Flugplatz Cottbus-Drewitz

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Flugplatz Cottbus-Drewitz
BW
Flugplatz Cottbus-Drewitz (Brandenburg)
Red pog.svg
Kenndaten
ICAO-Code EDCD
IATA-Code CBU
Koordinaten
Verkehrsanbindung
Entfernung vom Stadtzentrum 20 km nordöstlich von Cottbus
Straße B97, Abfahrt Jänschwalde Ost
Basisdaten
Eröffnung 1939
Betreiber Flughafen Süd - Brandenburg - Cottbus GmbH
Start- und Landebahnen
07/25 2484 m × 45 m Beton
07L/25R 1499 m × 50 m Gras

i1 i3


i7 i10 i12

i14

Der Flugplatz Cottbus-Drewitz ist ein deutscher Verkehrslandeplatz 25 km nordöstlich von Cottbus. Der ehemalige Militärflugplatz ist, neben dem Flugplatz Neuhausen und dem Flugplatz Spremberg-Welzow einer von drei Verkehrslandeplätzen im Landkreis Spree-Neiße.

Als Verkehrslandeplatz klassifiziert ist der Flugplatz für Flugzeuge bis 20 Tonnen (Jets) beziehungsweise 30 Tonnen (Propellermaschinen) zugelassen. Er liegt in der Gemarkung Drewitz, einem Ortsteil der Gemeinde Jänschwalde, südlich des Naturschutzgebietes Schlaubetal.

Fluggesellschaften und Ziele[Bearbeiten]

Derzeit existieren keine Linienverbindungen von und nach Cottbus-Drewitz. Gelegentlich gibt es Charterflüge. Es werden Trainingsflüge u.a. von Air Berlin, TUIfly, Lufthansa oder Germania mit Flugzeugen der Hersteller Boeing, Airbus und Fokker durchgeführt.

Anbindung[Bearbeiten]

Der Flugplatz ist mit der Bahn über den Bahnhof Jänschwalde-Ost mit der Linie RE 11 auf der Strecke Cottbus-Guben-Eisenhüttenstadt-Frankfurt zu erreichen.

Mit dem Auto ist er über die alte B 97 beziehungsweise über die Autobahn A 15/E 36 und die neue B 97 zu erreichen. Er liegt etwa 25 Kilometer nordöstlich von Cottbus.

Ausbau[Bearbeiten]

Der Airport sollte – ähnlich wie der Flughafen Frankfurt-Hahn – zum Frachtflughafen mit einer Landebahn von bis zu 3000 m ausgebaut werden. Allerdings scheiterten diese Versuche bisher, da sich Investoren zurückzogen.

Geschichte[Bearbeiten]

Zeit des Nationalsozialismus[Bearbeiten]

Zwischen 1928 und 1929 wurde auf dem Gelände die ersten Einrichtungen zum Betrieb eines zivilen Flugplatzes errichtet. Im Jahre 1937/38 wurde mit der Rodung des Waldes und dem Auftragen von Torf zur Herstellung einer tragbaren Rasenfläche begonnen. Ab 1938 übernahm die Luftwaffe mit der Fl.H.Kdtr. Drewitz (Fliegerhorstkommandantur) den Platz. Im Jahr 1939 nahm man den Flugplatz als Arbeitsflugplatz für die Schule/FAR 41 (Flieger-Ausbildungs-Regiment 41), FFS A/B 41 (Flugzeugführerschule A/B 41) umbenannt in FFS A 41 und der FFS A/B 3 Guben in Betrieb. Im Jahr 1944 endete die Schülerausbildung und der Platz wurde durch aktive fliegende Einheiten belegt. So war von Januar bis Februar 1945 die III. Gruppe des Jagdgeschwaders 4 und im März 1945 die 9. Staffel des Jagdgeschwaders 6 hier stationiert.[1] Am 30. Januar 1945 startete das letzte Flugzeug der Flugzeugführerschule nach Plauen. Am 22. April nahm die Rote Armee den Platz ein.[2]

DDR[Bearbeiten]

Nach dem Zweiten Weltkrieg schloss sich die Nutzung des Flugplatzes durch die sowjetische Militäradministration an.

Ende Mai 1953 wurde der Platz durch den Aeroklub der DDR (KVP Luft) übernommen, am 26. September 1956 folgte die Übernahme als Militärflugplatz durch die Luftstreitkräfte der Nationalen Volksarmee der DDR. Hier waren das Jagdfliegergeschwader 7 (JG-7) und ab 1971 auch das Jagdbombenfliegergeschwader 37 (JBG-37) stationiert. Das JG-7 wurde im Oktober 1989 im Rahmen der KSZE-Verhandlungen aufgelöst. Am 25. September 1990 erfolgte der letzte Flugdienst der NVA.

Nach 1990[Bearbeiten]

Durch die Wiedervereinigung übernahm die Luftwaffe der Bundeswehr den Flugplatz offiziell am 3. Oktober 1990. Am 8. April 1991 startete letztmals eine MiG-21bis/SAU von Drewitz zum Flugplatz Ingolstadt-Manching.

Im April 1992 begann mit der Gründung der Flughafen Süd-Brandenburg-Cottbus GmbH die zivile Nutzung des Platzes. Am 17. März landete die erste Sportmaschine aus den Niederlanden, eine PA-32. Etwas mehr als ein Jahr darauf, am 18. August 1993 wurde der Flugplatz für den zivilen Luftverkehr geöffnet. Die Eröffnung der Luftfahrerschule folgte am 2. März 1995.

Am 29. April 1995 landete das erste Flugzeug vom Typ Beechcraft King Air zur Eröffnung der Bundesgartenschau in Cottbus. Etwa einen Monat darauf, am 4. Mai 1995, bekam die Betreibergesellschaft die Genehmigung zur Betriebsaufnahme des Verkehrslandeplatzes Cottbus-Drewitz. Der erste Trainingsflug des Airbus A320 „Cottbus“ folgte am 26. September 1995. Die Daten des Verkehrslandeplatzes wurden am 15. Februar 1996 im Luftfahrthandbuch veröffentlicht, die Befeuerungsanlage wurde am 28. November desselben Jahres eingeweiht.

Der neue Tower wurde im April 2000 in Betrieb genommen, im September des Folgejahres war der Baubeginn für das neue Terminal. Im September 2002 folgte die Betriebsaufnahme des Instrumentenflug-Verkehrs.

Am 22. Mai 2012 führte ein Airbus A400M zur Erprobung Start- und Landeversuche auf einer Graspiste des Platzes durch.

Am Flugplatz Cottbus-Drewitz gibt es neben der Flugschule ein kleines Museum. Ein Bistro befindet sich im Terminal. Ein Teil des alten Militärflugplatzes wurde in der Vergangenheit für Airsoft-Turniere genutzt. Seit 2009 werden auf verschiedenen Freiflächen des Flugplatzes hunderte Fahrzeuge, die im Rahmen des Konjunkturpakets II (Abwrackprämie) verschrottet werden sollten, auf dem Flugplatz gelagert.[3] Diese Fahrzeuge befinden sich nach wie vor auf dem Gelände. Ab 2011 wurden großflächig Photovoltaik-Freiflächenanlagen auf dem Gelände errichtet.[4]

Literatur[Bearbeiten]

  •  Thomas Bußmann: Stahlbeton, Gras und Bahnbefeuerung – Die militärisch genutzten Flugplätze der DDR. MediaScript, Cottbus, Berlin 2011, ISBN 978-3-9814822-0-1.
  •  Jürgen Zapf: Flugplätze der Luftwaffe 1934–1945 – und was davon übrig blieb. Band 1: Berlin & Brandenburg. VDM Heinz Nickel, Zweibrücken 2001, ISBN 3-925480-52-8.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Henry L. deZeng IV: Luftwaffe Airfields 1935-45 Germany (1937 Borders), S. 142–143, abgerufen am 13. September 2014
  2. Stefan Büttner: Rote Plätze: Russische Militärflugplätze in Deutschland 1945–1994. Aerolit, Erstauflage, Juni 2007, ISBN 978-3-935525-11-4, S. 149
  3. nächste große Ding Berliner Zeitung vom 8. Mai 2010
  4. Amtsblatt Amt Peitz 03 / 2011