Flughafen Friedrichshafen

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Flughafen Friedrichshafen
Flughafen Friedrichshafen logo.svg
Luftaufnahme des Flughafengeländes
Kenndaten
ICAO-Code EDNY
IATA-Code FDH
Koordinaten
47° 40′ 17″ N, 9° 30′ 41″ O47.6713166666679.5114861111111417Koordinaten: 47° 40′ 17″ N, 9° 30′ 41″ O
417 m ü. MSL
Verkehrsanbindung
Entfernung vom Stadtzentrum 3 km nördlich von Friedrichshafen
Straße B 30, B 31
Nahverkehr Südbahn, Bodensee-Oberschwaben-Bahn (BOB), Stadtverkehr Friedrichshafen, Buslinie 7856 FN-Stadtbahnhof – Tettnang (– Meckenbeuren Ravensburger Spieleland)
Basisdaten
Eröffnung 1913
Betreiber Flughafen Friedrichshafen GmbH
Fläche 150 ha
Terminals 1
Passagiere 536.029[1] (2013)
Luftfracht 4 t[1] (2013)
Flug-
bewegungen
39.108[1] (2013)
Kapazität
(PAX pro Jahr)
1.500.000
Start- und Lande-Bahn
06/24 2356 m × 45 m Asphalt



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Der Flughafen Friedrichshafen (IATA: FDH, ICAO: EDNY; auch Bodensee-Airport) ist ein regionaler Verkehrsflughafen in Friedrichshafen am Bodensee. Der südlichste Flughafen Deutschlands dient als Heimatbasis für InterSky sowie für die Deutsche Zeppelin-Reederei und liegt direkt neben dem Gelände der Neuen Messe Friedrichshafen.

Lage und Verkehrsanbindung[Bearbeiten]

Der Flughafen liegt am nordöstlichen Stadtrand von Friedrichshafen am Bodensee, jeweils etwa zur Hälfte auf dem Gebiet der Stadt Friedrichshafen und der Gemeinde Meckenbeuren.[2]

Er ist über die Bundesstraßen B 30 aus Richtung Ulm und B 31 aus Richtung Freiburg im Breisgau und der Autobahnausfahrt Lindau der Bundesautobahn 96 zu erreichen. Zudem verfügt er über einen eigenen Haltepunkt namens Friedrichshafen Flughafen an der Bahnstrecke Ulm–Friedrichshafen.

Geschichte[Bearbeiten]

Ansicht einer französischen Vampire
Ein Zeppelinhangar in Friedrichshafen

Die Geschichte des Verkehrsflughafens geht bis ins Jahr 1913 zurück. Damals suchte das Deutsche Reich ein Gelände in der Nähe der Zeppelin-Werke, auf dem die Luftschiffbesatzungen ausgebildet werden konnten. 1915 wurde dort die erste Luftschiffhalle fertiggestellt, was als Geburtsstunde des Flughafens Friedrichshafen gilt. Im gleichen Jahr fand die Jungfernfahrt des ersten fertiggestellten Luftschiffes statt. 1928 wurde die Flughafen Friedrichshafen GmbH offiziell gegründet. 1929 begann die Deutsche Lufthansa in Friedrichshafen mit den ersten Linienflügen. 1934 errichtete die Dornier Metallbauten (DMB), die Vorgängergesellschaft der Dornier-Werke am Flughafen eine neue Werftanlage mit Versuchsabteilung und Flugbetrieb.

1945 besetzten die Französischen Streitkräfte den Flughafen, den die Alliierten als Airfield R.58 bezeichnet haben, und im November verlegten drei mit Spitfire XVI ausgerüstete Staffeln der Forces françaises libres, die bis dahin Teil der British Air Force of Occupation waren, von RAF Fassberg nach Friedrichshafen. Damit begann auch die Erweiterung der Landebahn und der Bau vieler Flughafengebäude. Die Franzosen bezeichneten ihre Basis fortan als Base aérienne Tactique 136 (BAT.136), hier lag in den ersten neun Monaten des Jahres 1950 die 4ème Escadre Chasse der Armée de l’air, zunächst mit amerikanischen P-47 Thunderbolt. Später flog diese Einheit Jets, zunächst britische Vampire Mk.1 und später die Dassault Ouragan aus dem eigenen Land. Im Jahr 1954 verlegten die französischen Luftstreitkräfte ihr Basis auf den neu erbauten Militärflugplatz bei Bremgarten. Von 1967 bis 1973 befanden sich Stellungen des Flugabwehrraketenbataillon 33 (MIM-23 HAWK) der Bundeswehr auf dem Gelände. Die Truppe war in der Luitpoldkaserne (Lindau) untergebracht. Ab September 1973, nutzten die französischen Heeresflieger den Platz. Hier lag zunächst die Fliegergruppe des 2. französischen Korps, Groupe d'aviation légère du 2ème corps d'armée (GALCA 2) und ab September 1978 das daraus entstandene 2e régiment d'hélicoptères de combat (2° RHC). Die hauptsächlich stationierten Hubschraubertypen waren SA319 Alouette III, SA330 Puma und SA341/342 Gazelle. Nach dem Fall der Berliner Mauer endete 1992 die Stationierung französischer Militärmaschinen.[3]

1994 bekam der Flughafen eine neue Piste und wurde technisch auf den neuesten Stand gebracht. Der bisher als Verkehrslandeplatz zugelassene Flughafen wurde damit auch neu eingestuft in einen Flughafen des allgemeinen Verkehrs. 1998 wurde der Flughafen von der Bundesrepublik Deutschland an die Flughafen Friedrichshafen GmbH verkauft.

Seit 1997 hat der Flughafen einen eigenen Haltepunkt an der benachbarten Bahnstrecke Ulm–Friedrichshafen.

Während der International Bodensee Airshow (IBAS) im Jahr 1998 auf dem Flughafen St. Gallen-Altenrhein auf der Schweizer Seite des Bodensees waren die beiden Kunstflugstaffeln Red Arrows und Frecce Tricolori in Friedrichshafen stationiert.

Im Winter 1999 sowie im Sommer 2000 flog Britannia Airways mit Zwischenstopp in Genf (Winter) bzw. München (Sommer) alle 14 Tage von Friedrichshafen nach Puerto Plata in der Dominikanischen Republik mit einer Boeing 767.

Im Frühjahr 2010 zog sich die Billigfluggesellschaft Ryanair, die bisher von Friedrichshafen nach London Stansted und Alicante geflogen war, vom Bodensee zurück und konzentriert ihre Operationen in der Region seither auf den Flughafen Memmingen.[4]

Da das Abfertigungsterminal nur für 500.000 Passagiere ausgelegt war, wurde der Flughafen auf eine Kapazität von 1,5 Millionen Passagieren mit einer Investitionssumme von über 30 Millionen Euro ausgebaut. Am 1. September 2010 wurde nach 20-monatiger Bauzeit das 5500 m² große neue Terminal eröffnet. Der Umsatz stieg 2010 um 14 Prozent auf 10,6 Millionen Euro, der operative Gewinn um 15 Prozent auf 1,5 Millionen Euro. Durch die Abschreibungen von jährlich rund 3 Millionen Euro plus Zinsen ergibt sich aber ein Verlust von 2,6 Millionen Euro.[5]

Seit dem 2. Mai 2013 fliegt Turkish Airlines den Flughafen direkt von Istanbul aus an, und erlaubt damit der Gegend eine direkte internationale Verbindung.

Luftfahrtmesse AERO[Bearbeiten]

Auf dem Flughafengelände und der angrenzenden Neuen Messe Friedrichshafen findet jährlich (bis 2009 alle zwei Jahre) die internationale Fachmesse für allgemeine Luftfahrt AERO statt. Sie ist eine Fachmesse für Geschäftsreise- und Privatflugzeuge, ähnlich der weit größeren EBACE.

Statistik[Bearbeiten]

In den letzten Jahren erreichte der Flughafen Friedrichshafen folgende Fluggastzahlen:

Quelle[6]


Jahr Abfertigungen Veränderung
2005 596.089 +11,5 %
2006 657.749 +10,3 %
2007 655.689 -0,3 %
2008 645.250 -1,6 %
2009 570.490 -11,6 %
2010 590.640 +3,5 %
2011 571.709 -3,2 %
2012 545.121 -4,7 %
2013 536.029 -1,7 %


Ausstattung[Bearbeiten]

Ansicht des Flughafens von Norden

Die einzige Start- und Landebahn ist in Hauptlanderichtung 24 mit einem Instrumentenlandesystem der Allwetterflugbetriebsstufe CAT IIIb zugelassen, in Nebenlanderichtung 06 nur bis CAT I.

Trivia[Bearbeiten]

  • Da die ersten planmäßigen Zeppelin-Linienfahrten schon vor 1908 von ebendiesem Platz in Friedrichshafen starteten, wird gelegentlich dieser Flughafen in Konkurrenz zum 1908 gegründeten August-Euler-Flugplatz in Griesheim als erster Flughafen in Deutschland bezeichnet.
  • Eine der größten Frachtmaschinen weltweit, die Antonow An-124, ist hin und wieder in Friedrichshafen zu Gast, um Satelliten der EADS-Töchter Cassidian / Astrium zu transportieren, die einen Standort in der Nähe unterhält.
  • Der südliche Teil der Kontrollzone des Flughafens Friedrichshafen reicht in den von der schweizerischen Flugsicherung Skyguide kontrollierten Luftraum am Bodensee hinein.[7].

Flugfunk-Frequenzen[Bearbeiten]

  • Tower: 120.075 und 134.300
  • Anflugkontrolle: 119.925
  • ATIS: 129.6
  • INFO: 122.50 (ungebräuchlich, nur zu besonderen Anlässen wie Messebetrieb)

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Flughafen Friedrichshafen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c ADV - Monatsstatistik. 12/2013. In: adv.aero. Flughafenverband ADV (Arbeitsgemeinschaft Deutscher Verkehrsflughäfen), 28. Januar 2014, S. 12, abgerufen am 1. Februar 2014 (pdf).
  2. Auf den dort aufgestellten Verkehrszeichen 310 (Ortstafel Vorderseite) steht unter dem Ortsnamen „Flughafen“ teilweise Friedrichshafen und teilweise Meckenbeuren
  3. Geschichte der ALAT in Friedrichshafen in französischer Sprache
  4. airliners.de - Ryanair: Rückzug vom Bodensee Konzentration auf Memmingen 15. Februar 2010
  5. Flughafen steigert Passagierzahlen. In: Südkurier vom 3. Februar 2011
  6. Verkehrszahlen. Archiv. In: adv.aero. Flughafenverband ADV, abgerufen am 1. Februar 2014.
  7. Luftfahrtkarte (ICAO-Karte) der Schweiz