Flughafen Lukla

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Tenzing-Hillary Airport
Tenzing Hillary Airport 2010
Kenndaten
ICAO-Code VNLK
IATA-Code LUA
Koordinaten
27° 41′ 13″ N, 86° 43′ 47″ O27.68694444444486.7297222222222846Koordinaten: 27° 41′ 13″ N, 86° 43′ 47″ O
2846 m ü. MSL
Basisdaten
Eröffnung 1964
Start- und Landebahn
06 (nur Landung)
24 (nur Start)
527 m × 30 m Asphalt

i1 i3


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i14

Der Tenzing-Hillary Airport (IATA: LUA, ICAO: VNLK, früher: Lukla Airport) in Lukla ist ein Flugplatz für STOL-Flugzeuge, der in einem halbstündigen Flug von Kathmandu aus erreicht werden kann und heute den meisten Touristen, die die Everest-Region bereisen, als Ausgangspunkt vor allem für den Mount Everest Trek dient. Aufgrund seiner Anlage gilt er als Altiport.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Start- und Landebahn wurde 1964 unter der Aufsicht von Edmund Hillary von örtlichen Sherpas für 2650 US-Dollar erbaut. Erst im Jahr 2001 begann die Asphaltierung der Schotterpiste sowie der Bau eines Abfertigungsgebäudes und eines neuen Towers.

Im Januar 2008 nach dem Tod von Edmund Hillary beschloss die nepalesische Regierung, den Flughafen nach Hillary und Tenzing Norgay künftig als Tenzing-Hillary Airport zu benennen.

Flugplatz[Bearbeiten]

Flugzeug bei der Landung in Lukla auf nicht asphaltierter Piste (1999)

Der Flug ersetzt eine einwöchige Anreise zu Fuß von Jiri aus, ansonsten ist die Khumbu-Region nur per Hubschrauber bzw. per Flugzeug erreichbar.

Der Flugplatz wird in Abhängigkeit von Wetter- und Sichtbedingungen mehrfach am Tag von Kathmandu aus bedient. Die Hangneigung der 527 m langen Landebahn beträgt rund 12 %, und es kann nur bergwärts angeflogen werden. Das Ende der Startbahn bricht abrupt etwa 600 m tief zum Dudh Kosi ab.[1] Diese Gegebenheit macht Starts und Landungen auf diesem Altiport zu einem atemberaubenden Erlebnis und den Flugplatz zu einem der weltweit gefährlichsten Plätze. Obwohl es nur eine gemeinsame Start- und Landebahn gibt, erfolgen Starts und Landungen mitunter im Abstand von wenigen Minuten, wobei das startende Flugzeug im Dudh Kosi Tal auf einer tieferen Flughöhe bleibt und so dem gleichzeitig im Landeanflug befindlichen Flugzeug mit etwas Höhenabstand in Gegenrichtung begegnet.

Mit einer täglichen Abfertigung von über 50 Flügen ist Lukla in der Hochsaison der meistfrequentierte Inlandsflughafen im Nepal.[2] Die Fluggesellschaften und Piloten stehen bei der Abwicklung unter großem Zeitdruck, da einerseits oft große Staus am Flughafen Kathmandu und in Lukla mit mehrtägigen Wartezeiten entstehen, andererseits nachmittags auch bei prinzipiell gutem Wetter Lukla aufgrund der Berg- und Talwind-Zirkulation oft eintrübt. Sofern der Flughafen Lukla gesperrt ist, wird gelegentlich der etwa 23 Kilometer südwestlich gelegene, behelfsmäßige Flugplatz Phaplu (VNPL) als Zwischenstation benutzt, von dem bei Wetteraufklarung entsprechend schnell weiter nach Lukla geflogen werden kann. Phaplu wird zumeist mit einmotorigen Pilatus PC-6 angeflogen. Zum Flug nach Lukla werden von den Fluggesellschaften vor allem die STOL-Flugzeuge de Havilland Canada DHC-6 (Twin Otter) und Dornier 228 verwendet.

Seit dem Unfall vom 8. Oktober 2008 (Ursache: schlechte Sicht) wird etwas vorsichtiger verfahren, was wiederum dazu führte, dass beispielsweise im November 2011 ungefähr 2500 Touristen in Lukla wegen des schlechten Flugwetters festsaßen.[3]

Fluggesellschaften[Bearbeiten]

Der Tenzing Hillary Airport wird von folgenden Fluggesellschaften angeflogen:

Verkehrszahlen[Bearbeiten]

Flughafen Lukla – Verkehrszahlen[4]
Jahr Passagier-
aufkommen
Frachtaufkommen
in Kilogramm
Flugbewegungen
2003 70.959 1.203.000 8.616
2004 71.422 +0,7 % 1.672.606 +39,0 % 7.892 -8,4 %
2005 53.943 -24,5 % 1.271.297 -24,0 % 7.377 -6,5 %
2006 61.992 +14,9 % 1.771.811 +39,4 % 8.800 +19,3 %
2007 80.733 +30,2 % 2.445.792 +38,0 % 10.969 +24,6 %
2008 92.172 +14,1 % 2.739.491 +12,0 % 12.219 +11,4 %
2009 88.881 -3,6 % 2.592.159 -5,4 % 12.300 +0,7 %
2010 92.011 +3,5 % 2.188.763 -15,6 % 14.880 +21,0 %
2011 93.292 +1,4 % 2.973.816 +35,9 % 15.408 +3,5 %

Unfälle[Bearbeiten]

Gedenktafel am westlichen Ortsausgang von Lukla für das bisher schwerste Unglück am 8. Oktober 2008 (Yeti-Airlines-Flug 103)
Unfallmaschine vom 12. Oktober 2010 nach dem Aufprall an der Endmauer der Landepiste
Tenzing-Hillary Airport Schotterpiste (1999)
Twin Otter im Anflug (2006)
  • 15. Oktober 1973 – Eine De Havilland Canada DHC-6 „Twin Otter“ (9N-ABG) der Royal Nepal Airlines wurde bei der Landung vollständig zerstört. Die drei Besatzungsmitglieder und drei Passagiere blieben unverletzt.[5]
  • 9. Juni 1991 – Eine De Havilland Canada DHC-6 „Twin Otter“ (9N-ABA) der Royal Nepal Airlines stürzte nach einem Flug von Kathmandu bei der Landung in Lukla bei einem instabilen Anflug unter schlechten Wetterbedingungen ab. Alle Insassen (drei Besatzungsmitglieder, 14 Passagiere) überlebten.[6]
  • 26. September 1992 – Eine Harbin Yunshuji Y-12-II (9N-ACI) der Royal Nepal Airlines mit 14 Personen an Bord wurde beim Start(-versuch) schwer beschädigt und abgeschrieben.[7]
  • 25. Mai 2004 – Eine De Havilland Canada DHC-6 „Twin Otter“ der Yeti Airlines (9N-AFD), stürzte beim Flug von Kathmandu nach Lukla in dichten Wolken am Lamjura-Pass ab. Alle drei Besatzungsmitglieder wurden getötet (es waren keine Passagiere an Bord).[8]
  • 1. Oktober 2004 – Bei einer Dornier 228 der Sita Air brach das Bugrad bei der Landung, wonach das bruchgelandete Flugzeug zwei Tage lang die einzige Landebahn versperrte.[9]
  • 30. Juni 2005 – Eine Dornier 228 der Gorkha Airlines versuchte auf dem Flugplatz von Lukla zu landen, geriet aber von der Landebahn ab. Die neun Passagiere und drei Besatzungsmitglieder wurden nur leicht verletzt, das Flugzeug erlitt einen Totalschaden.[10]
  • 8. Oktober 2008 – Yeti-Airlines-Flug 103: Eine De Havilland Canada DHC-6 „Twin Otter“ (9N-AFE) der Yeti Airlines stürzte mit 19 Personen an Bord beim Anflug auf den Flughafen ab. Dabei kamen nach Angaben der Behörden 18 Menschen ums Leben, der Pilot überlebte das Unglück.[11][12][13][14]
  • 12. Oktober 2010 – Eine Dornier 228 der Sita Air (9N-AHB) konnte wegen Bremsproblemen nicht rechtzeitig stoppen und prallte am Ende der Landebahn gegen eine Mauer. Die Nase der Maschine wurde stark beschädigt. Die 11 Passagiere und 3 Crewmitglieder blieben unverletzt. Das Flugzeug wurde ein halbes Jahr später zum Heli-Pad verbracht und teilweise ausgeschlachtet.[15][16]

Anekdoten[Bearbeiten]

Es heißt, Edmund Hillary sei beim Bau der ursprünglichen Landepiste mit der Bodenfestigkeit unzufrieden gewesen. Daraufhin habe er all seine Sherpas dazu gebracht, auf dem Gelände einen zweitägigen Festtanz durchzuführen. Anschließend war der Boden durch das Stampfen der Tänzer ausreichend fest gewesen.[17]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Flughafen Lukla – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. siehe Angaben nach www.gcmap.com.
  2. http://www.sherpatrek.com/Sordid/KHUMBU/Lukla_Airport.php
  3. Aufatmen am gefährlichsten Flughafen der Welt. In: Bild.de. 7. November 2011, abgerufen am 21. Dezember 2014.
  4. Civil Aviation Report 2011-2012 (PDF; 7,6 MB), S. 47.
  5. Flugunfalldaten und -bericht des Vorfalles vom 15. Oktober 1973 im Aviation Safety Network, abgerufen am 8. Oktober 2008
  6. Flugunfalldaten und -bericht des Vorfalles vom 9. Juni 1991 im Aviation Safety Network, abgerufen am 8. Oktober 2008
  7. Flugunfalldaten und -bericht des Vorfalles vom 26. September 2014 im Aviation Safety Network, abgerufen am 9. Oktober 2008
  8. Flugunfalldaten und -bericht des Unglückes vom25. Mai 2004 im Aviation Safety Network, abgerufen am 8. Oktober 2008
  9. Sita Air Dornier blocks Lukla runway, 1. Oktober 2004, News im Aviation Safety Network, abgerufen am 21. Dezember 2014
  10. Flugunfalldaten und -bericht des Unfalles vom 30. Juni 2005 im Aviation Safety Network, abgerufen am 8. Oktober 2008
  11. AFP vom 8. Oktober 2008: Zwölf Deutsche bei Flugzeugunglück in Nepal getötet.
  12. Zwölf Deutsche sterben bei Flugzeugabsturz in Nepal. In: Spiegel Online. 8. Oktober 2008, abgerufen am 21. Dezember 2014.
  13. Flugunfalldaten und -bericht des Unglückes vom 8. Oktober 2008 im Aviation Safety Network, abgerufen am 8. Oktober 2008
  14. Pressemitteilung der Airline mit Passagierliste
  15. Wikibase-Eintrag #78673 im Aviation Safety Network, abgerufen 14. Februar 2012
  16. JetPhotos.net, abgerufen am 14. Februar 2012
  17. http://www.trevorstravels.com/landing-at-lukla-airport-nepal/