Flughafen Braunschweig-Wolfsburg

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Flughafen Braunschweig-Wolfsburg
Braunschweig Brunswick Flughafen BS-WOB Eingang (2006).JPG
Kenndaten
ICAO-Code EDVE
IATA-Code BWE
Koordinaten
Verkehrsanbindung
Entfernung vom Stadtzentrum 8 km nördlich von Braunschweig,
24 km südwestlich von Wolfsburg
Straße A2 Oberhausen–Berlin
Nahverkehr Buslinie 436, 413
Basisdaten
Eröffnung 1936
Betreiber Flughafen Braunschweig-Wolfsburg GmbH
Terminals 1
Passagiere 183.130 (2013)
Start- und Landebahnen
08/26 2300 m × 45 m Asphalt
08/26 Gras (gesperrt) 900 m × 30 m Gras

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Der Flughafen Braunschweig-Wolfsburg liegt im Norden von Braunschweig. Er ist als Verkehrsflughafen klassifiziert und besitzt zwei Start- und Landebahnen.

Lage und Verkehrsanbindung[Bearbeiten]

Der Flughafen in der Gemarkung Waggum ist mit der Innenstadt von Braunschweig sowie dem Hauptbahnhof durch eine Buslinie (436) verbunden. Der Flughafen liegt direkt an der A 2 und hat auch eine direkte Anschlussstelle.

Fluggesellschaften und Ziele[Bearbeiten]

Für die Volkswagen Air Service ist der Flughafen Braunschweig-Wolfsburg Heimatflughafen. Die Gesellschaft führt mit eigenen Flugzeugen geschäftliche Flüge von Braunschweig durch. Neben Prag und Posen wird zweimal pro Woche Moskau von Braunschweig aus direkt angeflogen.

Zurzeit finden zudem täglich zwei Werksflüge der Czech Airlines im Auftrag der Volkswagen AG nach Prag statt, bei denen Restplätze auch von Privatpersonen gebucht werden können (Hapag Lloyd Reisebüro Braunschweig). Dafür wird ein Flugzeug des Typs ATR 42 eingesetzt. Zusätzlich bestehen tägliche Werkspendelverbindungen der Firma Audi nach Manching bei Ingolstadt und der Firma Porsche zum Flughafen Stuttgart, welche von Private Wings durchgeführt werden.

Ein örtlicher Reiseveranstalter führt seit einigen Jahren im Rahmen von Pauschalreisen Charterflüge nach Marokko und Dubai durch.

Gelegentlich gab es zu Auswärtsspielen des Fußballvereins Eintracht Braunschweig Charterflüge durch HLX, meist mit einer Fokker 100. Außerdem fliegt regelmäßig die Bundesligamannschaft des VfL Wolfsburg von Braunschweig aus zu ihren Auswärtsspielen.

Des Weiteren wird der Flughafen von der allgemeinen Luftfahrt benutzt: Er ist der Heimatflughafen des Luftfahrtunternehmens air-taxi europe GmbH und von März bis Dezember 2011 verband Air Berlin Braunschweig zwei Mal pro Woche mit dem Flughafen Moskau-Wnukowo. Die Flüge waren direkt bei Air Berlin buchbar und wurden mit einer Embraer 190 von Niki durchgeführt, die dafür aus Wien überstellt wurde. Mittlerweile wird die Strecke von der Hamburg Airways bedient. Eastern Airways verbindet zwei Mal die Woche Braunschweig mit Turin, mit einer Embrear ERJ-145MP

Möglichkeiten zum Segelfliegen und zum Fallschirmspringen stehen ebenfalls zur Verfügung. Außerdem sind hier Forschungsflugzeuge des DLR sowie der TU Braunschweig stationiert.

Flughafenanlage[Bearbeiten]

Flugfeld und Anlagen von Norden, August 2007

Start- und Landebahnen[Bearbeiten]

Die asphaltierte Bahn hat eine Länge von 2300 m und eine Breite von 45 m. Die parallel hierzu liegende Graspiste mit 900 m Länge und 30 m Breite steht seitdem aus Sicherheitsgründen nicht mehr zur Verfügung. Im Norden befindet sich außerdem ein Segelflugstreifen mit 950 m Länge und 150 m Breite.

Fluggastgebäude[Bearbeiten]

Hauptgebäude von der Startbahn (im Norden) aus gesehen
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Frequenzen[Bearbeiten]

Navigation:

  • Piste 08, NDB DME HLZ 117,3 MHz, 269 Grad, NDB BRU Braunschweig 427 kHz
  • Piste 26, ILS BRU 111,1 MHz, 264 Grad, NDB BRU Braunschweig 427 kHz

Sprechfunk:

  • Kontrollturm 120,050 MHz

Sonstiges:

  • ATIS 134,450 MHz (bis voraussichtlich März 2015 außer Betrieb)

Betreiber[Bearbeiten]

Haupteigentümerin der Betreibergesellschaft Flughafen Braunschweig-Wolfsburg GmbH ist zu 42,6 % die Stadt Braunschweig. Mit jeweils 17,8 % waren das Land Niedersachsen, die Volkswagen AG und die Stadt Wolfsburg, sowie zu je 2 % die Landkreise Gifhorn und Helmstedt beteiligt. Ab dem 1. Januar 2009 hat die Volkswagen AG die Anteile des Landes Niedersachsen übernommen und war kurzzeitig mit 35,6 % der Anteile der zweitgrößte Anteilseigner nach der Stadt Braunschweig. Volkswagen trat seine Anteile im Jahr 2010 an die Flughafen Braunschweig-Wolfsburg GmbH ab.[1]

Geschichte[Bearbeiten]

Der südlich des Stadtteils Waggum im Norden von Braunschweig gelegene Flughafen wurde 1934/35 gebaut, weil der bis dahin auch für Verkehrszwecke genutzte, im Westen der Stadt liegende Flugplatz Broitzem nun von der Luftwaffe ausschließlich für eigene Zwecke beansprucht wurde. Der neue Flughafen war ursprünglich allerdings nur halb so groß, was die Blickrichtung des heute noch bestehenden ersten Empfangsgebäudes und der zugehörigen Halle nach Nordwesten erklärt. Bereits 1937 wurde er jedoch nach Osten auf die jetzige Größe erweitert. Das auch heute noch benutzte Empfangsgebäude entstand allerdings erst 1939. Am 18. Mai 1936 landete nach der Abnahme des Platzes durch das Luftamt Hannover das erste Flugzeug. Es war eine Heinkel He 70 der Deutschen Lufthansa, die damit Braunschweig in ihr Streckennetz aufnahm. Es gab Direktverbindungen nach Berlin, Halle und Hannover. Technisch interessant war auch die Kraftstoffversorgung des Flughafens. Vom Kanalhafen Thune aus führten unterirdische Rohrleitungen zum Großtanklager Ehmen, das sich in einem aufgelassenen Salzstock in Ehmen befand. Von dort aus brachte eine Leitung den Kraftstoff direkt zum Flughafen, der damit zunächst auf eigene Lagerstätten verzichten konnte.

1936 entstand am Südrand des Platzes die Deutsche Forschungsanstalt für Luftfahrt, der 1938 das mit der Technischen Hochschule verbundene Luftfahrtlehrzentrum folgte. Bis 1939 war der Flughafen, dessen Graslandefläche von 1000 m × 1600 m die Landung von Flugzeugen bis 14 t erlaubte, Schauplatz vieler großer Luftsportveranstaltungen.

Im Jahr 1939 wurde auf dem Flugplatz ein Fliegerhorst der Luftwaffe eingerichtet, womit die militärische Nutzung des Areals begann und auch gewisse Erweiterungen vorgenommen wurden. Es entstanden Splitterschutzboxen, ein Einschießstand für Bordwaffen, Hallen und Werkstätten. Im Januar 1940 wurde die Segelflugschule der Luftwaffe, ausgerüstet mit Junkers Ju 52 sowie Lastenseglern des Typs DFS 230, hier eingerichtet. Jedoch wurde die Schule schon im September des gleichen Jahres nach Neuhausen in Ostpreußen verlegt. Nachfolger der Segelflugschule wurde bis 1942 die III. Gruppe des Luftlandegeschwader 1, die ebenfalls mit Ju 52 ausgerüstet war. In der folgenden Zeit befanden sich verschiedene Einsatzverbände und auch Flugzeugführerschulen auf dem Flugplatz. Der Flugplatz blieb trotz Bombardierungen bis zum Kriegsende aktiv. Am 12. April 1945 besetzten Einheiten der US Armee Braunschweig und den Flugplatz, womit die militärische Nutzung ihr Ende fand.[2]

Nach dem Krieg konnte der Flugbetrieb unter dem alten und neuen Flughafendirektor Wilhelm Sondermann, einem Flieger des Ersten Weltkriegs, erst 1955 wieder aufgenommen werden. Zur selben Zeit, am 1. Februar, begann auch die Arbeit beim Luftfahrt-Bundesamt (LBA), zu dessen Sitz der damalige Bundesverkehrsminister, Hans-Christoph Seebohm, Braunschweig und den Flughafen Waggum bestimmt hatte. Die asphaltierte Start- und Landebahn wurde allerdings erst 1967 gebaut.

Die Fluggesellschaft Naske Air (HC) operierte seit 1976 von Braunschweig aus mit einigen Cargo- und Passagierflügen. Die private Fluggesellschaft stellte ihren Betrieb allerdings ein, nachdem der Unternehmensgründer bei einem Flugzeugabsturz mit einer Falcon 20C am 5. August 2001 bei Narsarsuaq in Grönland ums Leben kam.

Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt in Köln wird hier das Galileo-Projekt testen.[3] Des Weiteren wird u.a. von einem Netzwerk aus universitären und privatwirtschaftlichen Akteuren am bürgernahen Flugzeug geforscht. Dazu gehören 40 klein- und mittelständische Unternehmen aus den Bereichen Luft- und Raumfahrt und der Verkehrstechnik. Unter ihnen einige Weltmarktführer, wie beispielsweise die Aerodata AG im Bereich der Flight Inspection Systeme oder die Simtec simulation technology GmbH im Bereich der Systemanbieter für die realistische Simulation von komplexen Bewegungsvorgängen sowohl in Luft- und Raumfahrt als auch im Fahrzeugverkehr und in der Entertainmentindustrie.[4]Darüber hinaus sind auch Rolls Royce und Lufthansa Technik im Flughafen Umfeld angesiedelt.[5]

Flughafenausbau[Bearbeiten]

Planung[Bearbeiten]

Im Mai 2009 machte das Oberverwaltungsgericht Lüneburg den Weg für den Ausbau des Flughafens frei. Unter anderem konnte somit die Start- und Landebahn auf 2300 m verlängert werden. Allerdings standen bis Ende 2009 die Entscheidung über den Bau der östlichen Straßenverlegung der L293 und die damit verbundenen Waldrodungen noch aus. Insgesamt waren Investitionen in Höhe von rund 38 Millionen Euro geplant, von denen 40 % von der EU übernommen werden sollten. Die Landebahn sollte bis Mitte 2011 auf 2300 m (es gab auch eine Planung auf 2600 m) verlängert werden, um Starts und Landungen mittelgroßer Flugzeuge bei allen Beladungszuständen zu ermöglichen. Hierfür mussten 60.000 Bäume des EU-Vogelschutzgebietes gefällt werden. Ein konkreter Anlass für den Ausbau war der Einsatz des neuen größeren Forschungsflugzeugs (Airbus A320) des DLR.
Die Forderung nach einem Ausbau wurde darüber hinaus auch von der Volkswagen AG unterstützt, weil die Flugzeuge der Konzerntochter Volkswagen Air Service als Folge der zu geringen Bahnlänge gelegentlich auf den 60 km entfernten Flughafen Hannover ausweichen mussten. Allerdings stießen die Ausbauforderungen auf den Widerstand einiger Bewohner der anliegenden und vom Lärm betroffenen Stadtteile Bienrode, Dibbesdorf, Waggum, Bevenrode und Hondelage sowie des BUND und des NABU. Das Planfeststellungsverfahren, in dem Naturschutz- und Anwohnerbelange erörtert wurden, wurde am 15. Januar 2007 durch die Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr mit Erlass des Planfeststellungsbeschlusses (Baugenehmigung) abgeschlossen. Gegen den Planfeststellungsbeschluss zum Ausbau des Flughafens Braunschweig-Wolfsburg erhoben Flughafengegner im Januar 2007 Klage beim Oberverwaltungsgericht Lüneburg. Es wurden zwei Klagen vom BUND sowie von zwei Initiativen eingereicht. Durch eine Klage sollte eine aufschiebende Wirkung erreicht werden, damit mit dem – durch Erlass des Planfeststellungsbeschlusses theoretisch möglichen – Bau nicht begonnen werden konnte, bevor die eigentliche Klage entschieden war. Deshalb richtete das Oberverwaltungsgericht die Bitte an die Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr als Bauträger, vorerst nicht mit den Arbeiten zu beginnen.

Ausbauarbeiten[Bearbeiten]

Zum Teil abgesägte Bäume infolge der Verlängerung der Start- und Landebahn

Im Januar 2010 wurde mit den Baumfällungen begonnen, die der Flughafenausbau erforderte. Davon waren 33 Hektar Fläche betroffen.[6][7][8] Zusätzlich waren weitere 28 Hektar Hochwald zum Roden vorgesehen. Die maschinellen Rodungen, die überwiegend die von jüngerem Stangenwald bewachsenen Flächen betrafen, wurden im Februar 2010 abgeschlossen. Von März bis Juni 2010 wurden die Rodungsflächen von den Baumstümpfen befreit. Die Baumfällungen erfolgten planmäßig trotz des anhaltenden friedlichen Widerstands der Ausbaugegner durch tägliche Protestmärsche (bis Mitte März 2010 etwa 75), die von kleineren Polizeieinsätze begleitet wurden.

Die lokalen Waldverluste an teilweise 200-jährigen Eichen und Buchen sollen mit Ersatzaufforstungen rund um Braunschweig ausgeglichen werden. Dazu sind rund 160 Hektar auf etwa 200 Kleinstteilflächen vorgesehen.

Am 27. Juli 2010 wurde der erste Schritt des Projekts "Flughafenausbau" abgeschlossen. Hierbei wurde das bestehende Flughafengelände einschließlich des Vorfeldes vergrößert. Die Rollwege und die Start-Landebahn wurden entsprechend den Vorgaben verbreitert. Der Flughafenbetrieb wurde hierzu vom 2. Juli 2010 22 Uhr bis zum 27. Juli 2010 7 Uhr komplett eingestellt.

Beim weiteren Flughafenausbau kam es zu einer Bauverzögerung, da der Verdacht bestand, dass möglicherweise gegen Auflagen des Planfeststellungsbeschlusses verstoßen wurde und somit für die neue Straßen- und Verkehrsführung als südöstlich Umgehung des um die Rodungsflächen erweiterten Flughafengeländes noch kein Baurecht besteht. Vorerst wurde die gekappte Straßenverbindung von Grassel nach Braunschweig als Sackgasse ausgewiesen.

Bis zum Sommer 2011 konnten die restlichen Arbeiten und damit der Ausbau abgeschlossen werden: am 29. August 2011 wurde die verlängerte Start-/Landebahn übergeben, welche allerdings von behördlicher Seite für den Flugverkehr noch nicht freigegeben wurde. Die überarbeiteten IFR – An-/Abflugverfahren und die Verlängerung der Start/Landebahn wurden erst am AIRAC-Termin 18. Oktober 2012 in Betrieb genommen.

Die parallel zur Hauptbahn liegende Graspiste mit 900 m Länge und 30 m Breite steht seit der Erweiterung des Vorfeldes und der Rollwege aus Sicherheitsgründen nicht mehr zur Verfügung.

Im Jahr 2014 wird das Hauptgebäude saniert und zum Vorfeld ausgebaut. Es wird ein Anbau am Vorfeld errichtet.[9]

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Braunschweig Airport – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Webseite des Niedersächsischen Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr
  2. Fliegerhorst Braunschweig-Waggum bei relikte.com
  3. http:/www.dlr.de/rd/desktopdefault.aspx/tabid-5962/9711_read-21310/
  4. http://www.forschungsflughafen.de/cms/pages/de/standort.php
  5. http://www.forschungsflughafen.de/cms/pages/de/netzwerk/unternehmen.php
  6. Der Flughafen-Ausbau beginnt, Braunschweiger Zeitung vom 8. Januar 2010
  7. Braunschweig: Naturschützer blockieren Rodungsarbeiten, Braunschweiger Zeitung vom 10. Januar 2010
  8. Warum ein Pilot sein Grundstück nicht für den Flughafen hergeben will, Braunschweiger Zeitung vom 7. Januar 2010
  9. http://www.braunschweiger-zeitung.de/lokales/Braunschweig/der-versteckte-flughafen-anbau-id1253197.html Braunschweiger Zeitung