Flughafen Madrid-Barajas
| Flughafen Madrid-Barajas | |
|---|---|
| Kenndaten | |
| ICAO-Code | LEMD |
| IATA-Code | MAD |
| Koordinaten |
40° 29′ 37″ N, 3° 34′ 0″ W40.493555555556-3.5667638888889609.9Koordinaten: 40° 29′ 37″ N, 3° 34′ 0″ W
609,9 m ü. MSL |
| Verkehrsanbindung | |
| Entfernung vom Stadtzentrum | 12 km von Madrid |
| Bahn | U-Bahn Linie 8 |
| Basisdaten | |
| Eröffnung | 1931 |
| Betreiber | AENA |
| Fläche | 2400 ha |
| Terminals | 4 |
| Passagiere | 49.641.270 (2011)[1] |
| Luftfracht | 394.154 t (2011)[1] |
| Flug- bewegungen |
429.390 (2011)[1] |
| Kapazität (PAX pro Jahr) |
70 Mio |
| Beschäftigte | 30000 |
| Start- und Landebahnen | |
| 15R/33L | 4100 m × 60 m Asphalt |
| 15L/33R | 3500 m × 60 m Asphalt |
| 18R/36L | 4350 m × 60 m Asphalt |
| 18L/36R | 3500 m × 60 m Asphalt |
Der Flughafen Madrid-Barajas (span. Aeropuerto de Madrid Barajas) ist der internationale Flughafen der spanischen Hauptstadt Madrid. Er ist das größte und wichtigste Luftfahrt-Drehkreuz Spaniens, der fünftgrößte Verkehrsflughafen Europas (nach London-Heathrow, Paris-Charles de Gaulle, Frankfurt am Main und Amsterdam) sowie der fünfzehntgrößte Flughafen weltweit (Stand: 2011). Madrid-Barajas ist darüber hinaus der wichtigste europäische Knotenpunkt für Flüge nach Südamerika, Heimatflughafen der Fluggesellschaften Iberia, Air Europa und Air Pullmantur sowie Basis für Ryanair und easy Jet. Bis zu ihrer Insolvenz im Januar 2012 betrieb auch Spanair ein umfangreiches Streckennetz ab Madrid-Barajas.
Neben Madrid-Barajas gibt es im Großraum Madrid die beiden Flughäfen Cuatro Vientos und Torrejón sowie den Militärflugplatz Getafe.
Inhaltsverzeichnis |
Lage und Verkehrsanbindung [Bearbeiten]
Der Flughafen befindet sich zwölf Kilometer nordöstlich des Stadtzentrums von Madrid auf einer Höhe von 610 Metern.
Straße [Bearbeiten]
Die Terminals T1, T2 und T3 sind von der A-2 (Autovía del Nordeste, Madrid-Saragossa-Barcelona) über die Ausfahrt 12 auf die M-14 zu erreichen. Terminal T4 und T4S erreicht man von der M-40 Sur über die Ausfahrt 8 auf die M-12/T4 durch den mautpflichtigen Tunnel und der M-12 folgend bis zu den Hinweisschildern T4/T4S.
Von allen Terminals verkehren im 10-Minuten-Takt Busse zu zentralen Stellen Madrids mit Anschluss an die Metro, Züge der RENFE oder nationalen Buslinien.
Schiene [Bearbeiten]
Seit Juni 1998 besteht mit der Linie 8 eine Anbindung an das Netz der Metro Madrid. Um ins Zentrum der Innenstadt (Puerta del Sol/Gran Via) zu gelangen, muss jedoch bis zu zweimal umgestiegen werden. Die U-Bahn verbindet den Flughafen in 15 Minuten direkt mit der nördlich der Innenstadt gelegenen Station Nuevos Ministerios. Ab 2002 bestand dort die Möglichkeit, direkt das Gepäck einzuchecken; dieser Service wurde 2006 jedoch wieder eingestellt. Inzwischen wurde die U-Bahn bis zum Terminal 4 verlängert. Die Metro-Verbindungen zum Flughafen sind gegenüber der sonstigen U-Bahn zuschlagspflichtig (Zuschlag 3 Euro einfach).[2]
Seit September 2011 ist das Terminal 4 über die Linie C-1 auch an das Vorortbahnnetz Cercanías Madrid angebunden. Die Züge verkehren unter anderem über die beiden Hauptbahnhöfe der Stadt, Chamartín und Atocha, sowie den Verkehrsknotenpunkten Nuevos Miniserios, Méndez Álvaro und Príncipe Pío.
Geschichte [Bearbeiten]
Anfang 1920 entschied die Stadtverwaltung von Madrid zusätzlich zu den bereits vorhandenen Flugplätzen Getafe, Cuatro Vientos und Torrejón de Ardoz zentral in Madrid einen weiteren Flugplatz zu errichten, der für die Zukunft genügend Erweiterungsflächen zu Verfügung hat. Der Aeropuerto Barajas wurde vom Architekten Luis Gutiérrez Soto und dem Ingenieur Marqués de los Álamos entworfen. Der Baubeginn war 1928.
Der Aeropuerto Barajas ging am 22. April 1931 offiziell in Betrieb. Im Jahre 1933 nahm die damalige Postlinie LAPE (Líneas Aéreas Postales Españolas) die erste kommerzielle Strecke nach Barcelona auf. Im selben Jahr folgten auch die ersten internationalen Verbindungen. Das Flugfeld bestand 1931 aus einer großen rechteckigen Grünfläche. In der Mitte befand sich ein kreisrunder weißer Markierungspunkt, der den Namenszug von Madrid trug. Am Rande des Flugfeldes befanden sich Bauwerke wie Hangars, Lagerhallen und Büros.
1944 wurde die erste befestigte Bahn mit einer Länge von 1400 Meter und einer Breite von 48 Meter gebaut. In den 1950er Jahren bekamen die Bahnen von Barajas ihre heute üblichen Richtungsbezeichnungen. Der Flughafen galt als der modernste in Europa. 1954 startete die erste Lockheed Super Constellation der Iberia ihren ersten Flug nach New York. Die International Civil Aviation Organization klassifizierte 1957 den Flughafen Madrid-Barajas in die Kategorie 1.
1970 erfolgte der erste größere Um- und Neubau der Abfertigungsanlagen und Terminals auf Grund des hohen Aufkommens von Großraumflugzeugen.
Das Passagieraufkommen von Barajas ist seit dem Umbau im Jahre 1970 kontinuierlich angestiegen. 1960 waren es noch 900.000 Passagiere, während 2007 bereits die 50-Millionen-Grenze überschritten wurde.
Betreiber [Bearbeiten]
Madrid-Barajas wird bisher von der staatlichen AENA betrieben. Anfang Dezember 2010 kündigte die spanische Regierung jedoch eine mögliche Teilprivatisierung der AENA und der Flughäfen Madrid und Barcelona an. Zu diesem Zweck soll der Flughafen Madrid in eine Tochter ausgegründet und das Kapital zu 90,05 % bis Ende 2011 an einen privaten Betreiber geöffnet werden, der den Flughafen mit einer 20-jährige Konzession betreiben soll.[3][4]
Zwischenfälle [Bearbeiten]
- Am 7. Dezember 1983 kollidierten eine startende B-727 der Iberia und eine DC-9 der Aviaco. Bei dem Unglück kamen 93 Menschen ums Leben.[5] Als Konsequenz dieses Unfalls wurden alle spanischen Verkehrsflughäfen, insbesondere Barcelona und Madrid, so umgestaltet, dass ein Kreuzen einer aktiven Start- oder Landebahn nicht mehr notwendig ist.
- Am 30. Dezember 2006 gab es einen Bombenanschlag der baskischen Separatistenorganisation ETA auf ein Parkdeck des neueröffneten Terminal T4. Bei der Explosion, die das fünfstöckige Parkhaus weitgehend zerstörte, wurden zwei Ecuadorianer getötet; es handelt sich um die ersten Todesopfer bei einem ETA-Anschlag seit 2003. Weitere 26 Menschen wurden bei dem Anschlag verletzt. An diesem Tag wurde der Flugbetrieb im Terminal T4 unterbrochen.
- Am 20. August 2008 um 14:45 Uhr verunglückte Flug 5022 der Spanair, eine McDonnell Douglas MD-82 mit dem Luftfahrzeugkennzeichen EC-HFP, beim Start am Flughafen Madrid-Barajas. Die Maschine sackte kurz nach dem Abheben wieder ab und ging am Boden in Flammen auf. 154 Menschen kamen ums Leben, 18 Personen überlebten das Unglück. Spanische Medien berichteten zunächst, das linke Triebwerk der Spanair-Maschine habe beim Start Feuer gefangen. Videoaufnahmen der Flughafenbetreibergesellschaft AENA zeigten jedoch, dass das Flugzeug erst nach dem Absturz in Flammen aufging. Die Maschine sollte nach Las Palmas de Gran Canaria fliegen.
Ausstattung [Bearbeiten]
Abfertigungsgebäude [Bearbeiten]
Der Flughafen verfügt über insgesamt fünf Abfertigungsgebäude für Passagiere. Die Terminals T1, T2 und T3 befinden sich im Süden des Geländes, das neue Terminal T4 befindet sich nordwestlich von diesen. Das weitgehend eigenständige, nur durch eine U-Bahn mit dem T4 verbundene, Terminal T4 Satelite (T4S) befindet sich zwischen den beiden nördlichen Landebahnen und somit östlich des T4. T4S ist Transitbereich, es zählt rechtlich nicht zum „Schengen“-Territorium und kann nur nach Passkontrolle, ggf. nur mit Schengen-Visum, verlassen werden. T4 und T4S dienen als Heimatbasis der Iberia sowie als Drehkreuz für die Luftfahrtallianz oneworld.
Architekt des Terminal 4 war der britische Stararchitekt und Pritzker-Preisträger Richard Rogers. Das neue Terminal T4 mit dem Satellitengebäude T4S wurde am 5. Februar 2006 eröffnet. Mit dieser Vergrößerung wurde Madrid-Barajas zum flächenmäßig zweitgrößten zivilen Flughafen der Welt. Die Terminalfläche verdreifachte sich. Es kamen 65 Flugsteige hinzu. Damit kann der Flughafen rund 70 Millionen Passagiere abfertigen.
Start- und Landebahnen [Bearbeiten]
Bis 1998 verfügte Barajas über zwei sich kreuzende Pisten (18/36 und 15/33). Im November 1998 wurde eine neue Piste (die heutige 18R/36L) in Betrieb genommen. Die alte Start- und Landebahn 18/36 wurde stillgelegt. Im Zuge der Erweiterung des Flughafens um das Terminal T4 wurden zwei weitere Pisten parallel zu den bestehenden gebaut und 2006 in Betrieb genommen. Somit weist der Flughafen heute vier Start- und Landebahnen auf: 18R/36L (neu 1998), 18L/36R, 15L/33R (beide neu 2006) sowie 15R/33L (die frühere 15/33). Alle Bahnen sind mit Anflugsystemen und Befeuerung, wie zum Beispiel Instrumentenlandesystem und VASI, nach dem neuesten Stand ausgerüstet.
Am 28. September 2006 wurde ein neues Überwachungssystem für den Flugverkehr eingeführt, mit dem eine schrittweise Erhöhung der Flugbewegungen von aktuell 78 Flugbewegungen pro Stunde auf 90 und künftig 120 Starts und Landungen pro Stunde erreicht werden soll. Zu diesem Zweck sind seit jenem Datum erstmals alle vier Bahnen gleichzeitig für simultane Starts und Landungen in Gebrauch, anstatt wie bisher insgesamt nur zwei (jeweils eine der beiden Parallel-Pisten).
Verkehrszahlen und Vergleich [Bearbeiten]
| Jahr | 1960 | 1970 | 1980 | 1990 | 2000 | 2001 | 2002 | 2003 | 2004 | 2005 | 2006 | 2007 | 2008 | 2009 | 2010 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Passagiere (in Mio) | 0,961 | 4,158 | 10,166 | 16,038 | 32,829 | 34,002 | 33,916 | 35,856 | 38,719 | 42,148 | 45,530 | 52,143 | 50,846 | 48,271 | 49,786 |
Die Zahlen aus der Passagierluftfahrt verdeutlichen die Bedeutung von Madrid-Barajas (MAD) als großer Passagier-Flughafen. In den Top-50 der größten Luftfracht-Umschlagplätze europaweit (2006) liegt MAD hinter den Flughäfen Brüssel-Zaventem (7.), Lüttich-Bierset (8.) und Mailand-Malpensa (9.) auf Position 10.[6]
Siehe auch [Bearbeiten]
Filme [Bearbeiten]
- Moderne Luftschlösser (4): Flughafen Madrid-Barajas, Spanien. Dokumentation, Frankreich, 2007, 26 Min., Regie: Ingmar Trost, Sebastian Lemke, Produktion: ZDF, Erstsendung: 2. März 2008, Inhaltsangabe von arte
- Madrid Airport and the Welsh Assembly building, BBC, 2007, RealPlayer-Video, 3 Min.
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ a b c Jahresstatistik der spanischen Flughafen-Betreibergesellschaft AENA (PDF; 77 kB)
- ↑ www.metromadrid.es: Para viajar desde/al Aeropuerto (Línea 8)
- ↑ Artikel in El Pais vom 26. Februar 2011: Nace la nueva AENA y empieza la privatización de aeropuertos. El Pais, abgerufen am 10. Juli 2011 (spanisch).
- ↑ Pressemitteilung und Präsentation zur Privatisierung vom 15. Juli 2011. Aena, abgerufen am 19. Juli 2011 (spanisch).
- ↑ http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-14024476.html
- ↑ Corporate Info von SAB (englisch)
Weblinks [Bearbeiten]
- Flughafendaten von World Aero Data (englisch)
- Offizielle Webpräsenz der Flughafen Madrid-Barajas (spanisch/englisch)
- Informationen (madrid-airport.info) Website in Englisch
- Architekturfotografie des Terminal 4 von Robert Mehl
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