Flughafen Madrid-Barajas

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Flughafen Madrid-Barajas
„Adolfo Suárez“
Barajas overview1.jpg
Kenndaten
ICAO-Code LEMD
IATA-Code MAD
Koordinaten
Verkehrsanbindung
Entfernung vom Stadtzentrum 12 km von Madrid
Bahn U-Bahn Linie 8
Basisdaten
Eröffnung 1931
Betreiber AENA
Fläche 2400 ha
Terminals 4
Passagiere 45.190.528 (2012)[1]
Luftfracht 361.020 t (2012)[1]
Flug-
bewegungen
373.192 (2012)[1]
Kapazität
(PAX pro Jahr)
70 Mio
Beschäftigte >30000
Start- und Landebahnen
14R/32L 3988 m × 60 m Asphalt
14L/32R 3500 m × 60 m Asphalt
18R/36L 4179 m × 60 m Asphalt
18L/36R 3500 m × 60 m Asphalt

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Der Flughafen Madrid-Barajas „Adolfo Suárez“ (span. Aeropuerto Adolfo Suárez, Madrid Barajas) ist der internationale Flughafen der spanischen Hauptstadt Madrid. Er ist das größte und wichtigste Luftfahrt-Drehkreuz Spaniens, der fünftgrößte Verkehrsflughafen Europas (nach London-Heathrow, Paris-Charles de Gaulle, Frankfurt am Main und Amsterdam) sowie der fünfzehntgrößte Flughafen weltweit (Stand: 2011). Madrid-Barajas ist darüber hinaus der wichtigste europäische Knotenpunkt für Flüge nach Südamerika, Heimatflughafen der Fluggesellschaften Iberia, Air Europa und Air Pullmantur sowie Basis für Ryanair. Bis zu ihrer Insolvenz im Januar 2012 betrieb auch Spanair ein umfangreiches Streckennetz ab Madrid-Barajas.

Am 24. März 2014 gab das spanische Verkehrsministerium bekannt, dass der Flughafen zu Ehren des früheren Ministerpräsidenten Adolfo Suárez (1932–2014) künftig dessen Namen tragen werde.[2]

Neben Madrid-Barajas gibt es im Großraum Madrid die beiden Flughäfen Cuatro Vientos und Torrejón sowie den Militärflugplatz Getafe.

Lage und Verkehrsanbindung[Bearbeiten]

Der Flughafen befindet sich zwölf Kilometer nordöstlich des Stadtzentrums von Madrid auf einer Höhe von 610 Metern.

Straße[Bearbeiten]

Die Terminals T1, T2 und T3 sind von der A-2 (Autovía del Nordeste, Madrid-Saragossa-Barcelona) über die Ausfahrt 12 auf die M-14 zu erreichen. Terminal T4 und T4S erreicht man von der M-40 Sur über die Ausfahrt 8 auf die M-12/T4 durch den mautpflichtigen Tunnel und der M-12 folgend bis zu den Hinweisschildern T4/T4S.

Von allen Terminals verkehren im 10-Minuten-Takt Busse zu zentralen Stellen Madrids mit Anschluss an die Metro, Züge der RENFE oder nationalen Buslinien.

Schiene[Bearbeiten]

Seit Juni 1998 besteht mit der Linie 8 eine Anbindung an das Netz der Metro Madrid. Um ins Zentrum der Innenstadt (Puerta del Sol/Gran Via) zu gelangen, muss jedoch bis zu zweimal umgestiegen werden. Die U-Bahn verbindet den Flughafen in 15 Minuten direkt mit der nördlich der Innenstadt gelegenen Station Nuevos Ministerios. Ab 2002 bestand dort die Möglichkeit, direkt das Gepäck einzuchecken; dieser Service wurde 2006 jedoch wieder eingestellt. Inzwischen wurde die U-Bahn bis zum Terminal 4 verlängert. Die Metro-Verbindungen zum Flughafen sind gegenüber der sonstigen U-Bahn zuschlagspflichtig (Zuschlag 3 Euro einfach).[3]

Seit September 2011 ist das Terminal 4 über die Linie C-1 auch an das Vorortbahnnetz Cercanías Madrid angebunden. Die Züge verkehren unter anderem über die beiden Hauptbahnhöfe der Stadt, Chamartín und Atocha, sowie die Verkehrsknotenpunkte Nuevos Ministerios, Méndez Álvaro und Príncipe Pío.

Geschichte[Bearbeiten]

Außenansicht des Terminals T2
Innenansicht des Terminals T4

Anfang 1920 entschied die Stadtverwaltung von Madrid zusätzlich zu den bereits vorhandenen Flugplätzen Getafe, Cuatro Vientos und Torrejón de Ardoz zentral in Madrid einen weiteren Flugplatz zu errichten, der für die Zukunft genügend Erweiterungsflächen zu Verfügung hat. Der Aeropuerto Barajas wurde vom Architekten Luis Gutiérrez Soto und dem Ingenieur Marqués de los Álamos entworfen. Der Baubeginn war 1928.

Der Aeropuerto Barajas ging am 22. April 1931 offiziell in Betrieb. Im Jahre 1933 nahm die damalige Postlinie LAPE (Líneas Aéreas Postales Españolas) die erste kommerzielle Strecke nach Barcelona auf. Im selben Jahr folgten auch die ersten internationalen Verbindungen. Das Flugfeld bestand 1931 aus einer großen rechteckigen Grünfläche. In der Mitte befand sich ein kreisrunder weißer Markierungspunkt, der den Namenszug von Madrid trug. Am Rande des Flugfeldes befanden sich Bauwerke wie Hangars, Lagerhallen und Büros.

1944 wurde die erste befestigte Bahn mit einer Länge von 1400 Meter und einer Breite von 48 Meter gebaut. In den 1950er Jahren bekamen die Bahnen von Barajas ihre heute üblichen Richtungsbezeichnungen. Der Flughafen galt als der modernste in Europa. 1954 startete die erste Lockheed Super Constellation der Iberia ihren ersten Flug nach New York. Die International Civil Aviation Organization klassifizierte 1957 den Flughafen Madrid-Barajas in die Kategorie 1.

1970 erfolgte der erste größere Um- und Neubau der Abfertigungsanlagen und Terminals auf Grund des hohen Aufkommens von Großraumflugzeugen.

Das Passagieraufkommen von Barajas ist seit dem Umbau im Jahre 1970 kontinuierlich angestiegen. 1960 waren es noch 900.000 Passagiere, während 2007 bereits die 50-Millionen-Grenze überschritten wurde. Am 4. Juli 2013 feierte der Flughafen seinen milliardsten Passagier.[4]

Betreiber[Bearbeiten]

Madrid-Barajas wird bisher von der staatlichen AENA betrieben. Anfang Dezember 2010 kündigte die spanische Regierung jedoch eine mögliche Teilprivatisierung der AENA und der Flughäfen Madrid und Barcelona an. Zu diesem Zweck soll der Flughafen Madrid in eine Tochter ausgegründet und das Kapital zu 90,05 % bis Ende 2011 an einen privaten Betreiber geöffnet werden, der den Flughafen mit einer 20-jährige Konzession betreiben soll.[5][6]

Zwischenfälle[Bearbeiten]

  • Am 7. Dezember 1983 kollidierten eine startende B-727 der Iberia und eine DC-9 der Aviaco. Bei dem Unglück kamen 93 Menschen ums Leben.[7] Als Konsequenz dieses Unfalls wurden alle spanischen Verkehrsflughäfen, insbesondere Barcelona und Madrid, so umgestaltet, dass ein Kreuzen einer aktiven Start- oder Landebahn nicht mehr notwendig ist.
  • Am 30. Dezember 2006 gab es einen Bombenanschlag der baskischen Separatistenorganisation ETA auf ein Parkdeck des neueröffneten Terminal T4. Bei der Explosion, die das fünfstöckige Parkhaus weitgehend zerstörte, wurden zwei Ecuadorianer getötet; es handelte sich um die ersten Todesopfer bei einem ETA-Anschlag seit 2003. Weitere 26 Menschen wurden bei dem Anschlag verletzt. An diesem Tag wurde der Flugbetrieb im Terminal T4 unterbrochen.
  • Am 20. August 2008 um 14:45 Uhr verunglückte Flug 5022 der Spanair, eine McDonnell Douglas MD-82 mit dem Luftfahrzeugkennzeichen EC-HFP, beim Start am Flughafen Madrid-Barajas; Ziel des Fluges war Las Palmas de Gran Canaria. Die Maschine sackte kurz nach dem Abheben wieder ab und ging am Boden neben der Startbahn in Flammen auf. 154 Menschen kamen ums Leben, 18 Personen überlebten das Unglück. Gemäß dem am 29. Juli 2011 veröffentlichten Abschlussbericht hatte die Besatzung unmittelbar nach dem Start die Kontrolle über das Flugzeug verloren. Grund hierfür war, dass das Flugzeug nicht richtig für den Start konfiguriert war, da die Auftriebshilfen nicht ausgefahren waren.[8]

Ausstattung[Bearbeiten]

Lageskizze der Start- und Landebahnen

Abfertigungsgebäude[Bearbeiten]

Der Flughafen verfügt über insgesamt fünf Abfertigungsgebäude für Passagiere. Die Terminals T1, T2 und T3 befinden sich im Süden des Geländes, das neue Terminal T4 befindet sich nordwestlich von diesen. Das weitgehend eigenständige, nur durch eine U-Bahn mit dem T4 verbundene, Terminal T4 Satelite (T4S) befindet sich zwischen den beiden nördlichen Landebahnen und somit östlich des T4. T4S ist Transitbereich, es zählt rechtlich nicht zum „Schengen“-Territorium und kann nur nach Passkontrolle, ggf. nur mit Schengen-Visum, verlassen werden. T4 und T4S dienen als Heimatbasis der Iberia sowie als Drehkreuz für die Luftfahrtallianz oneworld.

Architekt des Terminal 4 war der britische Stararchitekt und Pritzker-Preisträger Richard Rogers. Das neue Terminal T4 mit dem Satellitengebäude T4S wurde am 5. Februar 2006 eröffnet. Mit dieser Vergrößerung wurde Madrid-Barajas zum flächenmäßig zweitgrößten zivilen Flughafen der Welt. Die Terminalfläche verdreifachte sich. Es kamen 65 Flugsteige hinzu. Damit kann der Flughafen rund 70 Millionen Passagiere abfertigen.

Start- und Landebahnen[Bearbeiten]

Bis 1998 verfügte Barajas über zwei sich kreuzende Pisten (18/36 und 14/32). Im November 1998 wurde eine neue Piste (die heutige 18R/36L) in Betrieb genommen. Die alte Start- und Landebahn 18/36 wurde stillgelegt. Im Zuge der Erweiterung des Flughafens um das Terminal T4 wurden zwei weitere Pisten parallel zu den bestehenden gebaut und 2006 in Betrieb genommen. Somit weist der Flughafen heute vier Start- und Landebahnen auf: 18R/36L (neu 1998), 18L/36R, 14L/32R (beide neu 2006) sowie 14R/32L (die frühere 15/33). Alle Bahnen sind mit Anflugsystemen und Befeuerung, wie zum Beispiel Instrumentenlandesystem und VASI, nach dem neuesten Stand ausgerüstet.

Am 28. September 2006 wurde ein neues Überwachungssystem für den Flugverkehr eingeführt, mit dem eine schrittweise Erhöhung der Flugbewegungen von aktuell 78 Flugbewegungen pro Stunde auf 90 und künftig 120 Starts und Landungen pro Stunde erreicht werden soll. Zu diesem Zweck sind seit jenem Datum erstmals alle vier Bahnen gleichzeitig für simultane Starts und Landungen in Gebrauch, anstatt wie bisher insgesamt nur zwei (jeweils eine der beiden Parallel-Pisten).

Verkehrszahlen und Vergleich[Bearbeiten]

Jahr 1960 1970 1980 1990 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013
Passagiere (in Mio) 0,961 4,158 10,166 16,038 32,829 34,002 33,916 35,856 38,719 42,148 45,530 52,143 50,846 48,271 49,786 49,671 45,102 39,661

[9]

Siehe auch[Bearbeiten]

Filme[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c Jahresstatistik 2012 der spanischen Flughafen-Betreibergesellschaft AENA (PDF; 77 kB)
  2. El aeropuerto de Madrid- Barajas pasará a denominarse Adolfo Suárez, Madrid-Barajas. Ministerio de Formento, 24. März 2014, abgerufen am 25. März 2014
  3. www.metromadrid.es: Para viajar desde/al Aeropuerto (Línea 8)
  4. http://www.rtve.es/alacarta/videos/noticias-24-horas/aeropuerto-barajas-recibe-pasajero-1000-millones/1914096/
  5. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatArtikel in El Pais vom 26. Februar 2011: Nace la nueva AENA y empieza la privatización de aeropuertos. El Pais, abgerufen am 10. Juli 2011 (spanisch).
  6. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatPressemitteilung und Präsentation zur Privatisierung vom 15. Juli 2011. Aena, abgerufen am 19. Juli 2011 (spanisch).
  7. http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-14024476.html
  8. Crash: Spanair MD82 at Madrid on Aug 20th 2008, went off runway during takeoff. AVHerald. Abgerufen am 11. August 2011.
  9. http://www.fomento.es/BE/?nivel=2&orden=03000000 Ministerio de Fomento

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Flughafen Madrid-Barajas – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien