Flughafen Lüttich

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Flughafen Lüttich
Flughafen Lüttich Logo.svg
Liege airport.jpg
Kenndaten
ICAO-Code EBLG
IATA-Code LGG
Koordinaten
Verkehrsanbindung
Entfernung vom Stadtzentrum 9 km nordwestlich von Lüttich
Straße E 42
Nahverkehr TEC Buslinie 57
Basisdaten
Betreiber Liège Airport S.A.
Fläche 300 ha
Terminals 1
Passagiere 303.495 (2012)[1]
Luftfracht 576.664 Tonnen (2012)[1]
Kapazität
(PAX pro Jahr)
1.000.000
Start- und Lande-Bahnen
05R/23L 3700 m × 45 m Asphalt
05L/23R 2272 m × 45 m Asphalt

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Flughafen Lüttich - Bierset (frz.: Aéroport de Liège; IATA-Code: LGG, ICAO-Code: EBLG) ist die Bezeichnung für einen belgischen (Fracht-)Flughafen, der sich in 9 Kilometer (Luftlinie) Entfernung westlich der Stadt Lüttich in Bierset, in der Gemeinde Grâce-Hollogne, befindet. Ein ILS cat III ist auf LGG installiert.

Lüttich und der Flughafen liegen im Zentrum des Dreiecks Paris - Amsterdam - Frankfurt/Main. In diesem Gebiet wird 66 Prozent des europäischen Luftfrachtaufkommens abgewickelt. Eingestuft in die Top-10 der größten Luftfracht-Umschlagplätze europaweit liegt der Flughafen Lüttich hinter den Flughäfen Frankfurt/Main (1.), Amsterdam (2.) und Paris (3.) und Köln/Bonn (6.) auf Position 8.[2]

Geschichte[Bearbeiten]

Im Ersten Weltkrieg wurde durch die Luftstreitkräfte des Deutschen Kaiserreichs ein Militärflugplatz in der Nähe des besetzten Lüttich bei Ans gebaut, den die Aviation Militaire Belge nach dem Krieg weiter nutzte. Die militärische Nutzung, seit 1930 am neuen Standort Bierset, durch die heutige Belgische Luftkomponente endete erst 2011. Die letzte fliegende Einheit, die auf der Base aérienne de Bierset lag, war ein Hubschraubergeschwader, das die Agusta A109 flog. Zuvor lag hier während des Kalten Krieges das 3. Taktische Geschwader, dass anfangs mit F-84 und später mit Mirage 5 ausgerüstet war. Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges nutzte auch die USAAF den von den Alliierten als Airfield A.93 bezeichneten Flugplatz.

Im Jahr 1930 wurde das erste Passagier-Terminal errichtet. Es verkehrten die ersten Flugzeuge zwischen Brüssel, Antwerpen und Lüttich. Nach dem Zweiten Weltkrieg eröffnete Sabena eine Strecke zwischen Lüttich und Paris.

Im Jahr 1976 wurde das neue zivile Terminal gleichzeitig zur Eröffnung der Strecke Liege-London eingeweiht. 1988 beschloss die Wallonische Region, dass die beiden Flughäfen Lüttich und Charleroi die Zentren der Wirtschaft, Entwicklung und Regeneration werden sollten.

Am 30 April 1990, wurde die SAB SA, die Entwicklungs- und Förderungsabteilung des Flughafens, von Meusinvest gegründet. Im Jahr 1996 wurde die israelische Cargo Airlines die erste große Frachtfluggesellschaft in Lüttich. In demselben Jahr wurde der Vertrag mit TNT zur Errichtung ihres europäischen Luftfrachtzentrums unterzeichnet. Das neue Drehkreuz ist der Hauptauslösefaktor für das starke Wachstum des Flughafens.[2]

April 2005 wurde das neue Passagierterminal fertiggestellt. Es kostete rund 26 Millionen Euro und verdreifachte die Passagierkapazität des Flughafens auf eine Million im Jahr. Von 2006 bis 2010 liefen durchgehend Ausbauten ab. Dazu gehörte beispielsweise der Bau weiterer Abstellplätze, der Bau eines Frachtparks und eine Erweiterung des Treibstoffspeichers von einer Million auf sechs Millionen Liter Kerosin.[2] Im Jahr 2007 beschloss die SAB SA, sich in "Liège Airport SA" umzubenennen, um einen besseren Eindruck der internationalen Berufung des Flughafens zu erzeugen.[3] 2010 wurde die Landebahn 05R/23L von 3287 Meter auf 3700 Meter verlängert. Dadurch sollen Großraum-Frachtflugzeuge bei voller Ladung dort starten können.

Verkehrsanbindung[Bearbeiten]

Der Flughafen Lüttich wird regelmäßig durch die Buslinie 57 der Gesellschaft 'TEC Liège-Verviers' mit dem Bahnhof Liège-Guillemins verbunden[4]. Die Fahrtzeit mit dem Bus vom Flughafen zum Bahnhof beträgt 12 Minuten.[5]

Terminal[Bearbeiten]

Das 116 m x 72 m große Terminal ist ein komplett verglastes Gebäude mit Stahlgerüsten und 12 m hohen Stahlstützen und Betonbalken. Die Flugsteige haben eine Spannweite von 36 m. Es verfügt über 8350 m² Nutzfläche. Die Fassade des Gebäudes besteht aus acht zusammengesetzten verglasten Einheiten (je 160 cm x 360 cm). Der Architekt war Greisch und der Bauunternehmer war Jacques Delens von der Firma Besix. Baubeginn war 2003.[2]

Betreiber[Bearbeiten]

SAB (Société Aéroport de Bierset; gegründet 1990) ist die Betreibergesellschaft, die den Flughafen Lüttich-Bierset mit dem bis 2005 neu erbauten Terminal für maximal eine Million Passagiere (PAX)[6] pro Jahr heute führt.[7][8]

Statistik[Bearbeiten]

Passagiere[Bearbeiten]

Cargo[Bearbeiten]

Fluggesellschaften und Ziele[Bearbeiten]

Am Flughafen Lüttich verkehren über 14 Fluggesellschaften in Linien- und Charterverkehr, darunter unter anderen: Jetairfly, Nouvelair Tunisie, Thomas Cook Airlines, Iberworld, Pegasus Airlines und XL Airways France.[9] Es werden unter anderem Heraklion, Ibiza, Palma, Tel Aviv und Antalya angeflogen.[10] Die meisten Ziele bedient die Jetairfly. Es können Ziele in Spanien, Tunesien, Griechenland, Marokko, Belgien, Israel und im Kosovo direkt angeflogen werden.[11]

Die wichtigsten Frachtunternehmen am Flughafen sind TNT, Kalitta Air, El Al und Icelandair. Insgesamt bedienen über 50 Frachtfluggesellschaften den Flughafen.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Liege Airport. Key figures. In: liegeairport.com. Abgerufen am 15. November 2013 (englisch).
  2. a b c d Bericht auf: airport-technology.com
  3. http://www.liegeairport.com/en/History-Key-Dates
  4. Website der TEC (deutsch)
  5. Fahrplan für TECligne57 (englisch, 1,82 MB, pdf-Reader erforderlich)
  6. die PAX: ein Passagier/eine Person (Luftfahrt)
  7. Corporate Info von SAB (englisch)
  8. Wirtschaftsreport zum Flughafen LGG (französisch)
  9. http://www.liegeairport.com/en/operators
  10. http://www.flylowcostairlines.org/low-cost-airlines/flights-to-airport-liege-bierset-lgg.html
  11. http://www.skyscanner.de/fluge-von/lgg/die-billigsten-fluge-von-luttich-bierset.html

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Flughafen Lüttich – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien