Flugplatz Bitburg

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Flugplatz Bitburg
Bitburg Air Base aircraft shelters 1988.JPEG
Kenndaten
ICAO-Code EDRB
IATA-Code BBJ
Koordinaten
Verkehrsanbindung
Entfernung vom Stadtzentrum 4 km südöstlich von Bitburg
Basisdaten
Betreiber Flugplatz Bitburg GmbH
Terminals 1
Start- und Landebahn
05/23 3056 m × 45 m Asphalt

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Der Flugplatz Bitburg (IATA-Code BBJ, ICAO-Code EDRB) ist ein Verkehrslandeplatz mit Nachtfluggenehmigung bei Bitburg in der Region Trier. Er war zu Zeiten des Kalten Krieges ein Militärflugplatz der US Air Force und trug den Namen Bitburg Air Base.

Betrieb[Bearbeiten]

Betrieben wird er durch die Flugplatz Bitburg GmbH von den Landkreisen Bernkastel-Wittlich, Bitburg-Prüm, Trier-Saarburg, der Stadt Trier und der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Vulkaneifel Daun sowie der Industrie- und Handelskammer und der Handwerkskammer Trier. Zur Zeit gibt es keine Linien- oder Charterflüge.

Zurzeit ist der Betreiber des Verkehrslandeplatzes bestrebt, Instrumentenan-/abflugverfahren am Platz zu installieren. Hierzu findet eine Zusammenarbeit mit dem Bundesverkehrsministerium, dem Land Rheinland-Pfalz und der Deutschen Flugsicherung statt. Wenn alle Voraussetzungen an dem Platz erfüllt sind, wird ein Luftraum D (CTR) existent sein.

Die Genehmigung zur Anlage für Instrumentenflug wurde Ende September 2008 erteilt.[1] Die betriebliche Genehmigung wird erst erteilt, wenn am Platz eine Abnahme durch das Land erfolgt ist.

Am Flugplatz gibt es ein großes Gewerbe-, Dienstleistungs- und Freizeitzentrum mit über 160 angesiedelten Unternehmen aus unterschiedlichen Branchen, ein Unterkunftsangebot über 1.500 Hotelbetten sowie Anlagen für Urlaub, Sport und Tagungen.[2]

Bitburg Air Base[Bearbeiten]

Bitburg Air Base aus südwestlicher Richtung 1988
Kampfflugzeuge auf der Bitburg Air Base 1959

Der ab dem 1. September 1952 als Air Base Bitburg eröffnete Flugplatz war Heimat der 36th Fighter Wing der US Air Force. Schon kurz nach dem Zweiten Weltkrieg wurden anfangs von den Franzosen, später von den Amerikanern großangelegte Vermessungsarbeiten für den Flugplatz durchgeführt. 1950 wurden dann die zum Bau benötigten Flächen enteignet, was unter der Bevölkerung zu großer Unruhe führte. Zusammen mit der nahe gelegenden Spangdahlem Air Base war er ein wichtiger Stützpunkt der NATO während des Kalten Krieges. Anfangs waren dort F-84 Thunderjet stationiert, die jedoch schon 1953 durch F-86 Sabre und 1956 durch F-100 C/F Super Sabre ersetzt wurden.[3] Ab Ende 1954 kam für knapp ein Jahr eine weitere F-86F-Staffel des 388th Fighter-Bomber Wing hinzu, dessen vorgesehene Einsatzbasis Etain noch nicht fertiggestellt war. In Niederstedem wurde für die stationierten Kampfflugzeuge 1954 ein Tanklager errichtet, in welchem es im selben Jahr zu einer schweren Tanklagerexplosion kam.

Nach der F-100 C/F war von 1961 bis 1965 die F-105 D/F "Thunderchief" auf der Air Base stationiert. Ab 1966 wurde in Bitburg zunächst die F-4 D "Phantom II" eingesetzt, die ab 1969 durch die F-4 E "Phantom II" ersetzt wurde. Im Jahr 1977 wurde schließlich die F-15 A/B "Eagle" zugeführt. Diese Version wurde ab 1980 durch die modernere Ausführung F-15 C/D ersetzt und bis zur Auflösung im Jahr 1994 eingesetzt. Des Weiteren ist von Interesse, dass in Bitburg über viele Jahre Kampfflugzeuge stationiert waren, die organisatorisch nicht der "36th Tactical Fighter Wing" unterstanden. Hierbei handelt es sich ab Mitte der 1950er Jahre um die F-86 D "Sabre Dog" und ab 1958 um die F-102 "Delta Dagger", die bis 1969 in Bitburg zum Einsatz kam und Teil der "86th Air Division" in Ramstein waren. Darüber hinaus war im Zeitraum 1956 bis 1961 in Bitburg die damals sehr bekannte Kunstflugstaffel "Skyblazers" mit F-100 C "Super Sabre" etabliert. Der Militärflugplatz war bis 1994 in Betrieb und wurde dann in eine zivile Nutzung überführt. Kurzzeitig wurde er 1997 während der Reparatur der Landebahn der Spangdahlem Air Base von der 52nd Fighter Wing genutzt.

Der geplante Ausbau[Bearbeiten]

Am 15. Januar 2010 wurde der notarielle Vertrag unterzeichnet, wodurch rückwirkend zum 1. November 2009 von dem luxemburgischen Investor Frank Lamparski 40,53 % der Anteile an der Flugplatz GmbH übernommen wurden.[4] Genauere Informationen darüber seien dem Aufsichtsratsvorsitzenden Michael Billen vorbehalten.[5] Die Gesellschafter der Flugplatz Bitburg GmbH hatten der Übernahme bereits am 18. Oktober 2009 zugestimmt.

Der Flugplatz Bitburg soll zur zivilen Nutzung weiter ausgebaut werden. Das hat Lamparski vom Projektentwicklungsbüro Stintec in Mamer angekündigt. Da der Flughafen Luxemburg und der Flugplatz Hahn in ihren Kapazitäten in den nächsten Jahren an die Grenzen stießen, sei auf dem verfügbaren Gelände ein Ausbau in mehreren Phasen beabsichtigt.[6] Der Luxemburger Projektentwickler will mit Finanzmitteln, die vor allem von Investmentfonds kommen sollen,[7] den Flugplatz bis Mitte 2010 komplett übernehmen und zu einem Regionalflughafen und Frachtflughafen ausbauen. Innerhalb von drei Jahren soll der Cargobetrieb und in fünf Jahren der Passagierbetrieb aufgenommen werden.[8]

Lamparski will nun, so die Verlautbarung Ende Mai 2010, auch die restlichen Anteile des Eifelkreises Bitburg-Prüm (37,89 Prozent) und der Stadt Bitburg (16,32 Prozent) übernehmen.[9] Im Dezember 2011 gab Lamparski bekannt, dass er eine asiatische Investorengruppe gefunden hat, die insgesamt rund 380 Mio. Euro in den Ausbau zu einem internationalen Flughafen investieren will.[10][11]

Am 11. April 2012 meldete SWR.de "Die geplante Übernahme des Bitburger Flugplatzes durch den Unternehmer Frank Lamparski ist nach Angaben der Flugplatz Bitburg GmbH geplatzt. Lamparski habe die 30 Millionen Euro Startkapital vor Ablauf der vereinbarten Frist nicht nachweisen können, teilte die Flugplatz Bitburg GmbH mit. Damit fehlt eine wichtige Voraussetzung für das Geschäft. Der luxemburgische Flughafenplaner hätte die Summe auf ein projektgebundenes Konto überweisen müssen. Das Ultimatum war in der Nacht zum Mittwoch abgelaufen. "Der Deal ist geplatzt", sagte der Aufsichtsratschef der Flugplatz Bitburg GmbH, Michael Billen." [12]

Film und Fernsehen[Bearbeiten]

Die Kulisse des Flugplatzes Bitburg diente der Folge Extrem von Alarm für Cobra 11 – Die Autobahnpolizei als Drehort für ein illegales Autorennen. Zur Zeit der Dreharbeiten war der ehemalige Militärflugplatz noch stillgelegt.

Am 4. November 2009 übertrug der SWR eine Sendung aus der Reihe „Reiss & Leute“ zum Thema „Der Streit um den Ausbau des Bitburger Flugplatzes“[13].

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Flugplatz Bitburg – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Pressemitteilung zur Genehmigung: Instrumentenfluggenehmigung für Flugplatz Bitburg erteilt
  2. Flugplatz Bitburg: Flugplatz Bitburg "Wir über uns eingesehen am 3. Dezember 2008.
  3. FliegerRevue Mai 2011, S.52-53, Von der Air Base zum Flugplatz
  4. Vertrag zur Übernahme von 40,53 % freien und weiteren Anteilen an der Flugplatz Bitburg GmbH. News. 27. Januar 2010, abgerufen am 29. April 2014.
  5. Lucien Wolff: Vor dem Fliegen kommt das Schweigen. In: Luxemburger Wort. 16. Januar 2010, abgerufen am 29. April 2014.
  6. Michèle Sinner: Welcome to my backyard. Ausbaupläne für den Flughafen Bitburg. In: d’Land. 29. Oktober 2009, abgerufen am 29. April 2014.
  7. Lucien Wolff: Ausweichflughafen für den Findel. In: Luxemburger Wort. 2. November 2009, abgerufen am 29. April 2014.
  8. Unternehmer will Flugplatz Bitburg ausbauen. (Nicht mehr online verfügbar.) In: swr.de. Ehemals im Original, abgerufen am 19. Oktober 2009. (Seite nicht mehr abrufbar; Suche im Webarchiv)[1] [2] Vorlage:Toter Link/www.swr.de
  9. Professionalität und Stringenz des Vorgehens beeindrucken. (Nicht mehr online verfügbar.) In: Lëtzebuerger Journal. Ehemals im Original, abgerufen am 29. Mai 2010. (Seite nicht mehr abrufbar; Suche im Webarchiv)[3] [4] Vorlage:Toter Link/www.journal.lu
  10. Investor will Flugplatz mit 380 Millionen Euro ausbauen. In: SWR. 22. Dezember 2011, abgerufen am 29. April 2014 (MP3).
  11. Startkapital für Airport Bitburg noch nicht da. Airliners.de, 8. Februar 2012, abgerufen am 8. Februar 2012.
  12. Geplante Übernahme des Flugplatzes Bitburg geplatzt. In: Handelsblatt. dpa, 11. April 2012, abgerufen am 29. April 2014.
  13. Der Streit um den Ausbau des Bitburger Flugplatzes. (Nicht mehr online verfügbar.) In: „Reiss & Leute“. SWR Rheinland-Pfalz, 4. November 2009, ehemals im Original, abgerufen am 4. November 2009. (Seite nicht mehr abrufbar; Suche im Webarchiv)[5] [6] Vorlage:Toter Link/www.swr.de