Flughafen Sylt

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Flughafen Sylt
Flughafen Sylt Logo.svg
Westerland auf Sylt (GWT - EDXW) AN1589689.jpg
Kenndaten
ICAO-Code EDXW
IATA-Code GWT
Koordinaten
Verkehrsanbindung
Entfernung vom Stadtzentrum 2 km östlich von Westerland
Straße Flughafenstraße 1
Basisdaten
Eröffnung 1918
Betreiber Flughafen Sylt GmbH
Fläche 240 ha
Terminals 2
Passagiere 217.498 (2011)[1]
Start- und Landebahnen
06/24 1696 m × 45 m Asphalt
14/32 2120 m × 45 m Asphalt

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Der Flughafen Sylt (IATA: GWT, ICAO: EDXW) ist der Verkehrsflughafen der deutschen Nordseeinsel Sylt. Er liegt zwei Kilometer östlich des Zentrums des Hauptortes Westerland auf dem Gebiet der Gemeinde Sylt, Ortsteil Tinnum, auf 16 Metern ü. NN.

Fluggesellschaften und Ziele[Bearbeiten]

Die Zahl der Flugbewegungen und angeflogenen Ziele variiert stark je nach Saison. So ist der Flugplan im Winterhalbjahr gegenüber dem Sommerhalbjahr deutlich ausgedünnt.

Lufthansa fliegt im Sommerflugplan nonstop nach München, Sylt Air fliegt von März bis Oktober zweimal täglich nach Hamburg. Außerdem fliegt Air Berlin saisonal nach Berlin-Tegel, München, Stuttgart und Zürich. Düsseldorf wird von Air Berlin ganzjährig bedient. Hanseflug fliegt saisonal nach Wyk auf Föhr.

Dabei kommen vorrangig die Kurz- und Mittelstrecken-Flugmuster Embraer 190, Bombardier Q Series, CRJ900, Airbus A319 und Boeing 737, sowie gelegentlich BAe 146 zum Einsatz. Hanseflug verwendet eine 1958 gebaute Maschine vom Typ Antonow An-2.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Flughafen wurde unmittelbar nach dem Ende des Ersten Weltkriegs errichtet. Treibende Kraft war dabei der Tourismus, denn schon damals zählte vor allem Westerland zu den beliebtesten Modebädern der Zeit.

Im Juli 1919 wurde dann – als zweite Linienflugverbindung der Deutschen Luftreederei – eine Linienflugverbindung auf der Strecke BerlinHamburg–Sylt geschaffen. Damit gehört der Sylter Flughafen zu den Flughäfen mit der längsten Linienflug-Tradition in Deutschland. Obwohl der Flughafen nur im Sommer angeflogen wurde und die Flugzeuge damals nur drei bis fünf Passagiere aufnehmen konnten, zählte der Sylter Flughafen im Jahr 1925 bereits 2.560 Fluggäste.

Ende der 1920er Jahre wurde der Flughafen zunächst nach Nordosten von 17 ha auf 37 ha vergrößert. In der zweiten Hälfte der 1930er Jahre wurde der Flugplatz aufgrund seiner strategischen Bedeutung zu einem Fliegerhorst mit drei sternförmig angelegten Start- und Landebahnen ausgebaut, die Gesamtfläche betrug nun 85 ha.

Während des Zweiten Weltkriegs wurde die Insel zur Festung ausgebaut und so kam mit dem Fremdenverkehr auch der zivile Flugbetrieb ganz zum Erliegen. Auch in den Jahren nach dem Krieg wurde der Flughafen bis 1961 ausschließlich zum militärischen Flugbetrieb durch die Siegermächte genutzt, die den Platz zunächst als Airfield B.170 bezeichneten. Ab Mitte Juli 1945 diente die RAF Sylt zunächst für knapp zweieinhalb Jahre als Basis für Waffentrainingskurse von Staffeln anderer RAF-Stations. Erst als der Fliegerhorst der Bundeswehr übertragen wurde, wurden Teile des Flughafens auch wieder zu zivilen Zwecken mitgenutzt. Von 1961 bis 2005 war auf dem militärischen Teil des Sylter Flughafens die Marinefliegerlehrgruppe stationiert, wo die militärische und fachliche Ausbildung der Mannschaften und Unteroffiziere der Marinefliegergeschwader der Bundesmarine stattfand.

Neben Bedarfslinienflügen von und nach Hamburg, Kiel und Flensburg entwickelte sich in den 1960er-Jahren auch eine Fluglinie Berlin–Sylt–Berlin, welche anfangs als Charterstrecke vom Reisebüro Germania und später als subventionierte Linie von British Airways erfolgreich betrieben wurde. Die Einwohner des damaligen West-Berlin nutzten die Flugverbindung sehr rege, da sie so die mühsame Anreise durch das Staatsgebiet der DDR vermeiden konnten. Bis zum Mauerfall gehörte die so genannte "Mittagsmaschine", die in den Sommermonaten täglich gegen 13:00 Uhr auf Sylt eintraf und etwa eine Stunde später zum Rückflug nach Berlin startete, zu einer festen Größe im Luftverkehr über der Insel.

Dem folgten Pauschalflugreisen sowie Linienflugziele in alle Regionen Deutschlands. In dieser Zeit konnten Verkehrsflugzeuge unterschiedlichster Bauart auf Sylt beobachtet werden. Im Jahre 1971 überließ die Bundeswehr das eigentliche Flugbetriebsgelände zusammen mit einigen Gebäuden der inzwischen gegründeten Sylter Flughafen GmbH & Co. 1990 wurde zur dringend nötig gewordenen Kapazitäts- sowie Qualitätsverbesserung auf einem neuen Standort ein neues Abfertigungsgebäude mit integriertem Kontrollturm, ein neues Instrumentenanflugsystem mit entsprechender Anflugbefeuerung sowie eine Rettungs- und Fahrzeughalle errichtet. Die Flugsicherungseinrichtungen wurden später durch ein Radarsystem und neueste Flugdatenverarbeitung ergänzt.

Seit 1998 ist der neue Betreiber des Flughafens, durch eine Firmenumstrukturierung, die SFG Sylter Flughafen GmbH & Co. Betriebs- und Service-KG.

Ende der militärischen Nutzung[Bearbeiten]

Zum 1. Dezember 2005 endete die Nutzung des militärischen Teils des Flughafens durch die Marinefliegerlehrgruppe. Nach Abzug der letzten Angehörigen des Nachkommandos im März 2006 wird der gesamte Flughafen ausschließlich zivil genutzt. Seit Herbst 2011 werden schrittweise die Kasernen, Werkstätten und Hangars auf dem ehemals militärischen Nordteil des Areals abgerissen. Diese Arbeiten sollen spätestens Anfang des Jahres 2013 abgeschlossen sein.

Aktueller Ausbaustand[Bearbeiten]

Auf dem Gelände des Flughafens befinden sich zwei räumlich getrennte Abfertigungsgebäude (Terminal 1 und Terminal 2). Während von Terminal 1 nahezu alle wichtigen Linienverbindungen abgefertigt werden, wird Terminal 2 vor allem für den regionalen Luftverkehr – z. B. zu den Nachbarinseln, sowie für Charterflüge und für alle Flüge der lokalen Fluggesellschaften Sylt Air und Hanseflug – genutzt.

Seit der letzten Erweiterung des Abflugbereiches von Terminal 1 um einen zusätzlichen Wartebereich mit insgesamt drei Flugsteige, können nun bis zu drei Maschinen mit zusammen bis zu 500 Passagieren nahezu gleichzeitig abgefertigt werden. Im Ankunftsbereich stehen zwei Gepäckbänder zur Verfügung.

Fluggastzahlen[Bearbeiten]

Die Fluggastzahlen haben sich binnen sieben Jahren mehr als vervierfacht. Zählte man im Jahr 2004 noch 48.000 Fluggäste, waren es 2006 aufgrund weiter ausgebauter Direktverbindungen schon mehr als die doppelte Zahl, nämlich 111.000. Im Jahr 2008 waren es 153.000 Reisende und im Jahr 2011 nutzten über 217.000 Passagiere den Flughafen. Damit ist dieser nördlichste Flughafen Deutschlands nach dem Flughafen Lübeck-Blankensee der meistfrequentierte Flughafen in Schleswig-Holstein.

Nach der letzten Ausbaustufe des Abfertigungs- und Empfangsgebäudes am Terminal 1 mit nunmehr drei Flugsteigen und zwei Gepäckbändern, liegt die als maximal angesehene Passagierzahl bei etwa 300.000 Passagieren p. a.[2] Wobei zu beachten ist, dass der weitaus größte Teil der Passagiere an den Sommerwochenenden abgefertigt wird, an denen es bereits jetzt zu Kapazitätsengpässen kommen kann. Im Winterhalbjahr hingegen, sowie an vielen Wochentagen ist der Flughafen nicht ausgelastet.

Zwischenfälle und Sicherheit[Bearbeiten]

Am 30. Mai 2008 stürzte ein aus den Niederlanden kommendes deutsches Privatflugzeug des Typs Beechcraft Bonanza mit drei Personen an Bord beim Landeanflug auf den Flughafen etwa drei Kilometer vor der Landebahn auf eine Wiese, welche direkt an ein Wohngebiet grenzt. Hierbei wurden der Pilot getötet und zwei Passagiere verletzt. Unbeteiligte kamen nicht zu Schaden.[3]

Die Vereinigung Cockpit führte den Flughafen Sylt in ihrer Flughafen-Mängelliste 2009 auf. Darin bemängelte sie vorrangig das Fehlen wichtiger technischer Ausstattungsmerkmale und Features an diesem Flugplatz.[4] Im Bericht für das Jahr 2010 wird dem Flughafen ein ausdrückliches Lob (Mängelstern-frei) ausgesprochen, da Runway Guard Lights und das ATIS nun in Betrieb sind.

Segelflug[Bearbeiten]

Der traditionsreiche Aeroclub Sylt nutzt ein östlich des eigentlichen Flughafenareals liegendes Gelände für den Segelflugsport. Begonnen hatte man schon in den 1920er-Jahren mit Segelflügen an der Dünenkante von Wenningstedt, damals noch unter dem Dach der Deutschen Verkehrsfliegerschule. 1961 zog der Verein auf das Flughafengelände.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Wikivoyage: Flughafen Sylt – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.shz.de/nachrichten/lokales/sylter-rundschau/artikeldetails/article//flughafen-35-prozent-mehr-passagiere.html
  2. http://www.verkehrsmittelvergleich.de/flughafen/sylt-gwt
  3. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatASN Wikibase Occurrence # 20265. Aviation Safety Network Database, 13. Juli 2010, abgerufen am 1. August 2010 (englisch).
  4. Flughafen-Mängelliste 2010. Vereinigung Cockpit e.V., abgerufen am 1. August 2010: „Wir möchten auch mit Lob nicht sparen. Einige Flughäfen haben große Anstrengungen unternommen, von uns festgestellte Mängel zügig zu beheben. Stellvertretend ist hier der Flughafen Sylt/Westerland zu erwähnen, der letztes Jahr noch einen Mangelstern erhielt, aber aufgrund seiner Bemühungen dieses Jahr sternfrei ist.“