Flughafen Kopenhagen-Kastrup

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Dieser Artikel behandelt den internationalen Flughafen Kopenhagen-Kastrup, des Weiteren gibt es den Flughafen Kopenhagen-Roskilde für die Allgemeine Luftfahrt.
Københavns Lufthavn
Copenhagen Airports Logo.svg
Copenhagen airport and the town of Dragør.jpg
Kenndaten
ICAO-Code EKCH
IATA-Code CPH
Koordinaten
Verkehrsanbindung
Entfernung vom Stadtzentrum 8 km südlich von Kopenhagen
Straße E 20 (Ausfahrt 17)
Bahn Bahnhof "Lufthavn Kastrup st"
Basisdaten
Eröffnung 20. April 1925
Betreiber Copenhagen Airports A/S
Fläche 1100 ha
Terminals 3
Passagiere 21.501.750(2010)
Luftfracht 335.731 t (2003)
Flug-
bewegungen
257.591 [1] (2007)
Beschäftigte 18.000
Start- und Landebahnen
04R/22L 3300 m × 45 m Asphalt
04L/22R 3600 m × 45 m Asphalt
12/30 3070 m × 45 m Beton

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Der Flughafen Kopenhagen-Kastrup [ˈkasdʀob] (IATA: CPH, ICAO: EKCH; dän. Københavns Lufthavn) in Kastrup ist der internationale Verkehrsflughafen der dänischen Hauptstadt Kopenhagen. Er ist mit über 21,5 Millionen Passagieren pro Jahr der größte Flughafen Skandinaviens und dient als Drehkreuz für SAS Scandinavian Airlines sowie Basis für Transavia Denmark, Norwegian Air Shuttle und weitere Gesellschaften.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Flughafen Kopenhagen wurde am 20. April 1925 als einer der ersten privaten Flughäfen auf der Welt noch mit einer Graspiste als Start- und Landebahn eröffnet. Bereits im Jahr 1932 erfolgten hier insgesamt 6000 Starts und Landungen. 1939 wurde das von Vilhelm Lauritzen entworfene neue Terminal fertiggestellt und eröffnet.

Während des Zweiten Weltkrieges nutzte nach der Besetzung Dänemarks durch die deutsche Wehrmacht die deutsche Luftwaffe den Flugplatz ab Frühjahr 1940 als Fliegerhorst. Kastrup war ab April 1941 Hauptbasis der Blindflugschule 4 und ab September 1944 lagen hier zusätzlich die Ju 88G der I. Gruppe des Nachtjagdgeschwaders 7 (I./NJG 7) bzw. nach Umbenennung eines Teils der IV. Gruppe des Nachtjagdgeschwaders 2 (IV./NJG 2). Im Februar 1945 endete der Flugbetrieb im Wesentlichen, in den letzten Kriegsmonaten war der Flughafen jedoch Ziel von Evakuierungsflügen aus Ostpreußen und dem Baltikum.

Nach der Kapitulation Deutschlands im Mai 1945 übernahm zunächst die britische Royal Air Force Airfield B.160, so die alliierte Codebezeichnung Kastrups. Sie stationierte hier von Juni bis September ihr 122. Geschwader, das mit bis zu fünf Staffeln Tempest V und Typhoon IB Jagdbombern ausgerüstet war.

1948 zählte der Flughafen bereits 150 Starts und Landungen sowie 3000 Passagiere täglich, im Jahr 1956 wurden erstmals eine Million Passagiere abgefertigt und der Flughafen zum weltweit besten gekürt.

Am 10. Mai 1960 wurde das neue Terminal 2 eingeweiht, im selben Jahr wurde der neue Tower fertiggestellt.

1982 wurde der neue Frachtbereich eröffnet, 1986 erfolgte ein Parkhaus für 2400 Fahrzeuge.

Im Jahr 2000 wurden über 20 Millionen Passagiere abgefertigt, im selben Jahr wurde nahe dem Flughafen mit der Öresundquerung die erste feste Auto- und Zugverbindung nach Schweden fertiggestellt. Im Jahr 2001 eröffnete Hilton ein Luxushotel mit 382 Betten auf dem Flughafengelände und man zählte insgesamt 267.000 Starts und Landungen.

Im September 2007 wurde der Flughafen an die Linie M2 der Metro Kopenhagen angebunden.

Infrastruktur[Bearbeiten]

Außenansicht des Terminals 3
Der Flughafenbahnhof

Das 11 km² große Areal des Flughafens teilt sich in fünf Bereiche:

  • Vorfeld: Es gibt zwei parallele Runways (04L-22R [CAT1 - 3300 m]; 04R-22L [CAT2 - 3500 m]). Diese wurden parallel zum Fahrwasser der Schiffe angelegt. Dadurch erreichte man, dass die Lärmbelästigung im Zentrum Kopenhagens und in dessen Vororten abnahm. Zusätzlich dazu gibt es eine Runway, die beide anderen kreuzt (12-30 [CAT3]). Hauptsächlich wird diese als 'Taxiway' für Flugzeuge verwendet, die seeseitig landen. Lande- oder Startverkehr (landwärts) auf der dritten Runway darf nicht bei Schlechtwetter stattfinden. Das Gefahrenpotential für die angrenzende Bevölkerung wäre durch die Besiedelungsdichte zu hoch. Ebenfalls dürfen keine Nachtflüge über diese Runway stattfinden. Das Vorfeld verfügt über insgesamt 54 Parkpositionen, davon neun für Inlandsflüge und 43 für internationale Verbindungen, die über Fluggastbrücken verfügen, sowie zwei Helipads.
  • Nord: Hier befinden sich öffentliche Geschäfte, die von allen Personen innerhalb des Flughafens erreicht werden können. Die Ankunfts- und Abflughallen, Verwaltung, sowie der Tower befinden sich im Nordareal.
  • Süd: Für die Logistik sind im Südteil alle Nachschub- und Umschlagdepots untergebracht.
  • Ost: Fracht- und Cateringservice, sowie die Flugzeughangars befinden sich im Ostteil. Gleichzeitig werden hier alle Helikopter abgefertigt.
  • West: Hier, im Teil des alten Flughafens, sind die Fluglotsen für Nordeuropa untergebracht. Der alte Tower wurde für Trainingszwecke umgebaut und heute nur noch im Extremfall produktiv geschaltet.

Abfertigungsgebäude[Bearbeiten]

Der Flughafen Kopenhagen verfügt derzeit über drei Terminals, die unter anderem etwa 50 Ladengeschäfte, 15 Restaurants und Bars sowie mehrere Flughafenlounges und Konferenzbereiche bieten.

Terminal 1[Bearbeiten]

In diesem Terminal werden die Inlandsflüge abgefertigt. Von hier werden die Insel Bornholm und Jütland angeflogen. Grönland und die Färöer-Inseln, die beide autonomer Bestandteil des Königreichs Dänemark sind, werden nicht von diesem Terminal aus angeflogen, sondern von Terminal 2/3.

Terminal 2 und 3[Bearbeiten]

Hier wird der internationale Flugverkehr abgefertigt. Kopenhagen bildet im nordeuropäischen Raum den größten Umschlag- und Knotenpunkt. Dadurch verlassen nur wenige Personen den Flughafen, was einige Firmen dazu veranlasst, ihre Verkaufsräume aus Kopenhagen in den Flughafen zu verlegen.

Lage und Verkehrsanbindung[Bearbeiten]

Der Flughafen liegt im Ortsteil Kastrup der Kopenhagener Vorstadt Tårnby in der gleichnamigen Kommune und befindet sich etwa acht Kilometer vom Stadtzentrum von Kopenhagen entfernt an der Ostküste der Insel Amager, unmittelbar südlich der Autobahn und der Eisenbahnstrecke, die zur Öresundverbindung führen. Eben wegen des Flughafens ist die Öresundverbindung in ihrem westlichen Teil als Tunnel ausgeführt, der direkt am Flughafen beginnt.

Der Flughafen hat mit dem Bahnhof Københavns Lufthavn, Kastrup einen direkten Anschluss an die Öresundverbindung. Durch die Zugverbindung nach Schweden stellt der Flughafen nicht nur einen großen Knotenpunkt für den skandinavischen Luftverkehr dar, sondern ist auch eine wichtige Stelle für die dänisch-schwedische Verkehrsanbindung. Mit der Station Lufthavnen ist der Flughafen ebenso an das Metro-System der dänischen Hauptstadt angebunden.

Mit dem Zug erreicht man den Flughafen in fünf Stunden von Stockholm, 3,5 Stunden von Göteborg und Aarhus bis zum Terminal 3. Von Malmö benötigt er sogar nur 20 Minuten und zwölf Minuten vom Zentrum Kopenhagens. Die Entfernung vom Bahnhof bis zu den Check-in-Schaltern beträgt lediglich etwa 100 Meter.

Zwischenfälle[Bearbeiten]

  • 26. Januar 1947: Eine Douglas DC-3 „Dakota“ der niederländischen Fluggesellschaft KLM (Kennzeichen: PH-TCR) stürzt kurz nach dem Start zum Weiterflug nach Stockholm ab. Alle 22 Insassen werden getötet, darunter der schwedische Erbprinz Gustav Adolf und die US-amerikanische Opernsängerin und Schauspielerin Grace Moore. (→Flugzeugkatastrophe von Kastrup).
  • 15. August 1957: Eine Iljuschin Il-14 der Aeroflot (CCCP-L1874) kollidiert beim Endanflug mit einem Schornstein des Kraftwerks H.C. Ørsted Værket und stürzt ins südliche Hafenbecken von Kopenhagen. Alle 23 Insassen kommen ums Leben.[2]
  • 17. November 1957: Nach dem Ausfall von drei ihrer vier Motoren stürzt eine sich im Endanflug befindliche Vickers Viscount der British European Airways (G-AOHP) bei Ballerup ab. Als Ursache wurde eine Fehlfunktion im Enteisungssystems der Frachtmaschine festgestellt.[3]
  • 28. August 1971: Eine Iljuschin Il-18 der ungarischen Fluggesellschaft Malév (HA-MOC) stürzt beim Endanflug nach Instrumentenflugregeln nahe der Insel Saltholm ins Meer. Das Flugzeug war von einer schweren Fallböe getroffen worden. Von den 34 Insassen überleben zwei Passagiere das Unglück. Flugzeugführer war der bekannte ungarische Weltkriegsflieger Dezső Szentgyörgyi.[4]

Sonstiges[Bearbeiten]

Imbissstand Flyvergrillen, Treffpunkt von Flugzeugspottern (2007)
  • Der Flughafen Kopenhagen-Kastrup betreibt als einer der wenigen Flughäfen ein eigenes Rettungsboot („CPH Airport Rescue“).[5]
  • Am Rande des Landefeldes besteht mit dem Imbissstand Flyvergrillen (Flieger-Grill) ein beliebter Treffpunkt von Flugzeugspottern, der von der Behörde Kulturarvsstyrelsen zu einem Kulturgut Dänemarks erklärt wurde.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. ACI
  2. vgl. Unfallbericht bei aviation-safety.net (englisch; aufgerufen am 2. Mai 2011).
  3. vgl. Unfallbericht bei aviation-safety.net (englisch; aufgerufen am 2. Mai 2011).
  4. vgl. Unfallbericht bei aviation-safety.net (englisch; aufgerufen am 2. Mai 2011).
  5. Abb., aufgerufen am 26. November 2011.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Copenhagen Airport – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien