Flughafen Hannover-Langenhagen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Flughafen Hannover-Langenhagen
Hannover Airport Logo.svg
Hannover Airport Terminal.jpg
Kenndaten
ICAO-Code EDDV, bis 1995: EDVV
IATA-Code HAJ
Koordinaten
52° 27′ 40″ N, 9° 41′ 6″ O52.4610555555569.685077777777855Koordinaten: 52° 27′ 40″ N, 9° 41′ 6″ O
55 m ü. MSL
Verkehrsanbindung
Entfernung vom Stadtzentrum 10,3 km nördlich von Hannover
Straße A 352, B 522
Nahverkehr S-Bahn S5
Buslinie 470
Basisdaten
Eröffnung 1952
Betreiber Flughafen Hannover-Langenhagen GmbH
Fläche 915 ha
Terminals 4 und GAT
Passagiere 5.234.909[1] (2013)
Luftfracht 3.741 Tonnen[1] (2013)
Flug-
bewegungen
76.060[1] (2013)
Kapazität
(PAX pro Jahr)
ca. 8 Mio
Beschäftigte Rund 5.200 Beschäftigte, davon ca. 900 beim Betreiber
Start- und Landebahnen
09C/27C 780 m × 23 m Asphalt
09R/27L 2340 m × 45 m Beton
09L/27R 3800 m × 45 m Beton

i1 i3


i7 i10 i12

i14

Der Flughafen Hannover-Langenhagen ist der größte Flughafen und das wichtigste internationale Drehkreuz des Landes Niedersachsen. Er nahm im Jahr 2012 bei den Passagierzahlen Platz 9 auf der Liste der Verkehrsflughäfen Deutschlands ein.[2] Der Flughafen Hannover ist die Heimatbasis von TUIfly, Deutschlands viertgrößter Fluggesellschaft.

Lage und Verkehrsanbindung[Bearbeiten]

Der Verkehrsflughafen liegt in Langenhagen nördlich von Hannover.

Straßenanbindung[Bearbeiten]

Stefan Schwerdtfeger: Up & Away; Stahlskulptur an der Zufahrt (1988)

Die Üstra-Buslinie 470 fährt im 30-Minuten-Takt von Hannover-Stöcken über Langenhagen-Zentrum zum Flughafen. Darüber hinaus gibt es am Flughafen drei Taxenstandplätze mit einer Kapazität von zusammen circa 100 Fahrzeugen.

Von Osten über die Bundesautobahn A 2 und von Süden über die A 7 kommend ist der Flughafen über das Kreuz Hannover-Ost und weiter der A 2 nach Westen folgend über die Bundesstraße 522 ab der Ausfahrt Hannover-Nord/Langenhagen erreichbar. Von Westen über die A 2 sowie von Norden über die A 7 kommend bietet die Bundesautobahn 352 direkten Anschluss an den Flughafen.

S-Bahnanbindung[Bearbeiten]

Im Zusammenhang mit der zur Expo 2000 in Betrieb genommenen S-Bahn Hannover hat der Flughafen einen Schienenanschluss bekommen. Am unter dem Terminal C liegenden Bahnhof Hannover Flughafen enden die Züge der S-Bahn-Linie 5 (Hannover Flughafen –Hannover HbfHamelnPaderborn). Die Station ist ein Bahnhof der Kategorie 4.

Die S-Bahnen verkehren bis Hameln im 30-Minuten-Takt, bis Paderborn im 60-Minuten-Takt. Während der großen Messen fährt die zusätzliche S-Bahnlinie S 8 über Hauptbahnhof zum Bahnhof Hannover Messe/Laatzen. Die Fahrzeit vom Hauptbahnhof Hannover bis zum Flughafen beträgt 17 Minuten. Zwischen 1:35 Uhr und etwa 3:35 Uhr besteht derzeit keine Möglichkeit, den Flughafen mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen[3].

Die Zahl der Bahnhofsnutzer (Fahrgäste und Besucher) wurde von der Deutschen Bahn für das Jahr 2006 mit weniger als 5.000 pro Tag angegeben.[4]

Fluggesellschaften und Ziele[Bearbeiten]

Rund 40 Fluggesellschaften fliegen ab Hannover nonstop über 70 Flugziele in Deutschland, Europa, Nord- und Westafrika, dem mittleren Osten und Zentralasien an (April 2011). Langstreckenverbindungen, d. h. Flugstrecken ab 3.500 km, werden von Hannover nach Omsk, Novosibirsk, Jekaterinburg und Barnaul (jeweils mit einer Boeing 737-800 der Orenair) sowie nach Dubai (saisonal), Boa Vista und Sal (jeweils mit einer Boeing 737-800 der TUIfly) geflogen. Weitere außereuropäische Ziele, die nonstop angeflogen werden, sind zum Beispiel Enfidha, Djerba, Sharm-El-Sheikh, Hurghada und Agadir.

Air Berlin war die erste Billigfluggesellschaft, die Hannover regulär anflog. 2013 bedient Air Berlin ab Hannover nonstop 8 Ziele.
Im Jahre 2002 folgte Hapag-Lloyd Express, die zwischenzeitlich mit Hapagfly verschmolzen wurde und heute als TUIfly ab Hannover Nonstop-Flüge zu 26 Zielen anbietet.
2006 kam die britische Flybe nach Hannover, welche per März 2014 zwei Ziele ab Hannover anfliegt.

Die nicht mehr unter eigenem Namen fliegenden Germania und dba flogen ebenfalls regulär ab Hannover. Deren Flüge wurden von Air Berlin übernommen.
2010 wurde der Flughafen eine Basis von Germanwings, welche 2013 17 Ziele nonstop anfliegt.[5]

Für den Sommerflugplan 2014 verzeichnete der Flughafen das größte Streckenwachstum seit langem. So fliegt die irische Fluggesellschaft Aer Lingus den Flughafen viermal pro Woche an. Auch TAP Portugal richtet eine Strecke nach Hannover ein. SunExpress stationiert eine Maschine und Orenair baut ihr Streckenportfolio ab Hannover weiter aus. [6]

Flughafenanlage[Bearbeiten]

Der 1999 eröffnete dritte Tower
Innenansicht eines Wartebereiches im Terminal C
Terminals A und B mit dem ehemaligen Kontrollturm
Terminal C

Start- und Landebahnen[Bearbeiten]

Der Flughafen besitzt drei Start- und Landebahnen. Die Nordbahn ist 3.800 m lang und 45 m breit und beiderseitig für die Allwetterflugbetriebsstufe nach ILS CAT-IIIb zugelassen. Die Südbahn ist 2.340 m lang und 45 m breit und für den Allwetterflugbetrieb nach ILS CAT-I zugelassen. Die kurze Mittelbahn (780 m × 22,5 m) ist für Luftfahrzeuge bis 5,7 t Gesamtgewicht ausgelegt und nur für den Sichtflug zugelassen. Damit kann der Flughafen bei fast jedem Wetter angeflogen werden. Ein generelles Nachtflugverbot gibt es nicht. Eine Zulassung für Ultraleichtflugzeuge ist vorhanden, was für einen Flughafen dieser Größe relativ selten ist. 1999 wurde der 74 m hohe dritte Kontrollturm der DFS in Betrieb genommen.

Terminals[Bearbeiten]

An den Terminals A und B sowie dem 1998 in Betrieb genommenen größten Terminal C stehen 20 gläserne Fluggastbrücken zur Verfügung. Die letzte nicht gläserne Brücke wurde im November 2011 ausgetauscht. Zusätzlich gibt es 27 Abstellplätze am Rollfeldrand. 2007 wurde zwischen Terminal A und B die Airport Plaza eröffnet. Hier befinden sich auf der Abflugebene sieben Geschäfte, ein Friseur, eine Sparkassenfiliale, eine Lounge und zwei Restaurants. Auf der Ankunftsebene befinden sich sechs Autovermieter, eine Versicherung und der Parkservice. Weitere sechs Geschäfte (darunter fünf Duty-Free-Shops), drei Lounges, zehn Restaurants, Bars und Bistros, ein Internetcafé, zwei Kinderparadiese und fünf Kiddieländer, die Erlebnisausstellung "Welt der Luftfahrt", mehr als 35 Reiseveranstalter bzw. -Vermittler, eine Kapelle, ein islamischer Gebetsraum, eine Bankfiliale, ein Sanitätsraum, Geldautomaten auf allen Ebenen, eine Spielhalle und diverse Serviceeinrichtungen befinden sich in den Terminals verteilt.

Das 1971 eröffnete Holiday Inn Airport Hotel (seit 2013 Leonardo Hotel Hannover Airport) befindet sich nördlich der Flughafenstraße. 1993 eröffnete direkt am Terminal C mit dem Maritim Airport-Hotel das zweite Hotel am Flughafen.

Im Norden des Flughafengeländes befinden sich Abfertigungsanlagen für Privat- und Sportflugzeuge (GAT-HAJ-Karl-Jatho-Terminal). Zusätzlich befindet sich neben Terminal C das kleine Terminal D. Letzteres wird von der Royal Air Force genutzt, die über den Flughafen die britischen Streitkräfte in Norddeutschland versorgt und sie von hier aus in ihre weltweiten Einsätze schickt.

Nördlich des Terminal A befindet sich das Air-Cargo-Center. Mit einem Tunnel, der unter den Rollwegen Foxtrott und Lima verläuft, ist das Air-Cargo-Center mit dem Air-Cargo-Terminal, der Nachtposthalle und dem Road-Hub von TNT Express im Westbereich des Flughafens verbunden. Regelmäßige Fracht- und Postflüge von und nach Hannover bieten Federal Express, TNT Airways, Air Berlin und TUIfly an. Ein Großteil der in Hannover abgefertigten Luftfracht wird nicht per Flugzeug sondern per LKW zu den Zielflughäfen transportiert.

Hubschrauberlandeplatz[Bearbeiten]

Eine Polizeihubschrauberstaffel der Polizei Niedersachsen nahm am 2. Juli 1971 ihren Betrieb in Langenhagen auf. Derzeitig werden mehrere Hubschrauber der Typen SA 365 Dauphin und MD 902 Explorer betrieben. Die Polizeihubschrauber in Langenhagen sind 24 Stunden am Tag einsatzbereit.

Im Oktober 1995 nahm der Hubschrauber-Sonderdienst (HSD) am Flughafen den Intensivtransporthubschrauber (ITH) mit dem Funkrufnamen „Christoph Niedersachsen“ in Dienst. Der ITH ist rund um die Uhr in die deutsche Luftrettung eingebunden.

Betreiber[Bearbeiten]

Betreiber des Flughafens ist die Flughafen Hannover-Langenhagen GmbH. Diese gehört zu 35 % der Landeshauptstadt Hannover, zu 35 % dem Land Niedersachsen (über die Hannoversche Beteiligungsgesellschaft) und zu 30 % der Fraport AG. Geschäftsführer ist Dr. Raoul Hille. Die Gesellschaft erzielte 2009 einen Umsatz von 133,0 Millionen Euro. Im Jahre 2012 erzielte die GmbH einen Umsatz von 137,8 Millionen Euro und einen Fehlbetrag von 2,5 Millionen Euro.[7]

Verkehrszahlen[Bearbeiten]

Jahr Fluggastaufkommen Flugbewegungen Fracht
2013 5.234.909
00- 1,0 %
76.060
00- 5,1 %
3.741
0- 16,1 %
2012 5.288.327
00- 1,0 %
80.139
00- 0,7 %
4.457
0- 20,2 %
2011 5.341.017
00+ 5,5 %
80.730
00+ 6,5 %
5.585
00+ 5,2 %
2010 5.060.956
00+ 1,8 %
75.833
00- 2,4 %
5.308
0+ 45,4 %
2009 4.969.800
0- 11,9 %
77.737
0- 10,4 %
3.650
0- 33,0 %
2008 5.637.965
00- 0,1 %
86.798
00- 1,8 %
5.448
00- 3,7 %
2007 5.644.746
00- 1,0 %
88.352
00+ 0,5 %
5.657
0+ 11,6 %
2006 5.699.322
00+ 1,1 %
87.872
00- 1,2 %
5.069
0- 16,3 %
2005 5.637.391
00+ 7,4 %
88.935
00+ 4,0 %
6.057
0+ 13,6 %
2004 5.249.176 85.459 5.330
Quelle:[1]

Fluglärm-Reduktion[Bearbeiten]

Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt erprobt am Flughafen Hannover seit Juni 2013 zusammen mit TUIfly ein Verfahren, um den Fluglärm zu reduzieren. Dabei wird ein Anflugwinkel von 4,5° statt 3° geflogen, bis das Flugzeug noch etwa 5 km von der Landebahn entfernt ist.[8]

Geschichte[Bearbeiten]

Vorgeschichte[Bearbeiten]

Am 31. Juli 1907 genehmigte der Kommandierende General des X. Armeekorps in Hannover dem Luftfahrtpionier Karl Jatho auf der Vahrenwalder Heide den Bau einer „Fahrbahn“, „damit die Flugapparate besser rollen können.“[9] Einige Jahre später errichtete die Reichswehr auf dem Gelände eine Fliegerstation mit Fliegerkaserne und nutzte die Rasenfläche als Landefeld sowohl für Flugzeuge als auch für Luftschiffe. Zivile Flugzeuge konnten den Flugplatz auch nutzen.

Gedenkstein von 1933 für Karl Jatho am Flughafen

Nach dem Ersten Weltkrieg wurde der Flughafen als militärisches Objekt eingestuft und eine zivile Nutzung zunächst untersagt. Ab 1923 wurde er wieder von zivilen Flugzeugen angeflogen, die erste internationale Verbindung war die vom Deutschen Aero Lloyd angebotene tägliche Verbindung Berlin – Hannover – Rotterdam – London. 1927 übernahm die Stadt Hannover das Gelände von der Reichswehr und baute den Flughafen Hannover-Vahrenwald zum offiziellen hannoverschen Flughafen aus.[10] Der Flughafen wurde im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigt und nach dem Zweiten Weltkrieg nicht wieder in Betrieb genommen. Das 1935 errichtete Empfangsgebäude steht noch im heutigen Stadtteil Vahrenheide; es wurde von der Bundeswehr jahrelang als Kreiswehrersatzamt genutzt.

1915 legte die Hannoversche Waggonfabrik (Hawa) an ihrem Werk in Linden einen Werksflugplatz an. Hier konnte sie die von ihr hergestellten und gewarteten Flugzeuge starten und landen. Als nach dem Ersten Weltkrieg der Vahrenwalder Flugplatz nicht mehr für zivile Zwecke genutzt werden durfte, genehmigte das Reichsluftfahrtamt im November 1919 den Hawa-Werksflugplatz als ersten zivilen Flughafen für Hannover. Die Deutsche Luft-Reederei begann mit regelmäßigen Flügen auf der Strecke Berlin – Braunschweig – Linden – Gelsenkirchen. 1928 löste der Flughafen Hannover-Vahrenwald den Lindener Flugplatz als offiziellen hannoverschen Flughafen ab, 1930 wurde er ganz geschlossen und das Gelände als Nutz- und Zuchtviehhof verwendet.[10]

Errichtung[Bearbeiten]

Die seit 1947 in Hannover stattfindende Hannover-Messe machte einen Flughafen für die An- und Abreise der Besucher wünschenswert. Die Berlin-Blockade 1948/49 hatte außerdem gezeigt, dass leistungsfähige Flugplätze in der Bundesrepublik in möglichst geringer Entfernung von Berlin von Nutzen waren. Der alte Flughafen in Vahrenwald bot nicht genug Platz, um ihn auszubauen. So wurden verschiedene Möglichkeiten wie ein Ausbau des Flugplatzes Braunschweig-Waggum oder ein Neubau in der Nähe von Sievershausen bei Lehrte geprüft. Die Wahl fiel schließlich auf den bis 1945 von der Luftwaffe genutzten Fliegerhorst Evershorst, der nach dem Krieg von kanadischen Truppen genutzt wurde.[11] Die ehemaligen Kasernen nördlich des Flughafens sind erhalten geblieben.

1970: Flughafen Hannover mit dem ersten Tower aus den 1950er Jahren

Im Jahre 1950 begannen die Vorarbeiten für den Generalausbauplan für die zivile Nutzung als Ersatz für den Flughafen Hannover-Vahrenwald. Nachdem im Juli 1951 die Flughafen Baugesellschaft gegründet und die alliierte zivile Luftfahrtbehörde die Lizenz für den Bau eines Flughafens bei Hannover erteilt hatte, wurde am 28. November 1951 mit dem Bau begonnen. Nach fünf Monaten wurde der Flughafen mit einer 1.680 m langen Start- und Landebahn (heutige Südbahn 09R/27L) fertiggestellt. Am 26. April 1952 wurde er offiziell eröffnet und die Fluggesellschaften British European Airways, SAS Scandinavian Airlines und Pan American World Airways nahmen ihren Flugbetrieb auf. In den nächsten Jahren kamen KLM (1953), Air France (1954) und Lufthansa (1955) hinzu. Die erste Landung war ein Flug aus Berlin mit dem regierenden Bürgermeister Ernst Reuter an Bord.[11]

Das Flughafengelände lag auf den Gebieten der Stadt Langenhagen sowie der damals noch selbstständigen Gemeinden Engelbostel, Schulenburg und Godshorn. Seit der Kommunalreform 1974 gehört es vollständig zur Stadt Langenhagen.

Ausbau[Bearbeiten]

Zweiter Tower von 1966, gesehen vom Parkhaus P1 (rechts im Bild)

1959 wurde die Startbahn auf 2.340 m verlängert; ein Jahr später wurden im Norden zwei Grasbahnen in Betrieb genommen, bevor im Jahre 1963 die mittlere, 780 m lange Kurzbahn entstand. 1966 wurde die parallel zur Südbahn angelegte Nordbahn 09L/27R zusammen mit dem 45 m hohen zweiten Tower in Betrieb genommen. Die neue Nordbahn wurde 1969 auf zunächst 2.700 m verlängert.

1973 eröffnete der neue Flughafenkomplex, bestehend aus den durch eine Ladenstraße verbundenen Terminals A und B und dem Parkhaus P1. Das bauliche Konzept dieser Terminals diente als Vorlage für das internationale Terminal Scheremetjewo-2 des Flughafens Moskau-Scheremetjewo.[12] Im selben Jahr errichtete Hapag-Lloyd Flug ihre operative und technische Basis am Flughafen. Das alte Abfluggebäude wurde umgebaut und 1976 als Luftfrachtzentrum neu eröffnet. Der Airbus A300 der Lufthansa pendelte fortan zwischen Hannover und Frankfurt.

1981 wurde der Ausbau der Hapag-Lloyd-Basis fertiggestellt (zwei Großflugzeughallen und ein Verwaltungshochhaus), und die MTU Maintenance GmbH nahm ihren Betrieb auf.

Nach einem Um- und Neubau des Luftfrachtzentrums erfolgte im Februar 1988 dessen Neueröffnung. Die auf 3.800 Meter verlängerte Nordbahn wurde am 16. November 1990 zum uneingeschränkten Interkontinentalverkehr freigegeben. 1991 erhielt Langenhagen als erster deutscher Flughafen Anschluss an das ISDN der Deutschen Bundespost.

Zwischenzeitliche Pläne, das Luftfahrtmuseum Hannover aus Laatzen an den Flughafen zu verlegen, scheiterten an unterschiedlichen Vorstellungen der Flughafengesellschaft und des Museumsbetreibers über das Konzept der Ausstellung.

Terminal A wurde zwischen Oktober 2013 und Juli 2014 umgebaut und modernisiert, die Abflugebene war während dieser Zeit geschlossen. Dabei gelang es, sowohl Zeitplan als auch ein veranschlagtes Budget von etwas über acht Millionen Euro einzuhalten. Anlass für den Umbau waren in erster Linie neue Sicherheitsanforderungen, so wurde etwa die Abfertigung zentralisiert. Auch der bis dahin in Zonen unterteilte Wartebereich ist zusammengeführt worden. Körperscanner wurden nicht eingeführt, könnten bei Bedarf aber nachinstalliert werden.[13]

Panorama des Flughafen Hannover-Langenhagen, Ansicht von Süden, im März 2014

Entwicklung des Flugverkehrs[Bearbeiten]

1968: Lufthansa Boeing 737

Durch die zwischen 1945 und 1990 von den Siegermächten festgelegte Beschränkung des Berlin-Verkehrs zwischen Westdeutschland und West-Berlin auf die drei Luftkorridore von Hamburg, Hannover und Frankfurt am Main (Luftkorridor (Berlin)) spielte der Flughafen Hannover-Langenhagen aufgrund der kürzesten Entfernung nach West-Berlin und der höchsten Subventionierung des Flugpreises eine besondere Rolle (Hannover-Scharnier). Der Flugverkehr nach West-Berlin durfte ausschließlich von Fluggesellschaften aus Großbritannien, Frankreich und den Vereinigten Staaten durchgeführt werden; in Langenhagen hatte die BEA die größte Bedeutung.

Im Jahre 1956 starteten die ersten Touristikflüge nach Mallorca und an die Costa Brava. Am 7. Oktober 1956 führte die Lufthansa auf der Strecke Hamburg-Hannover-Frankfurt die DC-3 ein. 130 Charterflüge wurden 1957 bereits von vier Reiseveranstaltern gezählt. 1965 verzeichnete der Flughafen bereits eine Million Fluggäste.

1970 nutzten zwei Millionen Fluggäste den Flughafen. Die erste regelmäßige Jumbo-Verbindung kam 1971 in Form der Boeing 747-100 der Condor, die regelmäßig die Strecke Hannover-Palma de Mallorca bediente. 1978 wurden im Liniendienst Amsterdam (DLT), Berlin (British Airways), Frankfurt (Lufthansa), Kopenhagen (Lufthansa), London-Heathrow (British Airways), München (Lufthansa) und Paris-Charles de Gaulle (Lufthansa) angeflogen. In den 1980er Jahren kamen mehrere Fluggesellschaften nach Hannover zurück, die in den 1970er Jahren ihre Flugverbindungen von und nach Hannover eingestellt hatten. Dazu zählten unter anderem Pan Am, SAS, Air France und KLM.

Hapag-Lloyd begann im März 1990 mit dem Airbus A310-300 Interkontinentalflüge nach New York, Miami, Toronto, Puerto Plata und Punta Cana. Außerdem flog American Trans Air mit der Lockheed Tristar nach Fort Lauderdale und African Safari Airways mit der DC-8 nach Mombasa. Ein Großteil dieser Interkontinentalverbindungen wurde bald wieder eingestellt.

1994 wurden die ersten Langstreckenverbindungen in die GUS aufgenommen. Kazakhstan Airlines flog mit Boeing 747SP, Iljuschin Il-86 und Tupolev Tu-154 nach Almaty und Astana (damals noch Akmola), Kyrghyzstan Airlines flog mit Tupolev Tu-154 nach Bishkek und Aeroflot mit Iljuschin Il-86 nach Nowosibirsk und mit Tupolev Tu-154 nach Omsk.

1995 eröffnete die Fluggesellschaft Condor ihr neues Langstreckendrehkreuz in Hannover. Es wurden mit DC-10-30, Boeing 767-300ER und Boeing 757-200 nonstop Bridgetown, Cancun, Colombo, Phuket, Malé, Mauritius, Mombasa, Puerto Plata, Punta Cana und Sharjah angeflogen. Ein Großteil der Flüge wurde zwei Jahre später wieder eingestellt. 1997 begann die LTU mit Nonstop-Flügen nach Abu Dhabi, Colombo und Malé, die bald wieder eingestellt wurden. Im Jahr darauf nahm die neue deutsche Fluggesellschaft Britannia Airways Germany mit Boeing 767-300ER Langstreckenflüge nach Varadero und Puerto Plata auf, die nach zwei Jahren eingestellt wurden.

Im Jahre 2001 stellte Hapag-Lloyd mit den Flügen nach Punta Cana ihre letzte Langstreckenverbindung ab Hannover ein. 2003 nahm die Condor, die zu jener Zeit unter dem Namen Thomas Cook Airlines auftrat, mit einer Boeing 757-200 für zwei Jahre Nonstopflüge nach Moncton und Toronto auf.

2004 drohte die TUI, die Flugzeugflotten seiner Tochtergesellschaften Hapag-Lloyd Flug und Hapag-Lloyd Express aus Hannover abzuziehen, sollte sich der Konkurrent EasyJet am Flughafen ansiedeln. Auch Air Berlin drohte für diesen Fall mit einer Verringerung der Kapazitäten in Hannover. Letztendlich wurde EasyJet keine Genehmigung erteilt, da die TUI und Air Berlin im Gegenzug eine Verstärkung ihrer Aktivitäten auf dem Flughafen Hannover zusicherten.

Am 3. Juni 2010 landete erstmals ein Airbus A380 im Rahmen von Testflügen in Hannover.

Luftfahrtschau / ILA[Bearbeiten]

Fokker F-28 auf der Luftfahrtschau 1972

Von 1957 bis 1990 fand auf dem Gelände des Flughafens Hannover die Luftfahrtschau statt. Die erste Luftfahrt-Sonderschau war 1957 ein Bestandteil der Hannover-Messe. Die Luftfahrtschau entwickelte sich zu einer eigenständigen Veranstaltung mit über 200.000 Besuchern, die ab 1960 alle zwei Jahre als Deutsche Luftfahrtschau stattfand. Ab 1978 firmierte sie als Internationale Luft- und Raumfahrtausstellung (ILA). Bis zu 300 Aussteller aus 30 Ländern präsentierten Neuheiten aus dem Bereich der Luft- und Raumfahrt. Die ILA wurde die drittgrößte europäische Luftfahrtausstellung nach Farnborough in England und Le Bourget in Frankreich.

Am 6. Mai 1988 starben am Vortag der ILA die beiden Piloten eines Chinook-Hubschraubers, der beim Rollen mit einem der beiden Rotoren eine Fluggastbrücke (Finger) rammte und in Brand geriet. 1990 landete zur ILA das erste Wasserstoff-Flugzeug der Welt, die Tupolew Tu-155, in Hannover.

Im Laufe der 1980er Jahre ergaben sich zunehmend Platzprobleme. Der Flughafen expandierte und der reguläre Flugbetrieb durfte nicht gestört werden. Die Ausstellungsflächen mussten deshalb trotz steigender Teilnehmer- und Besucherzahlen verkleinert werden. 1990 fand die ILA daher zum letzten Mal in Hannover statt, 1992 zog sie nach Berlin-Schönefeld um.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Flughafen Hannover-Langenhagen – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d Verkehrsstatistik der Flughafen Hannover-Langenhagen GmbH
  2. ADV-Monatsstatistik Dez 2012: (PDF; 100 kB) abgerufen am 5. Januar 2014
  3. GVH-Pressemitteilung zum Fahrplanwechsel
  4.  DB Station&Service AG (Hrsg.): Bahnhofsentwicklungsprogramm Niedersachsen: Aktueller Stand und Konzeption 2006. Berlin 2006, S. 16, 34 (Bahnhofsentwicklungsprogramm Niedersachsen Aktueller Stand und Konzeption 2006 (Version vom 22. Oktober 2013 im Internet Archive)).
  5. https://www.germanwings.com/de/Fluginfo/Streckennetz.htm
  6. [1]
  7. Geschäftsbericht 2012 der Flughafen Hannover-Langenhagen GmbH, S. 3, http://www.hannover-airport.de/uploads/media/Geschaeftsbericht2012.pdf
  8. „Flüster-Anflugverfahren“ kontra Fluglärm. In: Mitteldeutsche Zeitung. 30. Juni 2013, abgerufen am 5. Oktober 2013: „Die Luftflotte der Tui-Tochter TuiFly erprobt nach eigenen Angaben ab Juli in Hannover ein sogenanntes Flüster-Anflugverfahren, bei dem die Maschinen steiler als bislang aus großer Höhe zur Landebahn schweben. Der Anflugwinkel wird von 3 auf 4,5 Grad erhöht, wie der für die rund sechsmonatige Testserie zuständige Flugkapitän, Jörn Mahringer, im dpa-Gespräch sagte.“
  9. Wolfgang Leonhardt: Karl Jathos erster Motorflug 1903. Books on Demand, Norderstedt 2002, ISBN 3-8311-3499-5, Seite 17
  10. a b Torsten Bachmann, Der HAWA-Werksflugplatz - Hannovers erster Zivilflughafen
  11. a b Hannoversche Allgemeine Zeitung, Beilage: HANNOVER AIRPORT, 25. April 2012
  12. Osthandel. Extrem kurze Wege, in: Der Spiegel, 8/1980, S. 60
  13. Flughafen Hannover: Schöner Warten, von Bernd Haase, Hannoversche Allgemeine Zeitung, 4. Juli 2014