Flugplatz Görlitz

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Verkehrslandeplatz Görlitz
Görlitz Luftbild Flugplatz Landeanflug EDBX Foto Wolfgang Pehlemann Wiesbaden DSCN8134.jpg
Kenndaten
ICAO-Code EDBX
Koordinaten
51° 9′ 32″ N, 14° 57′ 1″ O51.15883333333314.950333333333237Koordinaten: 51° 9′ 32″ N, 14° 57′ 1″ O
237 m ü. MSL
Verkehrsanbindung
Entfernung vom Stadtzentrum 3 km westlich von Görlitz
Straße B 6
Nahverkehr Buslinie
Basisdaten
Eröffnung 1925
Betreiber Flugplatz Rothenburg/Görlitz GmbH, Sitz: 02929 Rothenburg (O.L.)
Fläche keine Angabe zur Fläche in ha
Flug-
bewegungen
6000 (2004), geschätzt 7000–8000 (2007)
Start- und Landebahn
06/24 750 m × 40 m Gras



i7 i10 i11

i13

Der Verkehrslandeplatz Görlitz befindet sich im Nordwesten der Stadt Görlitz in drei Kilometer Entfernung vom Zentrum. Er verfügt über eine 750 Meter lange und 40 Meter breite Graspiste als Start- und Landebahn. Der Flugplatz ist nahe der polnischen Grenze gelegen (weniger als 6 km entfernt), die sich aus dem Verlauf des Flusses Neiße gut erkennen lässt.

Geschichte[Bearbeiten]

Einst als Zivilflugplatz geplant und 1925 in Betrieb genommen, wurde der Flugplatz zwischen 1930 bis 1945 nicht nur von Flugzeugen angeflogen, sondern auch von Luftschiffen besucht.

Militärische Nutzung[Bearbeiten]

Von 1935 bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs wurde der Flugplatz Görlitz militärisch genutzt.[1] Anfangs lagen hier nur Ausbildungsverbände wie die Fliegerschule Görlitz und die FFS A/B 1 (Flugzeugführerschule) später umbenannt in FFS A 1. Erst im letzten Kriegsjahr lagen hier auch aktive fliegende Einheiten. Die folgende Tabelle zeigt eine Auflistung ausgesuchter fliegender aktiver Einheiten (ohne Schul- und Ergänzungsverbände) die hier zwischen 1939 und 1945 stationiert waren.

Von Bis Einheit[2]
Februar 1945 Februar 1945 III./SG 2 (III. Gruppe des Schlachtgeschwaders 2)
März 1945 Mai 1945 II./JG 6 (II. Gruppe des Jagdgeschwaders 6)
April 1945 Mai 1945 10.(Pz.)/SG 77 (10. (Panzerjagd-) Staffel des Schlachtgeschwaders 77)

Auch nach dem Krieg diente der Flughafen militärischen Zwecken, und zwar der NVA der DDR als Hubschrauberlandeplatz sowie ab 1953 militärsportlich der Gesellschaft für Sport und Technik (GST) bis zur Schließung 1979. Bis zu diesem Zeitpunkt bestand parallel auch eine zivile Nutzung durch Flugsportfreunde. Die Schließung des Flugplatzes Görlitz endete 1990 kurz nach der Wende, erforderte aber neue Genehmigungen.

Zivile Nutzung[Bearbeiten]

Ab 1. Juli 1925 fand für neun Jahre planmäßiger Flugbetrieb statt. Noch vor Eröffnung veranstaltete man jedoch schon am 9. und 10. August 1924 die Görlitzer Flugtage. Der 1925 aufgenommene Linienflugverkehr mit Kleinflugzeugen führte zu den Flugplätzen nach Breslau im Osten, nach Dresden im Westen und nordwestlich nach Leipzig.

Am 5. Oktober 1930 landet ein Luftschiff, das LZ 127 Graf Zeppelin erstmals in Görlitz. Das LZ 127 wurde Ende 1928 mit beachtlichen 236 m Länge in Friedrichshafen von der Luftschiffwerft Luftschiffbau Zeppelin GmbH hergestellt (der dortige Bau der Luftschiffe geht auf den Erfinder Ferdinand Graf von Zeppelin zurück). Dieser Zeppelin wurde nach einigen Weltreisen und absolvierten 1.690.000 km Flugleistung dann im Jahr 1937 (zunächst als Museum) stillgelegt. Auch das letzte große Luftschiff Graf Zeppelin II, das LZ 130 besuchte auf einer der 30 Fahrten dieses Luftschiffs den Görlitzer Flughafen, und zwar am 16. Juli 1939. Von den Zeppelin-Fahrten nach Görlitz gibt es diverse Fotos auf alten Ansichtskarten. Dieser am 14. Sept. 1938 in Dienst gestellte Zeppelin LZ 130 wurde nicht durch ein Unglück zerstört, sondern 1940 außer Dienst gestellt und verschrottet. Somit ging die große Ära der erfolgreichen Luftschiffe in der Zeit von 1900 bis 1940 nicht am Görlitzer Flugplatz vorbei.

Zu DDR-Zeiten wurde von 1955 bis 1979 der Segelflugsport und die Segelflugausbildung betrieben, bis der Görlitzer Flugplatz politisch motiviert geschlossen wurde (Möglichkeit zur DDR-Flucht/Republikflucht).

Flugplatzbetrieb seit 1990[Bearbeiten]

Die Geschäfts- und Privatfliegerei in Görlitz am Flugplatz

Zulassung[Bearbeiten]

Seit der Wiedereröffnung 1990 dient der Verkehrslandeplatz Görlitz der allgemeinen Luftfahrt entsprechend der Zulassung und der Genehmigungen für Start- und Landebahnen zur Regelung des örtlichen Flugbetriebes I-118/92, I-262/98, I-191/02. Der Fortbestand nach der Wende ist dem Görlitzer Flugsportclub e. V. zu danken, der sich gegen einige Widerstände dafür einsetzte, die Wiederaufnahme des Flugbetriebes zu ermöglichen. Zwischenzeitlich kann der Görlitzer Verkehrslandeplatz (Flugplatzkennung der ICAO: EDBX (Location Indicator) – 778 ft / 237 m ü. NN) unter Sichtflugbedingungen nunmehr von Flugzeugen bis zu 5,7 t Startgewicht, Drehflüglern ohne Gewichtsbegrenzung, Motorseglern, Segelflugzeugen im Flugzeugschlepp und Windenstart, Ultraleichtflugzeugen, Gleitseglern und Flugmodellen genutzt werden.

Geschäftsfliegerei und Vereinsflugsport[Bearbeiten]

Heute wird dieser Platz (Flugplatz in 02828 Görlitz, Girbigsdorfer Str. 85) zwar nicht für den Linien- und Charterflugverkehr verwendet, aber gern von Geschäfts- und Privatflugzeugen angeflogen sowie im übrigen von Segel- und Motorflugvereinen genutzt, wie z. B. dem Görlitzer Flugsportclub e. V. (Görlitzer FSC), dem Fliegerclub Eibau-Oberlausitz e. V. und dem Zittauer Flugsportverein „Lusatia“ e. V.

Rundflüge[Bearbeiten]

Rundflüge mit Motor- und Segelflugzeugen sind örtlich zu erfragen und bei Sichtflugbedingungen möglich über die Stadt Görlitz, die Landeskrone (Erhebung 429 m ü. NN), den fast gefüllten Berzdorfer See (neuer See aus dem ehemaligen Braunkohletagebau Berzdorf) und darüber hinaus über die Oberlausitz, Niederschlesien und die Zittauer Region.

Flugbewegungen[Bearbeiten]

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Wikipedia:WikiProjekt Ereignisse/Vergangenheit/2007

Die Zahl der Flugbewegungen, also der Starts und Landungen weist eine kontinuierliche Steigerung aus. So stieg die Zahl der Flugbewegungen von 5000 im Jahr 2001 auf 6000 Flugbewegungen im Jahr 2004. Neue Zahlen aus dem Jahr 2007 sind noch nicht veröffentlicht. Man kann davon ausgehen, dass beim Flugbetrieb des Flugplatzes Görlitz im Jahr 2007 etwa 7500 bis 8000 Flugbewegungen zugrunde zu legen sind. Der günstig gelegene Flugplatz erweist sich damit als eine notwendige Ergänzung der gewerblichen und touristischen Infrastruktur der Stadt Görlitz, in der auch überregional tätige Unternehmen ansässig sind.

Flugplatzgelände[Bearbeiten]

Luftbild vom Flugplatzgelände

Das an der Bundesstraße 6 gelegene Flugplatzgelände weist überwiegend eine Gras-Anlage aus; die Fahrstraßen für Autos sind im Wesentlichen befestigt. Eine vom Bundesluftfahrtamt zertifizierte Werkstatt für vereinseigene Segelflugzeuge und Motorsegler ist vorhanden. Beim Vorfeld befinden sich der Hubschrauberlandeplatz und Abstellflächen für Motorflugzeuge; ein Teil der Vorfeldflächen im Hallenbereich ist asphaltiert.

Ausbildung[Bearbeiten]

Ausbildung zum Erwerb bestimmter Motor- und Segelflugscheine ist am Flugplatz in Görlitz bzw. am Flugplatz Rothenburg/Görlitz in Rothenburg/Oberlausitz möglich.

Eine schulische Besonderheit gibt seit dem Schuljahr 2004/2005 für Schüler des Berufliches Schulzentrums für Technik in Görlitz: Schüler haben hier die Möglichkeit, parallel zum Abitur eine Ausbildung “Luft- und Raumfahrttechnik” – auch zusammen mit einer Pilotenausbildung – zu absolvieren.

Anfahrt[Bearbeiten]

Der Flugplatz ist über die Bundesautobahn 4 Dresden–Görlitz oder B 6, B 115, B 99 zu erreichen. Er liegt unmittelbar westlich an der B 6 und nordwestlich an der Ortsumgehung (B 115) von Görlitz (5 km bis Stadtmitte).

Betreiber[Bearbeiten]

Die Betreibung dieses Verkehrslandeplatzes liegt bei der Flugplatz Rothenburg/Görlitz GmbH mit Sitz in 02929 Rothenburg (Oberlausitz), gegründet 1. Januar 2000.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Regionalplan Niederschlesien-Oberlausitz
  • Jürgen Zapf: Flugplätze der Luftwaffe 1934–1945 …und was davon übrig blieb. Band 2: Sachsen, Verlag Druck Medienvertrieb H. Nickel

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Flugplatz Görlitz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Jürgen Zapf: Flugplätze der Luftwaffe 1934–1945 – und was davon übrig blieb. Band 2: Sachsen. VDM, Zweibrücken 2001, ISBN 3-925480-62-5, S. 85–87.
  2. Henry L. deZeng IV: Luftwaffe Airfields 1935–1945 Germany (1937 Borders), S. 227–228, abgerufen am 15. September 2014