Flugplatz Leipheim

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Flugplatz Leipheim
Fliegerhorst-Leipheim.jpg
Kenndaten
ICAO-Code EDSD (1990)
Koordinaten
Verkehrsanbindung
Entfernung vom Stadtzentrum 1,5 km südlich von Leipheim
Straße ca. 3 km zur A-8
Bahn eigener Bahnanschluss (stillgelegt)
Basisdaten
Eröffnung 1937
Betreiber stillgelegt
Fläche 254 ha
Start- und Landebahn
07/25 2000 m × 45 m Beton



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Der Flugplatz Leipheim befindet sich in unmittelbarer Nähe der Stadt Leipheim im Landkreis Günzburg im bayerischen Regierungsbezirk Schwaben. Ursprünglich konzipiert als Fliegerhorst der Luftwaffe, wurde der Militärflugplatz später zuerst von der U.S. Air Force und anschließend von der Luftwaffe der Bundeswehr weiter betrieben.

Geschichte[Bearbeiten]

Fliegerhorst der Wehrmacht[Bearbeiten]

Der Bau des Fliegerhorsts Leipheim begann am 1. April 1936, er entstand größtenteils auf Leipheimer (132 ha) und Bubesheimer (88 ha) Flur. Weitere 30 ha befanden sich auf dem Gebiet der Stadt Günzburg[1]. Knapp ein Jahr später wurden die ersten Flugzeuge auf den Platz verlegt, in den Jahren 1939 und 1940 waren dann die II. Gruppe des Kampfgeschwaders 51 sowie Teile des Kampfgeschwaders 55 dort stationiert. Zur gleichen Zeit wurde auf dem Gelände auch eine Flugzeugwerft der Messerschmitt AG errichtet. Der Erstflug der Me 262, des ersten serienmäßig hergestellten Strahlflugzeugs, fand hier am 18. Juli 1942 statt. Ebenfalls wurde dort die Me 321, das größte jemals konstruierte Segelflugzeug, gebaut. Es schrieb mit seinem Erstflug am 25. Februar 1941 ein weiteres Stück Geschichte auf dem Fliegerhorst. In den letzten Kriegsjahren kam es wiederholt zu Bombenangriffen, Ende April 1945 wurde der von den Alliierten als Airfield R-59 bezeichnete Platz durch die vorrückenden Amerikaner besetzt.

Nachkriegszeit[Bearbeiten]

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde 1945 in Leipheim auf dem Gelände ein DP-Lager für jüdische, so genannte „Displaced Persons“ eingerichtet. Das Lager, in dem bis zu 3.150 Personen untergebracht waren, wurde im Juni 1950 aufgelöst[2].

Leipheim Air Base und Fliegerhorst der Bundeswehr[Bearbeiten]

Ab 1957 wurde der Flugplatz wieder militärisch genutzt, zunächst kurze Zeit als Leipheim Air Base durch die U.S. Air Force und ab 1959 erneut als Fliegerhorst durch die Luftwaffe der neuen Bundeswehr. Zwischen Mitte der 1960er und Anfang der 1980er Jahre war hier mit dem Leichten Kampfgeschwader 44 ein fliegender Verband der Luftwaffe stationiert. Seit Anfang der 1980er diente der Platz als Forward Operating Location (FOL) von A-10 der 81st Tactical Fighter Wing der USAFE, die in RAF Bentwaters (England) stationiert war. Die deutsche Luftwaffe unterhielt ein Flugabwehrraketenregiment am Platz. Darüber hinaus war bis April 1987 das Luftwaffenausbildungsregiment 4 (I. Bataillon LwAusbRgt 4) in Leipheim stationiert, das später teilweise zu den Standorten Ulm-Weststadt und Germersheim verlegt bzw. bis September 1987 dann ganz aufgelöst wurde. Der militärische Flugbetrieb endete 1994 und die Flugabwehrraketen wurden ein Jahrzehnt später abgezogen. Im Jahr 2008 endete die militärische Nutzung.

Gegenwart[Bearbeiten]

Ein Zweckverband und die Stadt haben die Liegenschaft unter dem Titel "Interkommunales Gewerbegebiet Landkreis Günzburg" vom Bund übernommen und betreiben auf dem mittlerweile als Areal Pro bezeichneten Gelände die Ansiedlung zahlreicher industrieller Betriebe. An dem Verband sind Leipheim selbst, der Landkreis Günzburg, die Stadt Günzburg und die Gemeinde Bubesheim beteiligt. Im Jahr 2011 legten die Stadtwerke Ulm/Neu-Ulm einen Plan vor, bis 2016 für rund 900 Mio. € ein Gas-und-Dampf-Kombikraftwerk mit 2x600 Megawatt[3] Leistung zu errichten.[4] Ein Bürgerbegehren in Bubesheim gegen den Bau des Kraftwerks wurde am 11. September 2011 bei einem Bürgerentscheid abgelehnt.[5] Im April 2014 gaben die Stadtwerke bekannt, vorrangig nur noch den Bau eines einfachen Gaskraftwerks mit etwa 600 Megawatt verfolgen zu wollen.[6] Nach einem Beschluss des Leipheimer Stadtrats[7] wurde zwischen 2012 und 2014 die Südumgehung der Leipheimer Innenstadt auf dem Gelände errichtet und am 27. September für den Verkehr freigegeben.[8] Die neue Trasse der Bundesstraße 10 verläuft dabei größtenteils entlang der ehemaligen Start- und Landebahn. Auf dem Areal befinden sich heute (August 2014) außerdem Niederlassungen von Firmen wie AL-KO und Wanzl, sowie neu errichtete Logistikzentren der Speditionen Luible und Greiwing Logistics.[9] Für 1,7 Mio. € soll außerdem ein Neubau des Kreisabfallwirtschaftsbetriebs entstehen.[10] Bereits seit einigen Jahren besteht die Nutzung durch den Motor- und Segelfliegerclub Leipheim, der den westlichen Teil der ehemaligen Rollbahn als Start- und Landebahn und andere Gebäudlichkeiten als Vereinsheim oder auch als Flugzeughangar gebraucht. In den alten Gebäuden der Lufwaffenwerft 33 befindet sich das Fliegerhorstmuseum Leipheim.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Zitiert nach: Peter Kaufmann: Ein Dorf im Spiegel der Geschichte - Bubesheim. REAL Satz+Druck, Bubesheim 2002
  2. DP-Lager: United States Memorial Site (Englisch)
  3. Kraftwerksdaten auf der offiziellen Webpräsenz
  4. Günzburger Zeitung: Neues Grosskraftwerk auf dem Fliegerhorst
  5. Ergebnis des Bürgerentscheids in der Günzburger Zeitung
  6. Günzburger Zeitung: Planänderung: Gaskraftwerk statt GuD (11.04.2014)
  7. Günzburger Zeitung: Baubeginn der Leipheimer Südumfahrung (5. April 2012)
  8. Südwest Presse: Bauende der Leipheimer Umgehung (29.07.2014)
  9. Website der Firma Greiwing zum neuen Logistikzentrum auf dem Fliegerhorst
  10. Günzburger Zeitung: Kreisabfallwirtschaftsbetrieb zieht auf den Fliegerhorst (11.07.2014)