Flughafen Rostock-Laage

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Flughafen Rostock-Laage
Logo Flughafen Rostock-Laage.svg
Flughafen Rostock-Laage2.JPG
Kenndaten
ICAO-Code ETNL
IATA-Code RLG
Koordinaten
Verkehrsanbindung
Entfernung vom Stadtzentrum 28 km südlich von Rostock
Straße Bundesstraße 103, Bundesautobahn 19
Nahverkehr Busverbindung zu den Linienflügen, Shuttlebusse in die Urlaubsregionen Rügen, Seenplatte, Ostseeküste, Westmecklenburg, Fischland-Darß-Zingst
Basisdaten
Eröffnung 1992
Betreiber Flughafen Rostock-Laage-Güstrow GmbH
Fläche 500 ha
Terminals 1
Passagiere 223.516 [1] (2011)
Luftfracht 1.034,0 t [1] (2010)
Flug-
bewegungen
23.766 [1] (2011)
Kapazität
(PAX pro Jahr)
1 Mio.
Beschäftigte 50 Festangestellte

25 geringfügig Beschäftigte 4 Auszubildende

Start- und Landebahn
10/28 2520 m × 45 m Beton

i1 i3


i7 i10 i12

i14

Der Flughafen Rostock-Laage ist ein Regionalflughafen in Mecklenburg-Vorpommern. Er liegt im Landkreis Rostock zwischen den Laager Ortsteilen Kronskamp und Weitendorf und wird sowohl militärisch durch die Bundeswehr als auch zivil durch die Flughafen Rostock-Laage-Güstrow GmbH genutzt.

Inhaltsverzeichnis

Militärischer Flugbetrieb [Bearbeiten]

Der Eurofighter in Laage

Die Anlagen des Fliegerhorstes Laage und die zugehörige Kasernenanlage befinden sich größtenteils nördlich der Start- und Landebahn und des Rollwegs Nord.

Auf dem Fliegerhorst ist das Jagdgeschwader 73 Steinhoff der Luftwaffe stationiert. Es wurde als erstes Jagdgeschwader in Deutschland mit dem Eurofighter Typhoon ausgestattet.

Bis zur Einführung des Eurofighters war das Jagdgeschwader 73 als einziges Geschwader der bundesdeutschen Luftwaffe mit Flugzeugen des sowjetischen Typs MiG-29 ausgestattet, die 1990 von der Nationalen Volksarmee der DDR übernommen wurden.

Ziviler Flugbetrieb [Bearbeiten]

Die zivile Nutzung des Flughafens umfasst sowohl Linien- als auch Charterflüge und die allgemeine Luftfahrt. Gesellschafter des Betreibers Flughafen Rostock-Laage-Güstrow GmbH sind mit 54,1 % die Rostocker Versorgungs- und Verkehrsholding GmbH (im Besitz der Stadt Rostock), mit 35,6 % der Landkreis Rostock und mit 10,3 % die Stadt Laage. Die jährlichen Verluste des Flughafenbetriebes – so 2011 2,6 Millionen Euro – werden durch die Betreiber und das Land Mecklenburg-Vorpomnmern ausgeglichen.[2]

Am 9. September 2005 wurde das neue Passagierterminal Hans Joachim Pabst von Ohain mit zwei Fluggastbrücken und einer Kapazität von 1 Million Passagieren pro Jahr eröffnet. Es befindet sich mit weiteren Einrichtungen (Cargo-Halle, Verwaltung, Standort der Hubschrauberstaffel der Polizei Mecklenburg-Vorpommerns) südlich der Start- und Landebahn.

Fluggesellschaften und Ziele [Bearbeiten]

Der Linienflugbereich ist der primäre Wachstumsbereich des Flughafens Rostock-Laage. Ein Großteil der ankommenden Linienflug-Passagiere sind Touristen: Sie nutzen Rostock-Laage als Zielflughafen für Urlaubsregionen Mecklenburg-Vorpommerns. Derzeit wird Rostock-Laage von Germanwings an Köln und Stuttgart angebunden. Lufthansa verkehrt nach München. Helvetic Airways bedient im Sommer die Strecke Zürich - Rostock. Mit dem Sommerflugplan 2013 bedient außerdem Air Berlin die Strecke Düsseldorf - Rostock.

Saisonal werden ab Rostock-Laage Ziele wie Antalya, Teneriffa, Gran Canaria und Palma de Mallorca angeboten. Diese Charter- oder Teilcharter-Verbindungen werden von Air Berlin,Sky Airlines und SunExpress bedient.

Der Flughafen ist Heimatflughafen einer Reihe von Geschäfts- und Sportflugzeugen. Er wird bei Geschäfts- und Sportfliegern ein immer beliebterer Anflugpunkt.

Im Sommerflugplan 2013 wollte eigentlich die deutsche Fluggesellschaft XL Airways ab Rostock-Laage abfliegen, meldete jedoch Ende Februar 2013 Insolvenz an. Ein Teil der geplanten Flüge nach Antalya wird von den türkischen Fluggesellschaften Tailwind Airlines und Freebird Airlines durchgeführt.

Terminal [Bearbeiten]

Laage Flughafen Eingang

Das Passagierterminal „Hans von Ohain“ mit einer Kapazität von 1 Mio. Passagieren pro Jahr wurde am 9. September 2005 feierlich in Betrieb genommen. Es hat eine Fläche von 90x60 Metern und verfügt über zwei Fluggastbrücken, acht Check-In-Counter und zwei Gepäckausgabebänder. Für die Sicherheitskontrolle stehen zwei Kontrolllinien mit Röntgenprüfgerät und Metalldetektor zur Verfügung. Schalter für die Grenz- und Passkontrolle sind vorhanden. Im Fluggastbereich gibt es einen Duty-Free Shop, eine Mokkabar, einen Raucherbereich und einen Kinderspielplatz. Für alle vom Flughafen operierenden Fluggesellschaften gibt es Ticketschalter. Mietwagen- und Reiseagenturen sind im Terminal vorhanden. Das Vorfeld des Terminals bietet fünf Abstellpostionen z.B. für die kleineren Maschinen von Lufthansa Regional der Linienverbindung Rostock - München. Maschinen auf der Vorfeldposition werden von den Passagieren zu Fuß erreicht (Walkboarding).[3] Die Linienbusse von und nach Rostock halten direkt vor dem Terminal. Für PKW stehen 1000 Stellplätze zur Verfügung.

Zubringerflüge werden zu den Passagierwechseln der Kreuzfahrtschiffe im Warnemünder Hafen angeboten.

Geschichte [Bearbeiten]

Die Anfänge der Luftfahrt in Rostock reichen bis an den Beginn des 20. Jahrhunderts zurück.

Vorgeschichte [Bearbeiten]

Bereits vor dem Ersten Weltkrieg ließ die Stadt bei Hohe Düne einen kombinierten Land- und Wasserflugplatz anlegen.

Im Ersten Weltkrieg militärisch genutzt, begann nach dem Krieg die zivile Nutzung. Auf dem als Zoll-Wasser- und Landflughafen I. Ordnung deklarierten Flughafen spielten der Bäderflugverkehr und die Flugzeugführerausbildung der Deutschen Verkehrsfliegerschule eine wichtige Rolle. Außerdem hatten die Ernst Heinkel Flugzeugwerke ihren ersten Rostocker Firmensitz am Platz. In den dreißiger Jahren des 20. Jahrhunderts erfolgte wieder eine militärische Nutzung, die im Zweiten Weltkrieg fortgesetzt wurde. Neben diesem Flughafen gab es in Rostock seit ca. 1935 die Werksflugplätze der Arado Flugzeugwerke bei Groß Klein und der Ernst Heinkel Flugzeugwerke in Marienehe.

Vom Flughafen Rostock Hohe Düne aus führte die Deutsche Lufthansa im April 1945 ihre letzten Linienflüge nach Skandinavien vor Kriegsende durch. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die Rostocker Flugplätze wie die Flugzeugwerke demontiert. Die Stadt hatte keinen Flughafen mehr.

Pläne aus den fünfziger Jahren des 20. Jahrhunderts, einen neuen Flughafen östlich der Stadt zu bauen, wurden nicht verwirklicht.

Militärflieger und ziviler Luftverkehr auf dem Flugplatz Laage [Bearbeiten]

1984 wurde der Militärflugplatz Laage von der NVA in Betrieb genommen. Auf diesem Platz waren das Jagdbombenfliegergeschwader 77 und das Marinefliegergeschwader 28 stationiert.

Mit der Deutschen Einheit wurde die Luftwaffe Hausherrin auf dem Flugplatz.

Der zivile Luftverkehr begann 1992. Möglich machte dies ein Mitbenutzungsvertrag mit der Bundeswehr vom Januar 1992. Dieser besagt, dass der vorher ausschließlich militärisch genutzte Flughafen auch der zivilen Nutzung freigegeben wurde.

Die Flughafen Rostock-Laage-Güstrow GmbH errichtete ein erstes Terminal und weitere für den zivilen Flugbetrieb notwendige Anlagen. Der Zivilflughafen bekam den Namen Flughafen Rostock-Laage.

Lag der Schwerpunkt des Luftverkehrs zunächst auf innerdeutschen Linienverbindungen, so wurde der Ferienflugverkehr immer mehr zur tragenden Säule des Flughafens. Dort lag der Schwerpunkt zunächst auf Verbindungen in südliche Feriengebiete, inzwischen sind die Verbindungen für ankommende Touristen mit dem Urlaubsziel Mecklenburg-Vorpommern ebenfalls wichtig geworden. Von 1994 bis 2005 war Rostock Teil des Nachtluftpostsystems der Deutschen Post und wurde mit gecharterten Boeing 737 der Deutschen Lufthansa AG nächtlich zum Zweck des Nachtluftpostumschlages angeflogen.[4] Bis 2009 wurde die München-Strecke noch von der OLT im Rahmen einer Fluglinienförderung des Landes Mecklenburg-Vorpommern bedient.

Im Terminal befindet sich eine Ausstellung zur Geschichte der Luftfahrt in Mecklenburg-Vorpommern, in der auch ein Nachbau der Heinkel He 178, des ersten Strahlflugzeugs der Welt, zu finden ist.

Im Januar 2007 wurde die neue Zufahrt zum Flughafen in Betrieb genommen. Fahrzeuge, die zum Flughafen fahren wollen, müssen nicht mehr durch den Ort Weitendorf fahren.

Siehe auch [Bearbeiten]

Einzelnachweise [Bearbeiten]

  1. a b c Flughafen Rostock
  2. NDR.de
  3. [1]
  4. Luftverkehrsbericht 2007 (PDF; 3,6 MB)

Weblinks [Bearbeiten]

 Commons: Rostock-Laage Airport – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise [Bearbeiten]