Flughafen Neubrandenburg

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Flughafen Neubrandenburg
BW
Flughafen Neubrandenburg (Mecklenburg-Vorpommern)
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Kenndaten
ICAO-Code ETNU (zivil EDBN)
IATA-Code FNB
Koordinaten
Verkehrsanbindung
Entfernung vom Stadtzentrum 6 km von Neubrandenburg
Straße L 35
Nahverkehr Buslinie 1
Basisdaten
Eröffnung 1934
Betreiber Flughafen Neubrandenburg - Trollenhagen GmbH
Terminals 1
Passagiere 33.374 (2005)
Luftfracht 1.280 t (2005)
Flug-
bewegungen
9.575 (2005)
Beschäftigte 30
Start- und Landebahn
09/27 2293 m × 45 m Beton

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Der Flughafen Neubrandenburg (auch: Flughafen Neubrandenburg-Trollenhagen) ist ein deutscher Flugplatz und liegt in Trollenhagen, sechs Kilometer nordöstlich von Neubrandenburg in Mecklenburg-Vorpommern. Bis 2013 wurde der Flughafen von der Bundeswehr als Fliegerhorst Trollenhagen betrieben und durch die Flughafengesellschaft zivil mitbenutzt, seitdem ist die Flughafengesellschaft alleiniger Betreiber. Ab dem 6. März 2014 ist es ein rein ziviler Flugplatz, der lediglich für Sichtflüge VFR zugelassen sein wird. Die Instrumentenflugverfahren der Bundeswehr werden an dem gleichen Tag außer Kraft gesetzt und aus der AIP entfernt.

Fluggesellschaften und Ziele[Bearbeiten]

Seit 2010 finden keine Linien- oder Charterflüge statt, er dient der allgemeinen Luftfahrt.

Anfahrt[Bearbeiten]

Der Flughafen liegt nahe der ehemaligen B 96, heute Landesstraße L35. Die Zufahrt zum zivilen Teil des Flughafens erfolgt dabei von Norden her über die Flughafenstraße im Gemeindegebiet von Trollenhagen, die militärischen Dienststellen des Fliegerhorstes sind hingegen nur von der Südstraße in Neubrandenburg aus zu erreichen. Die städtische Buslinie 1 fährt einmal am Tag zum zivilen Terminal.

Geschichte[Bearbeiten]

1933–1945[Bearbeiten]

Im Jahr 1933 wurde mit dem Bau des Militärflugplatzes begonnen. Schon im Jahr 1934 wurde der Flugplatz fertiggestellt und eingeweiht. Bis in das Jahr 1942 wurde er sukzessive weiter ausgebaut. Seit 1936 war hier das Kampfgeschwader 252 stationiert. Ab dem Jahr 1939 nutzte die Flugzeugführerschule (C)5 den Platz bis Kriegsende. Noch im Zweiten Weltkrieg entstand im östlichen Teil ein Zweigwerk der Focke-Wulf GmbH und die Start– und Landebahn wurden betoniert. Im Jahr 1944 wurde der Flugplatz zweimal von alliierten Bombern angegriffen, was zu erheblichen Schäden führte. Am 29. April 1945 wurde das Gelände von der Roten Armee besetzt und in den folgenden Monaten kurzzeitig von verschiedenen Einheiten der sowjetischen Luftstreitkräfte genutzt. Nach Kriegsende diente der Flugplatz als Internierungslager. Die Werksanlagen wurden gesprengt und die vorhandenen Maschinen demontiert und in die UdSSR verbracht.

Bis 1990[Bearbeiten]

Ab 1949 begannen die sowjetischen Streitkräfte wiederum mit dem Auf- und Ausbau unter Einbeziehung der Reste noch vorhandener Infrastruktur. Die Ost-West-Startbahn wurde in westlicher Richtung verlängert, die Nord-Süd-Bahn zurückgebaut. Im selben Jahr begann eine knapp dreijährige Nutzung durch das sowjetische 899. Jagdfliegerregiment. 1953/54 verlegten weitere Jagd- und Transportfliegereinheiten nach Neubrandenburg.

1956 wurde nach Gründung der NVA der Flugplatz an die Luftstreitkräfte der DDR übergeben. Von 1961 bis 1990 war hier die 3. Luftverteidigungsdivision (3. LVD), das Jagdfliegergeschwader 2 „Juri Gagarin“ (JG-2) zuletzt mit MiG-21-Kampfflugzeugen, das Nachrichten- und Flugsicherungsbataillon 2 (NFB-2), das Nachrichtenbataillon 33 (NB-33) und die Fla-Batterie 2 stationiert. 1962 folgte die Verbindungsfliegerkette 33 (VFK-33). Kurzzeitig lagen 1971/72 auch IL-28-Bomber der Zieldarstellungskette 33 (ZDK-33) am Platz. Weitere gelegentliche Nutzer waren von Januar bis Dezember 1977 die Aufklärungsfliegerstaffel 31 (AFS-31) aus Preschen sowie von Januar bis November 1985 die 1. Staffel des JG-9 aus Peenemünde. 1965 erhielt Neubrandenburg als erster Flugplatz der LSK/LV eine Flugzeugfanganlage.

Nach der Wiedervereinigung[Bearbeiten]

Ein Airbus A319CJ der Luftwaffe startet vom Neubrandenburger Flughafen

Seit 1993 wird der Flughafen von der Luftwaffe der Bundeswehr als Fliegerhorst und von der Flughafen Neubrandenburg-Trollenhagen GmbH als ziviler Regionalflughafen genutzt. Das zivile Abfertigungsterminal wurde im Jahr 1995 eingeweiht. Da 2007 der Flughafen Rostock-Laage zum G8-Gipfel gesperrt wurde, wurden alle Flüge hierhin umgeleitet. Auch dient der Landeplatz für Hubschrauber von Polizei, Bundespolizei und Heer. 2006 wurde das seit mehreren Jahren von der heimischen Regio Air dreimal wöchentlich bediente Ziel München eingestellt. 2007 wurde Griechenland mit Einzelflügen angeflogen. Ab Mai 2009 verband die bulgarische Fluggesellschaft Hemus Air den Flughafen einmal wöchentlich mit Warna. Auf Grund geringer Auslastung wurden diese Flüge vorzeitig im gleichen Jahr eingestellt.

Teile der ehemaligen Liegenschaften der 3. LVD der NVA Luftstreitkräfte wurden durch die Bundeswehr übernommen und werden heute durch die Luftwaffeninstandhaltungsgruppe 22 des Luftwaffeninstandhaltungsregiments 2 genutzt.

Im September 2013 wurde im Rahmen des Stationierungskonzept 2011 der militärische Teil des Flughafens geschlossen,[1] die letzte Übung fand im Juli des gleichen Jahres statt.

Literatur[Bearbeiten]

  •  Thomas Bußmann: Stahlbeton, Gras und Bahnbefeuerung – Die militärisch genutzten Flugplätze der DDR. MediaScript, Cottbus, Berlin 2011, ISBN 978-3-9814822-0-1.
  •  Stefan Büttner: Rote Plätze - Russische Militärflugplätze Deutschland 1945–1994. MediaScript, Berlin 2007, ISBN 978-3-935525-11-4.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Flughafen Neubrandenburg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Arbeitsplätze statt Kasernendrill. In: SVZ.de. 10. Januar 2014, abgerufen am 12. Januar 2014: „Eines der größten Sorgenkinder ist der Militärflughafen Trollenhagen, der im September vergangenen Jahres wegen seiner maroden Landebahn geschlossen wurde.“