Flughafen Moss, Rygge

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Moss Lufthavn, Rygge
Rygge flystasjon
Checkin Halle
Kenndaten
ICAO-Code ENRY
IATA-Code RYG
Koordinaten
59° 22′ 44″ N, 10° 47′ 8″ O59.37888888888910.78555555555651.5Koordinaten: 59° 22′ 44″ N, 10° 47′ 8″ O
51,5 m ü. MSL
Verkehrsanbindung
Entfernung vom Stadtzentrum 60 km südöstlich von Oslo
Straße E 6
Bahn Rygge stasjon
Basisdaten
Eröffnung 1954 / 2007
Betreiber Luftforsvaret
Rygge sivile Lufthavn AS (RSL)
Passagiere 439.837 (2008)
Kapazität
(PAX pro Jahr)
2.000.000
Start- und Landebahn
12/30 2442 m × 45 m Asphalt

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Der Flughafen Moss-Rygge (norw. Moss lufthavn, Rygge) ist ein als internationaler Verkehrsflughafen zivil mitgenutzter Militärflugplatz der Königlich-Norwegischen Luftstreitkräfte, die die Einrichtung unter der Bezeichnung Rygge flystasjon u. a. als Stützpunkt von Hubschraubern nutzt.

Verkehrsanbindung[Bearbeiten]

Kraftfahrzeug: Der Flughafen liegt etwa 60 km südlich von Oslo an der Europastraße 6.

Bus: Rygge-Ekspressen verbindet den Flughafen im Anschluss an Ryanair- und Norwegianflüge mit Oslo, außerdem weitere Buslinien nach Fredrikstad, Moss sowie ins innere Østfold.

Bahn: Stündlich halten die Züge Halden - Oslo am gleichnamigen Haltepunkt in Flughafennähe. Von und zum Flughafen besteht eine kostenlose Shuttlebusverbindung.

Geschichte[Bearbeiten]

Flughafen von innen beim Einchecken

Der erste Militärflugplatz Rygge wurde 1942/43 von den deutschen Besatzungstruppen in etwa zwei Kilometer Entfernung zum heutigen Flughafengelände gebaut und als Stützpunkt von Messerschmitt Bf 109 Jagdflugzeugen und Junkers Ju 52/3m Transportern verwendet.

Nach dem Zweiten Weltkrieg nutzte die norwegische Luftwaffe den Stützpunkt für die Fliegerausbildung mit Fairchild Cornell PT-19 Ausbildungsflugzeugen.

F-5 beim "RIAT" in Fairford, 1999
F-16 beim Start, 2009

Im September 1954 wurde der "Hauptflugstation" (Hovedflystasjon) Rygge am heutigen Standort eröffnet und beherbergt seitdem verschiedene Einheiten der norwegischen Luftwaffe.

Für die folgenden knapp fünf Jahrzehnte blieb Rygge Heimatplatz verschiedener Kampfflugzeugtypen, teilweise lagen hier bis zu drei fliegende Staffeln gleichzeitig. Ester Nutzer waren ab Juni 1955 die F-84G der 332. Skvadron, die zwei Jahre später durch F-86F ersetzt wurden. Mit der 336. Skvadron kam 1958 eine weitere F-86 Staffel hinzu. Diese flog die F-86 bis 1966, während die "Schwesterstaffel" Rygge bereits 1961 verlassen hatte um durch die 717. Skvadron, eine mit RF-84F ausgerüsteten Aufklärungsstaffel, ersetzt worden war.

Die ersten F-5A/B trafen im März 1965 bei der 336. ein, während die 717. erst drei Jahre später mit der Umrüstung auf die Aufklärervariante RF-5A begann, die RF-84F aber noch bis Juni 1970 weiterbetrieb. Die 332. Staffel kam 1969 nach Rygge zurück. Sie wurde aber bereits vier Jahre später aufgelöst, ein Schicksal, dass die 717. im August 1979 ereilte. Die 336. übernahm einige der Aufklärer und flog sie noch bis Ende 1984 parallel weiter. Diese Staffel und die letzten norwegischen F-5 wurden im Jahr 2000 außer Dienst gestellt.

Die 332. Staffel, die bereits 1980 als F-16A/B Einheit in Rygge reaktiviert worden war, wurde 2002 abgezogen und 2003 wurde Rygge im Rahmen der Restrukturierung der Norwegischen Streitkräfte zu einem normalen "Flugstation" herabgestuft.

Neben den Kampfjets lag in Rygge seit 1976 parallel eine Helikopterstaffel, die 720. Skvadron, die noch heute in Rygge stationiert ist.

Im Herbst 1997 begannen Vertreter regionaler Wirtschaftsverbände, über die zivile Nutzung des Flughafens nachzudenken. Zwei Jahre später wurde die Betreibergesellschaft Rygge sivile lufthavn AS (RSL) gegründet mit dem Ziel der Planung, des Baus und des Betriebs eines Flughafens in Rygge. Ziel ist es einen wirtschaftlichen Flughafen zu betreiben der sich positiv auf die Bevölkerung und die regionale Wirtschaft auswirkt, eine Fokus auf Umwelt und Sicherheit hat sowie eine hohe Effektivität hat. Grundlage für die Genehmigung des Vorhabens war ein Bericht, der im Juni 2002 vorgelegt wurde und den zivilen Ausbau empfahl. Im November 2004 bekam die norwegische Luftwaffe die Genehmigung, Rygge Flystasjon für den zivilen Flugverkehr zu nutzen.

Der Bau des neuen Terminalgebäudes wurde im Mai 2006 durch die RSL begonnen, die Baukosten betrugen etwa 1 Milliarde norwegische Kronen. Am 8. Oktober 2007 wurde der Flughafen eröffnet, der erste zivile Flug erfolgte am 17. Oktober 2007 nach Gran Canaria.

Militärische Nutzung[Bearbeiten]

Falcon 20 ECM, 2010

Die Rygge flystasjon wird zur Zeit (2013) von zwei fliegenden Staffeln des 137. Geschwaders genutzt:

  • 717. Skvadron, ausgerüstet mit Dassault Falcon 20 C-5/20ECM, die Staffel wurde im September 1995 in Rygge reaktiviert
  • 720. Skvadron, seit 1989 ausgerüstet Bell 412SP Transporthubschraubern

Daneben ist hier ein Westland "Sea King" Mk.43B Seenotrettungshubschrauber der 330. Staffel stationiert. Die Militärbasis beherbergt auch einige nichtfliegende Verbände, hierzu gehört das Hauptquartier der Luftforsvaret.[1]

Zivile Nutzung[Bearbeiten]

Betreiber[Bearbeiten]

Die Anteilseigner der Betreibergesellschaft Rygge sivile lufthavn AS sind die Thon Holding AS (40 %), die Orkla Eiendom AS (40 %), die Østfold Energi AS (15 %) und die Provinz Østfold (5 %). Das neue Terminal wird von der RSL selbstständig betrieben. Für den Flugbetrieb sowie den Betrieb des Flughafens ist die norwegische Luftwaffe verantwortlich. Der Flughafen ist neben den Flughäfen in Notodden, Sandefjord, Skien und Stord einer der wenigen privatbetriebenen Flughäfen.

Fluggesellschaften[Bearbeiten]

Der Flughafen verfügt über nationale und internationale Verbindungen mit den Billigfluggesellschaften Norwegian und Ryanair, die am 30. März 2010 auf ihrer ersten Basis in Norwegen drei Flugzeuge stationierte.[2][3] Norwegian kündigte im August 2011 an, ihre Basis auf dem Flughafen Moss-Rygge zu schließen und bis Januar 2012 alle Verbindungen einzustellen.[4]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Homepage der norwegischen Luftwaffe (norw.)
  2. Ryanair Announces 37th Base At Oslo Rygge
  3. Ryanair åpner base på Rygge
  4. norwegian.com - Norwegians ruter fra Rygge opphører (Version vom 20. April 2012 im Internet Archive) (norwegisch) 23. August 2011

Weblinks[Bearbeiten]