Flughafen Schwerin-Parchim

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Flughafen Schwerin-Parchim
BW
Flughafen Schwerin-Parchim (Mecklenburg-Vorpommern)
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Kenndaten
ICAO-Code EDOP
IATA-Code SZW
Koordinaten
Verkehrsanbindung
Straße A 24; B 321 und B 191
Basisdaten
Eröffnung 1992
Betreiber Baltic Airport Mecklenburg GmbH
Passagiere 14.337 (2008)
Start- und Landebahn
06/24 3000 m × 55 m Beton

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Der Flughafen Schwerin-Parchim (auch: Parchim International Airport) ist ein Regionalflughafen in Parchim (Mecklenburg-Vorpommern). Er ist als Verkehrsflughafen klassifiziert.

Verkehr[Bearbeiten]

Bus: Der Flughafen ist von Parchim aus zu erreichen.

PKW: Über die Bundesstraßen B 321 oder B 191 bzw. A 24 Abfahrt Parchim gelangt man mit dem Auto zum Flughafen.

Geschichte[Bearbeiten]

Im Jahr 1934 wurden erste Flüge mit Gleitflugzeugen durchgeführt. Nach einem Ausbaubeschluss wurde der Flughafen im August 1937 eröffnet. Der Flughafen wurde Luftwaffenstützpunkt der Wehrmacht. Während des Zweiten Weltkriegs wurden auf dem Flughafengelände Luftlandeinheiten und Lastensegler stationiert. Zum Kriegsende wurden hier Nachtjäger stationiert (z. B. Messerschmitt Me 163 Komet, Messerschmitt Me 262 und Heinkel He 111 mit Flugbomben Hs 293). Durch mehrere Bombenangriffe der US-Luftwaffe wurde der Flugplatz im April 1945 zerstört.

Bereits vier Jahre später wurde auf dem wiederaufgebauten Flughafen ein sowjetisches Jagdbomberregiment stationiert. Ab 1973 wurde der Flugplatz zunehmend durch Kampfhubschrauber genutzt.

Zwei Jahre nach der Wende, am 13. November 1992 wurden die russischen Streitkräfte offiziell vom Flugplatz verabschiedet und bereits ab dem 1. Dezember 1992 wurde der Flugplatz privat genutzt. Dafür fand im gleichen Jahr die Gründung der FPM Flughafen Parchim Mecklenburg GmbH statt. Die Geschäfte wurden noch unter Geschäftsbesorgung der Gesellschaft für Wirtschaftsförderung Parchim geführt. Im Jahr 1994 wurde die Anflug-, Landebahnrand- und Rollbahnbefeuerung erneuert und im November des gleichen Jahres wurde das Land Mecklenburg-Vorpommern Hauptgesellschafter des Flughafens. Seit 1996 ist der Flughafen Schwerin-Parchim von der Landesluftfahrtbehörde in die ICAO-Kategorie 4 E eingestuft. Am 30. März 1998 wurde das neue Flughafenabfertigungsgebäude fertiggestellt. Damit begann der offizielle Tourismusflugverkehr.

Seit 2000 wird der Flughafen auch im internationalen Luftfrachtverkehr genutzt. Im März 2005 wurde der Landkreis Parchim neuer Betreiber des Flughafens und löste die vorher hier tätige britische Plane Station Group ab. Seitdem nennt sich der Flughafen Schwerin-Parchim Baltic Airport Schwerin-Parchim.

Der Landrat des Landkreises Parchim hat nach Empfehlung seines Beirats und externer Berater Mitte 2006 beschlossen, dass der Flughafen Schwerin-Parchim künftig als reiner Frachtflughafen betrieben werden soll. Durch die geografische Lage des Flughafens zwischen den Metropolen Hamburg und Berlin (deren Flughäfen jeweils Nachtflugbeschränkungen unterliegen) kann der Flughafen Schwerin-Parchim insbesondere auch während der Nachtstunden Luftfrachtflüge abwickeln. Seit Ende November 2006 nutzt die Bundeswehr den Flughafen für umfangreiche Charterflüge von Hilfsgütern nach Afghanistan. Eine Frachtumschlaghalle mit rund 3.000 m² wurde ebenfalls 2006 eröffnet und wird von der Cargologic GmbH, einer Tochterfirma der Rhenus Logistics AG betrieben.

Seit 1994 flossen bereits mehr als 36 Millionen Euro an Landesfördermitteln in den Flughafen Schwerin-Parchim. In der Saison 2005 nutzten rund 4.600 Passagiere den Flughafen.

Durch die Fluggesellschaft Hamburg International wurden Charterflüge zum Goldstrand (Flughafen Warna) und Sonnenstrand (Flughafen Burgas) in Bulgarien durchgeführt, die spanische Gesellschaft Futura International Airways flog im Sommer 2005 je zweimal wöchentlich Palma de Mallorca und Warna (Bulgarien) an.

Ab 1. Juli 2007 ging der Flugplatz für 30 Millionen Euro in den Besitz der in Peking beheimateten LinkGlobal Logistics Co. Ltd. über. Außerdem ist eine Bürgschaft von 15 Millionen Euro zur Sicherung des Flughafenbetriebs bis 2010 nachzuweisen. Die Gesellschaft führt Frachttransporte zwischen Schwerin-Parchim und Zhengzhou in China durch. Der Kreis Parchim rechnet mit zusätzlich 1.000 Arbeitsplätzen durch die erhofften Investitionen.[1][2] Seit Mitte 2007 werden u.a. Frachtflüge nach China durchgeführt.[3] Allerdings ließ LinkGlobal immer wieder Zahlungstermine verstreichen und führte erforderliche bauliche Maßnahmen nicht aus. Das Mecklenburgische Innenministerium prüft 2010 einen weitgehenden Forderungsverzicht.[4]

Im Mai 2012 wurde begonnen, allmählich den provisorischen Tower mit einem soliden Bauwerk zu ersetzen. Der 36m hohe Tower sollte Ende 2012 in Betrieb gehen. Dann soll auch das Vorfeld des Flughafens erweitert sein, zudem sollen diverse Ausbesserungsarbeiten an den Start- und Landebahnen abgeschlossen werden. Zu diesem Zwecke wurde der Airport für drei Monate gesperrt. Der chinesische Investor Jonathan Pang behält sich eine Auskunft darüber vor, wie viel Geld er dabei in den Flughafen investiert.[5]

Der Flugbetrieb ist für das zweite Quartal 2014[veraltet] angekündigt.[6]

Quellenangaben[Bearbeiten]

  1. Andreas Frost: Chinese kauft Flughafen Parchim. In: Der Tagesspiegel. 25. Mai 2007, abgerufen am 28. Juni 2013.
  2. Peter Martens: Deutscher Flughafen wird chinesisch. In: Sueddeutsche Zeitung. 24. Mai 2007, abgerufen am 28. Juni 2013.
  3. Flughafengeschichte. Parchim International Airport, abgerufen am 28. Juni 2013.
  4. Ministerium prüft Millionenverzicht bei Flughafen. In: Schweriner Volkszeitung online. ZVS GmbH & Co. KG, 8. September 2010, abgerufen am 28. Juni 2013.
  5. Flughafen Parchim: Der Tower wächst - Eine Kanzel für Parchims Fluglotsen. NDR, 23. Mai 2012, archiviert vom Original am 26. Mai 2012, abgerufen am 28. Juni 2013.
  6. Investor kündigt für Flughafen Parchim Flugbetrieb ab 2014 an. airliners.de, 28. Juni 2013, abgerufen am 28. Juni 2013.

Literatur[Bearbeiten]

  • Eberhart Schultze: Die Parchimer Flugplätze von 1937–2000: Das Leben mit Fliegern, Flugzeugen und Legenden. Band 1, 2., korr. Aufl., cw Verlagsgruppe, Schwerin 2001, ISBN 978-3-933781-18-5
  • Eberhart Schultze: Die Parchimer Flugplätze von 1937–2006 ihre Geschichte und Gegenwart: mit einer territorialgeschichtlichen Betrachtung der militärischen Abläufe in den letzten Tagen des Zweiten Weltkrieges und den ersten Monaten des Friedens im Raum zwischen Ganzlin, Lübz, Parchim, Ludwigslust und Grabow. Band 2, cw Verlagsgruppe, Schwerin 2006, ISBN 3-933781-53-1

Weblinks[Bearbeiten]