Flussbegradigung

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Bei einer Flussbegradigung werden die natürlicherweise vorkommenden Mäander eines Flusses an ihren Hälsen durchstochen. Der Flussverlauf wird dadurch kürzer und gerader; das Wasser fließt schneller. An Stellen, wo ein Fluss in zwei Armen verläuft, wird oft ein Arm stillgelegt. Flussbegradigung ist eine Maßnahme des Flussbaus.

Der begradigte Rote Main in Bayreuth.
Die begradigte Weschnitz bei Biblis (Südhessen).
Die 2006/2007 in Einhausen renaturierte Weschnitz

Zielsetzung[Bearbeiten]

Häufig dienen Flussbegradigungen dazu, den Fluss für die Schifffahrt nutzbar zu machen. Manchmal steht auch die Landgewinnung oder die dauerhafte Festlegung von Landes-, Gemeinde- und Grundstücksgrenzen im Vordergrund. Wird der Flusslauf baulich festgelegt, kann - bei entsprechenden wasserbaulichen Maßnahmen, wie beispielsweise geplante Überflutungsflächen - auch ein Hochwasserschutz erreicht werden. Durch Verlandung, infolge von Flussbegradigungen und sonstigen Trockenlegungen von Sümpfen, konnte die Malaria in den 1960er Jahren in Deutschland ausgerottet werden.

Üblicherweise wurde bei sedimentreichen Flüssen neben dem Durchstechen der Flussschleifen bzw. Umlaufberge erst eine verhältnismäßig niedrige Uferbefestigung oft mittels Faschinen vorgenommen, die unterhalb der Hochwasserlinie lag. Bei Hochwasser konnte sich der Fluss über das Überschwemmungsgebiet ausbreiten, verringerte die Geschwindigkeit, das Geröll sedimentierte und erhöhte das Land hinter dem Damm. Erst wenn so eine hinreichende Erhöhung des Hinterlandes erreicht wurde, wurde ein Hochwasserdamm angelegt.

Bekannte Beispiele für eine Flussbegradigung sind die Juragewässerkorrektion im Schweizer Seeland und die Begradigung einiger Rhein-Abschnitte.

Nachteile[Bearbeiten]

Die meisten Flüsse im Flachland haben eine natürliche Tendenz zur Bildung von Mäandern und daher zu langsamem Fließen, was bei seitlichen Brachflächen einen natürlichen Hochwasserschutz mit sich bringt. Gelegentlich durchbricht der Fluss seine laufend ausgeweiteten Schleifen und sucht sich dann ein neues Bett. Auch in manchem Durchbruchstal kann sich dies ereignen, wenn sich die Mäander beidseitig eines sogenannten Umlaufbergs zu nahe kommen.

Künstliche Begradigung oder zu straffe Flussregulierung können dazu führen, dass sich stromabwärts die Überschwemmungsgefahr verstärkt. Durch die höhere Fließgeschwindigkeit kommt es vor, dass nun mehrere Zubringer ihr (rascher kommendes) Hochwasser gleichzeitig in den Unterlauf abgeben. Auf diese Art ist die deutliche Häufung von Elbe-Hochwassern der letzten Zeit zu erklären. Aus ähnlichen Gründen werden auch Begradigungen in den quellnahen Gebirgsgebieten maßgeblich für Hochwasser verantwortlich gemacht. Mancherorts laufen daher Bemühungen, diese rückgängig zu machen, was leichter gelingt als bei den großflächigen Regulierungen im Mittel- oder Unterlauf.

Aus ökologischer Sicht werden Flussbegradigungen äußerst negativ bewertet, weil sie seltene Ökosysteme beeinträchtigen, verkleinern oder sogar komplett vernichten. Viele in den Flüssen oder den angrenzenden Auen lebende oder sich dort fortpflanzende seltene Tierarten wie Fische, Otter, Muscheln oder Wasservögel und viele Pflanzenarten verlieren durch Flussbegradigungen und die Vernichtung der Altarme ihren Lebensraum.

Weblinks[Bearbeiten]