäude A wurde in den 1990er Jahren saniert; 1994 erfolgte die Eröffnung des Bereichs B.

Im Februar 2005 landete anlässlich des Gipfeltreffens zwischen George W. Bush und Wladimir Putin die Air Force One auf dem Flughafen Bratislava. Ein Jahr später wurde der Terminalteil C fertiggestellt und eröffnet.

Im Zuge der Privatisierungen von slowakischen Staatsbetrieben wurde auch der Flughafen im August 2005 ausgeschrieben. Zuerst gab es 35 Bewerber, die im Herbst in einem Vorauswahlverfahren auf fünf reduziert wurden. Im Januar 2006 bekam das österreichische Konsortium TwoOne, bestehend aus dem in unmittelbarer Nachbarschaft liegenden österreichischen Flughafen Wien-Schwechat, mit dem schon seit längerem eine Kooperation besteht, Raiffeisen International und der slowakischen Finanzgruppe Penta Investments SR, den Zuschlag und erwarb 66 % Anteil am Flughafen. Nach einem Regierungswechsel im Sommer 2006 hat jedoch die slowakische Wettbewerbsbehörde aufgrund formaler Mängel den Verkauf an dieses Konsortium verboten. Die neue slowakische Regierung hat in diesem Zusammenhang beschlossen, diesen Flughafen nicht zu privatisieren. Jedoch schließen Experten für die Zukunft die Zusammenarbeit der beiden Flughäfen aufgrund der geographischen Nähe nicht aus.

Am 17. Dezember 2008 hat der Bau eines neuen Terminals begonnen. Am 9. Juni 2010 wurde ein Teil des neuen Terminals eröffnet und bis ins Frühjahr 2011 das alte Terminal A abgerissen.[2]

Im Jahr 2011 wurde von der Regierung geplant, über eine Ausschreibung einen strategischen Partner für 30 Jahre zu gewinnen.[3] Nach wie vor befindet sich jedoch der Flughafenbetreiber zu 50,3% im Besitz des nationalen Immobilienfonds der Slowakei (slowakisch Fond národného majetku Slovenskej republiky) und zu 49,7% im Besitz des Transportministeriums (slowakisch Slovenská republika v zastúpení Ministerstvom dopravy, výstavby a regionálneho rozvoja Slovenskej republiky)[4]

Im Juli 2012 wurde der letzte Teil des neuen Terminals mit einer Kapazität von 5 Millionen Passagieren eröffnet. Mit einer Investitionssumme von 96 Millionen Euro zählt das neue Terminal zu den größten Infrastrukturinvestitionen der Slowakei.[5]

Abfertigungsgebäude[Bearbeiten]

Der neue Terminalbereich A1

Der Flughafen Bratislava besitzt ein Terminal mit drei Bereichen. Der im Jahr 2010 eröffnete Bereich A1 ersetzt das ehemalige Terminal A für abfliegende Passagiere, die beiden Bereiche B und C dienen ankommenden Reisenden aus dem Nicht-Schengen-Raum (B) und dem Schengen-Raum (C).

Fluggesellschaften und Ziele[Bearbeiten]

Der Flughafen Bratislava ist durch einige wenige Fluggesellschaften hauptsächlich an europäische Ziele angebunden, darunter Košice und London. Die längsten Routen führen nach Tel Aviv und Moskau. Im Sommer werden auch Charterflüge insbesondere zum Mittelmeer angeboten. Air Slovakia hatte bis zur Einstellung des Flugebetriebs im Frühjahr 2010 ihren Hauptsitz am Flughafen Bratislava, auch die insolvente Sky Europe betrieb hier eine Basis. Größte Fluggesellschaft vor Ort derzeit ist Ryanair.

Lage und Verkehrsverbindung[Bearbeiten]

Der Flughafen befindet sich im Stadtgebiet von Bratislava, an der Autobahn D1, die bis zu dieser Ausfahrt von Bratislava kommend ohne Vignette benutzt werden darf. Der städtische Linienbus Nummer 61 verbindet den Flughafen mit dem Hauptbahnhof/Zentrum von Bratislava, die Fahrt dauert etwa 25 Minuten. Der Flughafen ist nur 55 km vom Flughafen Wien-Schwechat entfernt und hat sein Einzugsgebiet in den vier Ländern Österreich, Slowakei, Tschechien und Ungarn. Es besteht auch eine direkte Busverbindung zwischen Wien, dem Flughafen Schwechat, dem Busbahnhof Bratislava und dem Flughafen. Diese Verbindung soll in ferner Zukunft durch eine schienengebundene Verbindung ersetzt werden.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Flughafenstatistik
  2. [1]
  3. Privater Investor soll Bratislavaer Flughafen betreiben auf Radio Slovakia International vom 17. März 2011, abgerufen am 5. April 2011
  4. Annual report. 2012. In: bts.aero. Airport Bratislava, a. s. (BTS), 31. Dezember 2012, S. 17, abgerufen am 2. März 2014 (pdf, englisch).
  5. Inbetriebnahme des neuen Terminals am Flughafen Bratislava/Pressburg in der Austrian Wings vom 16. Juli 2012 abgerufen am 15. August 2012

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: M. R. Štefánik Airport – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien