Flughafen Rostock-Laage

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Flughafen Rostock-Laage
Logo Flughafen Rostock-Laage.svg
Flughafen Rostock-Laage2.JPG
Kenndaten
ICAO-Code ETNL
IATA-Code RLG
Koordinaten
Verkehrsanbindung
Entfernung vom Stadtzentrum 28 km südlich von Rostock
Straße Bundesstraße 103, Bundesautobahn 19
Nahverkehr Busverbindung zu den Linienflügen, Shuttlebusse in die Urlaubsregionen Rügen, Seenplatte, Ostseeküste, Westmecklenburg, Fischland-Darß-Zingst
Basisdaten
Eröffnung 1992
Betreiber Flughafen Rostock-Laage-Güstrow GmbH
Fläche 500 ha
Terminals 1
Passagiere 223.516 [1] (2011)
Luftfracht 1.034,0 t [1] (2010)
Flug-
bewegungen
23.766 [1] (2011)
Kapazität
(PAX pro Jahr)
1 Mio.
Beschäftigte 50 Festangestellte

25 geringfügig Beschäftigte 4 Auszubildende

Start- und Landebahn
10/28 2520 m × 45 m Beton

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Der Flughafen Rostock-Laage ist ein Regionalflughafen in Mecklenburg-Vorpommern. Er liegt im Landkreis Rostock zwischen den Laager Ortsteilen Kronskamp und Weitendorf und wird sowohl militärisch durch die Bundeswehr als auch zivil durch die Flughafen Rostock-Laage-Güstrow GmbH genutzt.

Militärischer Flugbetrieb[Bearbeiten]

Der Eurofighter in Laage

Die Anlagen des Fliegerhorstes Laage und die zugehörige Kasernenanlage befinden sich größtenteils nördlich der Start- und Landebahn und des Rollwegs Nord.

Auf dem Fliegerhorst ist das Taktische Luftwaffengeschwader 73 „Steinhoff“ der Luftwaffe stationiert. Es wurde als erstes Jagdgeschwader in Deutschland mit dem Eurofighter Typhoon ausgestattet.

Bis zur Einführung des Eurofighters war das Jagdgeschwader 73 bis 2004 als einziges Geschwader der bundesdeutschen Luftwaffe mit Flugzeugen des sowjetischen Typs MiG-29 ausgestattet, die 1990 von der Nationalen Volksarmee der DDR übernommen wurden.

Ziviler Flugbetrieb[Bearbeiten]

Die zivile Nutzung des Flughafens umfasst sowohl Linien- als auch Charterflüge und die allgemeine Luftfahrt. Gesellschafter des Betreibers Flughafen Rostock-Laage-Güstrow GmbH sind mit 54,1 % die Rostocker Versorgungs- und Verkehrsholding GmbH (im Besitz der Stadt Rostock), mit 35,6 % der Landkreis Rostock und mit 10,3 % die Stadt Laage. Die jährlichen Verluste des Flughafenbetriebes – so 2011 2,6 Millionen Euro – werden durch die Betreiber und das Land Mecklenburg-Vorpommern ausgeglichen.[2] Im Jahr 2013 hatte der Flughafen wiederum ein Defizit von rund 2,8 Millionen Euro aufzuweisen. [3] Seit Jahren steht der Flughafen wegen des hochdefizitären Betriebs in der Kritik.

Am 9. September 2005 wurde das neue, nach Hans Joachim Pabst von Ohain benannte Passagierterminal mit zwei Fluggastbrücken und einer Kapazität von 1 Million Passagieren pro Jahr eröffnet. Es befindet sich mit weiteren Einrichtungen (Cargo-Halle, Verwaltung, Standort der Hubschrauberstaffel der Polizei Mecklenburg-Vorpommerns) südlich der Start- und Landebahn.

Fluggesellschaften und Ziele[Bearbeiten]

Der Linienflugbereich soll nach den Vorstellungen von Geschäftsführung und Gesellschaftern der Wachstumsbereich des Flughafens Rostock-Laage werden. Ein Großteil der ankommenden Linienflug-Passagiere sind Touristen, die Rostock-Laage als Zielflughafen für Urlaubsregionen Mecklenburg-Vorpommerns nutzen.

Im Winterflugplan 2013/2014 wird der Flughafen Rostock-Laage von folgenden Fluggesellschaften angeflogen:

Fluggesellschaft Ziele
Germania Hurghada, Rom-Fiumicino (Charterflug), Sharjah (Charterflug), Teneriffa Süd
Germanwings Köln/Bonn, Stuttgart
Lufthansa München
Tailwind Airlines Antalya

Verkehrszahlen[Bearbeiten]

Betriebsjahr Fluggastaufkommen Fracht in Tonnen Flugbewegungen
2011 223.516 1034 23.766
2012 149.000 0061 16.690
2013 128.000 0010 17.759

Terminal[Bearbeiten]

Laage Flughafen Eingang

Das Passagierterminal mit einer Kapazität von 1 Mio. Passagieren pro Jahr wurde am 9. September 2005 feierlich in Betrieb genommen. Es hat eine Fläche von 90x60 Metern und verfügt über zwei Fluggastbrücken, acht Check-In-Counter und zwei Gepäckausgabebänder. Für die Sicherheitskontrolle stehen zwei Kontrolllinien mit Röntgenprüfgerät und Metalldetektor zur Verfügung. Schalter für die Grenz- und Passkontrolle sind vorhanden. Im Fluggastbereich gibt es einen Duty-Free Shop, eine Mokkabar, einen Raucherbereich und einen Kinderspielplatz. Für alle vom Flughafen operierenden Fluggesellschaften gibt es Ticketschalter. Mietwagen- und Reiseagenturen sind im Terminal vorhanden. Das Vorfeld des Terminals bietet fünf Abstellpositionen z.B. für die kleineren Maschinen von Lufthansa Regional der Linienverbindung Rostock - München. Maschinen auf der Vorfeldposition werden von den Passagieren zu Fuß erreicht (Walkboarding).[4] Die Linienbusse von und nach Rostock halten direkt vor dem Terminal. Für PKW stehen 1000 Stellplätze zur Verfügung.

Zubringerflüge werden zu den Passagierwechseln der Kreuzfahrtschiffe im Warnemünder Hafen angeboten.

Geschichte[Bearbeiten]

Luftbild des Flughafengeländes

Die Anfänge der Luftfahrt in Rostock reichen bis an den Beginn des 20. Jahrhunderts zurück.

Vorgeschichte[Bearbeiten]

Bereits vor dem Ersten Weltkrieg ließ die Stadt bei Hohe Düne einen kombinierten Land- und Wasserflugplatz anlegen.

Im Ersten Weltkrieg militärisch genutzt, begann nach dem Krieg die zivile Nutzung. Auf dem als Zoll-Wasser- und Landflughafen I. Ordnung deklarierten Flughafen spielten der Bäderflugverkehr und die Flugzeugführerausbildung der Deutschen Verkehrsfliegerschule eine wichtige Rolle. Außerdem hatten die Ernst Heinkel Flugzeugwerke ihren ersten Rostocker Firmensitz am Platz. In den 1930er Jahren erfolgte wieder eine militärische Nutzung, die im Zweiten Weltkrieg fortgesetzt wurde. Neben diesem Flughafen gab es in Rostock seit ca. 1935 die Werksflugplätze der Arado Flugzeugwerke bei Groß Klein und der Ernst Heinkel Flugzeugwerke in Marienehe.

Vom Flughafen Rostock Hohe Düne aus führte die Deutsche Lufthansa im April 1945 ihre letzten Linienflüge nach Skandinavien vor Kriegsende durch. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die Rostocker Flugplätze wie die Flugzeugwerke demontiert. Die Stadt hatte keinen Flughafen mehr.

Pläne aus den 1950er Jahren, einen neuen Flughafen östlich der Stadt zu bauen, wurden nicht verwirklicht.

Militärflieger und ziviler Luftverkehr auf dem Flugplatz Laage[Bearbeiten]

1984 wurde der Militärflugplatz Laage von der NVA in Betrieb genommen. Auf diesem Platz waren das Jagdbombenfliegergeschwader 77 und das Marinefliegergeschwader 28 stationiert.

Mit der Deutschen Einheit wurde die Luftwaffe Hausherrin auf dem Flugplatz.

Der zivile Luftverkehr begann 1992. Möglich machte dies ein Mitbenutzungsvertrag mit der Bundeswehr vom Januar 1992. Dieser besagt, dass der vorher ausschließlich militärisch genutzte Flughafen auch der zivilen Nutzung freigegeben wurde.

Die Flughafen Rostock-Laage-Güstrow GmbH errichtete ein erstes Terminal und weitere für den zivilen Flugbetrieb notwendige Anlagen. Der Zivilflughafen bekam den Namen Flughafen Rostock-Laage.

Lag der Schwerpunkt des Luftverkehrs zunächst auf innerdeutschen Linienverbindungen, so wurde der Ferienflugverkehr immer mehr zur tragenden Säule des Flughafens. Dort lag der Schwerpunkt zunächst auf Verbindungen in südliche Feriengebiete, inzwischen sind die Verbindungen für ankommende Touristen mit dem Urlaubsziel Mecklenburg-Vorpommern ebenfalls wichtig geworden. Von 1994 bis 2005 war Rostock Teil des Nachtluftpostsystems der Deutschen Post und wurde mit gecharterten Boeing 737 der Deutschen Lufthansa AG nächtlich zum Zweck des Nachtluftpostumschlages angeflogen.[5] Bis 2009 wurde die München-Strecke noch von der OLT im Rahmen einer Fluglinienförderung des Landes Mecklenburg-Vorpommern bedient.

Im Terminal befindet sich eine Ausstellung zur Geschichte der Luftfahrt in Mecklenburg-Vorpommern, in der auch ein Nachbau der Heinkel He 178, des ersten Strahlflugzeugs der Welt, zu finden ist.

Im Januar 2008 wurde die neue Zufahrt zum Flughafen in Betrieb genommen. Fahrzeuge, die zum Flughafen fahren wollen, müssen nicht mehr durch den Ort Weitendorf fahren.

Verkehrsanbindung[Bearbeiten]

Der Flughafen ist nicht an das Bahnnetz angebunden. Eine Bedienung des Flughafens erfolgt nur mit einer Linie der rebus, die ausschließlich den Anschluss der Lufthansa- und Germanwings-Inlandsverbindungen an den ZOB Rostock sicherstellt. Dabei werden weder Laage mit den beiden Bahnhöfen an der (Rostocker S-Bahn-Linie 3), noch Güstrow angebunden.[6]

Seit Februar 2014 nutzt die UBB den Flughafen als Drehkreuz für ihre Fernbuslinien.[7] Dabei werden mehrere Linien via Umsteigen am Flughafen miteinander verknüpft. So können, statt der fünf tatsächlich befahrenen Strecken, zehn Linien angeboten werden.[8]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Rostock-Laage Airport – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c Flughafen Rostock
  2. NDR.de
  3. [1]
  4. http://www.rostock-airport.de Zahlen, Daten, Fakten
  5. Luftverkehrsbericht 2007 (PDF; 3,6 MB)
  6. Rostock-Airport: Öffentliche Verkehrsmittel
  7. Fernbus-Drehkreuz Airport
  8. UBB-Bus: Fernbuslinien