Flugpolizei

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Abzeichen der Flugpolizei
Einer der derzeit im Einsatz stehenden EC 135
Auch Gefahreneinsätze mit dem EKO Cobra gehören zu den Aufgaben der Flugpolizei

Die Flugpolizei ist eine Einheit des österreichischen Bundesministeriums für Inneres. Der Dienst wird von den Exekutivbediensteten der Flugpolizei in Uniform versehen.

Im Jahr 2011 absolvierten die Beamten der Flugpolizei 10.684 Flüge mit einer Gesamtflugzeit von 4434 Flugstunden. Von diesen Flügen entfielen 1161 auf staatspolizeiliche Tätigkeiten, 2020 auf kriminalpolizeiliche und 3354 auf sicherheitspolizeiliche Anlässe. 791 Flüge dienten dabei der Rettung unverletzter Personen.[1]

Aufgaben[Bearbeiten]

Die Leitung der Flugpolizei koordiniert und tätigt Flugeinsätze im Dienste der Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung, Ruhe und Sicherheit. Das sind Flüge in staatspolizeilichen und kriminalpolizeilichen Angelegenheiten, Flüge im Zusammenhang mit Großveranstaltungen oder bei der Verkehrsüberwachung. Besondere Sicherheitsaufgaben werden auch im Bereich des Zivilschutzes wahrgenommen. So werden ua. die Feuerwehren bei der Brandbekämpfung aus der Luft oder bei sonstigen Naturkatastrophen unterstützt. Es werden Such- und Rettungsdienste für die Zivilluftfahrtbehörde (ACG) durchgeführt. Sehr oft wird die Flugpolizei zu Seilbergungen im schwierigen alpinen Gelände oder zur Suche nach abgängigen Personen gerufen.[2]

Die früher von der Flugpolizei ebenfalls durchgeführten Rettungs- und Ambulanzflüge werden seit 1. Juli 2001 nicht mehr von den Hubschraubern des BMI erledigt. Hierfür kommen nun diverse Anbieter, wie etwa der Christophorus Flugrettungsverein zum Einsatz.

Die Ausbildung erfolgt im ressorteigenen Schulzentrum. Dort werden Exekutivbedienstete zu Piloten und Luftfahrzeugwarten ausgebildet. Die Ausbildung von Flugbeobachtern und Flugrettern sowie deren gesamte Fortbildung wird der zuständigen ministeriellen Abteilung koordiniert und geleitet. Hinzu kommt die Schulung von externem Personal (z.B. von Feuerwehrleuten - Ausbildung zu Feuerwehrflughelfern).

Der Ankauf neuer Luftfahrzeuge und deren Instandhaltung wird ebenfalls intern organisiert. Die Wartung und technische Betreuung der Luftfahrzeuge ist eine besonders verantwortungsvolle Aufgabe welche von ressorteigenen Spezialisten vorgenommen wird.

Eine wichtige Aufgabe ist auch die Mitwirkung der Luftpolizei im Bereich des Luftfahrtrechts, im Speziellen bei der Erlassung und Konzipierung neuer rechtlicher Bestimmungen auf diesem Sektor. Die Mitarbeit bei der Untersuchung von Grenzzwischenfällen im Luftraum und bei Angriffen auf die Sicherheit der Zivilluftfahrt kommt als ein weiterer Aufgabenbereich hinzu. Neben der Aufklärung der Sachlage gilt vor allem, internationalen Organisationen als Berichterstatter zu dienen.

Seit 1997 kam es zu fünf Abstürzen von Hubschraubern.[3]

Standorte[Bearbeiten]

Die Standorte der Flugpolizei werden als Flugeinsatzstellen (FESt) bezeichnet. Größter Standort ist die Flugeinsatzstelle Wien-Meidling, wo sich auch die Zentrale der österreichischen Flugpolizei sowie die eigene Hubschrauberflugschule des Bundesministeriums für Inneres befindet. Der FESt Wien ist auch als einziger Flugeinsatzstelle Österreichs eine Außenstelle angegliedert, die sich seit 2010 am Flughafen Wien befindet und unter anderem Flughafenüberwachungsflüge absolviert.

Typenübersicht[Bearbeiten]

Der alte Eurocopter AS 350 der FESt Hohenems
Der neue Eurocopter EC 135 der FESt Hohenems

Es befinden sich derzeit folgende Hubschrauber bei der österreichischen Flugpolizei im Einsatz:

max Abfluggewicht: 1.520 kg, Höchstgeschwindigkeit: 230 km/h, Leistung (Allison 250-C20B) 420 PS, Besatzung: Exekutivausführung Pilot + 4 Personen

max. Abfluggewicht 2.200 kg, Höchstgeschwindigkeit 287 km/h, Leistung (Arriel 1D) 694 PS, Besatzung: Exekutivausführung Pilot + 5 Personen

  • 2 Stück Eurocopter Ecureuil AS 355 F2,

max. Abfluggewicht: 2.540 kg, Höchstgeschwindigkeit 272 km/h, Leistung 2 x 420 PS, Besatzung: Exekutivausführung Pilot + 5 Personen

  • 2 Stück Eurocopter Ecureuil AS 355 N,

max. Abfluggewicht 2.600 kg, Höchstgeschwindigkeit 272 km/h, Leistung 2 x 456 PS, Besatzung: Exekutivausführung Pilot + 5 Personen

EC 135 P2+ max. Abfluggewicht 2.910 kg, Reisegeschwindigkeit: 256 km/h, Leistung 2 x 706 PS (Arrius) oder 743 PS (P&W), Besatzung: Exekutivausführung Pilot + 7 Personen, FLIR - Ausführung 2 Piloten + Flir Operator + 1 Beobachter

* Am 30. März 2011 stürzte ein Hubschrauber des Typs EC 135 im Bereich des Achensees in Tirol bei einem Einsatzflug aus bisher ungeklärter Ursache ab. Der Pilot und drei Besatzungsmitglieder starben.

Neuerungen[Bearbeiten]

Im September 2006 erfolgte die Ausschreibung für den Ankauf von neuen Mehrzweckhubschraubern. Die Entscheidung für den Typ EC 135 der Firma Eurocopter fiel im September 2007. Die Gesamtkosten für die acht Hubschrauber inklusive der Umschulung für Piloten und Techniker beliefen sich auf 47,4 Mio. Euro.

In Zukunft soll die Hubschrauberflotte "Typenrein" werden. Durch die Auslieferung der 8 EC 135 P2+ ist nicht nur eine Anpassung an die internationalen Polizei- bzw. technischen Standards erfolgt sondern eine Führungsrolle eingenommen worden. Die Hubschrauber sind allesamt für den Betrieb von modernstem Wärmebildgerät (Forward looking Infrared kurz FLIR) - und Full HD Videosystemen ausgerüstet und zum Betrieb mit Nachtsichtbrillen (Night Vision Gogols kurz NVG) zugelassen. Vier der Hubschrauber sind mit einem Wärmebildgeräteturm der Marke Wescam MX 15i, einem Suchscheinwerfer Spectrolab SX-16 Nightun sowie einer Anlage zur direkten Bildübertragung zu einer Einsatzzentrale ausgerüstet. Die vier mit dieser Zusatzausrüstung ausgestatteten Hubschrauber sind Single Pilot IFR zugelassen und besitzen zusätzlich einen Autopiloten und Wetterradar.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Flugpolizei – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Peter Weichselbaum: Unterstützung aus der Luft (PDF; 685 kB). Artikel im Magazin Öffentliche Sicherheit (Ausgabe März/April 2012)
  2. Fliegende Hightech-Funkstreife der Polizei kurier.at, abgerufen am 7. Juli 2014
  3. der standard abgerufen am 2. Dezember 2013.