Flughafen Oslo-Fornebu

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Flughafen Oslo-Fornebu
Un avion DC-9-21 de la compagnie aérienne scandinave SAS.jpg
Kenndaten
ICAO-Code ENFB
IATA-Code FBU
Koordinaten
Verkehrsanbindung
Entfernung vom Stadtzentrum 7 km südwestlich von Oslo
Basisdaten
Eröffnung 1. Juni 1939
Schließung 8. Oktober 1998
Betreiber Luftfartsverket (NCAA)
Start- und Lande-Bahnen
06/24 2370 m Asphalt
01/19 1200 m Asphalt

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Flughafen Oslo-Fornebu (norwegisch: Oslo lufthavn, Fornebu) war bis zur Schließung am 8. Oktober 1998 der Hauptflughafen für Oslo bzw. Norwegen. Er lag in der Gemeinde Bærum und wurde am 1. Juni 1939 eröffnet. Der Betrieb von Fornebu wurde am 8. Oktober 1998 eingestellt, als der neue Flughafen Oslo-Gardermoen eröffnet wurde. Der Anlagenbereich für Wasserflugzeuge blieb über die Schließung hinaus bis heute in Betrieb.

Geschichte[Bearbeiten]

Seit dem Beginn der gewerblichen Luftfahrt landeten herkömmliche Flugzeuge nach Oslo auf dem Flugplatz in Kjeller und Wasserflugzeuge auf Gressholmen, was für die Osloer Region eine ungünstige Lösung darstellte. Die Stadt Oslo entschied Ende der 1920er Jahre daher, gemeinsam mit dem norwegischen Verteidigungsministerium, einen neuen Flughafen zu errichten. Sie wählten Fornebu, eine Halbinsel im Bereich der Gemeinde (Kommune) Bærum, als geeigneten Standort aus. Die Stadt Oslo kaufte den Grund und begann die Errichtung.

Der Flughafen im April 1940 unter deutscher Besatzung

Als der Flughafen am 1. Juni 1939 eröffnete, besaß er drei Start- und Landebahnen (zwei mit Längen von 800 m und eine mit einer Länge von 700 m), ebenso eine Anlage für Wasserflugzeuge. Der Flughafen umfasste zahlreiche Gebäude, unter anderem ein Verwaltungsgebäude, einen Hangar, einen Kontrollturm und ein Abfertigungsgebäude. Das erste Flugzeug, das in Fornebu landete, war eine Douglas DC-2 der KLM Royal Dutch Airlines.

In der Operation Weserübung eroberte die Wehrmacht ab dem 9. April 1940 Dänemark und Norwegen. Luftlandetruppen der Wehrmacht bzw. der Luftwaffe landeten. Zwei Flugzeuge (Ju 52) mit insgesamt 18 Fallschirmjägern und 50 Infanteristen an Bord nahmen Fornebu ein. Während des Zweiten Weltkrieges erweiterte die deutsche Wehrmacht als Besetzer den Flughafen um weitere Gebäude und eine zusätzlichen Nord / Süd- Start- und Landebahn mit einer Länge von 1200 Metern. Nach dem Krieg übereignete die Stadt Oslo den Flughafen an den norwegischen Staat unter der Maßgabe, dass die Stadt die Grundflächen zurückerhält, wenn der Flughafen einmal geschlossen werde. Im Jahr 1962 wurde noch eine Ost-West-Start- und Landebahn mit einer Länge von 2370 m in Betrieb genommen und 1964 wurde ein neues Abfertigungsgebäude eröffnet, das Ende der 1960er Jahre um drei Gates erweitert wurde.

Kapazitätsprobleme in den 1980er und 90er Jahren[Bearbeiten]

Der Flughafen Fornebu war in seiner letzten Ausbaustufe für ein Aufkommen von zwei Millionen Fluggästen pro Jahr dimensioniert. Im Jahr 1996 erreichte das jährliche Aufkommen bereits die Zehn-Millionen-Grenze, ebenso wurde die Betriebskapazität bereits am Morgen und am Nachmittag erreicht. Es gab nur eine nutzbare Start- und Landebahn und keine Erweiterungsmöglichkeiten, da das Gelände auf dreieinhalb Seiten vom Oslofjord begrenzt ist. Der Fluglärm bereitete Probleme in den naheliegenden Wohngebieten und trotz der Nähe zum Zentrum von Oslo (ungefähr sieben Kilometer) gab es keine leistungsfähigen öffentlichen Transportmittel. Als einzige vertretbare Lösung galt daher, einen neuen Flughafen zu errichten.

Nach zwei Jahrzehnten Diskussion über einen „neuen Hauptflugplatz“ und nach Prüfung von Standorten wie etwa Rygge oder Hurum entschied das Parlament im Jahr 1990, den neuen Flughafen an Stelle eines bestehenden Flugfeldes als Flughafen Oslo-Gardermoen, 56 km nördlich von Oslo zu errichten. Am 8. Oktober 1998 startete das letzte Flugzeug von Fornebu und in der folgenden Nacht übersiedelte der gesamte Flughafenbetrieb zum neuen Standort.

Nach der Schließung[Bearbeiten]

Das (ehemalige) Flughafengebäude.

Nach Schließung des Flughafens startete ein Großprojekt zur Errichtung einer Forschungsanlage für Gesellschaften der Informationstechnologie und Telekommunikation, als größtes Unternehmen siedelte sich Telenor an. Neben einem großen Gebäudekomplex entstand die Fußball- und Veranstaltungshalle Telenor Arena, in der der Eurovision Song Contest 2010 stattfand.

Weblinks[Bearbeiten]